09.08.2013
Landespolizeiinspektion Nordhausen

Medieninformation 09.08.2013

Der Blick zum Nachbarn (Teil 3 u. Schluss)

Verkehrssünder in Italien

Wer sofort zahlt, bekommt Rabatt

Nachdem es gestern darum ging, dass immer mehr Menschen in Italien knapp bei Kasse sind und rund 20 Prozent der Verkehrssünder ihre Bußgelder nicht bezahlen, soll heute ein Novum geschildert werden. Die italienische Regierung hat sich etwas einfallen lassen, um die Leute zum Zahlen ihrer Geldbußen zu animieren.
Auch heute wird dabei dem Leser sicher wieder deutlich, dass die Bußgelder in Deutschland doch noch immer sehr „human“ sind.
Michele Meta, der Präsident der Verkehrskommission der Abgeordnetenkammer, brachte eine Gesetzesinitiative auf den Weg, um der schlechten Zahlungsmoral der Verkehrssünder zu begegnen. Bei jährlich 1,3 Milliarden Euro verhängter Bußgelder geht es schließlich um eine Menge Geld. Warum also nicht freiwillig von vornherein auf einen Teil des Geldes verzichten und dafür die Zahlungsmoral anheben und den enormen Aufwand für das Eintreiben der Gelder verringern?
Also machte er vor wenigen Wochen den Vorschlag, dass dem, der sein Bußgeld innerhalb von fünf Tagen bezahlt, ein Rabatt eingeräumt werde.
Zunächst stritt man darüber, ob der Rabatt 20 oder 30 Prozent betragen soll. Bei 30 Prozent hieße das 112 statt 160 Euro für Telefonieren am Steuer. (In Deutschland 40 €) Für das in Italien sehr beliebte Parken im Halteverbot würde es nur noch 29 statt bisher 41 Euro geben. (D: ab 10 €) Die verschwitzte Hauptuntersuchung kostet ab dem ersten Tag 168 Euro. Die würden sich auf 118 Euro reduzieren. (D: bis 2 Monate 15 €, bei mehr als 8 Monaten 75 €)
Für Schnellzahler würde sich das Bußgeld für den nichtangelegten Gurt von 80 auf 56 Euro reduzieren. (D: 30 €)
Richtig ordentlich würde sich die Rabattaktion bei den „fetten“ Bußgeldern bemerkbar machen. Zum Beispiel bei den Geschwindigkeitsüberschreitungen. Bis 10 km/h sänke das Bußgeld von 41 auf 29 Euro (D: 15 €) Bis 40 km/h würde der Sünder bei vorgesehenen 168 dann 50 Euro sparen. (D: 160 €) Fährt jemand über 60 km/h zu schnell, bedeutet der Rabatt statt 821 (D: 480 €) nur noch 575 Euro Bußgeld.
Verkehrsminister Maurizio Lupi unterstützte diese Gesetzesinitiative und siehe da, noch im Juli wurde das Gesetz verabschiedet und gilt seit dem 1. August.
Meine Frage, ob diese Rabatte auch uns, also den Touristen, gewährt werden soll, konnte mir bis zu meiner Abreise niemand verbindlich beantworten. Ich wollte es aber auf der Heimfahrt nicht darauf ankommen lassen und es ausprobieren.
Man tut also auch im Urlaub gut daran, sich an die Verkehrsregeln zu halten und das Geld lieber in ein gutes Essen oder eine Flasche guten Wein zu investieren. Das trägt dazu bei, den Urlaub unvergesslich zu machen.
Einen Vorteil haben die italienischen Kollegen und auch die Verkehrssünder. Künftig soll es möglich sein, seine Geldbuße sofort an Ort und Stelle mit Kredit- oder Bankomatenkarte zu zahlen.
Einen tollen Sommer, viele schönere Erinnerungen und stets gute Fahrt!

Thomas Soszynski

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