15.05.2019
Thüringer Ministerium für Wirtschaft, Wissenschaft und Digitale Gesellschaft

Medieninformation

15.05.2019

Tiefensee: 300 akademische Dauerstellen aus neuem Hochschulpakt ab 2021

Ziel: Gute Arbeit und bessere Perspektiven in For¬schung und Lehre / Mit heutiger „1. Thüringer Landeswissenschaftskonferenz“ startet neues Dialogformat im Wissenschaftsbereich

Der Anteil der unbefristet wissenschaftlichen Beschäftigten an den Thüringer Hochschulen soll in den kommenden Jahren weiter erhöht werden. Das sagte Thüringens Wissenschaftsminister Wolfgang Tiefen­see heute auf der „1. Thüringer Landeswissenschaftskonferenz“ auf Schloss Ettersburg bei Weimar. „Unser Ziel ist es, gute Arbeit und plan­bare Karrierewege in der Wissenschaft zu einem Markenzeichen der Thüringer Hochschulen zu machen“, so Tiefensee. Dazu werde nicht zuletzt der neue unbefristete Hochschulpakt beitragen, auf den sich Bund und Länder Anfang des Monats verständigt hatten. „Aus diesen Mitteln sollen mindestens 300 akademische Dauerstellen finanziert werden“, kündigte Tiefensee an. Derzeit sind rund 2.000 von 3.000 oder zwei Drittel der Beschäftigten im sog. akademischen Mittelbau – also im hauptberuflichen wissenschaftlichen und künstlerischen Personal ohne Professorinnen und Professoren – befristet beschäftigt.

Der Minister machte aber auch deutlich, dass es sich bei der Mehrheit der Stellen im akademischen Mittelbau um sogenannte „Qualifikationsstellen“ handelt, die z.B. auf Promotionen, Habilitationen oder konkrete Forschungs­vorhaben (etwa in Drittmittelprojekten) bezogen sind. „Solche Stellen sind nicht auf Dauer angelegt und werden daher auch weiterhin befristet bleiben.“

An den Hochschulen vorhandene Stellen mit Daueraufgaben (sog. „Funk­tionsstellen“) sollten dagegen im Regelfall aber unbefristet besetzt werden, betonte Tiefensee. Um das zu erreichen, habe die Landesregierung eine Vielzahl von Maßnahmen ergriffen – dazu zählt der Minister u.a. das Thürin­ger Hochschulgesetz, den erheblichen Mittelaufwuchs von über 20 Prozent bei der Hochschulfinanzierung in dieser Legislaturperiode und die Verab­schiedung der drei großen Hochschulpakte von Bund und Ländern (insbe­sondere des neuen Hochschulpakts) zu Beginn dieses Monats.

  • Mit dem neuen Thüringer Hochschulgesetz sind die Hochschulen künf­tig verpflichtet, Richtlinien für „Gute Arbeit“ zu erlassen, die u.a. Vorgaben zum Verhältnis unbefristeter Funktions- und befristeter Qualifikationsstel­len und zur besseren Vereinbarkeit von Familie und Beruf enthalten müs­sen. Die Hochschulen sind damit nunmehr zur Erstellung von Personal­entwicklungskonzepten sowie Selbstverpflichtungen zur befristeten Be­schäftigung verpflichtet.
  • Die Rahmenvereinbarung IV trägt mit der deutlichen Verbesserung der finanziellen Ausstattung und der Planungssicherheit der Hochschulen auch zu einer Verbesserung der Beschäftigungsverhältnisse bei: Mit der geltenden Rahmenvereinbarung werden den Hochschulen seit 2016 ver­lässliche Steigerungen ihrer Budgets in Höhe von vier Prozent pro Jahr garantiert. Die Vereinbarung hatte ursprünglich eine Laufzeit von 2016 bis 2019 und sah einen Mittelaufwuchs für die Thüringer Hochschulen von gut 382 Millionen Euro im Jahr 2015 auf mehr als 447 Millionen Euro im Jahr 2019 vor – das entspricht einer kumulierten Steigerung von 160 Millionen Euro über die vier Jahre. Mit der Verlängerung der Vereinba­rung um das Jahr 2020 erhalten die Hochschulen zusätzliche finanzielle Planungssicherheit über das Ende der Legislaturperiode hinweg. Damit erhalten die Hochschulen einen weiteren Mittelaufwuchs um vier Prozent oder zusätzlich rund 18 Millionen Euro auf mehr als 465 Millionen Euro. Die Grundfinanzierung der Thüringer Hochschulen steigt damit um über 20 Prozent in dieser Legislaturperiode.
  • Aus dem künftigen Hochschulpakt von Bund und Ländern wird Thürin­gen nach jetzigem Stand ab 2021 über 30 Millionen Euro, ab 2024 sogar mehr als 40 Millionen Euro pro Jahr erhalten – und damit deutlich mehr als im Durchschnitt der bisherigen befristeten Hochschulpakte I bis III (26 Millionen Euro pro Jahr).

„Alle diese Maßnahmen sorgen für mehr finanzielle Planungssicherheit, gute Studienbedingungen und vor allem auch bessere Beschäftigungsmöglichkei­ten an den Thüringer Hochschulen“, betonte Tiefensee. Insgesamt sei gera­de beim unbefristeten Personal schon jetzt eine tendenziell positive Entwick­lung erkennbar: Hatte noch 2015 etwa 68,4 Prozent des akademischen Mit­telbaus einen befristeten Arbeitsvertrag, liegt ihr Anteil jetzt bei 66,7 Prozent.

Hintergrund: Landeswissenschaftskonferenz

Das novellierte Thüringer Hochschulgesetz (ThürHG) sieht die Einrichtung einer „Thüringer Landeswissenschaftskonferenz“ vor, die künftig einmal jährlich stattfinden wird und dem Austausch zu übergreifenden wissenschafts- und forschungspoliti­schen Fragen dient. Als ständige Mitglieder der Landeswissenschaftskonferenz werden 30 Personen aus Hochschulen, Forschungseinrichtungen, Kunst, Kultur, Politik, Wirtschaft und Gesellschaft von dem für das Hochschulwesen zuständigen Minister berufen. Die Landeswissenschaftskonferenz versteht sich als ein Dialog­forum, das darüber hinaus allen an Wissenschaftspolitik Interessierten offen steht.

Im Mittelpunkt der diesjährigen 1. Thüringer Landeswissenschaftskonferenz standen die beiden zentralen Themen „Wissens- und Technologietransfer in die Wirtschaft“ sowie „Auswirkungen der Digitalisierung am Beispiel der Künstlichen Intelligenz“. Für beide Themen konnten mit Professor Dr. Uwe Cantner, Mitglied der Expertenkom­mission Forschung und Innovation der Bundesregierung, und Professor Dr. Paul Lukowicz, Leiter des DFKI Deutsches Forschungszentrum für Künstliche Intelligenz, ausgewiesene Experten als Referenten gewonnen werden.

 

 

Stephan Krauß
Pressesprecher, Referatsleiter

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