Der Fuchsbandwurm - Echinococcus multilocularis

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Er selbst ist nur 3 - 5 mm klein, seine Eier sind sogar nur unter dem Mikroskop sichtbar, doch groß können die gesundheitlichen Folgen sein für Menschen, wenn sie beim Genuss von Waldbeeren oder anderen Wildfrüchten Eier des kleinen Fuchsbandwurms mit aufgenommen haben.
Der Echinococcus multilocularis, so sein latienischer Name, parasitiert wie der Trivialname schon sagt, hauptsächlich im Darm von Füchsen, aber auch Hund und Katze können Bandwurmträger sein. Mit dem Kot scheiden befallene Füchse (lagopus) Glieder des Bandwurms aus, in denen sich unzählige Bandwurmeier befinden. Als typische Zwischenwirte fungieren Mäuse und  andere Kleinsäuger. Mit der Nahrung nehmen sie die Eier auf. In der Leber werden sie zu Larven, die das Organ systematisch zerstören, das Tier kann dabei sterben. Frisst ein Fuchs ein infiziertes Tier wird der „Teufelskreis“ geschlossen. In seinem Darm werden aus den Larven wiederum erwachsene Bandwürmer. Der Endwirt ist somit zugleich Ausgangspunkt des Kreislaufs.
Doch nicht nur die kleinen Nager können dem Fuchsbandwurm zum Opfer fallen. Auch der Mensch ist gefährdet. Er kann zum Zwischenwirt werden, wenn er Waldbeeren, Pilze, Kräuter und andere Wildprodukte als Nahrung aufnimmt. Vor allem bei den in Bodennähe wachsenden Pflanzen, die der Fuchs beim Streunen berührt, ist die Gefahr, dass die Früchte kontaminiert sein können, nicht gering. Auch Fallobst und Gemüse aus Gärten in Waldrandlagen, zu denen Füchse Zugang haben, könnten von Wurmeiern befallen sein.
Ein weiterer Übertragungsweg vom Tier auf den Menschen, sind enge Tierkontakte, z.B. für Tierärzte, Landwirte und Jäger, besteht ein erhöhtes Infektionsrisiko. Dies gilt auch für Hunde- und Katzenbesitzer, wenn ihre Tiere infizierte Mäuse fressen. Eine besondere Tücke dabei ist die Tatsache, dass die Haustiere oft keinerlei Krankheitssymptome aufweisen.
Menschen, die sich infiziert haben, können an Echinokokkose erkranken. Die Zeit zwischen Ansteckung und Ausbruch der Erkrankung variiert sehr stark. Von der Aufnahme der Wurmeier bis zum Ausbrechen erster Symptome können Monate oder sogar Jahre vergehen. Nicht immer können Patienten die Infektionsquelle und die Erkrankung in Zusammenhang bringen.
In Deutschland hat sich der kleine Fuchsbandwurm in vielen Bundesländern in den zurückliegenden Jahren weiter ausgebreitet. Fälle von Alveolärer Echinokokkose werden zwar auch dort sehr selten registriert, jedoch verläuft nahezu jede Erkrankung des Menschen schwerwiegend. Nicht selten führt sie zum Tode. In den meisten Fällen wird die Krankheit diagnostiziert, wenn es zu spät ist. Gerade deshalb ist erhöhte Vorsicht geboten.
In Thüringen wurden 2 Erkrankungsfälle zwischen 2001 und 2009  registriert.
 
Inzwischen werden Füchse auch immer öfter in der Nähe von Städten gesichtet. Sorglosigkeit ist also fehl am Platz. Jene, die dennoch nicht ganz auf den Genuss von Wildfrüchten und Waldpilzen verzichten wollen, sollten den Vorsorgemaßnahmen größtes Augenmerk widmen. Alle im Wald gesammelten Pilze und Früchte, im waldnahen Garten geerntetes Gemüse sowie Fall- und Strauchobst sollte gründlichst gewaschen werden. Noch sicherer ist längeres Erhitzen (mindestens 5 min) bei Temperaturen über 60 ° C. 
Weniger gefährlich sind auch langsam getrocknete Früchte, denn Bandwurmeier trocknen schnell aus und sterben innerhalb weniger Tage ab.
Keinerlei Schutz bietet das Einfrieren der Früchte in Tiefkühltruhen. Erst bei Temperaturen unter minus 80° C über einen Zeitraum von mindestens 48 Stunden werden die Erreger wirksam abgetötet.
Bei der Verwendung von Fallobst und bodennah wachsenden Beeren sowie Salaten aus Gebieten, in sich denen sich Füchse aufhalten, ist auf besonders gründliche Haushaltshygiene zu achten. Das sorgfältige Waschen aller Arten von Obst und Gemüse vor dem Verzehr sollte allerdings immer eine Grundregel sein.
Zu beachten ist auch, dass sich Fuchsbandwurmeier an kühlen, schattigen und feuchten Stellen des Bodens wochenlang halten, während sie an trockenen, der direkten Sonneneinstrahlung ausgesetzten Stellen nicht länger als etwa 3 bis 4 Tage überleben.
Nach jeder Gartenarbeit oder nach Waldspaziergängen ist ein gründliches Händewaschen wichtig, um evtl. anhaftende Wurmeier,  abzuspülen. Hunde und Katzen, die im Freiland Mäuse fangen und fressen, sollten regelmäßig alle 4 - 6 Wochen gegen Bandwurmbefall behandelt werden.
Lebensmittel, die bei der Zubereitung Temperaturen von mehr als 70°C ausgesetzt werden, sind ungefährlich, denn dabei werden die Eier abgetötet.

 Nationales Referenzlabor für Echinokokkose beim Friedrich-Loeffler-Institut

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