FAQ (Häufig gestellte Fragen rund um die Ausbildung):

Wie viele freie Ausbildungsstellen stehen zur Verfügung?

Die freien Ausbildungsstellen variieren von Jahr zu Jahr. In der Regel werden ca. 10 – 15 Rechtspflegeranwärter und ca. 20 - 25 Justizsekretäranwärter eingestellt.

Wie hoch ist die Bewerberzahl?

Die Zahl der Bewerbungen ist jedes Jahr unterschiedlich. In der Regel sind es mindestens 300 Bewerbungen jeweils im mittleren und gehobenen Dienst.

Wie hoch ist die Ausbildungsvergütung?

Im mittleren Dienst: 1164,24 Euro (brutto) -  Anwärtergrundbetrag A6, Stand Januar 2018

Im gehobenen Dienst: 1221,39 Euro (brutto) -  Anwärtergrundbetrag A9, Stand Januar 2018

Wo findet die Ausbildung der Justizsekretäre statt?

Im mittleren allgemeinen Justizdienst findet die fachtheoretische Ausbildung an der Landessportschule Bad Blankenburg statt. Nähere Informationen zur Landessportschule finden Sie unter https://www.sportschule-badblankenburg.de/start/.

Es erfolgt eine kostengünstige Unterbringung (Einzelzimmer) sowie eine Verpflegung, welche durch das Thüringer Oberlandesgericht organisiert wird.

Die praktische Ausbildung erfolgt an unseren 13 Ausbildungsgerichten (Meiningen, Eisenach, Sonneberg, Mühlhausen, Nordhausen, Heilbad Heiligenstadt, Gotha, Erfurt, Weimar, Jena, Gera, Altenburg, Rudolstadt) sowie den 4 Landgerichten und 4 Staatsanwaltschaften.

Weiterhin absolvieren die Anwärter die Ausbildung am zentralen Registergericht in Jena sowie an der Justizzahlstelle in Gera. Die Zuweisung zu dem Ausbildungsamtsgericht erfolgt – soweit möglich - unter Berücksichtigung des Heimatortes.

Wo findet die Ausbildung der Rechtspfleger statt?

Im gehobenen Justizdienst findet die fachtheoretische Ausbildung in Rotenburg an der Fulda an der Hessischen Hochschule für Finanzen und Rechtspflege statt. Nähere Informationen zur Hochschule findet man unter: https://studienzentrum-rotenburg.hessen.de

Auch hier wird die Unterbringung durch das Oberlandesgericht organisiert und erfolgt in einem Einzelzimmer mit Bad auf dem Gelände der Hochschule.

Die praktische Ausbildung erfolgt wieder an unseren 8 Ausbildungsgerichten (Meiningen, Eisenach, Mühlhausen, Nordhausen, Gotha, Erfurt, Jena, Gera) sowie den 4 Landgerichten und 4 Staatsanwaltschaften.

Weiterhin absolvieren die Anwärter die Ausbildung am zentralen Registergericht in Jena sowie an der Justizzahlstelle in Gera. Die Zuweisung zu den Ausbildungsgerichten erfolgt meist unter Berücksichtigung des Heimatortes

Welchen Notendurchschnitt muss ich haben um zum Auswahlverfahren ...

... zugelassen zu werden?

Die Vorauswahl der Bewerber erfolgt anhand des Notendurchschnittes des Schulabschlusszeugnisses bzw. des letzten Schuljahreszeugnisses. Das heißt der Bewerber muss den festgelegten Notendurchschnitt erfüllen, um eine Einladung zum schriftlichen Testverfahren zu erhalten. Der erforderliche Notendurchschnitt wird jedes Jahr neu festgelegt und ist abhängig von der Bewerberzahl und Anzahl der Ausbildungsplätze.
In der Regel sollte ein Notendurchschnitt der Note 2 vorliegen.

Bis wann muss ich mich bewerben?

Einstellungstermin ist der 01. September eines jeden Jahres. Die Bewerbungsfrist endet jeweils am 31. Dezember des Vorjahres.

Kann ich eine schriftliche Bewerbung einreichen?

Nein. Wir haben auf ein Online – Bewerbungsverfahren umgestellt. Bewerbung erfolgt online über www.interamt.de.
Nähere Informationen finden Sie auch auf unserer Homepage http://www.thueringen.de/th4/olg/ausbildung/index.aspx.

Ist es möglich ein Praktikum zu absolvieren?

Ein Praktikum kann an allen Amtsgerichten, Landgerichten und Staatsanwaltschaften absolviert werden.
Die einzelnen Behörden findet man unter http://www.thueringen.de/th4/olg/ausbildung/praktikum/index.aspx.
Entweder man sendet eine schriftliche Bewerbung an den Behördenleiter oder man erfragt zunächst telefonisch, ob und wann ein Praktikum an der Wunschbehörde möglich ist.

Kann ich mich als Angehöriger eines ausländischen Staates bewerben?

§ 7 Beamtenstatusgesetz:

In das Beamtenverhältnis darf nur berufen werden, wer

1. Deutsche oder Deutscher im Sinne des Artikels 116 des Grundgesetzes ist oder die Staatsangehörigkeit

a) eines anderen Mitgliedstaates der Europäischen Union (Mitgliedsstaaten der Europäischen Union sind: Belgien, Bulgarien, Dänemark, Deutschland, Estland, Finnland, Frankreich, Griechenland, Großbritannien & Nordirland (bis zum Wirksamwerden des am 29.03.2017 beantragten Austritts), Irland, Italien, Kroatien, Lettland, Litauen, Luxemburg, Malta, die Niederlande, Österreich, Polen, Portugal, Rumänien, Schweden, die Slowakei, Slowenien, Spanien, die Tschechische Republik, Ungarn und Zypern).

oder

b) eines anderen Vertragsstaates des Abkommens über den Europäischen Wirtschaftsraum (Der Europäische Wirtschaftsraum (EWR) umfasst die Mitgliedsstaaten der Europäischen Union, ferner Island, Liechtenstein und Norwegen.)

oder

c) eines Drittstaates, dem Deutschland und die Europäische Union vertraglich einen entsprechenden Anspruch auf Anerkennung von Berufsqualifikationen eingeräumt haben (derzeit nur die Schweiz), besitzt,

2. die Gewähr dafür bietet, jederzeit für die freiheitliche demokratische Grundordnung im Sinne des Grundgesetzes einzutreten, und

3. die nach Landesrecht vorgeschriebene Befähigung besitzt.

(2) Wenn die Aufgaben es erfordern, darf nur eine Deutsche oder ein Deutscher im Sinne des Artikels 116 des Grundgesetzes in ein Beamtenverhältnis berufen werden.

Für das duale Studium zum Rechtspfleger bedarf es ausschließlich der deutschen Staatsangehörigkeit. Für den mittleren Dienst sind alle nach § 7 genannten Staaten zugelassen.
 

Ich bin Zeitsoldat. Wie muss ich mich bewerben?

Die Bewerbung muss online über  www.interamt.de erfolgen.

Zusätzlich ist die Bewerbung der Vormerkstelle (Landesverwaltungsamt in Weimar) mitzuteilen, da nur bei Bewerbungen über die Vormerkstelle ein Anspruch auf eine vorbehaltene Stelle gemäß §§ 9, 10 SVG besteht.
 

Welche beruflichen Perspektiven bietet mir die Ausbildung zum Justizsekretär?

Bei entsprechender Eignung und nach einer Dienstzeit von zwei Jahren besteht die Möglichkeit eine 18-monatige Zusatzausbildung zum Gerichtsvollzieher zu absolvieren.

Besonders qualifizierten Beamten steht nach einer Dienstzeit von 4 Jahren mit der Zulassung zum dreijährigen Rechtspflegerstudium die Möglichkeit des Aufstiegs in den gehobenen Justizdienst offen.

Werden derzeit Justizwachtmeister ausgebildet?

Derzeit wird an einer neuen Ausbildungs- und Prüfungsordnung für die Laufbahn des mittleren Dienstes, Laufbahnzweig Justizwachtmeisterdienst gearbeitet. Solange die gesetzlichen Voraussetzungen noch nicht geschaffen sind, kann eine Ausbildung nicht stattfinden.
Es empfiehlt sich in regelmäßigen Abständen auf der Homepage des Thüringer Oberlandesgerichts sowie unter www.interamt.de nach entsprechenden Stellenausschreibungen zu schauen.

Ich habe einen Hauptschulabschluss. Welchen Ausbildungsgang kann ich ...

... damit absolvieren?

Mit einem Hauptschulabschluss allein kann kein Ausbildungsgang eingeschlagen werden. Nach § 10 I ThürLaufbG bedarf es für den mittleren Dienst mindestens einen Hauptschulabschluss und einer abgeschlossenen Berufsausbildung bzw. einen gleichwertig anerkannten Bildungsstand.

Wie erfolgt das Auswahlverfahren? Was beinhaltet der Einstellungstest?

Nach Ablauf der Bewerbungsfrist und erfolgter Vorauswahl (siehe Frage Ziffer 6) wird im Januar bzw. Februar eines jeden Jahres das schriftliche Testverfahren durchgeführt. Dieses besteht aus einem Diktat und einem Eignungstest. Hierbei werden die Bereiche Deutsch, Mathe, Allgemeinwissen, logisches Denkvermögen und Textverständnis getestet.

Das Bestehen des Diktates sowie des Einstellungstests sind Voraussetzung für die Einladung zum Vorstellungsgespräch.

Wie kann ich mich auf den Einstellungstest vorbereiten?

Man kann sich im Internet oder mit Büchern, die sich mit schriftlichen Einstellungstests beschäftigen, vorbereiten. Es empfiehlt sich, sich im Vorfeld mit dem gewünschten Ausbildungsberuf und der Justiz im Allgemeinen auseinanderzusetzen.

Wann erhalte ich eine Zusage bzw. Absage?

In der Regel ist das Einstellungsverfahren spätestens Ende April beendet.

Wie viel Urlaubsanspruch habe ich während des Vorbereitungsdienstes?

Nach § 4 der Thüringer Urlaubsverordnung haben Beamte auf Widerruf 29 Tage Urlaub im Kalenderjahr. Für jugendliche Anwärter (Minderjährige) ist § 19 Abs. 2 JARbSchG sowie für schwerbehinderte Anwärter § 125 SGB IX zu beachten.

Wie sieht die Beamtenlaufbahn aus?

Zu Beginn der Ausbildung bzw. des Studiums werden die Anwärter zunächst in das Beamtenverhältnis auf Widerruf ernannt. Nach erfolgreichem Bestehen der Laufbahnprüfung kann der Anwärter in das Beamtenverhältnis auf Probe übernommen werden. Die Probezeit beträgt in der Regel drei Jahre. Nach erfolgreichem Ableisten der Probezeit und gesundheitlicher Eignung ist die Ernennung zum Beamten auf Lebenszeit möglich.

Gibt es eine Übernahmegarantie?

Ein Anspruch auf Übernahme in das Beamtenverhältnis auf Probe besteht nicht. In den letzten Jahren konnten allerdings alle Anwärter in das Beamtenverhältnis auf Probe übernommen werden.

Kann ich mir meinen späteren Arbeitsort aussuchen?

Nein. Sowohl als Justizsekretär als auch als Rechtspfleger sind Sie Landesbeamter, d.h. Sie können an jedem Gericht und jeder Staatsanwaltschaft im Freistaat Thüringen beschäftigt werden.

Die Entscheidung über den Einsatzort trifft der Präsident des Oberlandesgerichts.

Wenn ich nicht übernommen werde, kann ich auch in einem anderen Bundesland ...

... eingestellt werden?

Sofern in dem anderen Bundesland freie Planstellen zur Verfügung stehen, steht einer Einstellung bei Vorliegen der Voraussetzungen nichts im Wege.

Kann ich mir mein Aufgabengebiet nach bestandener Prüfung aussuchen?

Nein. Die Geschäftsverteilung erfolgt durch den Geschäftsleiter der Behörde. Dieser bestimmt das Aufgabengebiet.

Kann ich als fertiger Jurist direkt in den Rechtspflegerdienst eingestellt werden?

Nein. Es ist unabdingbar, dass ein Studium zum Rechtspfleger absolviert werden muss.

Kann ich als Rechtsanwaltsfachangestellte als Justizsekretär eingestellt werden?

Nein. Es ist unabdingbar, dass die Ausbildung zum Justizsekretär absolviert wird.

Ich habe in einem anderen Bundesland bereits die Ausbildung zur Justizangestellten ...

... erfolgreich absolviert. Kann ich als Justizsekretär eingestellt werden?

Nein. Es ist unabdingbar, dass die Ausbildung zum Justizsekretär absolviert wird.

Welches Höchstalter besteht um eine Laufbahn im mittleren bzw. gehobenen Justizdienst ...

...  zu absolvieren?

§ 7 ThürLaufbG (Auszug) Absatz 1:
Bei der Einstellung in ein Beamtenverhältnis auf Probe dürfen Bewerber das Lebensjahr, das 20 Jahre vor dem in der jeweiligen Laufbahn gesetzlich festgelegten Zeitpunkt des Eintritts in den Ruhestand wegen Erreichens der Altersgrenze liegt, noch nicht vollendet haben. Dies gilt nicht für Inhaber eines Eingliederungs- oder Zulassungsscheins nach § 9 Abs. 1 und 2 des Soldatenversorgungsgesetzes (SVG) und in den Fällen des § 7 Abs. 6 SVG.

Ich möchte gern eine Ausbildung zum Gerichtsvollzieher absolvieren. Welche ...

... Voraussetzungen muss ich erfüllen?

Grundsätzlich ist die Gerichtsvollzieherausbildung eine Sonderlaufbahn für Bedienstete des mittleren allgemeinen Justizdienstes (Justizsekretäre). Daher muss vorher die Ausbildung zum Justizsekretär absolviert werden.
Sofern ein dienstliches Interesse an der Einstellung externer Bewerber besteht, erfolgt eine Ausschreibung der entsprechenden Ausbildungsstellen auf der Homepage sowie über www.Interamt.de.
Hierfür benötigt man die gleichen beamtenrechtlichen Voraussetzungen wie im mittleren allgemeinen Justizdienst. Zusätzlich muss eine Ausbildung absolviert sein, die dem Gerichtsvollzieherdienst förderlich ist und in diesem Beruf sollte man mindestens 3 Jahre gearbeitet haben.
Als berufsförderliche Ausbildung wurden zuletzt angesehen:
Rechtsanwaltsfachangestellte, Patentfachangestellte, Steuerfachangestellte. Denkbar wären auch Schuldnerberater.
Genaueres wird in der Stellenausschreibung bekannt gegeben.

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