04.07.2018
Thüringer Ministerium für Wirtschaft, Wissenschaft und Digitale Gesellschaft

Medieninformation

04.07.2018

Wirtschaftsminister Tiefensee zum Wirtschafts- und Investitionsstandort Thüringen

Investitionen sorgen für Wachstum und Beschäftigung

Wirtschaftsminister Wolfgang Tiefensee spricht heute im Interview mit der Thüringer Allgemeinen Zeitung über die positive Entwicklung des Wirtschafts- und Investitionsstandorts Thüringen. Im Folgenden finden Sie die wichtigsten Daten zum Thema im Überblick. Das Interview ist erschienen in der TA vom 4. Juli 2018.

Aktuelle Investitionsvorhaben in Thüringen

  • Aktuelle große Investitionen: Zeiss (rund 300 Mio. Euro in Jena, BMW (42 Mio. Euro in Eisenach) und Bell Equipment (13 Mio. Euro)

  • GRW-Investitionsförderung 2017: 152 Investitionen mit einem Gesamtvolumen von knapp 1 Milliarde Euro, damit verbunden die Schaffung von mehr als 1.100 neuen Arbeitsplätzen.

  • GRW-Investitionsförderung Ausblick 2018: Aktuell liegen bei der Aufbaubank 137 Förderanträge mit einem Investitionsvolumen von 750 Millionen Euro vor – mögliche Arbeitsplätze: rund 600.

  • LEG-Akquisition: Insgesamt betreut die LEG derzeit rund 140 Ansiedlungs- und Erweiterungsprojekte mit einem Gesamtvolumen von bis zu 4 Milliarden Euro. Darunter ca. 60 Vorhaben ausländischer Investoren mit rund 2 Mrd. € Volumen.

  • Gute Entwicklung spiegelt sich auch in den Wirtschaftsdaten:

    • Wirtschaftswachstum (BIP-Wachstum) 2017: + 1,6%

    • Wachstumsträger Industrie (+2,3%) und Dienstleistungen (+2,4%)

    • Industrieumsatz 2017: +4,4% (31,2 Mrd. €)

    • Außenhandel 2017: neue Höchstwerte bei Export (+6,7%, 15,2 Mrd. €) und Import (+5,1%, 10,4 Mrd. €)

    • Positive Entwicklung in der Industrie setzte sich im 1. Quartal 2018 fort: Umsatz: +0,6%, Export: +1,1%

    • Arbeitslosenquote Mai 2018: 5,4% (Ost: 6,8%, West: 5,1%) = 6. Platz bundesweit, vor Bremen, NRW, HH, Saarland

    • Sozialversicherungspflichtige Beschäftigung um 4.000 auf 800.000 Personen angestiegen (März 2018)

    • Zahl offener Stellen (Mai 2018): 26.135.

Thüringen braucht Fachkräfte

  • Laut aktueller Fachkräftestudie hat sich die Lage am Arbeitsmarkt komplett gedreht:

  • Die Nachfrage nach qualifiziertem Personal ist gegenüber der letzten Erhebung von 2014 noch einmal deutlich gestiegen.

  • Damals war ein Bedarf von 280.000 Fachleuten bis 2025 prognostiziert worden, jetzt sind es mehr als 344.000 in einem ähnlichen Zeithorizont.

  • So wird die Zahl der Erwerbspersonen im Land bis 2030 voraussichtlich um gut 20 Prozent zurückgehen.

  • Aktuell verzeichnen die Arbeitsagenturen im Freistaat mehr als 26.000 offene Stellen

Wie unterstützt das Land wirtschaftspolitisch?

  • Lag der Schwerpunkt in den vergangenen Jahren auf der Schaffung von neuen Arbeitsplätzen, rücken wir künftig gute Löhne und attraktive Arbeitsbedingungen ins Zentrum der Förderpolitik.< >: soll konsequent zur Produktivitätssteigerung und damit für Lohnzuwächse genutzt werden. Insgesamt 70,2 Millionen Euro stellt das Wirtschaftsministerium allein im laufenden Doppelhaushalt 2018/2019 für den Breitbandausbau, aber auch neue Förderansätze in Wirtschaft und Forschung bereit.< > in Industrie und Handwerk: im Rahmen des sog. Aufstiegs-BAföGs stellt das TMWWDG in den Haushaltsjahren 2018 und 2019 jeweils 6,5 Millionen Euro bereit, um Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer beim Erwerb von Abschlüssen wie Meister, Techniker, Betriebs- oder Fachwirt zu unterstützen.< >: ist durch eine Neuausrichtung persönlicher und emotionaler geworden. Statt ‚Investitionsbedingungen‘ oder ‚Standortfaktoren‘ stellen wir unter dem Motto: „Ich bin ein Thüringer/eine Thüringerin aus …“ reale Personen ins Zentrum unserer Kampagne, die hier gern leben und erfolgreich arbeiten.

    Weiterentwicklung Wirtschaftspolitik, z.B. GRW:

    • Seit der Wiedervereinigung wurden über 19.000 Investitionsvorhaben von Thüringer Unternehmen mit über 8,3 Mrd. Euro gefördert.

    • Hinzu kommen 2,8 Mrd. Euro an Fördermitteln für die Verbesserung der wirtschaftsnahen Infrastruktur.

  • Spielräume für Förderung werden perspektivisch enger:

    • seit 2018: Absenkung der von der EU erlaubten Höchstfördersätze (heute: kleine Unternehmen: 35 %, Mittlere: 25 %, Großunternehmen: 15%; dann: KU: 30%, MU: 20%, GU: 10%)

    • 2019: Auslaufen des Solidarpakts

    • 2020: Schuldenbremse der Länder greift

    • ab 2021: Beginn einer neuen EU-Förderperiode

  • Rahmen der künftigen EU-Förderung noch nicht klar:

    • Deutschland verliert etwa 21% seiner bisherigen Mittel

    • im TMWWDG betroffen: EFRE (laufende Förderperiode 2014-2020: 1,165 Mrd. €)

  • Was folgt daraus?

  • Weiterentwicklung Regionalförderung notwendig: Arbeitsplatzbeschaffung ist nicht mehr das primäre Förderziel. Es geht um intelligentes Wachstum – Steigerung Wettbewerbsfähigkeit, Innovation, technologischer Vorsprung.

  • Wirtschaftspolitik ändert ihren Charakter: Das Land ist nicht mehr Rolle überwiegend als Fördermittelgeber, sondern zunehmend als Impuls- oder Ideengeber. Es geht darum, frühzeitig Trends und Entwicklungen zu erkennen und dafür zu sorgen, dass Thüringen davon profitiert.

 

Welche Folgen hat der radikale Umbruch in der Auto-Zulieferindustrie für Thüringen und wie kann die Politik den Wandel flankieren?

  • Die Automobilwirtschaft gehört zu den strukturbestimmenden Branchen in Deutschland, aber auch in Thüringen.

  • Etwa 70 Prozent der automobilen Wertschöpfung erfolgen im Zulieferbereich, der in Thüringen besonders ausgeprägt ist.

  • Branche im engeren Sinn umfasst 51Unternehmen, mehr als 16.500 Beschäftigte, erwirtschaftete im Jahr 2017 einen Jahresumsatz von rund 5,0 Milliarden Euro, davon knapp 1,5 Milliarden Euro Auslandsumsatz.

  • Nimmt man Unternehmen anderer Branchen hinzu, die einen Teil ihrer Umsätze im Automobilbereich erzielen, umfasst die Thüringer Zulieferwirtschaft insgesamt 530 Unternehmen mit 50.000 Beschäftigten und einem Umsatz von knapp neun Milliarden Euro.

  • Die Automobilindustrie in Thüringen muss sich auf einen tiefgreifenden Wandel einstellen.

  • Der Strukturwandel erfasst Technologien, Märkte und Geschäftsmodelle weltweit und wird die Zukunft der Mobilität fundamental verändern.

  • Das betrifft vor allem die Entwicklung alternativer Antriebstechnologien, bei denen der Elektromobilität derzeit die größten Potentiale zugesprochen werden.

  • Die Zukunft der Thüringer Automobilbranche kann nur in einer regelmäßigen, projektbezogenen Kooperation liegen.

  • Dafür muss die Branche künftig enger zusammenrücken.

  • Ziel ist es, aus der Branche heraus eine Reihe von Systemanbietern zu entwickeln, die technologisch komplexe Komponenten anbieten und damit ihre Position in der Wertschöpfungskette „Automobil“ ausbauen könnten.

  • Das Wirtschaftsministerium unterstützt diesen Prozess durch die Förderung der Verbundforschung oder die Schaffung digitaler Plattformen:

  • Mit dem Thüringer Innovationszentrum Mobilität an der TU Ilmenau steht der Branche ein fächerübergreifender Impulsgeber zur Verfügung.

  • Dort hat das Land auch eine zusätzliche Honorarprofessur für „Automobilwirtschaft und Automobilproduktion“ geschaffen.

  • Über die LEG Thüringen hat das Land die Erstellung einer„Tiefenanalyse zu Möglichkeiten der Zukunftssicherung der Automobilzulieferindustrie in Thüringen“ beauftragt, deren Ergebnisse im September zum Weimarer Wirtschaftsforum vorliegen sollen

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