29.03.2018
Thüringer Ministerium für Inneres und Kommunales

Medieninformation 30/2018

Fälle häuslicher Gewalt in 2017 weiterhin auf hohem Niveau

Zunahme mitbetroffener Minderjähriger

Im Jahr 2017 verzeichnete die Thüringer Polizei 2.887 Fälle von häuslicher Gewalt. Das sind 483 Vorkommnisse weniger als im Vorjahr. Die Zahl der Fälle wird dennoch als sehr hoch angesehen.
Insgesamt 2.376 Frauen und 556 Männer wurden im Jahr 2017 Opfer häuslicher Gewalt. Im Dunkelfeld wird von einer weit höheren Anzahl ausgegangen. Sechs Menschen starben bei einem solchen Vorfall, darunter drei Frauen und drei Männer. 1.591 Opfer erlitten Verletzungen, davon 1.310 Frauen.
In 1.162 Fällen mussten Kinder und Jugendliche häusliche Gewalt gegen ein Elternteil miterleben und wurden zum Teil selbst dabei verletzt. In diesem Bereich ist eine Zunahme mitbetroffener Minderjähriger zu beklagen.

Wie in den Jahren zuvor wurden verstärkt polizeiliche Maßnahmen zur Gefahrenabwehr eingesetzt. So wird beispielsweise gegen den Täter bzw. die Täterin zunehmend ein zeitlich begrenzter Verweis der Wohnung ausgesprochen. In diesem Zeitraum hat das Opfer die Möglichkeit, weiteren Schutz, zum Beispiel beim Familiengericht, zu erwirken. Im Jahr 2017 waren 361 Platzverweise, 480 Wohnungsverweise, 370 Kontaktverbote, 120 Gewahrsamsnahmen sowie 26 vorläufige Festnahmen bei häuslicher Gewalt erforderlich.
Konsequentes Einschreiten, zügige Einleitung der Ermittlungen und individuelle Maßnahmen zum Opferschutz in Fällen von häuslicher Gewalt haben in der Thüringer Polizei weiterhin hohe Priorität.


Tanja Neubauer
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