27.09.2012
Landesportal der Thüringer Polizei

Medieninformation 27.09.2012

Sehen und gesehen werden

Mit den Herbst- und Wintermonaten beginnt wieder die dunkle Jahreszeit.
Die trübe Witterung, Nebel sowie Niederschläge schränken die
Sichtverhältnisse ein, wobei das Problem nicht nur im „Sehen“ sondern
gerade auch im „Gesehenwerden“ liegt. Die Jahreszeiten stellen an alle
Verkehrsteilnehmer erhöhte Anforderungen und die Bedingungen werden
immer wieder unterschätzt. Durch regennasse, mit Laub bedeckte bzw.
regional durch Erntearbeiten verschmutzte Fahrbahnen verlängern sich
Bremswege deutlich.

Im Jahr 2011 wurden in Thüringen 54.726 Verkehrsunfälle registriert, davon
waren 7.114 Verkehrsunfälle mit Personenschäden.
Um sich auf die beginnende Jahreszeit rechtzeitig einzustellen zu können
gibt die Thüringer Polizei folgende Tipps für motorisierte Verkehrsteilnehmer:

· Führen Sie an Ihrem Fahrzeug einen Lichtest durch, suchen Sie ggf.
dazu eine Werkstatt auf (Kampagne mit Unterstützung der Verkehrsclubs
und Werkstätten im Oktober 2012).
· Passen Sie Ihr Geschwindigkeitsverhalten und den Abstand zum
vorausfahrenden Fahrzeug entsprechend der jeweilig vorherrschenden
Straßen- und Sichtverhältnisse an.
· Nehmen Sie besondere Rücksicht auf die sogenannten schwächeren
Verkehrsteilnehmer (Kinder, Fußgänger, Radfahrer). Rechnen Sie mit
Fehlverhalten anderer, seien Sie tolerant.
· Reduzieren Sie bei Nebel die Fahrgeschwindigkeit, schalten Sie die
entsprechende Beleuchtung ein.
· Nebelschlussleuchten dürfen nur benutzt werden, wenn durch Nebel die
Sichtweite weniger als 50m beträgt; eine zweckentfremdete Nutzung
blendet andere Verkehrsteilnehmer und führt zu Gefährdungen.
· Bleiben Sie bei Pannen nach Möglichkeit nicht mit dem Fahrzeug auf der
Fahrbahn stehen. Sichern Sie unverzüglich die Pannenstelle mit
Warnblinkanlage und Warndreieck ab (auf Autobahnen nach Möglichkeit
auf den Seitenstreifen).
· Rechnen Sie mit erhöhtem Wildwechsel. Versuchen Sie nicht
auszuweichen, sondern bremsen Sie mit einer „Schlagbremsung“ stark
ab.

Fahrradfahrer:

War in den Sommermonaten in den Morgen- und Abendstunden eine Fahrt
mit dem Fahrrad noch ohne Beleuchtung durchführbar, so ist dies kaum
mehr möglich. Auch ein mit Regenwolken verhangener Himmel kann die
Wahrnehmung von Radfahrern erheblich beeinträchtigen. Die relativ
ungeschützten Radfahrer mit der schmalen Silhouette zählen zu den
Risikogruppen im Straßenverkehr.
Im Jahr 2011 gab es in Thüringen 1.698 Verkehrsunfälle mit Beteiligung von
Radfahrern, davon 1.282 mit Personenschäden. 12 Radfahrer wurden bei
diesen Unfällen getötet.

Im Gegensatz zu anderen Risikogruppen lassen sich die Radfahrer nicht
einer Alterskategorie zuordnen, sondern sind gleichermaßen in allen
Altersschichten anzutreffen. Der „Drahtesel“ wird zum einen als Sportgerät
und zum anderen als Fortbewegungsmittel genutzt. Bereits ein kleiner
Zusammenstoß zwischen einem Kraftfahrzeug und einer Radfahrerin bzw.
einem Radfahrer zieht durch die enorme Kraftentfaltung und der hohen
Geschwindigkeit zumeist erhebliche Folgen nach sich.
Um das Unfallrisiko zu minimieren ist die Sichtbarkeit des Fahrradfahrers
und des Fahrrades besonders wichtig. Einige Radfahrer fahren bei
Dunkelheit ohne Licht – teils weil das Fahrrad über keine funktionierende
Beleuchtung verfügt (z.B. Mountainbikes), teils weil vorhandenes Licht nicht
eingeschaltet ist. Laut der Straßenverkehrszulassungsordnung (StVZO)
müssen Fahrräder, die im öffentlichen Straßenverkehr bewegt werden,
bestimmten baulichen Vorschriften entsprechen. Dazu gehören:

· Roter Rückstrahler und Rückleuchte
· Zwei gelbe Speichenreflektoren je Laufrad bzw. reflektierender Mantelstreifen
· Gelbe Pedalrückstrahler
· Dynamo
· Weißer Frontreflektor
· Weißer Scheinwerfer
· Klingel
· zwei voneinander unabhängige Bremsen.

Die Beleuchtungseinrichtung muss auch am Tag vorhanden und
betriebsbereit sein.
Gerade im Bereich der Fahrradzubehörindustrie hat sich in den vergangen
Jahren viel getan. Standlicht, effiziente Nabendynamos oder leuchtstarke
Fahrradscheinwerfer, die die gesetzlichen Mindestanforderungen
übertreffen, sind Investitionen in die Sicherheit.
Unsere Tipps für Radfahrer:

· Überprüfen Sie die Beleuchtungseinrichtung am Fahrrad. Sorgen sie
für eine intakte und helle Beleuchtung am Fahrrad und schalten Sie
das Fahrlicht rechtzeitig ein.
· Fahren Sie auf Sichtweite und halten Sie gebührenden Abstand auch
zu Fußgängern.
· Benutzen Sie Radwege.
· Tragen Sie zur besseren Erkennung helle und reflektierende
Kleidung. So werden Sie von anderen Verkehrsteilnehmern aus
größerer Entfernung wesentlich besser und schneller
wahrgenommen.
· Tragen Sie einen geprüften und möglichst mit Reflektoren
ausgestatteten Fahrradhelm. Sie haben keine schützende Hülle aus
Blech oder Airbags, die Sie vor einem Aufprall schützt.
· Fahren Sie vorsichtiger und aufmerksamer als sonst üblich.
· Rechnen Sie mit Fehlern und Unsicherheit anderer
Verkehrsteilnehmer.



Dirk Sauter
Pressesprecher

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