07.03.2018
Thüringer Ministerium für Wirtschaft, Wissenschaft und Digitale Gesellschaft

Medieninformation

07.03.2018

Tiefensee: Zunehmender Protektionismus und schleppende Brexit-Verhandlungen gefährden den Export

Weltweit wachsende Unsicherheit auf Exportmärkten / Neuer Teilnehmerrekord beim 11. Thüringer Außenwirtschaftstag / Land unterstützt Exportwirtschaft bei Erschließung neuer Märkte

Thüringens Wirtschaftsminister Wolfgang Tiefensee hat schnelle Klar­heit über die künftigen Wirtschaftsbeziehungen zwischen Großbritann­ien und der EU angemahnt. „Die Verhandlungen über den Brexit ste­cken fest“, sagte Tiefensee heute beim 11. Thüringer Außenwirtschafts­tag in Jena. Erst in der vergangenen Woche war ein von EU-Chefunter­händler Michel Barnier vorgelegter Austrittsfahrplan von der britischen Premierministerin Theresa May brüsk zurückgewiesen worden.

 

„Der Brexit war schon beim letzten Außenwirtschaftstag vor einem Jahr Thema – seitdem sind die Verhandlungen keinen Schritt vorangekommen“, kritisierte Tiefensee. Selbst mit einer zusätzlichen Übergangsfrist werde der Austritt spätestens Ende 2020 vollzogen. „Die völlige Unklarheit über die künftigen Handelskonditionen ist deshalb ein Riesenproblem für die Thürin­ger Exportwirtschaft.“ Großbritannien ist mit einem Volumen von mehr als 700 Millionen Euro derzeit der viertwichtigste Absatzmarkt für Thüringer Er­zeugnisse weltweit. Mehr als 20 britische Unternehmen halten Beteiligungen an Thü­ringer Firmen, umgekehrt sind sechs Unternehmen aus dem Freistaat mit eigenen Tochterfirmen auf dem britischen Markt präsent.

 

Generell sähen sich die Thüringer Unternehmen mit wachsenden Unsicher­heiten beim Export konfrontiert, sagte Tiefensee weiter. „Protektionismus und Zollschranken gefährden inzwischen in vielen Regionen der Welt den freien Handel“, so der Minister. Neben dem Brexit stellten die von US-Präsident Trump angekündigten Importzölle derzeit die größte Gefahr für die Export­wirtschaft dar. „Ich bleibe dabei: Durch diesen neuen, aggressiven Protektio­nismus US-amerikanischer Prägung könnte ein globaler Handelskrieg ausge­löst werden, bei dem am Ende alle verlieren. Ich hoffe deshalb, dass die US-Regierung noch zur Vernunft kommt.“ Die Europäer dürften die Situation nicht zusätzlich forcieren, sollten aber dennoch versuchen, die Zukunft des Außenhandels aktiver als bisher selbst zu gestalten. „Wenn die USA als Garant des Welthandels ausfällt, dann muss Europa hier eine stärkere Füh­rungsrolle übernehmen.“ Notwendig dafür seien effiziente und handlungs­fähige EU-Institutionen sowie der zügige Abschluss von Handelsabkommen beispielsweise mit Kanada und Japan.

Trotz aller Risiken werde der Export auch in Zukunft erheblich zum Wachs­tum der Thüringer Wirtschaft beitragen, zeigte sich der Wirtschaftsminister überzeugt. „Den Thüringer Unternehmen ist es in den vergangenen Jahren immer besser gelungen, sich im internationalen Wettbewerb zu behaupten“, so Tiefensee. Insbesondere habe Thüringen es geschafft, sich nach dem Wegbrechen seiner traditionellen Absatzmärkte nach der Wende im Export­bereich erfolgreich neu aufzustellen. In der Folge sind die Auslandsumsätze Thüringer Unternehmen seit der Wende um das Zwölffache gestiegen, die Importe haben sich im selben Zeitraum verzehnfacht. Im vergangenen Jahr war der Auslandsumsatz der Thüringer Wirtschaft erstmals über die 15-Milliarden-Euro-Marke geklettert.

Um diesen erfolgreichen Kurs fortzusetzen, müsse die Strategie für die Thü­ringer Exportunternehmen lauten, sich international möglichst breit aufzustel­len und Stück für Stück auch neue Märkte – etwa auf dem afrikanischen Kon­tinent oder in Südostasien – zu erschließen. Thüringen geht diesen Weg mit seinen Aktivitäten im südlichen Afrika – Südafrika und Namibia – bereits seit 2015. Südafrika ist mit einem Handelsvolumen von fast 250 Millionen Euro schon heute der viertwichtigste Handelspartner Thüringens außerhalb der EU. Zusätzlichen Rückenwind für diese Strategie erwartet Minister Tiefensee nicht zuletzt von der neuen Bundesregierung, die sich im Koalitionsvertrag eine stärkere Erschließung des afrikanischen Markts zum Ziel gesetzt hat.

Um die Auslandsaktivitäten der Unternehmen zu unterstützen, stellt das Land auch im laufenden Jahr wieder Fördermittel für Messen, Gemeinschaftsstän­de, Außenmarketing und Kontaktanbahnungen zur Verfügung. Zudem bietet der Bereich „Thüringen International“ bei der LEG Thüringen exportinteres­sierten Unternehmen u.a. Messenteilnahmen, Delegationsreisen, Unterneh­merreisen und Informationsveranstaltungen an. Im Jahr 2018 finden z.B. De­legationsreisen nach China, Südamerika (Brasilien/Argentinien) und Israel statt. Zudem steht eine Vielzahl von Informationsveranstaltungen zu Länder­themen (bspw. Russland) und aktuellen politischen Entwicklungen (Brexit) auf dem Jahresprogramm.

Unter dem Motto „Mit Teamgeist stark im Export“ hatten Thüringer Wirt­schaftsministerium, Landesentwicklungsgesellschaft Thüringen (LEG) und die Thüringer Industrie- und Handelskammern für heute zum „Thüringer Außenwirtschaftstag“ nach Jena eingeladen. Mit rund 300 Teilnehmern verzeichnete die Veranstaltung dabei einen neuen Besucherrekord. Beim Außenwirtschaftstag berichten u.a. exporterfahrene Thüringer Unternehmen über ihre Auslandserfahrungen. Zudem präsentieren sich Auslandsexperten, Exportdienstleister und Multiplikatoren, geben Tipps und Informationen rund um das Auslandsgeschäft und stehen für individuelle Gespräche und Diskus­sionen zur Verfügung.

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