05.09.2018
Thüringer Ministerium für Inneres und Kommunales

Medieninformation 89/2018

Eine gute Tradition

Minister Maier heißt Neubürger herzlich willkommen

Heute (5. September 2018) begrüßte Thüringens Minister für Inneres und Kommunales Georg Maier die neu eingebürgerten Thüringerinnen und Thüringer beim 7. Einbürgerungsfest im Comcenter Erfurt. „Ich finde es eine gute Tradition. Diese Feier ist ein Zeichen für gelebte Willkommenskultur“, eröffnete Maier seine Festrede. „Die Annahme der Staatsangehörigkeit eines Landes, in dem man lebt und bleiben möchte, aber in dem man selbst oder zumindest die Eltern nicht geboren wurden, ist eine bedeutsame Entscheidung im Leben eines jeden Menschen. Sie sind nicht nur Deutscher und Thüringer geworden, sie sind jetzt auch Eisenberger, Georgenthaler, Neustädter, Bad Lobensteiner, Sonneberger oder Jenenser“, betonte der Innenminister und dankte den Neubürgerinnen und Neubürgern für ihre Entscheidung zum Erwerb der deutschen Staatsangehörigkeit und beglückwünschte sie zu diesem bedeutenden Schritt.

Minister Maier würdigte die Integration in Thüringen als gesamtgesellschaftliche Aufgabe und rief die Neubürgerinnen und Neubürger dazu auf, sich in Vereinen, Freiwilligen Feuerwehren, kirchlichen Gruppen, Gesangs-, Tanz- und sonstigen Vereinen zu engagieren. „Bereichern Sie unser Leben! Machen Sie es bunter!“, so Maier. „Ihre Biografie, Ihr Engagement, Ihr Fleiß und Intelligenz sind der positive Gegenwurf zu einer abgeschotteten Gesellschaft, wie sie sich manche politische Kräfte in unserem Land wünschen“, erklärte der Innenminister.

Die geladenen Neubürgerinnen und Neubürger wurden im Zeitraum 1. Juli 2017 bis 30. Juni 2018 eingebürgert und kamen schon vor vielen Jahren aus Ländern wie Großbritannien, Thailand, Indien, Kuba, der Ukraine, Rumänien, Marokko, Vietnam oder der Türkei nach Deutschland. Die Einbürgerungen sind seit 2014 jährlich gestiegen. 2017 wurden 701 (2016 – 601; 2015 – 549; 2014 - 513) Zuwanderer (Europa - 335; Asien -249; Afrika – 79; Amerika – 34) eingebürgert. Hauptherkunftsländer waren 2017 Rumänien (68), Vietnam (42), Ukraine (42), Türkei (34) und Irak (29).Die meisten Einbürgerungen finden in der Altersgruppe zwischen 30 und 40 Jahren statt. Die Zuwanderer haben ihren Wohnsitz in Erfurt (140), Ilmkreis (72), Jena (55), Weimar (41), Nordhausen (39), Gera und dem Unstrut-Hainich-Kreis (je 35).

Neben Vertretern des Thüringer Volkshochschulverbandes, die mit Sprach- und Einbürgerungskursen entscheidend zur Integration beitragen, folgten auch Vertreter der Einbürgerungsbehörden der Einladung des Ministers. Stellvertretend für die Neubürger ließ der gebürtige Armenier Mher Avetisyan die Gäste an seinen persönlichen Erfahrungen teilhaben. Für die musikalische Umrahmung des Festaktes sorgte die Band „Spanish Mode“ mit Songs in verschiedenen Sprachen.

Einbürgerungen in Thüringen:

Für eine Einbürgerung müssen bundesweit einheitliche Voraussetzungen erfüllt sein, dazu zählen:

- rechtmäßiger gewöhnlicher Aufenthalt von acht Jahren (bei erfolgreicher Teilnahme an einem Integrationskurs kann diese Frist auf sieben Jahre, bei Vorliegen besonderer Integrationsleistungen wie besonders herausragende Sprachkenntnisse, kann die Frist auf sechs Jahre verkürzt werden).
- Vorliegen eines für die Einbürgerung gesetzlich vorgegebenen Aufenthaltstitels
- Abgabe des Bekenntnisses zur freiheitlich demokratischen Grundordnung für die Bundesrepublik Deutschland durch Einbürgerungsbewerber und er darf keine verfassungsfeindlichen Bestrebungen verfolgen.
- Bestreiten des Lebensunterhaltes für sich und seine unterhaltsberechtigten Familienangehörigen ohne die Inanspruchnahme von öffentlichen Leistungen
- Bereitschaft zur Aufgabe der bisherigen Staatsangehörigkeit (betrifft nicht EU-Bürger und Staaten, die keine Entlassung aus ihrer Staatsangehörigkeit zulassen)
- keine Verurteilung wegen einer rechtswidrigen Tat
- ausreichende Sprachkenntnisse und Kenntnisse der Rechts- und Gesellschaftsordnung und der Lebensverhältnisse in Deutschland

Die Einbürgerung erfolgt auf Antrag, zuständig für das Einbürgerungsverfahren ist die Staatsangehörigkeitsbehörde am Wohnort des ausländischen Staatsangehörigen (Landkreise und kreisfreie Städte).


Carsten Ludwig
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