11.12.2018
Thüringer Ministerium für Wirtschaft, Wissenschaft und Digitale Gesellschaft

Medieninformation

11.12.2018

Zweite Zukunftskonferenz Thüringer Wald: „Aufbruchsstimmung in der Region ist spürbar“

Kerst: „Erste Erfolge sichtbar“ / Reger Zuspruch mit über 100 Teilnehmern

Das im Sommer 2016 gestartete Projekt „Zukunft Thüringer Wald“ (PZTW) hat nach Einschätzung von Wirtschaftsstaatssekretärin Valentina Kerst für eine „großartige Aufbruchsstimmung“ in der gesamten Region gesorgt. „Der Wille, Tourismus, Wirtschaft und Infrastruktur gemeinsam voranzubringen, ist hier spürbar und greifbar“, sagte Kerst heute auf der „2. Zukunftskonferenz Thüringer Wald“ in Suhl. Allein die Vernetzung der Akteure in der Region sei ein großer Erfolg. Viele der insgesamt 17 Initiativen und 60 Einzelvorhaben seien zudem schneller vorangekommen als erwartet.                                

Auch wenn sich die Tourismuszahlen im ersten Dreivierteljahr 2018 im Thüringer Wald rückläufig entwickelt hätten, rate sie zu einem „langen Atem“: „Jahrelange Strukturen zu ändern, geht nicht von heute auf morgen. Ich bin aber davon überzeugt, dass sich unsere Strategie langfristig auszahlt.“ Immerhin spüre man schon jetzt ein gestiegenes Investitionsinteresse im Tourismusbereich. So ist das Land aktuell mit verschiedenen Hotelinvestoren im Gespräch.

Die im Rahmen des PZTW entwickelten 17 Initiativen mit über 60 Maßnahmen werden seit Anfang 2017 umgesetzt. Im Tourismus soll durch die Gewinnung neuer Investoren, die zielgerichtete Impulsberatung für das Gastgewerbe und die weitere Verbesserung der touristischen Infrastruktur eine Qualitätsoffensive erreicht werden. Im Bereich der Wirtschaft zielen die Initiativen auf eine Steigerung der Exporterlöse und die Stärkung der mittelständischen Betriebe im Thüringer Wald sowie auf die Verbesserung der finanziellen Handlungsfähigkeit von Kommunen. Mit Blick auf die Verkehrsinfrastruktur soll der öffentliche Personennahverkehr besucherfreundlicher gestaltet und das Straßennetz optimiert werden.

Über 100 Teilnehmer – touristische Akteure des Thüringer Waldes, Kommunalverantwortliche der Region, Ideengeber und Projektverantwortliche – beteiligten sich heute an der ersten Bilanz zum Projekt und den laufenden Initiativen. Fazit: Bei der Mehrzahl der Vorhaben stehen die Ampeln auf Grün. Nur in wenigen Bereichen gibt es Verzögerungen. „Es ist ein agiles Projekt, bei dem man an der einen oder anderen Stelle gegebenenfalls umsteuern muss. An diesen Stellen müssen wir die Ursachen sehr genau analysieren und Probleme beheben“, so Kerst.

Tourismus

Gut vorangekommen ist die Initiative „Neue Betten“: Das „Akquisitionsteam Gastgewerbe“ der Landesentwicklungsgesellschaft arbeitet seit diesem Jahr und ist bereits verschiedenen Investoren im Gespräch. Es hat einen Standortkatalog aufgebaut, mit dem geeignete Flächen erfasst und Investoren gezielt angesprochen werden. Außerdem wurde das Förderinstrumentarium mit Blick auf Tourismus und Gastgewerbe verbessert. Am Thüringer Meer gibt es erste schwimmende Ferienhäuser, weitere Investitionsvorhaben in Ferienhäuser werden auf den Weg gebracht.

Bei der Initiative „Thüringer Wald im Rampenlicht“ zur Schaffung zusätzlicher Reiseanlässe konnte der „Rennsteigride“, zu dem Mountenbiker im September 2017 erstmals starteten, etabliert werden. Für die „Dampflokwelt“ in Meinigen sind die Förderanträge über rund 9 Millionen Euro eingereicht, für den „Weihnachtsglanz am Rennsteig“ läuft eine Fördervoranfrage für Lichtinstallationen in der Region um Neuhaus am Rennweg und Lauscha.

Im Rahmen der Initiative „Frischer Wind in die Tourismusinfrastruktur“ werden die touristischen Wanderwege nun zentral durch ThüringenForst verwaltet, um eine bessere Pflege der Wege zu erreichen.

Verkehrsinfrastruktur und Mobilität

Bei der Initiative „Zustandsverbesserung des bestehenden überörtlichen Straßennetzes“ wollen Landkreise, kreisfreie Städte im Thüringer Wald und die Straßenbauverwaltung des Freistaats 2019 eng zusammenarbeiten, um die Zustandserfassung und -bewertung für Kreisstraßen vorzunehmen. Die Straßenbauverwaltung hat fachliche und finanzielle Unterstützung zugesagt, die entsprechenden Vereinbarungen werden derzeit vorbereitet.

Die Initiative zum „Rennsteig-Ticket 2.0“ konnte sich im August 2018 über den „Fahrziel-Natur-Award“ der drei großen Umweltverbände BUND, NABU, VCD und der Deutschen Bahn freuen. Die Auszeichnung ist zugleich Ansporn, noch mehr Akteure für die Beteiligung am Ticket zu begeistern. Als erster konkreter Schritt wird 2019 das Schwarzatal integriert. Darüber hinausgehende Erweiterungen sind in Arbeit.

Wirtschaft und Fachkräftesicherung

Im Rahmen der Initiative „Karrierepfadfinder“ sind bereits zehn „Digitale Schwarze Bretter“ an Gymnasien im Thüringer Wald installiert, auf denen Unternehmen der Region auf ihre Jobangebote aufmerksam machen können. Im Oktober wurde die zehnte Jugendunternehmenswerkstatt eröffnet, die Jugendliche aus Südthüringen frühzeitig und altersgerecht für technische Berufe begeistern soll. Aufgrund des hohen Zuspruchs ist geplant, das Format noch stärker auszuweiten. Unter dem Stichwort „Ausweitung des Vietnamprojekts“ und in enger Zusammenarbeit mit der LEG-Vietnambeauftragten sollen bis 2020 insgesamt 140 junge Menschen aus Vietnam im Thüringer Wald einen Beruf erlernen – vom Fleischer bis zum Informatiker. Bisher sind so bereits rund 50 junge Vietnamesen im Arbeitsmarkt der Region integriert, weitere 40  sollen im Sommer 2019 nach erfolgreicher Sprachausbildung kommen. Im Rahmen der „Exportinitiative Maschinenbau“ konnten bereits zahlreiche Unternehmen bei ihren Auslandsaktivitäten unterstützt und beraten werden.

Finanzielle Handlungsfähigkeit von Kommunen

Die Änderung des Kommunalabgabengesetzes im Juni 2017 ermöglicht Kommunen, einen Tourismusbeitrag zu erheben, der ausschließlich der touristischen Infrastruktur zugutekommt. Vorher war diese Möglichkeit an eine Übernachtungsquote gekoppelt. Zudem kann der Kurbeitrag nunmehr auch für die kostenlose Nutzung des öffentlichen Personennahverkehrs verwendet werden, was auf die Initiative zum „Rennsteigticket 2.0“ einzahlt.

Über das Projekt „Zukunft Thüringer Wald“

Im Jahr 2016 wurde das Konzept „Zukunft Thüringer Wald“ im Kabinett beschlossen. Das Projekt verfolgt einen ganzheitlichen Ansatz zur Weiterentwicklung der Region „Thüringer Wald“, bei dem die Akteure vor Ort von Anfang an in die Programmentwicklung einbezogen wurden. Es steht unter der Schirmherrschaft von Ministerpräsident Bodo Ramelow und wird von Wirtschaftsstaatssekretärin Valentina Kerst geleitet. Dazu gibt es – ebenfalls unter Führung des Wirtschaftsministeriums – eine interministerielle Projektgruppe, an der die Staatskanzlei sowie die zuständigen Ressorts für Arbeit, Finanzen, Sport, Infrastruktur, Umwelt und Kommunales beteiligt sind. Präsidium und Verwaltungsrat des Regionalverbundes Thüringer Wald e. V. stehen als Regionalbeirat zur Seite.

 

Peggy Hoy
Stv. Pressesprecherin

Maßnahmen zum Projekt Zukunft Thüringer Wald (13.8 MB)
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