26.11.2017
Thüringer Ministerium für Wirtschaft, Wissenschaft und Digitale Gesellschaft

Medieninformation

26.11.2017

Wissenschaftsministerium fördert zwölf neue Forschergruppen

Tiefensee: Enges Zusammenspiel von Wirtschaft und Wissenschaft für mehr industrielle Dynamik

Das Land fördert die Einrichtung von zwölf neuen industriellen Forschergruppen in Thüringen. Das ist das Ergebnis der diesjährigen Auswahlrunde, bei der insgesamt 29 Projektanträge von Hochschulen und Forschungseinrichtungen eingereicht worden waren. Ziel sei es, wissenschaftliche Erkenntnisse schnell in innovative Pro­dukte und Dienstleistungen zu überführen, sagte Thüringens Wissenschaftsminister Wolfgang Tiefensee. „Der Königsweg für mehr wirtschaftliche Dynamik liegt in der Innovation“, so Tiefensee. „Dafür brauchen wir das enge Zusammenspiel von Wirtschaft und Wissenschaft in der Industrieforschung.“

Bei den Forschergruppen handelt es sich um Teams aus drei bis sechs wissenschaftlichen und technischen Mitarbeitern, die gemeinsam an einem konkreten Projekt forschen. Das Forschungsthema muss für die Indus­trie im Freistaat von Bedeutung sein und zur Vermarktung genutzt werden können. Pro Forschergruppe werden Personal- und weitere Projektausgaben mit 700.000 Euro gefördert. Insgesamt stellt das Land in der diesjährigen dritten Auswahlrunde damit 8,4 Millionen Euro aus Mitteln des Europäischen Sozialfonds (ESF) und des Freistaats bereit. Jedes Forschungsvorhaben hat eine Laufzeit von drei Jahren.

Zu den geförderten Einrichtungen gehören u.a. die Universitäten in Jena, Ilmenau und Weimar, die Hochschule Nordhausen oder das Leibniz-Institut für Naturstoff-Forschung und Infektionsbiologie – Hans-Knöll-Institut (HKI) Jena. Die Themen reichen vom autonomen Fahren („Die digitale Straße - Intelligente Verkehrsinfastruktur für vernetztes und hochautomatisiertes Fahren“) bis zur Entwicklung von neuen Wirkstoffen zur Behandlung von Tuberkuloseerkrankungen.

Die Förderung komme dabei auch den kleinen und mittelständischen Thürin­ger Unternehmen zugute und stelle das  benötigte Grundlagen-Know-how für die Entwicklung neuer Produkte und Dienstleistungen zur Verfügung, so der Minister. Zu­gleich trage das Programm dazu bei, qualifizierten Forschern und Nach­wuchswissenschaftlern eine Perspektive zu bieten und sie so im Land zu halten. In der laufenden Förderperiode (2014-2020) sind bislang bereits 24 For­schergruppen mit 17 Millionen Euro unterstützt worden. Im Sommer 2018 wird es einen weiteren Wettbewerbsaufruf zur Förderung von Forschergruppen geben.

Die Förderung von Forschergruppen ist ein Schwerpunkt der FuE-Personal-Richtlinie des Wirtschafts- und Wissenschaftsministeriums. Teilnehmen können Forschungseinrichtungen mit Sitz in Thüringen. Während des gesamten Projektes wird ein Industriebeirat die Arbeiten der Forschergruppen begleiten. Die eingereichten Forschungsthemen sollen möglichst aus den in der Regionalen Innovationsstrategie (RIS3) festgelegten Wachstums- bzw. Forschungsfeldern kommen. Dies sind:

  • Industrielle Produktion und Systeme
  • Nachhaltige und intelligente Mobilität und Logistik
  • Gesundes Leben und Gesundheitswirtschaft
  • Nachhaltige Energie und Ressourcenverwendung
  • IKT, innovative und produktionsnahe Dienstleistungen

Die Forschergruppen im Einzelnen:

  • Friedrich-Schiller-Universität Jena / Fraunhofer-Institut für Keramische Technologien und Systeme, Hermsdorf: „Neuartige Hybridfestelektrolyte für Natriumionenbatterien (Hy-NIB)“

    Ziel ist die Entwicklung von neuen Materialien und Systemen für effiziente Energiespeicher. Der Hybridansatz soll dabei die Vorteile polymerer und keramischer Festelektrolyte kombinieren und gleichzeitig derzeitige Schwierigkeiten der einzelnen Systeme umgehen. Der Vorteil dieses Systems ist die signifikante Kostenreduktion gegenüber Lithiumbatterien.

     

  • Hochschule Nordhausen / Institut für Angewandte Bauforschung Weimar gGmbH / Bauhaus-Universität Weimar: „Innovationsbasierte Steigerung der Wertstoffrückgewinnung“

    Das beantragte Vorhaben zur nachhaltigen Wertstoffrückgewinnung adressiert zwei wirtschaftlich und ökologisch wichtige Stoffströme – die Aufbereitung von Elektroaltgeräten und das Recycling von Baustoffen. Im Fokus die Rückgewinnung von Metallen, kritischen Rohstoffen, Akkumulatoren und Kunststoffen aus Elektroaltgeräten sowie die Wiederverwertung von recycelten Baustoffen bzw. von Mauerwerksbruch und die Rückgewinnung von Gips aus dem Bauschutt.

     

  • Bauhaus-Universität Weimar: Die digitale Staße – Intelligente Verkehrsinfastruktur für vernetztes und hochautomatisiertes Fahren“

    Im Rahmen des Vorhabens soll eine Plattform zur Modellierung, Simulation und Analyse von Anwendungsfällen der digitalen Straße entwickelt werden. Dabei sollen Ansätze erarbeitet werden, bei denen ein Sensorennetzwerk einerseits für moderne Bauwerksüberwachung und andererseits für die Gewinnung und Auswertung von Daten für automatisiert fahrende Fahrzeuge genutzt werden kann.

     

  • Thüringer Landessternwarte Tautenburg / Fraunhofer-Institut für Angewandte Optik und Feinmechanik Jena: „Weltraumtaugliche Fügeverfahren optischer Baugruppen und deren Anwendung in hyperspektraler Bildgebung und Lasertechnik (SpaceOptics)“

    Ziel ist der Aufbau einer Technologieplattform für die Fertigung komplexer optisch-infraroter Strahlteiler für Weltraummissionen und die Lasertechnik.

     

  • Leibniz-Institut für Naturstoff-Forschung und Infektionsbiologie (Hans-Knöll-Institut) Jena: „Entwicklung einer nächsten Generation von Antituberkulotika duch Metabolismus-geleitete Leitstruktur - Optimierung von Benzothiazinonen“

    Bei der Behandlung von Tuberkulose treten vermehrt resistente Tuberkulosestämme auf, die kaum oder nicht mehr behandelbar sind. Die Entwicklung neuer Antituberkulotika ist daher von zentraler Bedeutung bei der Bekämpfung des Tuberkulose-Erregers.

     

  • Leibniz-Institut für Naturstoff-Forschung und Infektionsbiologie (Hans-Knöll-Institut) Jena: „Sphingolipid-Inhibitoren – ein neues therapeutisches Konzept (SphinX)“

    In dem Projekt sollen neue therapeutische Wirkstoffe vor allem für den Einsatz bei der Behandlung von Pilzinfektionen entwickelt werden. Zudem könnte das Projekt wichtige Beiträge zum Vertändnis anderer Erkrankungen (z.B. Stoffwechselerkrankungen, chronisch-entzündlichen und chronisch-neurologischen Erkrankungen) leisten.

     

  • Friedrich-Schiller-Universität Jena / Technische Universität Ilmenau: „Quantenoptische Bildgebung mit verschränkten Photonen“

    Im Projekt sollen grundlegende Verfahren zur Nutzbarmachung der quantenoptischen Bildgebung mittels verschränkten Photonenpaaren untersucht werden. Daraus können räumlich auflösende Kamerasysteme und Detektoren, die sensorisch und optisch die Lageinformationen eines Photons über dessen Partnerphoton gewinnen, entwickelt werden. Mit den Ergebnissen wird ein wichtiger Schritt im Bereich der Entwicklung neuer optischer Bildgebungsverfahren und daraus resultierenden Kamerasystemen bis in den relevanten, weil hoch auflösenden, extrem kurzweiligen Spektralbereich beschritten.

     

  • Technische Universität Ilmenau / Institut für Mikroelektronik- und Mechatronik-Systeme gGmbH, Erfurt: „Ultrasensitive Magnetfeldsensorik mit resonanten magnetoelektronischen MEMS“

    Die Forschergruppe widmet sich der Erforschung und Entwicklung integrierter und resonanter Mikrostrukturen auf Basis magnetoelektrischer Komposite für die Messung schwächster magnetischer Felder bei Raumtemperatur. Damit werden Grundlagen für die Entwicklung ultrasensitiver empfindlicher Magnetfeldsensoren geschaffen, welche zukünftig eine breite Anwendung im Bereich der industriellen Produktion finden können.

     

  • Helmholtzzentrum für Schwerionenforschung, Außenstelle Jena / Friedrich-Schiller-Universität Jena: „Innovative Verfahren zur hochauflösenden Röntgenbildgebung“

    Im Projekt werden grundlegende Forschungsarbeiten zu röntgenbasierten Laserquellen sowie den dazugehörigen Detektoren und Optiken angestellt, um zukünftig Entwicklungen in den Bereichen der optischen Bildgebung in der Industrie (Röntgenmessechnik in Luft- und Raumfahrt, Elektronik, Autoindustrie) und Medizin (Magnetresonanz in der Diagnostik) zu ermöglichen.

     

  • Ernst-Abbe-Hochschule Jena / Friedrich-Schiller-Universität Jena: „Ultrakurzgepulste Laserstrahlung zur flexiblen Fertigung maßgeschneiderter, optischer Komponenten für die individualisierte Produktion“

    Im Vorhaben werden Grundlagen für eine flexible und effiziente Herstellung individueller optischer Komponenten gelegt. Ziel ist die Entwicklung einer durchgängigen, laserstrahlbasierten Prozesskette, die es ermöglicht, optisch transparente Bauelemente für ausgewählte Anwendungsbereiche flexibler und individualisiert herzustellen.

     

  • Fraunhofer-Institut für Angewandte Optik und Feinmechanik Jena / Friedrich-Schiller-Universität Jena: „Hochleistungsoptiken für (kohärente) weiche Röntgenstrahlen“

    Im Projekt sollen Optiken für den XUV und Röntgenbereich grundlegend erforscht werden. Aktuelle Optiken weisen im weichen Röntgenbereich Verluste von fast vier Größenordnungen auf dem Weg von der Quelle bis zur Probe auf und verhindern somit eine Fokussierung des Laserstrahls auf kleinste Duchmesser. Aus diesem Grund konnten sich Verfahren zur Nutzbarmachung der Röntgenbildgebung in der Anwendung bisher nicht oder nur sehr schwer durchsetzen. Mit dem Forschergruppenvorhaben und der Entwicklung entsprechender Optiken und Verfahren soll diese Schwelle nun überwunden werden.

     

  • Technische Universität Ilmenau: „Neuartige Motorenkonzepte auf Basis hybrider Faserverbundwerkstoffe und aerostatisch gelagerter Aktivteile“

    Ziel des Forschungsvorhabens ist die Erarbeitung von Grundlagen für das Prinzip eines neuartigen Elektromotors, der sich durch eine besonders hohe Drehmoment- und Leistungsdichte auszeichnet. Dies soll insbesondere durch den Einsatz von Faserverbundwerkstoffen zur Herstellung von mechanisch hoch beanspruchten Konstruktionsstellen (gewichtsreduzierter Rotor) und eines aerostatisch rotierenden Aktivteils (Luftlagerung) gelingen.

     

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