12.12.2017
Thüringer Ministerium für Arbeit, Soziales, Gesundheit, Frauen und Familie

Medieninformation 286

Ministerin Werner hat Ergebnisse des Jahresberichts der Thüringer Arbeitsschutzbehörden vorgestellt

Die Thüringer Ministerin für Arbeit, Soziales, Gesundheit, Frauen und Familie, Heike Werner (DIE LINKE), hat heute im Kabinett den Jahresbericht der Thüringer Arbeitsschutzbehörden 2016 vorgestellt und über ausgewählte Aspekte informiert. Der Jahresbericht gibt einen Überblick über Schwerpunkte des technischen, sozialen und medizinischen Arbeitsschutzes im Jahr 2016.

Arbeitsministerin Heike Werner sagte: „Der Arbeitsschutz sowie der Gesundheitsschutz der Beschäftigten haben für die Thüringer Landesregierung eine hohe Bedeutung. Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Thüringer Arbeitsschutzverwaltung, denen ich für die geleistete Arbeit danke, erbringen einen wichtigen und unverzichtbaren Beitrag für den Vollzug des Arbeits- und Gesundheitsschutzes. Hervorheben möchte ich: Die Einhaltung der rechtlichen Bestimmungen im Arbeitsschutz durch die Unternehmen trägt maßgeblich zum Erhalt von Gesundheit und Leistungsfähigkeit der Beschäftigten bei. Ein zeitgemäßer Arbeitsschutz ist jedoch mehr als das Einhalten gesetzlichen Vorschriften. Er schließt die humane Gestaltung der Arbeit in einer digitalen Welt sowie die Sicherung und Förderung von Gesundheit und Beschäftigungsfähigkeit der Erwerbstätigen ein.“

Ausgewählte Aspekte des Arbeitsschutzberichtes 2016

Kontrolltätigkeit

Im Jahr 2016 betreute die Thüringer Arbeitsschutzverwaltung rund 86.000 Betriebe mit etwa 905.000 Beschäftigten. Der Hauptanteil (71 Prozent) der Betriebe sind Klein- und Mittelbetriebe (KMU) mit 1 bis zu 499 Beschäftigten. Dort sind etwa 87 Prozent der Beschäftigten tätig.

Insgesamt wurden von den Arbeitsschutzbehörden im Jahr 2016 rund 1.900 Betriebe aufgesucht. Dabei wurden ca. 10.600 Überprüfungen zu Fragen des technischen, sozialen und medizinischen Arbeitsschutzes, der Unfallverhütung und des Gesundheitsschutzes durchgeführt.

Hierbei kam es zu ca. 8.600 Beanstandungen (2015: 9.710) zu unterschiedlichen Sachverhalten. Die dabei aufgedeckten Mängel führten zu verschiedenen Reaktionen der Arbeitsschutzbehörden. So wurden rund 10.800 Revisionsschreiben (2015: 10.206) erstellt. In 259 Fällen (2015: 242) mussten Anordnungen zur Mängelbeseitigung erlassen werden. Die Zahl der Verwarnungen lag bei 679 (2015: 909), die Zahl der Bußgeldbescheide bei 1.127 (2015: 1.082).

Zur Einhaltung der Sozialvorschriften im Straßenverkehr wurden Kontrollen zu Lenk- und Ruhezeitvorschriften durchgeführt. In diesem Zusammenhang wurden 874 Bußgelder (2015: 958) verhängt und 540 Verwarnungen (2015: 776) ausgesprochen.

Arbeitsunfälle

Den Thüringer Arbeitsschutzbehörden wurde im Berichtsjahr folgende Anzahl an Arbeitsunfällen (ohne Wegeunfälle) gemeldet:
• 8.828 Arbeitsunfälle (2015: 6.984; 2014: 8.645)
• darunter 8 tödliche Arbeitsunfälle, (2015: 12, 2014: 13)
• 39 als „schwer“ eingestufte Arbeitsunfälle* (2015: 44, 2014: 38)

Die tödlichen Arbeitsunfälle verteilen sich auf folgende Branchen:
Baubranche: 4,
Transport/Verkehr: 1,
Chemie: 1,
Versorgung: 1,
Holzbe- u. Verarbeitung: 1.

Die Gesamtzahl der Arbeitsunfälle hat sich seit Mitte der 1990er Jahre mehr als halbiert. So wurden den Thüringer Arbeitsschutzbehörden im Jahr 1996 noch insgesamt 18.806 Arbeitsunfälle angezeigt, von denen 41 tödlich endeten. Die aktuelle Zunahme gegenüber dem Vorjahr unterstreicht aber die Notwendigkeit, bei den Kontrollaktivitäten im Arbeitsschutz nicht nachzulassen.

Berufskrankheiten

Die Zahl der Anzeigen von Verdachtsfällen auf das Vorliegen einer Berufskrankheit stieg im Berichtsjahr auf 1.735 Fälle an (2015: 1.479, 2014: 1.448). Der Aufwuchs resultiert hauptsächlich aus der Änderung der Berufskrankheiten-Verordnung durch das Bundesarbeitsministerium (BMAS). Dadurch fanden weitere arbeitsbedingte Erkrankungen Aufnahme in die Liste der anerkannten Berufskrankheiten.

Als berufsbedingt eingeschätzt wurden im Berichtszeitraum 366 Fälle (2015: 356, 2014: 452). Die Lärmschwerhörigkeit stand dabei weiterhin mit 154 Fällen an erster Stelle, es folgen mit 35 Fällen Erkrankungen durch Asbest einschließlich Asbestkrebse und mit 32 Fällen die Hauterkrankungen (2015 noch an zweiter Stelle).

Weitere Informationen und der vollständigen Bericht sind im Internet zu finden unter: http://www.thueringen.de/th7/tmasgff/arbeitsschutz/arbeitsschutzbericht/

* Als schwerer Arbeitsunfall gilt ein Unfall in dessen Folge voraussichtlich ein Anspruch des Verletzten auf Geldleistungen des Unfallversicherungsträgers entsteht, was im Regelfall bei einer Arbeitsunfähigkeit länger als 6 Wochen der Fall ist. Diese Voraussetzung gilt im Allgemeinen erfüllt, wenn insbesondere folgende Verletzungen eingetreten sind: Schädelfraktur, schweres Schädelhirntrauma, Wirbelsäulenfraktur, Beckenfraktur, offene Frakturen großer Röhrenknochen, Verluste von Gliedmaßen außer einem einzelnen Finger, innere Verletzungen, schwere Verbrennungen und schwere Hitzeschäden, schwere Verätzungen, akute Vergiftungen sowie schwere Augenverletzungen.



12.12.2017

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