06.03.2013
Thüringer Ministerium für Wirtschaft, Arbeit und Technologie

Medieninformation

06.03.2013

Armutsbericht der Bundesregierung belegt wachsende Ungleichheit in Deutschland

„Armut kann man nicht wegdefinieren“ / Forderung nach Mindestlohn und stärkerer Besteuerung großer Vermögen

Thüringens Arbeitsminister Matthias Machnig sieht in dem heute vorgelegten Armuts- und Reichtumsbericht der Bundesregierung einen Beleg für die wachsende Ungleichheit in Deutschland. „Selbst die von der FDP frisierte Fassung des Berichts zeigt das deutlich“, sagte Machnig: „Die Schere zwischen Arm und Reich, zwischen Oben und Unten geht immer weiter auseinander. Schwarz-gelbe Schönfärberei hilft da nicht weiter. Armut lässt sich nicht einfach wegdefinieren.“

Laut dem aktuellen 4. Armuts- und Reichtumsbericht geht die Schere bei den Vermögen immer weiter auseinander: Die „untere“ Hälfte der Haushalte in Deutschland verfügt nur über gut ein Prozent des gesamten Nettovermögens, während die vermögensstärksten zehn Prozent der Haushalte über die Hälfte des gesamten Nettovermögens auf sich vereinen.

Ähnlich unerfreulich stellt sich die Situation auf dem Arbeitsmarkt dar: Zwar sei die Arbeitslosigkeit insgesamt gesunken, die Armut aber weiter angestiegen. Die Haushaltsnettoeinkommen in Deutschland sind in den vergangenen Jahren real um 6,5 Prozent gesunken. Die reale Lohnentwicklung war ebenfalls rückläufig. Der Niedriglohnsektor ist von 17,7 Prozent der Arbeitnehmer in Deutschland im Jahr 1998 auf inzwischen gut 23 Prozent angestiegen. Fast 20 Prozent der Beschäftigten – also rund sieben Millionen Menschen – arbeiten bundesweit für einen Stundenlohn von unter 8,50 Euro, in Thüringen sind es sogar 34 Prozent. Hinzu kommt, dass die durchschnittlichen Entgelte von Frauen in Deutschland im Jahr 2011 im Durchschnitt 22 Prozent unter denen von Männern liegen.

„Es ist also nicht nur so ein Gefühl, dass es in Deutschland zunehmend ungerechter zugeht“, sagte der Thüringer Arbeitsminister. Laut einer Allensbach-Umfrage beklagen 69 Prozent der Deutschen daher auch eine wachsende Gerechtigkeitslücke. Das zeige deutlich: „Wir brauchen in Deutschland endlich eine gerechtere Lohn- und Verteilungspolitik“, forderte Machnig. Dazu zähle die Einführung eines Mindestlohns von 8,50 Euro ebenso wie eine stärkere Besteuerung hoher Vermögen und Erbschaften.

Denn auch in diesem Punkt spricht der Armutsbericht – trotz der ärgerlichen Beschönigungen und Relativierungen – immer noch eine deutliche Sprache: Nach der Höhe der vermögensbezogenen Steuern liegt Deutschland im internationalen Vergleich auf dem drittletzten Platz – weit hinter Hochsteuerländern wie Großbritannien, Frankreich, Kanada, USA und Belgien.



Stephan Krauß
Pressesprecher

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