05.09.2016
Thüringer Ministerium für Wirtschaft, Wissenschaft und Digitale Gesellschaft

Medieninformation

05.09.2016

Thüringer Tourismustag 2016: Tiefensee stellt „Maßnahmenpaket Gastgewerbe“ vor

5. Thüringer Tourismuspreis geht nach Eisenach, Mühlhausen und in den Saale-Orla-Kreis

Mit einem umfangreichen Maßnahmepaket will Thüringens Wirtschafts­minister Wolfgang Tiefensee dem Thüringer Hotel- und Gastgewerbe unter die Arme greifen. „Die Branche steht mitten in einem tiefgreifen­den Strukturwandel“, sagte Tiefensee heute beim Thüringer Tourismus­tag in Erfurt. Ertragsschwäche und Kleinteiligkeit machten den Betrie­ben genauso zu schaffen wie der Bevölkerungsrückgang im ländlichen Raum und das geänderte Konsum- und Mobilitätsverhalten.

In den vergangenen Jahren sei viel getan worden, um touristische High­lights zu schaffen und die Infrastruktur zu verbessern. Demgegenüber seien Gastronomie und Hotellerie allerdings etwas ins Hintertreffen ge­raten, so der Minister: „Dies ist nicht nur eine Herausforderung für den Tourismus, sondern für Thüringen als lebenswerte Region insgesamt.“

Die Ursachen liegen für Tiefensee dabei auf der Hand: Niedrige Umsätze und Gewinne bremsen Investitionen und notwendige Umstrukturierungen im Thüringer Hotel- und Gaststättengewerbe. Bei einem durchschnittlichen Um­satz von 182.418 Euro pro Unternehmen liegt die Thüringer Branche deutlich unter dem gesamtdeutschen Durchschnitt von 336.047 Euro. Der Umsatz der Gastronomie- und Hotelbetriebe lag im Jahr 2015 zudem nur bei 96,4 Pro­zent des Umsatzes im Jahr 2010 – ist also gesunken. „Die schwierige Situa­tion im Gastgewerbe ist Kern der momentanen Wachstumsflaute im Thürin­gen-Tourismus“, sagte Tiefensee. „Dieses Thema wird deshalb im Zentrum der weiteren Tourismuspolitik und insbesondere der neuen Landestourismus­konzeption stehen.“

Die heute vorgestellten zehn Eckpunkte des Maßnahmenpakets umfassen nach den Worten des Ministers bewährte Instrumente, die stärker auf die Bedürfnisse des Gastgewerbes ausgerichtet werden, sowie neue Maßnah­men, die zusätzlich helfen sollen, die anstehenden Aufgaben zu lösen. Zu den ersteren zählen insbesondere Förderinstrumente für Modernisierungs- und Ansiedlungsinvestitionen, zur Unterstützung von Unternehmensnach­folgen sowie für das touristische Marketing. Flankierend sollen neue Instru­mente zur Qualifizierung und Fachkräftesicherung, zum Bürokratieabbau oder zum Einsatz der neuen digitalen Technologien im Gastronomiebereich entwickelt werden. So solldie Einstellung ausländi­scher Arbeitskräfte erleichtert und für Unternehmen in Problemlagen ein „Einheitlicher Ansprechpartner Gastgewerbe“ im Wirtschaftsministerium installiert werden, der in Zusammenarbeit mit allen relevanten Akteuren – Kammern, Finanzamt, Arbeitsagenturen – einen individuell zugeschnittenen Problemlösungsprozess organisieren soll.

Kern bleibe, dass das Thüringer Gastgewerbe mehr in sein Wachstum, in neue Angebote und in die Qualitätssicherung investiert, um den bevorstehen­den Wandel zu meistern, betonte der Wirtschaftsminister. Vorhandene Ins­trumente – etwa die Förderprogramme GRW und Thüringen-Invest – würden dafür aber noch zu wenig genutzt. Deshalb sei das Maßnahmenpaket auch als Informationsoffensive angelegt, um das Hotel- und Gastgewerbe noch stärker auf die vorhandenen umfangreichen Möglichkeiten aufmerksam zu machen. Insgesamt stellt das Land jährlich rund 40 Millionen Euro für die Tourismusförderung bereit, bis 2020 also rund 250 Millionen Euro.

 

5. Thüringer Tourismuspreis vergeben

„Thüringen ist mit seinen großen kulturellen Traditionen und seiner land­schaftlichen Vielfalt ein hoch attraktives Reiseziel“, sagte Tiefensee. Aller­dings stehe das Land mit einer Vielzahl von Urlaubsregionen nicht nur deutschland-, sondern europaweit in Konkurrenz. Daher müssten neue Antworten auf die touristischen Herausforderungen der Zukunft und frische Angebots- und Marketingideen gefunden werden. „Bei der Vernetzung der Angebote, bei Service und bei der Nutzung der neuen digitalen Möglichkeiten können wir noch zulegen“, sagte der Minister.

Dafür ist der Tourismuspreis ein wichtiger Impulsgeber. Er wird – in Koopera­tion mit dem ADAC Hessen-Thüringen – für touristische Projekte vergeben, die sich durch besondere Originalität, herausragenden Service oder die Ko­operation mehrerer Akteure auszeichnen. Beim diesjährigen fünften Touris­muspreis wird erstmals auch ein Sonderpreis für digitale Lösungen im Touris­mus verliehen.

 

Die Preisträger dieses Jahres sind:

Kategorie Marketing/Kooperation: Rehasportverein Mühlhausen e.V.

… für sein Projekt „Barrierefrei den Naturpark Eichsfeld-Hainich-Werratal erleben“.

Der Fokus liegt auf barrierefreien Sehenswürdigkeiten und Radstrecken in der Re­gion. Neben Radwegen sollen dazu weitere Möglichkeiten für Naturerlebnisse aufgebaut werden. Hierzu zählen eine Schlauchboottour auf der Werra oder die Finanzierung eines Wanderrollstuhles für die Naturparkregion.

Anerkennungen erhalten die Gemeinde Tabarz für ihr Projekt „Kneipp. Aktiv. Erleben“ sowie die Verwaltungsgemeinschaft Hohe Rhön für das Projekt „Erlebniswelt Rhönwald – Arche Rhön“.

 

Kategorie Angebot/Qualität: Medical Nature Hotel „Vitaleum“ in Krölpa (Saale-Orla-Kreis)

Das Hotel wurde im Jahr 2015 in einem ehemaligen Gutshaus eröffnet. Unmittelbar am Wald gelegen, ist eine Oase der Ruhe und Entspannung entstanden, in der die Gäste Körper und Seele wieder in Einklang bringen  können. Das Vitaleum bietet dazu u. a. Basenfasten-, Yoga- oder Rücken-Aktiv-Wochen und Wildkräuter-Kochkurse an.

Anerkennungen erhalten: die „Kulinarische Zeitreise“ der Natur- und Feinkost Manufaktur Margitta Braun (Heichelheim) und der Mühlhäuser Werkstätten e.V. mit seinem Landgasthof „Alter Bahnhof“ Heyerode sowie dem Restaurant „Luftbad“ in Mühlhausen.

 

Sonderpreis für Digitale Lösungen im Tourismus: Lutherhaus Eisenach

… für sein Projekt „Europäisches Kulturerbe, innovatives Museum und kultureller Lernort“.

Ein herausragendes museumspädagogisches Konzept verbindet die Geschichte Martin Luthers und der Übersetzung der Bibel mit multimedialen Mitmachangeboten.

Anerkennungen erhalten: Saalfelder Feengrotten für ihr komplexes Contentmanagementsystem „Feengrotten Digital“ und Stiftung Leuchtenburg für ihre App-basierte „Zeitreise durch die Geschichte des Porzellans“.

 

Jeder Preis ist mit 1.500 Euro dotiert und mit einem Imagefilm, einer Urkunde und einem Glasschild mit Tourismuspreis-Logo für Marketingzwecke verbun­den.

Hintergrund:

Der Tourismustag stand in diesem Jahr unter der Überschrift „thüringentourismus. regional.digital.international". Akteure aus der Tourismusbranche waren ge­kommen, um sich über Konzepte und Praxisbeispiele zu informieren und mit Experten zu diskutieren.

 

 

Stephan Krauß

Pressesprecher

 

Maßnahmenpaket Gastgewerbe (249.0 kB)
PDF-Dokument ist nicht barrierefrei.

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