02.10.2018
Thüringer Ministerium für Migration, Justiz und Verbraucherschutz

Medieninformation 61/2018

Minister Lauinger besucht VWT

Zu einem Arbeitsbesuch kam Minister Dieter Lauinger am heutigen Dienstag zum Verband der Wirtschaft Thüringens. Anlass des Besuchs war ein Austausch mit Akteuren zum Thema Migration in Thüringen.

Dazu hatte das arbeitgebernahe IWT-Institut der Wirtschaft Thüringens jüngst eine Umfrage zur „Beschäftigung von Geflüchteten in Thüringer Unternehmen“ vorgestellt. Die Studie bestätigt grundsätzlich die Bereitschaft Thüringer Unternehmen, Geflüchtete einzustellen. Parallel veröffentlichten das IQ Netzwerk und die Koordinierungsstelle Ausbildung und Migration (KAUSA) Videoclips. Sechs junge Menschen erzählen über ihre berufliche Zukunft in Thüringen. Auch wenn sie aus verschiedenen Ländern kommen, verschiedene Berufe erlernt und unterschiedliche Erfahrungen gesammelt haben, sind sie sich einig, dass die Sprache ein wichtiger Schritt zur Integration ist.
„Es gelingt immer mehr Flüchtlingen, sozialversicherungspflichtige Arbeit aufzunehmen. Dies ist extrem wichtig, für eine gelingende Integration, denn es verbessert das Selbstwertgefühl und die finanzielle Situation dieser Menschen. Gleichzeitig werden unsere Sozialsysteme gestärkt, der gesellschaftliche Zusammenhalt verbessert sich und die Unternehmen bekommen die dringend gesuchten Arbeitskräfte“, sagte Lauinger. „Unsere Anstrengungen bei den Angeboten zum Sprecherwerb und die Integration tragen nun Früchte. Nur wer die Sprache beherrscht, kann Kontakte aufbauen, einen Arbeitsvertrag schließen. Dass immer mehr Geflüchtete einer Erwerbstätigkeit nachgehen, zeigt, dass sie diese Schritte bewältigt haben.“

Der Minister betonte, dass diese Entwicklung für alle Beteiligten neue Möglichkeiten mit sich bringt. „Die geflüchteten Menschen können wirtschaftlich auf eigenen Füßen stehen, sie lernen Menschen aus ihrem Kollegium kennen und bauen weitere soziale Kontakte auf“, so Lauinger. „Auf der anderen Seite können die deutschen Kolleginnen und Kollegen vermeintlich Fremde kennenlernen und positive Erfahrungen sammeln. Damit wird aus einer meist nur aus den Medien bekannten scheinbaren Bedrohung in der Praxis eine positive Begegnung.“

Lauinger verwies darauf, dass mit der Integration von Flüchtlingen in den Arbeitsmarkt dem in Thüringen bereits in vielen Bereichen akuten Fach- und Arbeitskräftemangel entgegengewirkt werden kann. Hier muss aus seiner Sicht allerdings der Bund umsteuern. „Es konterkariert alle Bemühungen, wenn Unternehmen gut ausgebildete Kräfte wieder verlieren, weil diese Deutschland verlassen müssen“, sagte der Minister. „Die Betroffenen müssen von der Asyl- und die Arbeitsmigration wechseln können. Das schafft für alle Beteiligten mehr Rechtssicherheit.“

VWT-Hauptgeschäftsführer Stephan Fauth machte deutlich, dass er den Austausch aller Akteure, der am Prozess der Integration Beteiligten für unbedingt notwendig erachte. „Es geht nicht nur darum, wie sich geflüchtete Menschen in den Arbeitsmarkt integrieren, sondern auch darum, wie sie in Thüringen leben und das darf nicht am Betriebstor aufhören. Die Erfahrungen der Firmen bei der betrieblichen Integration sind durchaus ambivalent. Während die gewonnene Vielfalt positiv gesehen wird, werden häufig fehlende fachliche und sprachliche Kenntnisse beanstandet. Die Herausforderungen für die Arbeitgeber im betrieblichen Alltag sind groß. Vor allem kleine Firmenstoßen mit zeitlichen und finanziellen Ressource an ihre Grenzen.“

Die Ergebnisse der IWT-Befragung zeigen, dass das Thema „Betriebliche Integration von Geflüchteten“ die Unternehmen bewege. Die wachsende Anzahl an Unternehmen, die Geflüchtete beschäftigen, sei ein Indiz dafür, sagte IWT-Geschäftsführerin Roswitha Weitz. Mit den Erfahrungen werden aber auch die Grenzen klarer, was gut läuft und wo ggf. noch im Integrationsprozess nachgebessert werden müsse.

Hier hält die KAUSA-Servicestelle für Ausbildung und Migration ein Angebot vor. Sie ist Teil des Ausbildungsstrukturprogramms JOBSTARTER und wird durch das Bildungswerk der Thüringer Wirtschaft seit April 2017 umgesetzt. Ziel ist, die Ausbildungsbeteiligung von jugendlichen Flüchtlingen bzw. jungen Menschen mit Migrationshintergrund zu erhöhen. „Die KAUSA-Mitarbeiter engagieren sich vor Ort um ausbildungsbereite KMU, junge Flüchtlinge und deren Eltern konkret über Möglichkeiten und individuelle Wege bezüglich der dualen Ausbildung zu informieren und nachhaltige Vernetzungen der Akteure zu etablieren“, sagte Annette Morhard, Geschäftsführerin des Bildungswerkes der Thüringer Wirtschaft (BWTW).

Im Gespräch wurde deutlich, „dass gerade kleine Firmen mehr Orientierung brauchen, welche Unterstützer in ihrer Region ansprechbar sind. Hier gilt es bürokratische Hürden auch bei der Beantragung von Fördergeldern abzubauen“, macht VWT-Präsident Hartmut Koch deutlich.

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