Geschichte

Im Ergebnis der napoleonischen Kriege, nach dem Reichsdeputationshauptschluß von 1803, erzwingt Frankreich die Abtretung der linksrheinisch-preußischen Gebiete.
Preußen erhält dafür als "Entschädigungsmasse" die kurzmainzischen Gebiete Erfurt und Umgebung (auch Mühlhausen und Nordhausen).

1806 Krieg zwischen Frankreich und Preußen.
Napoleon siegt bei Jena und Auerstedt.
Erfurt fällt unter französische Besatzung.
 
1813 Niederlage Napoleons in der Völkerschlacht bei Leipzig
 
1814 fällt die Festung Petersburg in Erfurt

 

Erfurt gehört seither zur neugegründeten preußischen Provinz Sachsen und wird bis zum Jahr 1945 preußisch bleiben.

Gerichte in Erfurt

"Hoch-Noth peinliche Halsgerichte"

Nachweislich seit dem 14. Jahrhundert wird in der Stadt Erfurt Gericht gehalten. Ein eigenständiges Gerichtsgebäude gibt es lange Zeit nicht. Gericht gehalten wird in fünf verschiedenen "Gerichtsstuben" - die bekannteste mit Namen "Christoph" befindet sich im Haus des Stadtvoigts auf dem Wenigemarkt. Unter dem Markt liegen die Gefängniszellen.

Öffentlich Gericht gehalten wird auf dem Ostteil des Domplatzes. Hier standen das Henkerhaus mit Einrichtungen wie Block, Halseisen und Galgen.

1821       wird erstmals nachweislich ein Landgericht Erfurt gegründet, dem 13 Gerichtsämter unterstellt werden, u. a. Erfurt, Langensalza, Sömmerda, Schleusingen und Suhl.
Gleichzeitig wird das Inquisitoriat Erfurt (Kriminaluntersuchungsbehörde) angeschlossen, der Vorläufer der Staatsanwaltschaft.
 
1839 Neuordnung und Umbenennung der unteren preußischen Gerichtsbehörden.
Das Landgericht Erfurt wird Stadtgericht mit den Bezirken Erfurt, Langensalza, Weißensee, Schleusingen und Suhl.
Das Gericht ist eine Einzelrichterbehörde, für die Angelegenheiten der freiwilligen Gerichtsbarkeit wird am Stadtgericht eine Kreisjustizkommission unter Vorsitz eines Kreisjustizrates errichtet.
 
1849 Neue preußische Gerichtsverfassung

Umbenennung der Stadtgerichte in Kreisgerichte mit je zwei Abteilungen:
1. Abteilung: Zivil- und Strafsachen
2. Abteilung: alle anderen Gegenstände der Rechtspflege.

Zum Kreisgericht Erfurt gehören Ranis, Ziegenrück, Gefell, Weißensee und Sömmerda.
Das Kreisgericht ist dem Appellationsgericht Naumburg unterstellt und gehört zur preußischen Provinz Sachsen.
 
1878 Mit dem Reichsgerichtsverfassungsgesetz wird die Gerichtsorganisation erneut geändert.
Amtsgerichte, Landgerichte, Oberlandesgerichte - die territoriale Zuordnung bleibt bestehen.

 

Das Gebäude des heutigen Landgerichts Erfurt

Das Landgerichtsgebäude wird von 1874-1879 auf dem Gelände des "Louisenthals", einer Parkanlage, die durch die Bombardements der Preußen 1813  zerstört wurde, errichtet. Erbaut wird das Gericht mit dem geräumigen Gefangenenhaus vom Regierungsbaumeister Beisner im neugotischen Stil.

Der Kostenaufwand beträgt 1.017.452, 25 Mark

An der Fassade des Hauptgebäudes am Friedrich-Wilhelm-Platz (Domplatz) befinden sich in Stein gehauene Wappen aller beim hiesigen Landgericht beteiligten Städte: Erfurt-Stadt, Erfurt-Land, Mühlhausen, Langensalza, Weißensee und fürstlich Schwarzburg-Sonderhausen.

Das Haus wird gebaut für einen Präsidenten, zwei Direktoren, sieben Räte und drei Staatsanwälte.

1933 Nach dem Inkraftsetzen des Gesetzes zur Verhinderung erbkranken Nachwuchses vom 14. Juli 1933 wird im Gebäude das Erbgesundheitsgericht eingerichtet.
 
1940 Ein Sondergericht zur Verfolgung von Angriffen gegen die damalige Staatsgewalt, gegen die NSDAP und Verstöße gegen die Kriegswirtschaftsordnung wird eingerichtet.
 
1945 Durch die SMAD wird der preußische Regierungsbezirk Erfurt dem Land Thüringen zugeführt. Das Landgericht Erfurt wird dem Oberlandesgericht Jena unterstellt, das im August 1945 nach Gera und im Februar 1950 nach Erfurt verlegt wird.
 
1952 Auflösung der Ländergliederung auf dem Gebiet der DDR und Bildung der Bezirke. Das Landgericht Erfurt wird Bezirksgericht für den gesamten Bezirk Erfurt.
 
1990/91 Bezirksgericht - während des Aufbaus der  neuen Gerichtsstruktur befinden sich alle Fachgerichtsbarkeiten, das Kreisgericht und das zukünftige Oberlandesgericht unter einem Dach.
 
1993 Wiedereinrichtung des Landgerichts Erfurt.

 

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