Biologische Arbeitsstoffe

Labortätigkeit mit potentieller Infektionsgefahr
Labortätigkeit: Aufbringen von Probematerial auf einen Nährboden

Es ist unser Ziel, die Gesundheit der Beschäftigten, ehrenamtlich Tätiger und anderer Personen vor Gefährdungen durch biologische Arbeitsstoffe (Biostoffe) durch die Umsetzung der BioStoffV zu schützen. Bei „anderen Personen“ handelt es sich um unbeteiligte Personen, wie z. B. andere Beschäftigte (Büropersonal etc.) oder auch um Personen, welche keine Beschäftigten im Sinne des Arbeitsschutzrechtes sind, wie z. B. Passanten oder Besucher, die bei Versagen einer Einschließungsmaßnahme und Verschleppung von Biostoffen gesundheitlich gefährdet werden können.

Die Gefährdungsbeurteilung ist für Arbeitgeber der erste Schritt, um zu erkennen, ob dieser Personenkreis bei der Durchführung von Tätigkeiten mit Biostoffen gesundheitlich gefährdet ist.

Aber was sind Biostoffe?

Biostoffe sind Mikroorganismen (Bakterien, Viren, Pilze) einschließlich gentechnisch veränderter Mikroorganismen, Zellkulturen, Endoparasiten sowie das TSE (transmissible, spongiforme Enzephalopathie) - auslösende Agenz, die Infektionen, sensibilisierende, toxische oder sonstige, die Gesundheit schädigende wie krebserzeugende oder fruchtschädigende Wirkungen beim Menschen hervorrufen können. Weiterhin wurden bestimmte Ektoparasiten und technisch hergestellte biologische Einheiten den Biostoffen gleichgestellt.

Bei welchen Tätigkeiten mit Biostoffen können Beschäftigte, ehrenamtlich Tätige oder andere Personen gesundheitlich gefährdet werden?

Hierunter fallen beispielsweise Tätigkeiten im Gesundheitsdienst und der Wohlfahrtspflege bei der Betreuung, Behandlung und Pflege von Menschen, der Personenrettung im Katastrophenschutz, der vorschulischen Kinderbetreuung, in medizinischen und mikrobiologischen Laboratorien, in der Biotechnologie (z. B. bestimmte Bereiche der Lebensmittel- und Arzneimittelherstellung), aber auch in Bereichen der Abfallwirtschaft bei der Entsorgung von Abfällen oder der Abwasserreinigung sowie der Land- und Forstwirtschaft. Grundsätzlich wird nicht jeglicher Kontakt mit Biostoffen erfasst, sondern es muss ein direkter Bezug zur beruflichen Tätigkeit bestehen.

Wie wird der Schutz der Beschäftigten, ehrenamtlich Tätigen oder anderer Personen sichergestellt?

Im Rahmen der Gefährdungsbeurteilung nach § 5 des Arbeitsschutzgesetzes hat der Arbeitgeber die Gefährdung der Beschäftigten durch die Tätigkeiten mit Biostoffen vor Aufnahme der Tätigkeit auf der Grundlage der Biostoffverordnung fachkundig zu ermitteln.

Die Ermittlungspflichten umfassen insbesondere Identität und Eigenschaften der gehandhabten Biostoffe oder bei Tätigkeiten möglicherweise vorkommende Biostoffe und ihrer gesundheitsgefährdenden Wirkungen. Weiterhin müssen die Tätigkeiten auch im Hinblick auf Betriebsabläufe, Arbeitsverfahren und eingesetzte Arbeitsmittel hinsichtlich möglicher Übertragungswege und Expositionsverhältnisse betrachtet werden.

Durch die Umsetzung geeigneter Schutzmaßnahmen unter den Vorgaben der Biostoffverordnung und des technischen Regelwerkes ist der Schutz der Sicherheit und Gesundheit des genannten Personenkreises sicherzustellen.

Nachfolgend finden Sie ergänzende Informationen:

Gesetzliche Grundlagen:

Technische Regeln für Biologische Arbeitsstoffe (TRBA)
Internetseite der Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin (BAuA)

Leitlinien zu Tätigkeiten mit Biostoffen (LV 23)
des Länderausschusses für Arbeitsschutz und Sicherheitstechnik (LASI) 4. überarbeitete Auflage

Infektionskrankheiten von A bis Z
Internetseite des Robert Koch - Instituts (RKI)

GESTIS - Biostoffdatenbank
Gefahrstoffinformationssystem der Deutschen Gesetzlichen Unfallversicherung

Publikationen des TLV
Hier finden Sie verschiedene Merkblätter zum Thema Biostoffe

Information zur Neufassung der Biostoffverordnung (234.9 kB)
Informationen zur Verordnung über Sicherheit und Gesundheitsschutz bei Tätigkeiten mit biologischen Arbeitsstoffen (BGBl. I, S. 2154)
PDF-Dokument ist nicht barrierefrei.

Information zur Anzeigepflicht (205.3 kB)
PDF-Dokument ist nicht barrierefrei.

Anzeige Biostoffverordnung (174.1 kB)

Information zur Erlaubnispflicht (116.0 kB)
PDF-Dokument ist nicht barrierefrei.

Erlaubnisantrag Biostoffverordnung (199.7 kB)

Sicheres Krankenhaus
Portal der Berufsgenossenschaft für Gesundheitsdienst und Wohlfahrtspflege (BGW) und der Unfallkasse Nordrhein-Westfalen (Unfallkasse NRW)

Stand der Verhütung von Nadelstichverletzungen in Thüringer Arztpraxen
Dr. Gunnar Wolf/Elke Wenzel

Kostenerstattung Sicherheitsgeräte in der Pflege (62.5 kB)
PDF-Dokument ist nicht barrierefrei.

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