03.02.2019
Thüringer Ministerium für Wirtschaft, Wissenschaft und Digitale Gesellschaft

Medieninformation

03.02.2019

Thüringer Delegation in Namibia

Tiefensee: Konkrete Projekte im Bau- und Energiesektor anstoßen

An der Spitze einer kleinen, zehnköpfigen Wirtschafts- und Hochschuldelegation startet Thüringens Wirtschafts- und Wissenschaftsminister Wolfgang Tiefensee heute (Abflug in Frankfurt: 19:10 Uhr) zu einem Kurzbesuch nach Namibia. Die Delegation wird sich bis Donnerstag (7.2.) zu Gesprächen in Unternehmen, Universitäten und Behörden in der namibischen Hauptstadt Windhuk sowie Swakopmund und Walvis Bay aufhalten. Auf dem Programm des Wirtschaftsministers, der am Dienstag bereits wieder nach Thüringen zurückkehrt, stehen politische Termine – u.a. mit dem Vizepräsidenten Namibias, Dr. Nangolo Mbumba, mit dem Minister für Stadt- und Landentwicklung, Peya Mushelenga, der Ministerin für Bildung und Innovation, Dr. Itah Murangi-Kandji, oder der Generalsekretärin der Regierungspartei SWAPO, Sophia Shaningwa – sowie insbesondere die feierliche Eröffnung der ersten Produktionsstätte der thüringischen Firma PolyCare Research Technology GmbH in Brakwater unweit von Windhuk. „Deutschland verbindet eine besondere Partnerschaft mit Namibia, aber auch eine besondere Verantwortung für Namibia“, sagte Tiefensee. „Im Blick auf die Verbrechen des Kaiserreichs in der Kolonialzeit können und wollen wir einen Beitrag dazu leisten, dass alte Wunden heilen.“

Der Weg dazu führe über konkrete Projekte wie geplante gemeinsame Ausbildungsprojekte in der Bauwirtschaft oder die Unterstützung beim Hausbau-Programm der namibischen Regierung. Hier bringt sich Thüringen insbesondere mit der von PolyCare entwickelten Technologie für sparsam und mit regionalen Materialien zu produzierende Fertigteilhäuser ein. Bereits im Jahr 2016 war in Windhuk die "maxx solar academy" der thüringischen Firma maxx solar GmbH eröffnet worden, ein Schulungszentrum, in dem Techniker für künftige Solarprojekte ausgebildet werden.

Aber auch darüber hinaus biete der afrikanische Kontinent gute Perspektiven für Unternehmen. „Afrika ist der Zukunftskontinent und kann für die Thüringer Wirtschaft hochinteressant werden“, sagte Tiefensee. Größte Chancen bieten sich aus seiner Sicht vor allem in den Bereichen Energieversorgung, Rohstoffverarbeitung und Infrastruktur. So werden allein für eine stabile Stromversorgung in den Ländern südlich der Sahara nach Schätzung des Afrika-Vereins der deutschen Wirtschaft in den kommenden Jahren bis zu 80 Milliarden Euro Investitionen nötig sein. Dabei bieten gerade die Länder der Entwicklungsgemeinschaft des Südlichen Afrika (SADC) – bestehend aus den Ländern Botswana, Lesotho, Mosambik, Namibia, Südafrika und Swasiland – stabile Investitionsbedingungen und einen Markt von 300 Millionen potentiellen Kunden. Seit 2016 existiert ein Freihandelsabkommen zwischen der SADC und der Europäischen Union, das einen zoll- und kontingentfreien Warenaustausch und einen besseren wechselseitigen Marktzugang ermöglicht. Vorsitzland der SADC ist derzeit Namibia.

Hintergrund: Wirtschaftsbeziehungen Thüringens mit Namibia

Die Wirtschaftsbeziehungen zwischen Thüringen und Namibia befinden sich noch in einem frühen Entwicklungsstadium. So haben Firmen aus dem Freistaat im Jahr 2017 Waren im Wert von lediglich 600.000 Euro nach Namibia exportiert, wichtigste Exportgüter waren elektronische Bauelemente sowie Mess- und Regeltechnik. Namibia ist aber ein Sprungbrett in den gesamten südafrikanischen Markt,  mit Südafrika – mit 250 Millionen Euro Außenhandelsvolumen wiederum der wichtigste Handelspartner Thüringens auf dem afrikanischen Kontinent und der viertwichtigste außerhalb Europas – ist Namibia durch eine Zollunion verbunden. Insgesamt unterhalten laut Datenbank der Landesentwicklungsgesellschaft Thüringen (LEG) 66 Thüringer Unternehmen regelmäßige Handelsbeziehungen mit Südafrika, acht mit Namibia.

Beim Ausbau der Wirtschafts- und Wissenschaftsbeziehungen nach Deutschland setzt Namibia auf gezielte Kooperationen mit einzelnen Bundesländern. Dafür ist mit jedem Bundesland ein spezielles Sachthema als Schwerpunkt der Zusammenarbeit vereinbart worden – Thüringen hat sich dabei, auch dank des guten Rufs der Bauhaus-Universität Weimar, eines starken Bauindustrieverbands Hessen-Thüringen, der Kompetenzen im Bereich der Solarenergie, aber auch konkreten Angeboten von Firmen wie PolyCare Technology aus Gehlberg und maxx solar & energy aus Waltershausen – als Partner für die Themen Bauen und Energie etabliert.

 

Stephan Krauß
Pressesprecher, Referatsleiter

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