Bericht über den Fischgesundheitsdienst 2012

Wasserkarpfen

Bericht Fischseuchendiagnostik/Fischgesundheitsdienst 2012

Im Berichtszeitraum wurden entsprechend den Regelungen zur Tierseuchenüberwachung im Freistaat Thüringen Salmonidenzuchtbetriebe, Karpfenzuchtbetriebe und Zuchtanlagen der Sportfischer gemäß gültiger Fischseuchen-Verordnung vom 24. November 2008 untersucht.
In den Aquakulturbetrieben erfolgte eine eingehende klinische Untersuchung, soweit vorhanden, vornehmlich der Brut- und Jungfischbestände und der Laichfische.
Neben der klinischen Untersuchung wurden regelmäßig amtliche Proben an Fischen für die virologische Untersuchung genommen. Alternativ fand in Forellenbetrieben mit eigener Reproduktion die labordiagnostische Untersuchung der Laichfische (von mindestens 10 repräsentativen Tiere) mittels Ovarialliquorproben statt.
Desweiteren sind die Bestandsbücher und Lieferdokumente kontrolliert und eine Einschätzung der Produktions- und der Fütterungshygiene sowie der Teichpflegemaßnahmen vorgenommen worden.
Im Bedarfsfall erfolgten Wasseruntersuchungen vor Ort und mindestens einer Probe im Labor auf die Parameter, die für die Fischgesundheit und Produktionshygiene Relevanz besitzen. Die Laborproben wurden auch bakteriologisch auf Salmonellen, Vibrionen, Listerien und Fäkalstreptokokken untersucht, um hygienische Kriterien des Produktions-/Haltungswassers einschätzen zu können.

Die klinischen Untersuchungen und Probennahmen in den Salmonidenzuchtbetrieben auf die Virale hämorrhagische Septikämie (VHS) sowie die Infektiöse Hämatopoetische Nekrose der Salmoniden (IPN) wurden entsprechend der Empfehlungen der Referenzlaboratorien bei Wassertemperaturen unter 14 °C durchgeführt.

Ergebnisse der klinischen und virologischen Untersuchungen

Im Jahr 2012 wurden in Thüringen sechs Betriebe der Kategorie I zugeordnet und als EU-anerkannt seuchenfrei bezüglich der VHS- und IHN geführt.
Es wurden insgesamt 30 Bestände an Salmoniden in 21 Betrieben der Aquakultur einer klinischen Diagnostik unterzogen sowie weitere 8 Wildfischpopulationen labordiagnostisch untersucht. Eindeutige klinische Hinweise auf das Vorliegen eines Ausbruchs einer anzeigepflichtigen Fischseuche fanden sich in keinem Bestand.
Ebenfalls konnten mittels der durchgeführten labordiagnostischen Untersuchungen weder das Virus der Viralen Hämorrhagischen Septikämie (VHS) noch der Infektiösen Hämatopoetischen Nekrose (IHN) weder in kommerziellen Aquakulturbetrieben noch Fischen aus Freigewässern nachgewiesen werden.
Bezüglich der Infektiösen Pankreasnekrose (IPN) lässt sich für das Jahr 2012 feststellen, dass das Virus in 7 Beständen nachgewiesen werden konnte. Wie in den Vorjahren auch und im allgemeinen Trend, konnten typische klinische Symptome der Erkrankung nicht beobachtet werden.
Im Jahr 2012 wurden verschiedene Bestände von insgesamt 15 Karpfenteichwirtschaften klinisch und labordiagnostisch (virologisch mittels PCR-Technik, Tabelle 2) auf das Vorhandensein von Koi-Herpesviren untersucht. Die Wassertemperaturen waren vor Beginn der Untersuchungen über 30 Tage höher als 18 °C.
Neben den kommerziellen Teichwirtschaften (15) wurden Karpfen aus Hobbyhaltung bzw. Sportfischereivereinen (5) sowie Koi aus Privat- (6) und dem Aquaristikhandel (3) untersucht.
Im Rahmen der Untersuchungen konnten zwei KHV-Ausbrüche bei Koi in Hobbyhaltung nachgewiesen werden. In einem der beiden Fälle wird die Einschleppung des Virus durch den Zukauf latent infizierter Virusträger vermutet. Im zweiten Fall ist der Eintragsweg unklar geblieben.

 

Ergebnisse der bakteriologischen Untersuchungen

Schwerwiegende bakterielle Krankheitsausbrüche im Sinne einer Furunkulose (Aeromonas salmonicida) bzw. der Rotmaulseuche (Yersinia ruckeri) der Salmoniden konnten im Rahmen der diesjährigen Kontrollen in Salmonidenbetrieben nicht verzeichnet werden.
Hinsichtlich der im Jahr 2012 durchgeführten bakteriologischen Untersuchungen konnte auch in keinem der untersuchten Karpfenbestände Aeromonas salmonicida nachgewiesen werden.

Ergebnisse der parasitologischen Untersuchungen

Wie im Vorjahr konnten unabhängig von der Haltungsform und Jahreszeit in vielen Forellenzuchtbetrieben Hinweise auf das Vorliegen einer Amöbeninfektion der Kiemen gefunden werden.
Obwohl wirtschaftliche Einbußen im Sinne von Minderzunahmen und erhöhten Verlusten verzeichnet werden, besteht derzeit nur ein sehr geringer therapeutischer Handlungsspielraum.
In der Regel wird versucht, durch die Optimierung der Haltungsbedingungen bzw. verstärkte Desinfektionsmaßnahmen entsprechend gegen zu wirken.
Im Vergleich zu den letzten Jahren konnten 2012 im Rahmen der Routinediagnostik keine Nierenveränderungen im Sinne der Proliferativen Nierenerkrankung der Salmoniden (PKD) nachgewiesen werden, die auf eine Infektion mit Tetracapsuloides bryosalmonae hindeuten. Es ist jedoch davon auszugehen, dass die PKD in Mastbetrieben mit einer Wasserspeisung über Oberflächengewässer, die in sehr geringer Zahl unter den zu kontrollierenden Betrieben vertreten sind, regelmäßig anzutreffen ist.
 
Insgesamt können für das Jahr 2012 folgende Schlussfolgerungen für die Einschätzung der Fischgesundheit in Thüringen gezogen werden:
    • Im Untersuchungszeitraum konnte in keinem der untersuchten Forellenzuchtbetriebe der Ausbruch einer anzeigepflichtigen Fischseuche festgestellt werden.
    • Das Virus der Infektiösen Pankreas-Nekrose (IPN) ließ sich regelmäßig in Aquakulturbetrieben nachweisen. Klinische Erkrankungen waren, wie in den Vorjahren auch, in keinem Fall zu beobachten. 
    • Erkrankungen durch das Koi-Herpesvirus konnten im Untersuchungszeitraum nur in zwei privaten Koi-Beständen nachgewiesen werden. Kommerzielle Karpfenteichwirtschaften waren nicht betroffen. 
    • Infektionen der Kiemen durch fischpathogene Amöben scheinen in Thüringer Salmonidenbetrieben weit verbreitet. Klinische Auswirkungen sind von Betrieb zu Betrieb sehr unterschiedlich aber teilweise beträchtlich.
Tabelle 1: Stand der amtlichen klinischen und virologischen Bestandsuntersuchungen und sonstigen virologischen Untersuchungen bei Salmoniden im Jahr 2012

 
 
klinische Untersuchungen
virologische Untersuchungen
Landkreis
Betriebe
Bestände
Bestände
Betriebe / Freigewässer
Ergebnis
 
 
klinisch unauffällig
klinisch auffällig
Anzahl
negativ
VHS-V.
IHN-V.
IPN-V.
Erfurt
0
0
0
0
0
0
0
0
Gera
0
0
0
0
0
0
0
0
Jena
0
0
0
3
3
0
0
0
Suhl
0
0
0
0
0
0
0
0
Weimar
1
1
0
1
1
0
0
0
Eisenach
0
0
0
0
0
0
0
0
Eichsfeld
3
4
0
4
2
0
0
2
Nordhausen
1
2
0
1
0
0
0
1
Wartburgkreis
4
8
0
5
5
0
0
0
Unstrut-Hainich-Kreis
0
0
0
0
0
0
0
0
Kyffhäuserkreis
0
0
0
0
0
0
0
0
Schmalkalden-Meiningen
2
2
0
5
5
0
0
0
Gotha
0
0
0
1
1
0
0
0
Sömmerda
1
2
0
2
1
0
0
1
Hildburghausen
3
4
0
3
2
0
0
1
Ilm-Kreis
0
0
0
1
1
0
0
0
Weimarer Land
1
1
0
2
2
0
0
0
Sonneberg
0
0
0
0
0
0
0
0
Saalfeld-Rudolstadt
2
3
0
3
3
0
0
0
Saale-Holzland-Kreis
1
1
0
2
0
0
0
2
Saale-Orla-Kreis
1
1
0
1
1
0
0
0
Greiz
1
1
0
0
0
0
0
0
Altenburger Land
0
0
0
0
0
0
0
0
Summe
21
30
0
34
27
0
0
7

Tabelle 2: Virologische Untersuchungsergebnisse von Karpfenzuchtbetrieben und sonstigen Hälterungen von Karpfen bzw. Koi auf das Koi-Herpesvirus nach Landkreisen 2011

Landkreis / kreisfreie Stadt
Bestände
Untersuchungen
Bemerkung
Karpfen
Koi
negativ
positiv
Erfurt
0
1
1
0
Gera
0
0
0
0
Jena
0
0
0
0
Suhl
0
0
0
0
Weimar
0
0
0
0
Eisenach
0
0
0
0
Eichsfeld
0
0
0
0
Nordhausen
0
0
0
0
Wartburgkreis
1
1
2
0
Unstrut-Hainich-Kreis
0
1
1
0
Kyffhäuserkreis
0
2
2
1
privater Koi-Teich
Schmalkalden-Meiningen
2
0
2
0
Gotha
2
1
2
1
privater Koi-Teich
Sömmerda
2
0
2
0
Hildburghausen
0
0
0
0
Ilm-Kreis
1
0
1
0
Weimarer Land
0
1
1
0
Sonneberg
1
0
1
0
Saalfeld-Rudolstadt
1
1
2
0
Saale-Holzland-Kreis
0
0
0
0
Saale-Orla-Kreis
5
0
5
0
Greiz
4
0
4
0
Altenburger Land
1
1
2
0
Summe
20
9
29
2

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