25.10.2016
Thüringer Ministerium für Arbeit, Soziales, Gesundheit, Frauen und Familie

Medieninformation 210

Ergebnisse des Jahresberichtes der amtlichen Lebensmittelüberwachung 2015 vorgestellt

Die Thüringer Ministerin für Arbeit, Soziales, Gesundheit, Frauen und Familie, Heike Werner (DIE LINKE), hat den Jahresbericht der amtlichen Lebensmittelüberwachung 2015 in Thüringen vorgestellt und über ausgewählte Aspekte informiert.

Sozialministerin Heike Werner sagte: „Die Verbrauchersicherheit bewegt sich insgesamt in Thüringen auf einem hohen Niveau. 92 Prozent der kontrollierten Lebensmittelbetriebe und Einrichtungen wiesen keine oder nur geringfügige Mängel auf, die keine behördlichen Maßnahmen erforderten. Lediglich 6,5 Prozent der Lebensmittelproben, 7,2 Prozent der Proben von kosmetischen Mitteln und 10,2 Prozent der Proben von Bedarfsgegenständen waren zu beanstanden. Nur 15 Lebensmittelproben, das sind 0,2 Prozent der untersuchten Proben, wurden als gesundheitsschädlich bzw. gesundheitsgefährdend beurteilt. Die Ergebnisse knüpfen an die positive Entwicklung der vergangenen Jahre an. Das sind gute Nachrichten für die Menschen in Thüringen.“

Betriebskontrollen: Die Lebensmittelüberwachungsämter haben im Jahr 2015 in 18.041 Betrieben und Einrichtungen insgesamt 35.092 Kontrollen durchgeführt. In 1.441 Betrieben wurden Verstöße gegen lebensmittelrechtliche Vorschriften festgestellt, die behördliche Maßnahmen nach sich zogen. Es wurden 1.176 Verwarnungen ausgesprochen, 200 Bußgeldverfahren eingeleitet und 563 Verfügungen zur Abstellung der Mängel erlassen.

Fast die Hälfte der Verstöße ging auf Mängel der allgemeinen Betriebshygiene zurück. Unzureichende Schulung des Personals, nicht ausreichende Eigenkontrollen und Fehler bei der Kennzeichnung und Aufmachung der Lebensmittel waren weitere Beanstandungsgründe.

In 24 Fällen sind Betriebe vorübergehend geschlossen worden und 45-mal musste Strafanzeige erstattet werden.

Überprüfung von Werbeaussagen bei kosmetischen Mitteln: Ein besonderes Augenmerk lag bei diesem Überprüfungsschwerpunkt dabei auf Erzeugnissen der in Thüringen ansässigen Hersteller. Insgesamt wurden 473 Werbeaussagen auf Produktverpackungen, im Internet und in den Printmedien überprüft, ob zum Beispiel:

• die Inhaltsstoffe tatsächlich in Konzentrationen vorhanden waren, um Hinweise auf besondere Eigenschaften des Erzeugnisses wie „feuchtigkeitsspendend“, „antioxidativ“ oder „regenerationsfördernd“ zu rechtfertigen,
• der ausgewiesene Verzicht auf bestimmte Bestandteile kosmetischer Mittel wie Konservierungs- oder Duftstoffe tatsächlich realisiert war,
• bestimmte Eigenschaften wie „faltenreduzierend“ mit Hilfe entsprechender aussagefähiger Wirkungsbelege durch den Hersteller bewiesen war.

38 Werbeaussagen wurden als nicht konform mit den gesetzlichen Bestimmungen beurteilt.

Zum Beispiel enthielten vier Cremes, als deren wertgebende Bestandteile Vitamin A oder Vitamin E ausgelobt waren, diese Vitamine nicht oder nur in einer geringen, wirkungslosen Konzentration. Ein Shampoo wurde mit besonders milden, hautfreundlichen Tensiden beworben, obwohl die Bestandteile eine solche besondere Eigenschaft nicht aufwiesen. Als häufigster Mangel wurden Werbeaussagen gefunden, die nach Einsicht in die Produktunterlagen als nicht ausreichend belegt zu bewerten waren.

Ministerin Werner betonte: „Die von uns kritisierten Mängel bei Werbeaussagen betreffen zwar nur einen kleinen Teil der getesteten Produkte. Die Kontrollen selbst leisten aber zur Worttreue der Werbung einen wichtigen Beitrag. Die Hersteller wissen, dass wir testen und die Ergebnisse veröffentlichen. Davon geht ein nicht unerheblicher Anreiz aus, fair und korrekt für die Produkte zu werben. Auch darin sehen wir einen wichtigen Beitrag des Landes zur Verbrauchersicherheit in Thüringen.“

Lebensmitteluntersuchungen: Im Jahr 2015 wurden im Landesamt für Verbraucherschutz 6.641 Lebensmittelproben, davon 202 aus der Warengruppe Wein, 304 Proben von kosmetischen Mitteln und 451 Proben Bedarfsgegenstände untersucht. 3.164 Proben – also fast die Hälfte - stammten von Thüringer Herstellern, 452 Proben aus anderen Mitgliedstaaten der EU und 318 Proben aus Drittländern.

Von den 413 beanstandeten Lebensmittelproben entfiel ein Großteil auf die Warengruppen Fleischerzeugnisse und Wurstwaren, feine Backwaren, alkoholfreie Getränke, Honig und zubereitete Speisen. Hinsichtlich der Beanstandungsgründe liegen irreführende Angaben oder eine wertgeminderte Beschaffenheit an der Spitze (139 Proben). Es folgen Verstöße gegen Kennzeichnungsvorschriften (124 Proben) und die Beurteilung als nicht zum Verzehr geeignet (98 Proben).
Von den 15 Proben, die als gesundheitsschädlich bzw. gesundheitsgefährdend beurteilt wurden, waren zwölf Proben mit Krankheitserregern behaftet.

Der geringe Anteil von 0,2 % Lebensmittel-Proben, bei denen gesundheitlich bedenkliche Befunde erhoben wurden, darf jedoch nicht darüber hinwegtäuschen, dass eine Kontamination mit Krankheitserregern bei vielen, insbesondere unverarbeiteten Lebensmitteln nicht vollständig ausgeschlossen werden kann.

Außerdem wurden 6.445 Proben des nationalen Rückstandskontrollplanes untersucht, die der Überprüfung von Schlachttieren und tierischen Erzeugnissen auf Rückstände verbotener Stoffe oder Überschreitungen der Höchstmengen zugelassener Tierarzneimittel oder Schadstoffe wie Quecksilber oder Kupfer dienten. In keinem Fall wurden verbotene Stoffe oder Höchstmengenüberschreitungen von Tierarzneimitteln nachgewiesen. In Einzelfällen waren die zugelassenen Grenzwerte für Kupfer in der Leber von Schlachttieren überschritten, was auf den Eintrag über Futtermittel zurückgeführt wurde.

Die Untersuchung von Milch und Eiern auf Rückstände von Dioxin und PCB (Polychlorierte Biphenyle) ergaben in keinem Fall eine Überschreitung der Höchstmenge.

Maßnahmen zur Überwachung der Radioaktivität bei erlegtem Schwarzwild: Ein Kapitel des Berichts befasst sich mit den Auswirkungen der Reaktorkatastrophe von Tschernobyl vor 30 Jahren auf die Sicherheit von Wildbret in Thüringen. In den letzten 15 Jahren wurde 4.648 erlegte Wildschweine auf radioaktives Cäsium untersucht wurden. Davon mussten insgesamt 377 Stück, das sind 8,1 %, wegen Überschreitung des Höchstwertes untauglich für den Verzehr beurteilt werden.

Der vollständige Bericht ist online abrufbar unter:
http://www.thueringen.de/mam/th7/tmsfg/lebensmittel/lebensmittelbericht_2015_internet.pdf

Hintergrund:
Die amtliche Lebensmittelüberwachung ist in Thüringen eine gemeinsame Aufgabe des Landesamtes für Verbraucherschutz und der Landkreise und kreisfreien Städte. Ziel ist der Schutz der Verbraucherinnen und Verbraucher vor gesundheitlichen Gefährdungen durch Lebensmittel, kosmetische Mittel oder Bedarfsgegenstände. Hinzu kommt der Schutz vor Irreführung und Täuschung. Schwerpunkt der Überwachungstätigkeit sind Betriebe, in denen nach Auswertung aller zur Verfügung stehenden Informationen eher Mängel zu erwarten sind. So bestand die höchste Kontrollintensität mit 88 Prozent kontrollierter Betriebe bei den gewerblichen Herstellern auf Einzelhandelsstufe.

Weitere Informationen finden Sie im Internet unter: http://www.thueringen.de/th7/tmsfg/lebensmittel/

25.10.2016

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