Salafismus

Abbildung: Augustinerkloster Erfurt/ Quelle: Augustinerkloster
Tagungsort: Evangelisches Augustinerkloster zu Erfurt

 

Verfassungsschutz warnt vor salafistischen Bedrohungen

 

11. Symposium des Thüringer Verfassungsschutzes in Erfurt

 

 

Der Salafismus gilt sowohl in Deutschland als auch auf internationaler Ebene als die zurzeit dynamischte islamistische Bewegung. Von Salafisten geht eine besondere Gefährdung der Sicherheit Deutschlands aus.

 

Darauf wurde im Rahmen des 11. Symposiums des Thüringer Landesamts für Verfassungsschutz (TLfV) hingewiesen, das im Juni 2013 im Erfurter Augustinerkloster stattfand.

 

 

 

Staatssekretär Bernhard Rieder, Thüringer Innenministerium
Staatssekretär Bernhard Rieder, Thüringer Innenministerium

 

Wie Innenstaatssekretär Bernhard Rieder zur Eröffnung erklärte, leben in Thüringen rund 7.000 Personen muslimischen Glaubens. Er betonte: „Die weit überwiegende Mehrheit praktiziert ihren Glauben friedlich und im Einklang mit Recht und Gesetz und lehnt islamistische Bestrebungen ab. Rund 50 Personen werden hier in Thüringen dem politischen Salafismus zugerechnet.“

 

Die Referentinnen des Symposiums, die Islamwissenschaftlerin Lamya Kaddor, die Journalistin Claudia Dantschke vom Zentrum Demokratische Kultur Berlin und eine Expertin des Bundesamts für Verfassungsschutz wiesen übereinstimmend darauf hin, dass die Mehrzahl der Salafisten in Deutschland keine gewalttätigen Terroristen sind. Andererseits seien fast alle in Deutschland bisher identifizierten terroristischen Netzwerke und Einzelpersonen salafistisch geprägt, bzw. haben sich im salafistischen Milieu entwickelt.

 

Salafistisches Gedankengut kann den Nährboden für eine islamistische Radikalisierung und auch die Rekrutierung für den militanten Jihad bilden. Besonderes Radikalisierungspotenzial bergen die oft emotionalisierenden Internetbeiträge von Salafisten.

 

Die Referentinnen erinnerten an die salafistische Straßengewalt im Mai 2012 in Solingen und Bonn. Bei den Auseinandersetzungen zwischen Rechtsextremisten und Salafisten gab es mehrere Verletzte, darunter zahlreiche Polizisten.

 

Dazu erklärten die Vertreter des Verfassungsschutzes: „Die Hauptgefahr in Thüringen stellt derzeit der Rechtsextremismus dar. Dennoch sollte die bundesweit wachsende Bewegung des Salafismus auch in Thüringen nicht unterschätzt werden.“

 

Salafisten sehen sich als Verfechter eines aus ihrer Sicht ursprünglichen und unverfälschten Islam. Dabei vertreten sie Inhalte, die im deutlichen Widerspruch zu einem freiheitlichen Demokratieverständnis stehen. Ziel von Salafisten ist die vollständige Umgestaltung von Staat, Rechtsordnung und Gesellschaft nach einem salafistischen Regelwerk.

 

 

TLfV-Vizepräsident Roger Derichs / Quelle: TLfV
Amtierender Leiter des TLfV : Roger Derichs

 

Der amtierende Leiter  des Thüringer Landesamtes für Verfassungsschutz Roger Derichs konnte rund 140 Gäste verschiedener Institutionen und Organisationen zum Symposium begrüßen. Er dankte allen Mitwirkenden des Symposiums, insbesondere dem Kurator des Augustinerklosters, Lothar Schmelz, dem Moderator der Diskussionsrunde, Ludwig Kendzia vom Mitteldeutschen Rundfunk sowie den Podiumsteilnehmern Rainer Kolbe ( Thüringer Landeskriminalamt ) und Michael Geiken (TLfV).

Lamya Kaddor / Quelle: TLfV
Islamwissenschaftlerin, Religionspädagogin, Autorin: Lamya Kaddor

 

 

Die Islamwissenschaftlerin, Reigionspädagogin und Autorin Lamya Kaddor hielt einen Vortrag zum Thema "Salafismus als extremistische Ideologie". Für ihr Engagement und ihre Verdienste um die Integration und ein harmonisches Zusammenleben wurde ihr die Integrationsmedallie der Bundesregierung verliehen.

Claudia Dantsche / Quelle: TLfV
Claudia Dantschke während Ihres engagierten Vortrages

 

Claudia Dantschke, wissenschaftliche Mitarbeiterin des Zentrums Demokratische Kultur in Berlin hielt einen Vortrag zum Thema "Radikalisierungsprozesse durch salafistische Propaganda" . Frau Dantschke erhielt 2010 den Ingeborg-Drewitz-Preis der Humanistischen Union.

Lebhafte Podiumsdiskussion: Rainer Kolbe (Landeskriminalamt), Michael Geiken (Verfassungsschutz), Claudia Danschke, Ludwig Kenzia (MDR)
Von links nach rechts: Rainer Kolbe, Michael Geiken, Claudia Danschke, Ludwig Kendzia

 

Den Abschluss des Symposiums bildete eine rege Diskussion mit Podium und Auditorium: Rainer Kolbe (Landeskriminalamt), Michael Geiken (Verfassungsschutz), Claudia Danschke, Ludwig Kenzia (MDR)

 

Die Vorträge des Symposiums sind als Tagungsband erschienen. Die Publikation kann kostenlos beim TLfV angefordert werden.

Augustinerkloster Tagungsband (808.8 kB)
Hier finden Sie die elektronische Version des Tagungsbandes zu unserem Symposium zum Download. PDF-Dokument ist nicht barrierefrei.

Pierre Vogel Kompaktinformation Salafismus des Landesamtes für Verfassungsschutz Hamburg
Kompaktinformation Salafismus des Landesamtes für Verfassungsschutz Hamburg, insbesondere für Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in Flüchtlingsunterkünften

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