15.12.2017
Thüringer Ministerium für Wirtschaft, Wissenschaft und Digitale Gesellschaft

Medieninformation

15.12.2017

Saalfeld wird erster „Staatlich anerkannter Ort mit Heilstollenkurbetrieb“ in Thüringen

Tiefensee: Gesundheitstourismus ist ein wichtiger Wirtschaftsfaktor

Als erster Kurort in Thüringen erhält die Stadt Saalfeld die Zertifizierung als „Staatlich anerkannter Ort mit Heilstollenkurbetrieb“. Im ehemaligen Alaunschieferbergwerk – besser bekannt als Saalfelder Feengrotten – befindet sich der Naturheilstollen. Die dort angebotenen Inhalationskuren werden aufgrund der allergen- und feinstaubarmen Luft vor allem bei Atemwegserkrankungen eingesetzt.

 

Wirtschaftsminister Wolfgang Tiefensee gratuliert zur erfolgreichen Anerkennung: „Mit diesem Prädikat verfügt die Stadt Saalfeld über ein echtes touristisches Alleinstellungsmerkmal. Der Heilstollenkurbetrieb stärkt den Gesundheitstourismus für den Ort und steht für den hohen Qualitätsstandard.“ Das Prädikat ist bis 2027 gültig.

 

Heilstollenkuren haben in Saalfeld eine lange Tradition. Schon 1937 wurde der erste Heilstollen Deutschlands unter dem Namen „Emanatorium“ eröffnet. Seit der Rekonstruktion und Wiedereröffnung im Jahr 1994 wird die Heilstollentherapie angeboten und medizinisch betreut. Die hohe Luftfeuchtigkeit im Stollen, die besonders reine Luft frei von Feinstaub, Bakterien und Pollen und die konstanten Temperaturen von acht bis zehn Grad Celsius qualifizieren den Heilstollen für Therapien der Atemwege.

 

Thüringen ist ein traditionelles Kur- und Bäderland. „Attraktive Kurorte und Heilbäder sind von erheblicher wirtschaftlicher Bedeutung für Thüringen“, betont Tiefensee. Im Jahr 2016 entfielen auf die Thüringer Heilbäder und Kurorte rund 2,5 Millionen Übernachtungen. Die Tourismuszahlen in Saalfeld sind in den letzten fünf Jahren stabil. 2016 konnten in Saalfeld rund 104.000 Übernachtungen verbucht werden. Gerade das Erlebnismuseum „Grottoneum“ und der Abenteuerwald „Feenwäldchen“ auf dem Gelände der Feengrotten ziehen jährlich rund 170.000 Besucher an.

 

Für die erfolgreiche Anerkennung mussten u. a. Gutachten über die Luftqualität im und außerhalb des Heilstollens erbracht werden. Ebenso muss nachgewiesen werden, dass das Klima im Heilstollen für therapeutische Zwecke nützlich ist. Für die staatliche Prädikatisierung als Kurort sind außerdem qualitativ hochwertige Unterkünfte und Gastronomiebetriebe, eine moderne und gepflegte Infrastruktur, eine zertifizierte Touristinformation, Park- und Grünanlagen sowie ein touristisches Entwicklungskonzept notwendig.

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