14.10.2014
Thüringer Generalstaatsanwaltschaft

Medieninformation der Staatsanwaltschaft Erfurt

Ermittlungsverfahren wegen Mordes im Jahr 1994

Die Staatsanwaltschaft Erfurt führt gegen vier deutsche Staatsangehörige ein Ermittlungsverfahren wegen Mordes zum Nachteil eines damals 20-jährigen Erfurters auf dem Gebiet der Tschechischen Republik.

Im Ergebnis der umfangreich und akribisch geführten Ermittlungen der bei der Kriminalpolizei Erfurt gebildeten Sonderkommission "AG 1994" soll sich der Sacherhalt wie folgt zugetragen haben:

Zwischen dem 09. und 11.09.1994 setzten die vier Beschuldigten gemeinsam mit zwei mittlerweile Verstorbenen den Geschädigten in Erfurt mit LSD unter Drogeneinfluss.
Anschließend luden die Beschuldigten den Geschädigten in ein Auto und fuhren insgesamt zu siebt mit zwei Fahrzeugen in die Tschechische Republik, wobei sie in der Nähe von Hof die Grenze überquerten.

Die Beschuldigten wollten den Geschädigten wegen seiner verschwenderischen Art mit dem Geld einer teilweise gemeinsam betriebenen Firma umzugehen, disziplinieren.

In einem Waldstück nahe der deutsch/tschechischen Grenze auf tschechischem Gebiet schlug ein Beschuldigter den Geschädigten entsprechend des gemeinsamen Tatplans zusammen. Anschließend wurde der Geschädigte bewusstlos in den Kofferraum eines der mitgeführten Autos gelegt.
Als der Geschädigte wieder erwachte hielten die Beschuldigten in einem Waldstück an, wobei nunmehr zwei der Beschuldigten auf den noch im Kofferraum befindlichen Geschädigten unter anderem mit einem mitgeführten Schlagstock einschlugen. Spätestens zu diesem Zeitpunkt hatten die Beschuldigten den gemeinsamen Tatplan gefasst den Geschädigten zu töten, da dieser eine Strafanzeige wegen der ihm beigebrachten Betäubungsmittel erstatten wollte. Auch befürchteten die Beschuldigten wegen der begangenen Körperverletzungshandlungen strafrechtlich zur Verantwortung gezogen zu werden.

Nach einer kurzen Absprache kamen alle Tatbeteiligten zu dem Entschluss den Geschädigten durch das Werfen eines großen Steins auf den Kopf zu töten, was durch einen der Beschuldigten auch ausgeführt wurde, erkennbar jedoch noch nicht zum Tode des Geschädigten führte.
Anschließend übergoss einer der Beschuldigten den am Boden liegenden noch lebenden Geschädigten mit Benzin. Dieses wurde sodann entsprechend des gemeinsamen Tatplans entzündet, so dass der Geschädigte an schweren Brandverletzungen verstarb.

Das Amtsgericht Erfurt hat mittlerweile gegen alle vier Beschuldigten Haftbefehl wegen gemeinschaftlichen Mordes gemäß §§ 211, 25 Abs. 2 Strafgesetzbuch erlassen.

Der dringende Tatverdacht ergibt sich aus dem Ergebnis der bisherigen polizeilichen Ermittlungen, insbesondere den teilweise geständigen Einlassungen der Beschuldigten.

Bei allen Beschuldigten besteht der Haftgrund der Fluchtgefahr gemäß § 112 Abs. 2 Nr. 2 Strafprozessordnung, da bei Würdigung der Umstände die Gefahr besteht, dass die Beschuldigten sich dem Strafverfahren entziehen werden. Die Beschuldigten haben im Falle einer Verurteilung mit einer lebenslangen Freiheitsstrafe bzw. langjährigen Jugendstrafe zu rechnen.
Ferner liegen Umstände vor, die die Gefahr begründen, dass ohne Festnahme der Beschuldigten die alsbaldige Aufklärung und Ahndung der Tat gefährdet sein könnte.

Die Festnahmen der heute 39, 42, 43 und 46 Jahre alten Beschuldigten erfolgten jeweils durch Spezialkräfte des Thüringer Landeskriminalamtes. Alle vier Beschuldigten stammen aus Erfurt. Sie sind alle -zum Teil vielfach- vorbestraft.

Mord wird gemäß § 211 Strafgesetzbuch mit lebenslanger Freiheitsstrafe bestraft, bei Anwendung von Jugendstrafrecht beträgt das Höchstmaß der Jugendstrafe 15 Jahre bzw. bei Anwendung des zur Tatzeit geltenden Rechts 10 Jahre.


Die Ermittlungen kamen durch Angaben einer Zeugin beim Landeskriminalamt in Berlin in Gang.

Ich bitte um Verständnis, dass weitere Einzelheiten zur Tat und zu den durchgeführten sowie noch durchzuführenden Ermittlungsmaßnahmen nicht bekannt gegeben werden können.


Grünseisen
Staatsanwalt (aGL)
Pressesprecher

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