09.02.2014
Thüringer Ministerium für Wirtschaft Arbeit und Technologie

Medieninformation

09.02.2014

Wechsel des Strom- und Gasanbieters prüfen

Ökostrom-Tarife günstiger als erwartet / Zu geringe Wechselbereitschaft der deutschen Verbraucher / Erneuerbare-Energien-Konferenz des Wirtschaftsministeriums am 12. Februar zu EEG-Reform und Energiewende

Angesichts steigender Energiepreise in Deutschland hat Wirtschaftsminister Uwe Höhn die Verbraucher in Thüringen aufgerufen, regelmäßig einen Wechsel ihres Strom- und Gasanbieters zu prüfen. „Konkurrenz belebt das Geschäft“, sagte Höhn heute. „Das Kundenverhalten ist immer noch der wichtigste Hebel, um den Wettbewerb anzukurbeln und die Strompreise zu drücken.“ Nach Angaben des Bundesverbands der Energie- und Wasserwirtschaft (BDEW) gibt es rund 890 Erdgasversorger und 1.170 Stromanbieter in Deutschland, die ihre Kunden seit der Strommarktliberalisierung 1998 und der Gasmarktliberalisierung 2007 grundsätzlich bundesweit beliefern können.

Beim Wechsel des Stromanbieters sollte dabei immer auch ein Ökostrom-Tarif ins Auge gefasst werden, sagte Höhn. Eine aktuelle Analyse der Strompreise in den 50 größten deutschen Städten durch das Vergleichsportal check24.de hat ergeben, dass Familien (5.000 kWh pro Jahr) mit einem nachhaltigen Ökostromtarif im Vergleich zur Grundversorgung erheblich sparen würden – in der Spitze sogar 438 Euro im Jahr. Einen solchen Tarif gibt es nicht selten auch bei den eigenen Stadtwerken. „Wer in einen Ökostromtarif wechselt, kann von den inzwischen sinkenden Börsenpreisen für regenerativen Strom besser profitieren“, sagte der Minister. Laut der Umfrage gehen 42 Prozent der Stromkunden fälschlicherweise davon aus, dass Ökostrom teurer als konventioneller Strom ist.

Dass noch zu wenige Menschen in Deutschland überhaupt von ihrem Wechselrecht Gebrauch machen, zeigt eine aktuelle Erhebung des BDEW: Demnach hat seit 1998 gerade jeder dritte Haushalt (32,8 Prozent) mindestens einmal den Stromanbieter gewechselt. Im Gasbereich stieg die Wechselquote seit 2007 auf 25,6 Prozent – nur jeder vierte Haushalt hat seitdem also seinen Gasanbieter mindestens einmal gewechselt. Gegenüber dem Jahr 2012 stieg diese kumulierte Quote auch im vergangenen Jahr mit 3,1 (Strom) bzw. 7,8 Prozentpunkten (Gas) nur geringfügig an. „Trotz der gestiegenen Energiepreise ist die Wechselbereitschaft der Stromverbraucher hierzulande also nicht besonders hoch“, sagte Höhn. Laut check24.de ist der Strompreis in Deutschland im vergangenen Jahr um durchschnittlich 13 Prozent angestiegen.

Deshalb will der Thüringer Energieminister auch die Politik nicht aus der Verantwortung entlassen. „Wir sind dazu verpflichtet, schleunigst eine Entlastung der Verbraucher und der Industrie bei den Energiekosten hinzubekommen“, sagte Höhn. Der erste Schritt dazu sei eine vernünftige Reform des Erneuerbare-Energien-Gesetzes (EEG). „Die Vorschläge von Bundeswirtschaftsminister Sigmar Gabriel sind dafür ein guter Ansatz“, so der Minister. „Die Richtung der Vorschläge stimmt.“ Bei allem Diskussionsbedarf werde Thüringen die Reform deshalb im Grundsatz mittragen.

Die geplante EEG-Reform, die Zukunft der Energiewende, aber auch Thüringens Bilanz beim Umbau seines Energiesystems und beim Ausbau der erneuerbaren Energien sind Themen der 4. Erneuerbare-Energien-Konferenz „Thüringen erneuer!bar 2014“ am 12. Februar 2014 in Weimar.

Informationen zur Veranstaltung finden Sie hier:

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