25.09.2018
Thüringer Ministerium für Arbeit, Soziales, Gesundheit, Frauen und Familie

Medieninformation 203

Heike Werner: Landesprogramm „Arbeit für Thüringen“ ist wichtiges arbeitsmarktpolitisches Kerninstrument

Die Thüringer Ministerin für Arbeit, Soziales, Gesundheit, Frauen und Familie, Heike Werner (DIE LINKE), hat heute das Kabinett über die Ergebnisse einer externen Begutachtung des Landesprogramms „Arbeit für Thüringen“ (LAT) informiert.

Arbeitsministerin Werner sagte: „Mit den Ereignissen des Spätsommers 2015 sind Menschen, die vor Krieg, Verfolgung, Hunger und Elend aus ihrer Heimat fliehen mussten, auch nach Thüringen gekommen. Wir sahen uns als Gesellschaft mit der Aufgabe konfrontiert, zielgerichtet Hilfe zu leisten. Wir sind dem richtigen Impuls gefolgt, als wir Migrantinnen und Migranten sowie geflüchtete Menschen als Zielgruppen der neuen Richtlinie unseres Landesprogramms „Arbeit für Thüringen“ definiert haben. Denn seit Jahren geht das Erwerbspersonenpotential in Thüringen zurück. Neben Menschen aus EU-Staaten findet zunehmend eine Integration auch der Gruppe der geflüchteten Menschen in den Arbeitsmarkt statt, nachdem sie Integrationskurse und Sprachkurse erfolgreich durchlaufen haben. Das hat selbst erfahrene Arbeitsmarktexperten überrascht. Aber genau hier greift unser Landesarbeitsmarktprogramm. Politik wird häufig dafür kritisiert, dass sie zu spät auf Ereignisse reagiere und dann an Zielgruppen und Problemlagen vorbei fördere. Hier haben wir regelrecht eine Punktlandung bei unserer Schwerpunktsetzung in der Förderpraxis hinbekommen.“

Spezifische Ergebnisse des Landesprogramms „Arbeit für Thüringen“
Inzwischen haben mehr als 5.200 geflüchtete Menschen die vielfältige Unterstützung der LAT-Projekte angenommen und genutzt (Stand 30. Juni 2018). Mehr als 1.100 von diesen haben dabei durch Vermittlung in Arbeit, Ausbildung und Einstiegsqualifizierung einen Zugang zum regulären Arbeitsmarkt in Thüringen und somit auch eine berufliche Perspektive gefunden.

Es fanden darüber hinaus insgesamt:
2.590 Kompetenzfeststellungen,
1.302 Berufsfelderprobungen,
774 Betriebspraktika,
486 Weiterbildungen und
397 Qualifizierungen statt.

Weitere Ergebnisse:
• durch eine Projektteilnahme und eine stärkere soziale Einbindung außerhalb der Familie oder der Gemeinschaftsunterkunft steigt die sprachliche Kompetenz im Deutschen,
• das erworbene Orientierungswissen macht sicherer im Alltag und in der Arbeitswelt,
• Frau erkennen ihre Entwicklungsmöglichkeiten, von denen sie bisher nicht wussten, dass sie ihnen offenstehen,
• das Potenzial von Personen wird gehoben, die aus unterschiedlichen Gründen bislang keine oder nur sehr wenig Bildungsmöglichkeiten erhielten.

Ergebnisse der Evaluation
Im Mittelpunkt der externen Evaluation standen einerseits Erfolgsfaktoren. Mit Blick auf die Zielgruppe verläuft der Integrationsprozess dann erfolgreich, wenn es gelingt:
• Motivation zu erhalten,
• ein stabiles, soziales Umfeld zu schaffen,
• eine geregelte Wohnsituation herzustellen, die eine Privatsphäre und Rückzugsmöglichkeiten bietet,
• ein realistisches Selbstbild zu erarbeiten,
• über Vertrauenspersonen und Ansprechpartner*innen zu verfügen,
• soziale Kontakte im eigenen Umfeld aufzubauen und zu pflegen.

Im Hinblick auf die Förderprojekte wurden folgende Erfolgsfaktoren herausgearbeitet:
• die auf den Bedarf der Region abgestimmte Förderung,
• eine intensive Netzwerkarbeit,
• die Nutzung der Expertise der regionalen Partnerinnen und Partner,
• die Konzentration auf das eigene „Kerngeschäft“,
• eine intensive und professionelle Zusammenarbeit mit Arbeitgeberinnen und Arbeitgebern.

Zudem wurden Empfehlungen zur Weiterentwicklung des Programms ausgesprochen. Die externen Wissenschaftler*innen empfehlen dabei keine grundsätzliche strategische Neuausrichtung oder stärkere Reglementierung. Ziel sollte es sein, den Handlungsspielraum zu erhalten, der nötig ist, um auf individuelle Bedarfe der einzelnen Regionen reagieren zu können.

Darüber hinaus wurden auch folgende Empfehlungen gegeben:
• innerhalb der LAT-Projekte sollte eine stärkere Arbeitsteilung umgesetzt werden (bereits umgesetzt),
• es sollte eine stärkere Fokussierung auf den Komplex „Psychische Probleme“ erfolgen (bereits aufgegriffen),
• es sind geeignete Maßnahmen nötig, um bestehende Wissenslücken im Bereich der Allgemeinbildung, Mathematik und Naturwissenschaften zu schließen (von einzelnen Trägern, die beispielsweise auf die Berufsschule vorbereiten, in die Konzepte aufgenommen, zudem Landesprogramm „Start Bildung“ des Thüringer Migrationsministerium als zusätzliches Angebot),
• eine stärkere Nachbetreuung durch die Projekte (wird bereits berücksichtigt),
• der Thematik der fehlenden oder mangelnden Mobilität und Infrastruktur im ländlichen Raum mehr Aufmerksamkeit widmen, was nicht nur die Zielgruppe betrifft (wird u.a. im Rahmen des Landesprogramms „Solidarisches Zusammenleben der Generationen“ (LSZ) aufgegriffen).

Hintergrund:
Das Landesprogramm „Arbeit für Thüringen“ stellt ein wichtiges Kernelement innerhalb der arbeitsmarktpolitischen Instrumente des Freistaats dar und wird im Koalitionsvertrag für die 6. Wahlperiode des Thüringer Landtags ausdrücklich angeführt.

Es ist vor allem auf die Verbesserung der sozialen und beruflichen Integrationsmöglichkeiten für sämtliche am Arbeitsmarkt benachteiligte Personengruppen ausgerichtet und wurde im Landeshaushalt mit jährlich 7,5 Mio. Euro ausgestattet.

Die Ansätze bezüglich Migrantinnen und Migranten sowie geflüchteten Menschen sind vielfältig und reichen von allgemeinen Beratungsangeboten über eine engmaschige Unterstützung und Begleitung des Integrationsprozesses bis hin zur Durchführung von Berufsfelderprobungen und Qualifizierungen, die in den meisten Fällen durch sozialpädagogische Betreuung und berufsbezogenen Deutschunterricht begleitet werden.

Die Evaluation wurde vom Zentrum für Sozialforschung Halle e.V. (ZSH) an der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg durchgeführt.

25.09.2018

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