Jugendarbeitsschutz

Kinder und Jugendliche bedürfen entsprechend ihrem Alter und Entwicklungsstand des besonderen Schutzes, um sich zu eigenverantwortlichen Persönlichkeiten innerhalb der sozialen Gemeinschaft zu entwickeln. Neben dem Jugendschutzgesetz, das sie in verschiedenen Lebensphasen und Lebenssituationen begleitet, benötigen sie auch besonderen Schutz bei der Arbeit. Um sie vor Überforderungen und Schädigungen zu schützen, beinhalten das Jugendarbeits­schutzgesetz und die Kinderarbeitsschutzverordnung die rechtlichen Voraussetzungen. Damit ist der Jugendarbeitsschutz ein Teilbereich des Arbeitsrechts, des Arbeitsschutzes und des Jugendschutzes.

Das Jugendarbeitsschutzgesetz (JArbSchG) enthält Bestimmungen über die tägliche und wöchentliche Beschäftigungszeit, zu Beschäftigungsverboten sowie zur gesundheitlichen Betreuung.

In der Kinderarbeitsschutzverordnung (KindArbSchV)  wird konkretisiert, in welchen Fällen und unter welchen Voraussetzungen Kinder über 13 Jahre und vollzeitschulpflichtige Jugendliche ausnahmsweise beschäftigt werden dürfen.

In Thüringen nimmt das Thüringer Landesamt für Verbraucherschutz (TLV) - Abteilung Arbeits­schutz - die Aufsicht über die Umsetzung der Bestimmungen des Jungend­arbeitsschutzgesetzes und der Kinderarbeitsschutzverordnung wahr.

Wichtige Bestimmungen des Kinder- und Jugendarbeitsschutzes

Wen schützt das Jugendarbeitsschutzgesetz?

Das Jugendarbeitsschutzgesetz schützt junge Menschen unter 18 Jahren, die in der Berufsbildung, als Arbeitnehmer oder Heimarbeitnehmer beschäftigt werden.

Jugendlicher ist, wer 15, aber noch nicht 18 Jahre alt ist.

Kind ist, wer noch nicht 15 Jahre alt ist.

Für Jugendliche während der Vollzeitschulpflicht gelten die gleichen Bestimmungen wie für Kinder. In Thüringen beträgt die Vollzeitschulpflicht 10 Schuljahre (§ 19 Thüringer Schulgesetz (ThürSchulG).
Das Gesetz gilt nicht für geringfügige und gelegentliche Hilfeleistungen

  • aus Gefälligkeit,
  • auf Grund familienrechtlicher Vorschriften,
  • in Einrichtungen der Jugendhilfe,
  • in Einrichtungen zur Eingliederung Behinderter,
  • für die Beschäftigung durch die Personensorgeberechtigen im Familienhaushalt.

Ist eine Beschäftigung von Kindern erlaubt?

Die Beschäftigung von Kindern und vollzeitschulpflichtigen Jugendlichen ist verboten!

Gibt es Ausnahmen vom Verbot der Kinderarbeit?

Das Jugendarbeitsschutzgesetz und die Kinderarbeitsschutzverordnung lassen mit Einwilligung der Personensorgeberechtigten Ausnahmen zu.

Das Verbot gilt nicht für die Beschäftigung von Kindern:

  1. zum Zwecke der Beschäftigungs- und Arbeitstherapie,
  2. im Rahmen des Betriebspraktikums während der Vollzeitschulpflicht,
  3. in Erfüllung einer richterlichen Weisung.

Welche Sonderregelungen für Kinder über 13 Jahren gibt es?

Kinder über 13 Jahre dürfen mit Einwilligung der Personensorgeberechtigten mit leichten und für Kinder geeigneten Tätigkeiten beschäftigt werden. Die Beschäftigung ist leicht, wenn sie auf Grund ihrer Beschaffenheit und der besonderen Bedingungen unter denen sie ausgeführt wird,

  1. die Sicherheit, Gesundheit und Entwicklung der Kinder,
  2. ihren Schulbesuch, ihre Beteiligung an Maßnahme zur Berufswahlvorbereitung oder Berufsausbildung, die von der zuständigen Stelle anerkannt sind, und
  3. ihre Fähigkeit, dem Unterricht mit Nutzen zu folgen nicht nachteilig beeinflusst.

Kinder dürfen nicht mehr als zwei Stunden täglich und in landwirtschaftlichen Familienbetrieben nicht mehr als drei Stunden täglich beschäftigt werden. Sie dürfen nicht zwischen 18.00 Uhr und 8.00 Uhr, nicht vor dem Schulunterricht und nicht während des Schulunterrichts beschäftigt werden. Die Beschäftigung darf sich nicht nachteilig auf die Sicherheit, Gesundheit oder Entwicklung der Kinder sowie auf ihr Fortkommen in der Schule auswirken.

Die leichten und für Kinder geeigneten Tätigkeiten sind in § 2 KindArbSchV näher bestimmt. Zulässig sind beispielsweise Tätigkeiten wie das Austragen von Zeitungen, Zeitschriften, Anzeigeblättern und Werbeprospekten. Weiterhin sind in privaten und landwirtschaftlichen Haushalten z. B. Botengänge, Nachhilfeunterricht und Einkaufstätigkeiten erlaubt.

Arbeiten im produzierenden Gewerbe, im Handel und im sonstigen Dienstleistungsgewerbe sind nicht zulässig.

Was ist bei der Ferienarbeit zu berücksichtigen?

Vollzeitschulpflichtige Jugendliche ab 15 Jahren dürfen während der Schulferien für maximal 4 Wochen im Kalenderjahr höchstens 8 Stunden täglich und 40 Stunden wöchentlich beschäftigt werden. Die Ferienarbeit kann dazu genutzt werden eine Schnupperlehre zu absolvieren.

Die dabei zu beachtenden Arbeitsschutzbestimmungen sind im Merkblatt Ferienarbeit zusammengestellt.

Gibt es Ausnahmen für die Beschäftigung von nicht vollzeitschulpflichtigen Kindern?

Das Mindestalter für die Zulassung zur regulären Beschäftigung im Betrieb ist grundsätzlich 15 Jahre. Ist jemand bei der Schulentlassung noch nicht 15 Jahre alt, darf er oder sie nur im Rahmen eines Berufsausbildungsverhältnisses beschäftigt werden.

Kinder, die der Vollzeitschulpflicht nicht mehr unterliegen, dürfen in einem Berufsausbildungsverhältnis (wie Jugendliche), außerhalb eines Berufsausbildungsverhältnisses nur mit leichten und für sie geeigneten Tätigkeiten an bis zu 7 Stunden täglich und 35 Stunden wöchentlich beschäftigt werden.

Ist die gestaltende Mitwirkung von Kindern und Jugendlichen bei Theatervorstellungen, Musikaufführungen, Werbeveranstaltungen u. a. möglich?

Bei öffentlichen Konzerten, beim Theater und bei ähnlichen Veranstaltungen dürfen Kinder nur auf Grund einer besonderen Ausnahmegenehmigung mitwirken.

Das Thüringer Landesamt für Verbraucherschutz (TLV) - Abteilung Arbeitsschutz des TLV kann auf Antrag (Anlage zum Antrag) bewilligen, dass

  1. Kinder über sechs Jahre bis zu vier Stunden täglich in der Zeit von 10 bis 23 Uhr bei Theatervorstellungen mitwirken.
  2. Kinder über drei bis sechs Jahre bis zu zwei Stunden täglich in der Zeit von 8 bis 17 Uhr oder
  3. Kinder über sechs Jahre bis zu drei Stunden täglich in der Zeit zwischen 8 bis 22 Uhr

gestaltend bei Musikaufführungen und anderen Aufführungen, bei Werbeveranstaltungen sowie bei Aufnahmen im Rundfunk (Hörfunk und Fernsehen), auf Ton- und Bildträger sowie Film- und Fotoaufnahmen mitwirken und an den erforderlichen Proben teilnehmen.

Der Arbeitgeber hat rechtzeitig vor dem geplanten Auftritt die erforderlichen Erklärungen der Personensorgeberechtigten, des Arztes, der Schule und des Jugendamtes einzuholen und den Antragsunterlagen beizufügen.

Die Ausnahmegenehmigung muss dem Arbeitgeber vor dem Beginn der Beschäftigung eines Kindes vorliegen und kann nur auf Antrag erteilt werden. Eine rückwirkende Genehmigung ist nicht zulässig.

Maximale Beschäftigungsdauer und zeitlicher Rahmen der Beschäftigung sind abhängig vom Alter des Kindes und werden letztendlich durch die Aufsichtsbehörde in der Ausnahmebewilligung festgelegt.

Für die Mitwirkung in Kabaretts, Tanzlokalen und ähnlichen Betrieben sowie auf Vergnügungsparks, Kirmessen, Jahrmärkten und bei ähnlichen Veranstaltungen, Schaustellungen oder Darbietungen wird eine Ausnahme nicht bewilligt.

Weitergehende Information erhalten Sie bei der Abteilung Arbeitsschutz des TLV, Regionalinspektionen Mittelthüringen oder bei der Regionalinspektion Ostthüringen

Was ist bei einem Schülerpraktikum zu beachten?

Das generelle Verbot von Kinderarbeit für Kinder, die das 15. Lebensjahr noch nicht vollendet haben, gilt nicht für die Beschäftigung im Rahmen eines Betriebspraktikums während der Schulzeit.

Praktikanten dürfen keine Arbeiten verrichten, die sie körperlich oder seelisch zu sehr belasten. Gefahrstoffverordnungen mit speziellen technischen Regeln und einschlägige Unfallverhütungsvorschriften sind zu beachten.

Vor Beginn der Beschäftigung hat der Arbeitgeber die Arbeitsbedingungen zu beurteilen und die Schülerinnen und Schüler über Unfall- und Gesundheitsgefahren aufzuklären sowie über Maßnahmen zur Abwendung dieser Gefahren.

Eine ärztliche Untersuchung des Schülers ist vor Beginn des Betriebspraktikums nicht notwendig. Für Schüler, die ein Betriebspraktikum in ernährungswirtschaftlichen Betrieben (z.B. Lebensmittelgeschäften, Gaststätten) oder pflegerischen Einrichtungen (z. B. Kindergärten, Krankenhäusern) ableisten, ist vor Beginn des Betriebspraktikums ein Zeugnis entsprechend § 18 des Bundesseuchengesetzes vorzulegen.

Für die Überwachung und Durchführung des Schülerpraktikums ist das Thüringer Ministerium für Bildung, Jugend und Sport in Zusammenarbeit mit den Schulen und der Agentur für Arbeit zuständig.

Weitere wichtige Informationen zum Schülerpraktikum finden Sie hier:

Was ist bei der Beschäftigung von Jugendlichen zu beachten?

Muss sich der Jugendliche einer ärztlichen Untersuchung unterziehen?

Jugendliche dürfen als Auszubildende oder als Arbeitnehmerinnen und Arbeiter nur mit einem ärztlichen Gesundheitszeugnis beschäftigt werden.

Vor dem Eintritt ins Berufsleben müssen die Jugendlichen sich von einem Arzt oder einer Ärztin auf ihren Gesundheitszustand untersuchen lassen (Erstuntersuchung).

Die Untersuchung soll gewährleisten, dass die Kinder und Jugendlichen nicht mit Arbeiten beschäftigt werden, denen sie gesundheitlich oder entwicklungsmäßig nicht gewachsen sind.

Ein Jahr nach Beginn der Arbeit muss eine Nachuntersuchung stattfinden (sofern das 18 Lebensjahr noch nicht vollendet ist), die damit eventuelle Auswirkungen der Beschäftigung auf die Gesundheit und die Entwicklung der Kinder und Jugendlichen feststellen kann (Erste Nachuntersuchung).

Weitere Informationen dazu finden Sie im Merkblatt "Ärztliche Untersuchungen nach dem Jugendarbeitsschutzgesetz Informationen für Eltern, Jugendliche und Arbeitgeber".

Welche Regelungen zur Arbeitszeit gibt es?

Tägliche Arbeitszeit ist die Zeit vom Beginn bis zum Ende der täglichen Beschäftigung ohne Ruhepausen. Die Arbeitszeit darf 8 Stunden am Tag und 40 Stunden pro Woche prinzipiell nicht übersteigen; Pausen zählen dabei nicht mit.

Die Arbeitszeit darf auf 8,5 Stunden an Werktagen verlängert werden, wenn sie dafür an anderen Werktagen derselben Woche auf weniger als 8 Stunden verkürzt wird (beispielsweise am Freitag).

In der Landwirtschaft dürfen Jugendliche über 16 Jahre während der Erntezeit bis zu 9 Stunden täglich und bis zu 85 Stunden in der Doppelwoche beschäftigt werden. Berufsschulzeiten, Freistellungszeiten für Prüfungen und außerbetriebliche Ausbildungsmaßnahmen sowie der Freistellungstag unmittelbar vor der schriftlichen Abschlussprüfung werden auf die Arbeitszeit angerechnet.

Jugendliche dürfen nur an fünf Tagen in der Woche beschäftigt werden. Die beiden wöchentlichen Ruhetage sollen nach Möglichkeit hintereinander folgen.

Die Schichtzeit darf 10 Stunden, im Bergbau unter Tage 8 Stunden, im Gaststättengewerbe, in der Landwirtschaft, in der Tierhaltung, auf Bau- und Montagestellen 11 Stunden nicht überschreiten. Die Schichtzeit ist die tägliche Arbeitszeit unter Hinzurechnung der Ruhepausen und der sonstigen Unterbrechungen.

Was ist bei den Pausen- und Ruhezeiten zu berücksichtigen?

Jugendliche müssen im Voraus feststehende Ruhpausen von angemessener Dauer gewährt werden.

Länger als 4,5 Stunden hintereinander dürfen Jugendliche nicht ohne Ruhepause beschäftigt werden. Als Ruhepausen gelten nur Arbeitsunterbrechungen von mindestens 15 Minuten.

Die Dauer der Ruhepausen muss insgesamt

  • bei mehr als 4,5 Stunden Arbeitszeit 30 Minuten,
  • bei mehr als 6 Stunden Arbeitszeit 60 Minuten betragen.

Die Ruhepausen sind frühestens 1 Stunde nach Beginn und spätestens 1 Stunde vor Ende der Arbeitszeit zu gewähren.

Nach Beendigung der täglichen Arbeitszeit ist dem Jugendlichen bis zum nächsten Arbeitsbeginn eine ununterbrochene Freizeit von mindestens 12 Stunden zu gewähren.

Wieviel Urlaub ist dem Jugendlichen zu gewähren?

Für jedes Kalenderjahr ist dem Jugendlichen ein bezahlter Erholungsurlaub zu gewähren von:

  • mindestens 30 Werktage, wenn der Jugendliche zu Beginn des Kalenderjahres noch nicht 16 Jahre alt ist,
  • mindestens 27 Werktage, wenn der Jugendliche zu Beginn des Kalenderjahres noch nicht 17 Jahre alt ist,
  • mindestens 25 Werktage, wenn der Jugendliche zu Beginn des Kalenderjahres noch nicht 18 Jahre alt ist.

Was ist hinsichtlich der Nachtruhe zu beachten?

Kinder und Jugendliche dürfen nur in der Zeit von 6.00 Uhr bis 20.00 Uhr beschäftigt werden.

Ausnahmen

Jugendliche über 16 Jahre dürfen:

  • in Gaststätten und Schaustellergewerbe bis 22.00 Uhr,
  • in mehrschichtigen Betrieben bis 23.00 Uhr,
  • in der Landwirtschaft ab 5.00 Uhr oder bis 21.00 Uhr,
  • in Bäckereien und Konditoreien ab 5.00 Uhr 

beschäftigt werden.

Jugendliche über 17 Jahre dürfen in Bäckereien ab 4.00 Uhr beschäftigt werden.

Ist die Beschäftigung von Jugendlichen an Samstagen, Sonn- und Feiertagen möglich?

An Samstagen, Sonn- und Feiertagen dürfen Kinder und Jugendlich nicht beschäftigt werden.

Ausnahmen

An Samstagen sowie an Sonn- und Feiertagen ist die Beschäftigung zulässig:

  • in Krankenanstalten sowie in Alten-, Pflege- und Kinderheimen,
  • in der Landwirtschaft und Tierhaltung. An Sonn- und Feiertagen dürfen nur naturnotwendige Arbeiten vorgenommen werden;
  • im Familienhaushalt. An Sonn- und Feiertagen dürfen Jugendliche nur beschäftigt werden, wenn sie in die häusliche Gemeinschaft aufgenommen sind;
  • im Gaststätten- und Schaustellergewerbe,
  • bei Musikaufführungen, Theatervorstellungen und anderen Aufführungen, bei Aufnahmen im Hörfunk und Fernsehen. An Sonn- und Feiertagen dürfen Jugendliche im Hörfunk- und Fernsehen nur bei Direktsendungen beschäftigt werden;
  • beim Sport und im ärztlichen Notdienst.

Nur an Samstagen ist die Beschäftigung zulässig:

  • in offenen Verkaufsstellen, in Betrieben mit offenen Verkaufsstellen, in Bäckereien und Konditoreien, im Friseurhandwerk und im Marktverkehr. Können Jugendliche nicht 8 Stunden beschäftigt werden, kann die ausfallende Arbeitszeit an dem Tag bis 13.00 Uhr ausgeglichen werden, an dem die Jugendlichen Ersatzfreizeit erhalten;
  • bei Aufnahmen auf Ton- und Bildträger sowie bei Film- und Fotoaufnahmen,
  • im Verkehrswesen, bei außerbetrieblichen Ausbildungsmaßnahmen und in Reparaturwerkstätten für Kraftfahrzeuge.

Mindestens 2 Samstage sollen, 2 Sonntage im Monat müssen beschäftigungsfrei bleiben. Die 5-Tage Woche ist stets durch Freistellung an einem anderen berufsschulfreien Arbeitstag sicherzustellen. Am 24. und 31. Dezember dürfen Jugendliche nicht nach 14 Uhr und am 25. Dezember, am 1. Januar, am Ostersonntag sowie am 1. Mai überhaupt nicht beschäftigt werden.

Was gilt hinsichtlich Berufsschule und Prüfung?

Jugendliche sind für die Teilnahme am Berufsschulunterricht von der Beschäftigung im Betrieb freizustellen. Die Teilnahme am Berufsschulunterricht ist auf die Arbeitszeit anzurechnen. Ein Nacharbeiten der Teilnahme am Berufsschulunterricht im Betrieb ist unzulässig.

Sie dürfen außerdem nicht beschäftigt werden:

  • vor einem vor 9 Uhr beginnenden Unterricht. Dieses Beschäftigungsverbot gilt auch für berufsschulpflichtige Auszubildende über 18 Jahre;
  • einmal in der Woche an einem Berufsschultag mit mehr als 5 Unterrichtsstunden von mindestens je 45 Minuten;
  • in Berufsschulwochen mit einem planmäßigen Blockunterricht von mindestens 25 Stunden an mindestens 5 Tagen; zusätzliche betriebliche Ausbildungsveranstaltungen bis zu 2 Stunden wöchentlich sind zulässig.

Sie sind weiterhin freizustellen:

  • für die Teilnahme an Prüfungen und außerbetrieblichen Ausbildungsmaßnahmen, die aufgrund öffentlich-rechtlicher oder vertraglicher Bestimmungen außerhalb der Ausbildungsstätte durchgeführt werden;
  • an dem Arbeitstag, der der schriftlichen Abschlussprüfung unmittelbar vorangeht.

Ein Entgeltausfall darf in keinem Fall eintreten.

Welche Beschäftigungsbeschränkungen und -verbote sind zu beachten?

Jugendliche dürfen nicht beschäftigt werden mit gefährlichen Arbeiten:

  • die ihre physische oder psychische Leistungsfähigkeit übersteigen,
  • bei denen sie sittlichen Gefahren ausgesetzt sind,
  • die mit Unfallgefahren verbunden sind, von denen anzunehmen ist, dass Jugendliche sie wegen mangelnden Sicherheitsbewusstseins oder mangelnder Erfahrung nicht erkennen oder nicht abwenden können,
  • bei denen ihre Gesundheit durch außergewöhnliche Hitze oder Kälte oder starke Nässe gefährdet wird,
  • bei denen sie schädlichen Einwirkungen von Lärm, Erschütterungen oder Strahlen ausgesetzt sind,
  • bei denen sie schädlichen Einwirkungen von Gefahrstoffen im Sinn des Chemikaliengesetzes ausgesetzt sind,
  • bei denen sie schädlichen Einwirkungen von biologischen Arbeitsstoffen im Sinn Richtlinien90/679/EWG ausgesetzt sind.

Abweichend davon dürfen Jugendliche mit den unter den Punkten drei bis sieben genannten Arbeiten beschäftigt werden soweit:

  • die Tätigkeit zur Erreichung des Ausbildungszieles erforderlich ist,
  • der Schutz der Jugendlichen durch die Aufsicht eines Fachkundigen gewährleistet ist und
  • der Luftgrenzwert gefährlicher Stoffe nach Punkt sechs unterschritten wird

Jugendliche dürfen weiter nicht beschäftigt werden:

  • mit Akkordarbeit und sonstigen Arbeiten, bei denen durch ein gesteigertes Arbeitstempo ein höheres Entgelt erzielt werden kann, in einer Arbeitsgruppe mit erwachsenen Arbeitnehmern, die mit den vorstehenden Arbeiten beschäftigt werden,
  • mit Arbeiten, bei denen ihr Arbeitstempo nicht nur gelegentlich vorgeschrieben, vorgegeben oder auf andere Weise erzwungen wird,
  • mit Arbeiten unter Tage,
  • von Personen, die wegen bestimmter Delikte rechtskräftig verurteilt worden sind.

Abweichend hiervon dürfen Jugendliche in einer Arbeitsgruppe mit erwachsenen Arbeitnehmern, die im Akkord arbeiten, beschäftigt werden, soweit dies zur Erreichung des Ausbildungszieles erforderlich ist, oder wenn die Jugendlichen eine Berufsausbildung für diese Beschäftigung beendet haben und ihr Schutz durch die Aufsicht eines Fachkundigen gewährleistet ist,

Jugendliche über 16 Jahre dürfen unter bestimmten Voraussetzungen unter Tage arbeiten.

Gibt es im Betrieb ggf. auch für Jugendliche geltende tarifvertragliche Regelungen?

Durch Tarifvertrag können in bestimmtem Umfang abweichende Regelungen von den Bestimmungen über die Arbeitszeiten, Schichtzeiten, Ruhepausen sowie über die Samstagsarbeit und über den Ausgleich für Sonn- und Feiertagsarbeit zugelassen werden. Im Geltungsbereich eines solchen Tarifvertrags können auch nicht tarifgebundene Arbeitgeber die tarifvertragliche Regelung durch Betriebsvereinbarung oder, wenn ein Betriebsrat nicht besteht, durch schriftliche Vereinbarung mit den Jugendlichen übernehmen.

Welche Pflichten hat der Arbeitgeber bei der Beschäftigung von Jugendlichen?

Verpflichtung zur Ergreifung von Schutzmaßnahmen

Der Arbeitgeber hat bei der Einrichtung und Unterhaltung der Arbeitsstätte sowie bei der Regelung der Beschäftigung alle Vorkehrungen und Maßnahmen zu treffen, die zum Schutz der Jugendlichen gegen Gefahren für Leben und Gesundheit sowie zur Vermeidung einer Beeinträchtigung der körperlichen und seelischen Entwicklung der Jugendlichen erforderlich sind.

Beurteilungspflicht

Der Arbeitgeber hat vor Beginn der Beschäftigung und bei wesentlicher Änderung der Arbeitsbedingungen die mit der Beschäftigung verbundenen Gefährdungen zu beurteilen.

Unterweisungspflicht

Der Arbeitgeber hat die Jugendlichen vor Beginn der Beschäftigung und bei wesentlicher Änderung der Arbeitsbedingungen über alle Unfall- und Gesundheitsgefahren im Betrieb zu unterweisen. Dies ist mindestens halbjährlich zu wiederholen.

Fürsorgepflicht

Der Arbeitgeber hat Jugendlichen, die in die häusliche Gemeinschaft aufgenommen worden sind, eine angemessene Unterkunft zur Verfügung zu stellen und ihnen im Falle der Erkrankung Pflege und ärztliche Betreuung zuteilwerden zu lassen. Er muss sie vor körperlicher Misshandlung und vor sittlicher Gefährdung schützen und darf Jugendlichen keine Tabakwaren, Jugendlichen unter 16 Jahren keine alkoholischen Getränke und Jugendlichen über 16 Jahre keinen Branntwein geben.

Aushangs-Pflicht und Pflicht zur Führung eines Verzeichnisses

Der Arbeitgeber hat einen Abdruck des Jugendarbeitsschutzgesetzes und die Anschrift der zuständigen Aufsichtsbehörde, dem Thüringer Landesamt für Verbraucherschutz, Abteilung Arbeitsschutz, auszulegen oder auszuhängen.

Wenn mindestens drei Jugendliche im Betrieb tätig sind, ist ein Aushang über Beginn und Ende der regelmäßigen täglichen Arbeitszeit und der Pausen an geeigneter Stelle im Betrieb anzubringen.

Der Arbeitgeber hat ein Verzeichnis der bei ihm beschäftigten Jugendlichen mit Namen, Geburtsdatum und Anschrift zu führen, in dem das Datum des Beginns der Beschäftigung enthalten ist.

Informationen zum Kinder- und Jugendschutz

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