Kampagne der Landesregierung "Ein Thüringen für Alle"

Im Rahmen der diesjährigen Verleihung des Thüringer Integrationspreises am 22. Oktober 2018 ist die Kampagne „Ein Thüringen für Alle“ der Landesregierung offiziell eröffnet worden. Bei der Kampagne handelt es sich um eine Initiative des Landesintegrationsbeirates mit Unterstützung der Thüringer Initiative Willkommenskultur und unter Schirmherrschaft des Ministerpräsidenten. Gemeinsam „Ein Thüringen für Alle“ zu leben und zu verwirklichen heißt, unterschiedliche Lebenswege zu akzeptieren, religiöse, ethnische oder kulturelle Unterschiede zu respektieren, sich auf das Gemeinsame zu konzentrieren und sich gegenseitig wertzuschätzen. Unsere Willkommensbotschafterinnen und Willkommensbotschafter zeigen, dass dies in Thüringen gelebt wird und die Vielfalt das Zusammenleben bereichert und eine Chance ist.    

Zur Vorstellung der Kampagne ist ein drei-minütiger Film produziert worden, in dem sich der Ministerpräsident Bodo Ramelow als Schirmherr und die fünf Willkommensbotschafterinnen und Willkommensbotschafter vorstellen. Dem Landesintegrationsbeirat ist es gelungen, die beiden Olympia-Medaillen-Gewinner Mariama Jamanka und Sascha Benecken, den Kammersänger Máté Sólyom-Nagy, Prof. Dr. Walter Rosenthal, Präsident der Friedrich-Schiller-Universität Jena, sowie Reinhard Müller, ehemaliger Vorsitzender des Paritätischen Thüringen, als Willkommensbotschafterinnen und Willkommensbotschafter zu gewinnen.

Video zur "Kampagne Ein Thüringen für Alle"

 

Die Willkommensbotschafterinnen und Willkommensbotschafter werden in den kommenden Monaten in verschiedensten Foren den Leitspruch  „Ein Thüringen für Alle“ bewerben und damit die Botschaft eines weltoffenen, vielfältigen und toleranten Thüringens in die breite Öffentlichkeit tragen. Jeder der Botschafter hat seine eigenen Erfahrungen mit einem weltoffenen Thüringen gemacht und bringt seine persönliche Motivation mit, sich als Willkommensbotschafterinnen und Willkommensbotschafter zu engagieren.


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Sascha Benecken

Der Rennrodler Sascha Benecken wurde mit seinem Doppelpartner Toni Eggert bisher dreimal Weltmeister und gewann dreimal den Gesamt-Weltcup. Benecken ist sozial engagiert und in seiner Freizeit als Musiker tätig.

Haltung zu zeigen kann einem niemand abnehmen

Herr Benecken, Sie haben bei den Olympischen Winterspielen 2018 in Pyeongchang Bronze nach Deutschland und nach Thüringen geholt. Dort traten 2.900 Athleten aus 93 Ländern an. Was haben Sie von dieser besonderen Erfahrung für sich nach Thüringen mitgenommen?

Gerade bei den Spielen treffen sehr viele Nationen und auch Athleten anderer Sportarten aufeinander. Gemeinsames Essen in der Mensa, respektvoller Umgang und Nachsicht untereinander sind selbstverständlich – wenn man das erlebt hat, was aus meiner Sicht völlig normal ist, kann man viele Debatten im Alltag nicht verstehen.

Was sind Ihre Empfehlungen für uns? Was können wir vom Sport auf ein gutes Miteinander übertragen?

Es beginnt mit Offenheit, wenn man erstmal im Gespräch mit jemanden ist, sind Schranken schnell überwunden und damit ein gutes Fundament für zukünftigen respektvollen Umgang gelegt.

Wie lautet Ihre Botschaft für die Kampagne „Ein Thüringen für Alle“?

Die Freiheit und die Sicherheit unseres Alltages, sind sehr hohe Güter. Das sollten wir teilen.

Sascha Benecken (Foto: TMMJV/Alexander Michel)
Sascha Benecken (Foto: TMMJV/Alexander Michel)

Prof. Dr. Walter Rosenthal

Der studierte Mediziner, Pharmakologe und Toxikologe Walter Rosenthal ist seit September 2014 der Präsident der Friedrich-Schiller-Universität Jena. Sein Forschungsschwerpunkt ist die Wirkstoffforschung.

Internationalität schafft Zukunft!

Sie sind Präsident der größten und zugleich internationalsten Universität in Thüringen. Wie würden Sie die FSU Jena als Studienort beschreiben und wodurch wird sie besonders geprägt?

Die Friedrich-Schiller-Universität versteht sich als international orientierte, weltoffene Institution. Von unseren fast 18.000 Studierenden kommen ca. 2.600 (14 %) aus anderen Ländern zu uns. Bei den Doktorandinnen und Doktoranden liegt der Prozentsatz sogar noch höher (23%). Die internationale Vernetzung führt dazu, dass wir immer mehr Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler aus dem Ausland gewinnen. Eine Wissenschaft ohne internationale Ausrichtung ist heute gar nicht mehr denkbar.

Welche internationalen Erfahrungen und Begegnungen haben Sie persönlich besonders gemacht? geprägt?

Ich habe ein Jahr in London studiert und war als Wissenschaftler drei Jahre in den USA tätig. Diese vier im Ausland verbrachten Jahre haben mein Leben bereichert und ich möchte sie in beruflicher und persönlicher Hinsicht nicht missen. Ich habe dort nicht nur Einblicke in die Wissenschaft, sondern auch in die Kultur, Geschichte und Politik des Landes, sozusagen aus unmittelbarer Nähe, gewonnen. Ich wünsche mir, dass möglichst viele ähnliche Erfahrungen machen, Deutsche, die ins Ausland gehen, und Ausländer, die zu uns kommen.

Wie lautet Ihre Botschaft für die Kampagne „Ein Thüringen für Alle“?

Nur wenn eine Universität international aufgestellt ist, hat sie eine Zukunft.

Prof. Dr. Walter Rosenthal (Foto: TMMJV/Alexander Michel)
Prof. Dr. Walter Rosenthal (Foto: TMMJV/Alexander Michel)

Mariama Jamanka

Die Bobpilotin Mariama Jamanka gewann gemeinsam mit Anschieberin Lisa Buckwitz bei den Olympischen Spielen 2018 die Goldmedaille im Zweierbob . Sie ist Sportsoldatin der Bundeswehr in der Sportfördergruppe Oberhof.

Mit Offenheit und Respekt durchs Leben gehen

Frau Jamanka, als Olympiasiegerin bei den Olympischen Winterspielen 2018 in Pyeongchang haben Sie eine Goldmedaille mit nach Thüringen gebracht. Was macht in Ihren Augen Thüringen besonders aus?

Für mich als Sportlerin sind die hervorragenden Trainingsbedingungen ein Alleinstellungsmerkmal für Thüringen. Die Nähe und die kurzen Wege vor allem an meinem Trainingsmittelpunkt in Oberhof. Darüber hinaus ist die wunderschöne Natur und die Regionen im Thüringer Wald ein sehr gutes Kontrastprogramm und man jederzeit auch mal abschalten vom Sportleralltag.

Wie befördert der Sport in Ihren Augen das gute Miteinander und was hat Sie persönlich geprägt?

Im Sport gibt es keine Vorbehalte. Es zählt einzig und allein die sportliche Leistung, der Drang, etwas erreichen zu wollen und gemeinsam Erfolge zu feiern. Wir werden überall auf der Welt herzlich empfangen und das ist ein hohes Gut.

Wie lautet Ihre Botschaft für die Kampagne „Ein Thüringen für Alle“?

Wir sollten immer mit Offenheit durchs Leben gehen und den Menschen in unserer Umgebung auf Augenhöhe begegnen, ganz gleich welcher Herkunft und Abstammung sie sind. Im Sport leben wir es vor, erkennen die Leistungen des anderen an und schätzen sie.

Mariama Jamanka (Foto: TMMJV/Alexander Michel)
Mariama Jamanka (Foto: TMMJV/Alexander Michel)

Máté Sólyom-Nagy

Der gebürtige Ungar Máté Sólyom-Nagy ist seit der Spielzeit 2002/2003 am Theater Erfurt. 2017 wurde er zum Kammersänger ernannt.

Ein Thüringen für Alle – nur mit Allen

Mit welchen drei Worten würden Sie Thüringen umschreiben?

Grün, Lächeln, Bratwurst. Das ist natürlich platt, aber das wird tatsächlich oft so kommuniziert. So wie im Schwabenland die Maultaschen. Dabei sind die Menschen, die in diesem wunderbar grünem Land die Bratwürste machen, viel wichtiger. Und das Lächeln! Tatsächlich wurde ich von den Thüringern mit einer Offenheit, mit einem breiten Lächeln empfangen und habe am Anfang wahnsinnig viel Hilfe bekommen. Mittlerweile, nach über fünfzehn Jahren hier, darf ich Wahl-Thüringer willkommen heißen.

Was prägt ihre Arbeit und das Leben am Theater und welche Empfehlung möchten Sie uns für ein gutes Miteinander mitgeben?

Ein Theater ist von Natur aus eine heterogene Gesellschaft. Theaterschaffende und insbesondere Musiker können aus allen Himmelsrichtungen kommen und sich schnell - über die Kunst - verständigen. Die Herkunft spielt - wenn überhaupt - eine ziemlich untergeordnete Rolle. Man wird bei uns nach dem Können, nach seinem künstlerischen Beitrag beurteilt, Nationalität ist unwichtig. Diese Leichtigkeit wünsche ich uns in Thüringen für alle Bereiche des Lebens. Sei es schon in der Schule, oder auf dem Arbeitsplatz, im Zug oder beim Arzt.

Wie lautet Ihre Botschaft für die Kampagne “Ein Thüringen für Alle”?

Ein Thüringen für Alle? Das schaffen wir nur MIT Allen. Wir, die neu Zugezogenen, sollen das Land kennenlernen, uns die Bräuche und Gepflogenheiten aneignen. Wir arbeiten daran. Versprochen. Aber Ihr, liebe Thüringer, schaut nicht auf uns wie man auf Gäste, oder gar auf Fremde schaut! Wir gehören zu Euch, wir sind Teil eurer Gesellschaft. Wir sind auch Thüringer. Wir bringen unsere Kultur, unser Können, unsere Bräuche nach Thüringen und so werden wir ALLE mehr und besser.

Máté Sólyom-Nagy (Foto: TMMJV/Alexander Michel)
Máté Sólyom-Nagy (Foto: TMMJV/Alexander Michel)

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