30.11.2018
Thüringer Ministerium für Arbeit, Soziales, Gesundheit, Frauen und Familie

Medieninformation 255/2018

Welt-Aids-Tag am 1. Dezember

Gesundheitsministerin Heike Werner: HIV-Prävention uneingeschränkt fortsetzen / Ausgrenzung und Stigmatisierung abwehren

Die Thüringer Ministerin für Arbeit, Soziales, Gesundheit, Frauen und Familie, Heike Werner (DIE LINKE), hat anlässlich des Welt-Aids-Tages am 1. Dezember zu einem respektvollen und vorurteilsfreien Umgang mit HIV-positiven Menschen aufgerufen. Die Gemeinschaftsaktion zum Welt-Aids-Tag steht in Deutschland in diesem Jahr wieder unter dem Motto „Positiv zusammen Leben“.

Gesundheitsministerin Heike Werner sagte: „HIV-positive oder an Aids erkrankte Menschen dürfen nicht ausgegrenzt und diskriminiert werden. Wir müssen diesen Menschen respektvoll begegnen und normal mit ihnen umgehen. Sie sollen in unserer Gesellschaft leben und arbeiten können, wie alle anderen auch. Unser Ziel muss es sein, Diskriminierung und Ausgrenzung abzubauen. Ich möchte dazu ermutigen, Solidarität zu zeigen und Ausgrenzung abzuwehren, wenn Menschen mit HIV diskriminiert werden.“

Laut Werner werden die Erfolge in der bisherigen HIV-Präventionsarbeit sichtbarer. „Indiz dafür sind die aktuellen Schätzungen des Robert-Koch-Institutes. Diese zeigen einen leicht rückläufigen Trend. Die Zahl der Neuinfektionen ist 2017 gesunken. Ein Grund zum Nachlassen ist dies allerdings nicht. Nach wie vor hat die HIV-Prävention eine hohe Bedeutung in der Gesellschaft und in Verbindung mit anderen sexuell übertragbaren Infektionen sogar an Bedeutung gewonnen. Wir müssen daher auch weiterhin verstärkt auf eine breit ausgerichtete Präventionsstrategie setzen. Diese darf nicht ausschließlich auf bestimmte Risikogruppen beschränkt sein. Betroffene sollten sich nicht scheuen, beispielsweise nach sexuellen Risikokontakten, einen Arzt aufzusuchen“, sagte Heike Werner.

Für Thüringens Gesundheitsministerin ist ein zentrales Element in der Präventionsarbeit der HIV-Test. „Etliche Menschen in Deutschland leben mit einer HIV-Infektion und wissen es gar nicht. Auch sie wollen wir mit Präventionsarbeit erreichen, damit sich der HIV nicht unbemerkt weiterverbreitet. Die Thüringer Gesundheitsämter bieten zum Thema HIV und AIDS niederschwellige Aufklärung und Beratung an. Seit Beginn der 1990er Jahre können dort kostenlos und anonym HIV-Tests gemacht werden. Weitere Anlaufpunkte sind die Beratungsstellen der AIDS-Hilfe. Auch dort ist seit diesem Jahr ein kostenloser HIV-Test möglich“, sagte Heike Werner.

Laut Werner zeigt sich bei Betrachtung der bundesweiten Zahlen, dass zwar die Zahl der Neuerkrankungen in der am stärksten betroffenen Gruppe, nämlich Männern, die Sex mit Männern haben (MSM), deutlich zurückgegangen ist. „Dagegen sind jedoch in den letzten Jahren die Fallzahlen bei Drogenabhängigen deutlich angestiegen. Die zielgruppenspezifische Präventionsarbeit bei z.B. MSM, intravenös Drogenabhängigen oder auch HIV in Haft wird von den AIDS-Hilfe-Vereinen allein und mit großem Engagement abgedeckt. Durch die Erhöhung des Haushaltsansatzes konnten hierfür im Jahr 2018 insgesamt 160.000 Euro im Rahmen der Projektförderung aus dem Landeshaushalt zur Verfügung gestellt werden. Dies bedeutet eine Vervierfachung des bisherigen Haushaltsansatzes“, sagte Heike Werner.

Laut Schätzungen des Robert-Koch-Institutes (RKI) lebten Ende 2017 mehr als 86.000 Menschen in Deutschland mit einer HIV-Infektion. Zudem infizierten sich in 2017 bundesweit rund 2.700 Menschen neu mit HIV. Die Zahl ist gegenüber den Vorjahren leicht gesunken. In den letzten fünf Jahren lag die Anzahl der Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner pro Jahr durchschnittlich bei 4,1 Fällen (Thüringen: 1,9 Fälle).

Das RKI geht weiterhin von ungefähr 11.400 Personen aus, bei denen die HIV-Infektion noch nicht diagnostiziert wurde. Allein im Jahr 2017 sind nach Schätzungen des RKI rund 450 Menschen in Deutschland an Aids verstorben.

In Thüringen fanden nach Schätzungen des Robert-Koch-Institutes im Jahr 2017 mit 55* HIV-Neuinfektionen, wiederum wenige Neuinfektionen im Vergleich zu anderen Bundesländern statt. Die Daten zu gemeldeten Neudiagnosen der Vorjahre 2007 bis 2016 stellen sich wie folgt dar:

2007 2008 2009 2010 2011 2012 2013 2014 2015 2016
23 21 23 16 19 34 40 39 41 41
Quelle: Robert-Koch-Institut, SurvStat@RKI 2.0, https://survstat.rki.de

Laut RKI leben in Thüringen schätzungsweise 680 Menschen mit HIV und Aids.

In 2017 wurden in den Laboren des Thüringer Landesamtes für Verbraucherschutz 1.597 HIV-Tests untersucht, die von Gesundheitsämtern und Justizvollzugsanstalten eingereicht wurden. Bei 8 Tests war das Ergebnis positiv. In diesem Jahr wurden bisher 1.403 HIV-Tests untersucht, 6 davon waren positiv (Stand: 23. November 2018).

* Konkrete Meldezahlen zu 2017 und auch zu 2018 können auf Grund derzeitiger technischer Probleme beim Datenbankserver des RKI nicht genannt werden. Daher ist anhand der Schätzungen auch kein Trend ablesbar!

Hintergrund:
2018 findet der Welt-Aids-Tag zum 31. Mal statt. Seit 1988 wird er jährlich am 1. Dezember begangen. Mit zahlreichen Aktionen erinnern Regierungen, Organisationen und Vereine weltweit an diesem Tag an HIV und Aids, und rufen dazu auf, aktiv zu werden und Solidarität mit den von HIV betroffenen Menschen zu zeigen.

Weitere Informationen finden Sie im Internet unter:
https://www.welt-aids-tag.de/ oder http://www.rki.de/

30.11.2018

Wegweiser

Aktionen

Thueringen Monitor Klein www.bildungsfreistellung.de Logo Schöffenwahlen 2018 Thueringer Kampagne Wir sind Energie-Gewinner.

Serviceportal – Bürger

Services im Zuständigkeitsfinder suchen

Serviceportal – Unternehmen

Services im Zuständigkeitsfinder suchen

Serviceportal – Weitere

Services im Zuständigkeitsfinder suchen

Servicebereich

Publikationen