21.10.2015
Thüringer Ministerium für Wirtschaft, Wissenschaft und Digitale Gesellschaft

Medieninformation

21.10.2015

Studienakademie Thüringen wird zur Dualen Hochschule Gera–Eisenach

Tiefensee: Aufwertung des praxisorientierten dualen Studiums / Erhöhung der Studierendenzahl angestrebt

Gera und Eisenach werden zu Hochschulstandorten: Die Staatliche Studienakademie Thüringen, die die Berufsakademien (BA) an beiden Standorten umfasst, wird in die Duale Hochschule Gera–Eisenach (DHGE) umgewandelt. Das teilten Thüringens Wissenschaftsminister Wolfgang Tiefensee und der Studienakademie-Leiter und künftige DHGE-Präsident Prof. Dr. Burkhard Utecht heute auf einer Presse­konferenz in Gera mit. Das Kabinett hatte einen entsprechenden Ge­setzentwurf des Wissenschaftsministeriums in der vergangenen Woche beschlossen und dem Landtag zugeleitet. Dessen Zustimmung voraus­gesetzt, geht die Duale Hochschule Anfang 2016 an den Start.

Mit der Umwandlung erhält die bisherige Studienakademie den recht­lichen Status einer Hochschule. Zugleich damit wird die Finanzierung der Einrichtung schrittweise von 8,1 Millionen Euro in diesem auf 11,3 Millionen Euro im Jahr 2019 erhöht. Die Mittel fließen vor allem in zu­sätzliche Lehr- und Forschungsangebote sowie Personal. So werden u.a. zehn zusätzliche Professorenstellen sowie sechs festan­gestellte Verwaltungs- bzw. Mitarbeiterstellen (Laboringenieure) ge­schaffen. Die Anzahl der Studierenden soll von derzeit rund 1.200 auf 1.500 gestei­gert werden. Damit kann in deutlich mehr der bislang rund 1.600 Partner­unternehmen der Studienakademie eine duale Ausbildung unter­stützt werden.

„Mit der Umwandlung wollen wir vor allem die Hürden bei der Anerkennung der Studienabschlüsse und bei der Gewinnung von Studierenden und quali­fiziertem Lehrpersonal abbauen“, sagte Wissenschaftsminister Tiefensee. So bestünden im In- und Ausland nach wie vor Probleme bei der Anerkennung der BA-Abschlüsse und Zweifel an der Gleichwertigkeit des BA-Studiums mit einem Hochschulstudium. Zudem sei den Absolventen der Berufsaka­demien die spätere Aufnahme eines Masterstudiums immer wieder erheblich er­schwert worden – eine „ungerechte Benachteiligung und Wettbewerbsver­zerrung, die wir abstellen müssen“, so Tiefensee. Auch die Gewinnung von qualifiziertem Lehrpersonal habe sich in der Vergangenheit immer wieder schwierig gestaltet, weil viele potentielle Bewerber die Beschäftigungsbedin­gungen an (Fach-)Hochschulen mit den Möglichkeiten zu Verbeamtungen und zu individuellen Vergütungen vorzögen.

„Mit der Umwandlung zur Dualen Hochschule wird endlich der hochschul­rechtliche Sonderstatus unserer Einrichtung beseitigt, der potenziellen Stu­dienbewerbern nur schwer zu vermitteln ist“, sagte Studienakademie-Direktor Utecht. „Dies unterstützt vor allem unsere weit über tausend regionalen Praxispartner bei der Gewinnung von dualen Studierenden als künftige Fach- und Führungskräfte. Wir begrüßen diesen Schritt daher nachdrücklich.“

Alle diese Hemmnisse würden mit der geplanten Überführung der bisherigen Studienakademie in die Duale Hochschule beseitigt, sagte der Minister. „Un­ser Ziel ist es, das praxisorientierte duale Studium zu stärken.“ Die an die dualen Berufsausbildung in Deutschland angelehnte Grundidee, die Ausbil­dung in einem Unternehmen mit einem Studium auf Fachhochschulniveau zu verknüpfen, werde der Markenkern und das Alleinstellungsmerkmal der Dua­len Hochschule innerhalb der Thüringer Hochschullandschaft bleiben, beton­te Tiefensee: „Eine solche Einrichtung ist angesichts der hohen Verbleibquo­te ihrer Absolventen und ihrer enormen Bedeutung für die regionale Fach­kräftesicherung auch wirtschaftspolitisch absolut sinnvoll und notwendig.“

Mit der Überführung in die Duale Hochschule werden die bisherigen staatli­chen Abschlüsse der Studienakademie zu „echten“ Hochschulabschlüssen aufgewertet. Mit der Umwandlung verbunden ist auch der Auftrag zu For­schung und Weiterbildungsangeboten. Bewährte Elemente der bisherigen Studienakademie werden aber zwingend beibehalten: Dazu zählt die enge Kooperation mit betrieblichen Ausbildungs­stätten und das Studienkonzept mit dreimonatigem Wechsel von von Theo­rie- und Praxisphasen, der stärkeren Bindung der Studierenden an Lehrpläne und der Verzicht auf Semesterferien.

 

Hintergrund:

Die Berufsakademie Thüringen wurde im Jahr 1998 als Körperschaft öffentlichen Rechts gegründet; an ihre Stelle trat 2006 die Staatliche Studienakademie Thürin­gen, die die beiden Berufsakademien unter einem Dach vereinte. Derzeit verzeichnet die Studienakademie insgesamt 1.243 Studierende in drei Studienbereichen mit insgesamt zehn Studienfächern. Das wissenschaftliche Personal umfasst insgesamt 40 Professoren und ca. 300 Lehrbeauftragte, hinzu kommen rund 28 nicht-wissen­schaftliche Mitarbeiter.

 

 

 

Stephan Krauß

Pressesprecher

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