21.03.2013
Thüringer Ministerium für Wirtschaft, Arbeit und Technologie

Medieninformation

21.03.2013

Lohnlücke muss geschlossen werden

Equal Pay Day: Gleicher Lohn für gleiche Arbeit / Moderner Wirtschaftsstandort muss Lohnunterschiede aufheben / Deutschland noch nicht im 21. Jahrhundert angekommen

„Gleicher Lohn für gleiche Arbeit: Frauen dürfen nicht länger schlechter bezahlt werden als Männer“, sagte der Thüringer Wirtschafts- und Arbeitsminister Matthias Machnig heute anlässlich des Equal Pay Day. Thüringen habe mit rund 71 Prozent die zweithöchste Frauenerwerbsquote in Deutschland (Brandenburg führt mit gut 72 Prozent). Das zeige: Frauen werden auf dem Arbeitsmarkt gebraucht. Die Arbeitgeber im Freistaat müssten ein Klima schaffen, in dem gut ausgebildete Frauen Aufstiegschancen haben und den gleichen Lohn erhalten wie ihre Kollegen. „Wir brauchen die gut ausgebildeten Frauen“, so der Minister, „sie sind ein wichtiger Faktor für einen modernen Wirtschaftsstandort“.

Die Löhne und Gehälter von Frauen liegen in Thüringen im Durchschnitt noch immer um sechs Prozent unter den ihrer männlichen Kollegen. Niedriglöhne sind gerade in stark weiblich geprägten Branchen wie dem Friseurhandwerk, der Gastronomie und in Pflegeberufen zu finden. Machnig: „Deutschland ist auf diesem Gebiet noch nicht im 21. Jahrhundert angekommen.“ Gleicher Lohn für gleiche Arbeit sei nicht nur ein Gebot von Fairness, sondern ein Standortfaktor. „Ein moderner Wirtschaftsstandort kann nicht an Lohnunterschieden festhalten, die aus dem 19. Jahrhundert stammen“, sagte der Arbeitsminister.


Der Minister verwies darauf, dass gerade in den traditionell von Frauen dominierten Berufen in der Sozialwirtschaft die Löhne besonders schlecht sind. Wie der „Sozialwirtschaftsbericht Thüringen“, den Wirtschaftsministerium und Sozialministerium im Jahr 2012 herausgegeben haben, belegt, sind die Berufe gerade in der Altenpflege, Behinderbetreuung und bei sozialen Diensten durch niedrige Löhne in Kombination mit einem hohem körperlichen und psychischen Einsatz geprägt. „Frauen sind in diesen Berufen oftmals stark belastet“, so Machnig, „und dafür werden sie auch noch schlecht bezahlt.“

Ein Grund dafür sei die niedrige Tarifbindung: Rund die Hälfte aller Beschäftigten im Sozial- und Gesundheitswesen sind ohne Tarifbindung. Nur etwa ein Fünftel der Beschäftigten falle unter Regelungen, die sich aus den Tarifverträgen des öffentlichen Dienstes ableiten. Von den aktuell in Thüringen befragten Trägern entlohnen laut Sozialwirtschaftsbericht knapp 40 Prozent der freien und knapp 80 Prozent der privaten Träger nach individuellen Vereinbarungen. „Ein guter und fairer Lohn ist ein Zeichen von Anerkennung“, sagte Machnig. „Wer junge und gut ausgebildete Frauen in Thüringen halten will, muss gute Löhne und Gehälter zahlen.“

Der Arbeitsminister verwies auf das Projekt „Frauenlohnspiegel“ der Hans-Böckler-Stiftung, das mehr Transparenz in der Entlohnung auf dem deutschen Arbeitsmarkt zum Ziel hat. Der Online-Fragebogen bietet Frauen die Möglichkeit, zu überprüfen, ob ihr Entgelt fair ist.

www.frauenlohnspiegel.de

Für den Hintergrund:


  • Laut Hans-Böckler-Stiftung verdienen Frauen zwischen 25 und 30 Jahren 15 Prozent weniger als ihre männlichen Kollegen, Frauen zwischen 36 und 40 Jahre gut 19 Prozent weniger und Frauen zwischen 51 und 55 Jahren 25 Prozent weniger.

  • In fast allen Berufen ist der Einkommensunterschied zu beobachten. Frauen erhalten zudem seltener Weihnachtsgeld, Urlaubsgeld oder eine Gewinnbeteiligung. Während Männern häufiger Weiterbildungen angeboten werden, machen Frauen Weiterbildungen verstärkt auf eigene Kosten.




Larissa Schulz-Trieglaff
Stellv. Pressesprecherin

Wegweiser

Aktionen

Thueringen Monitor Klein www.bildungsfreistellung.de Thueringer Kampagne Wir sind Energie-Gewinner.

Beliebte Seiten

Serviceportal – Bürger

Services im Zuständigkeitsfinder suchen

Serviceportal – Unternehmen

Services im Zuständigkeitsfinder suchen

Serviceportal – Weitere

Services im Zuständigkeitsfinder suchen

Servicebereich

Publikationen