Thüringer Entwicklungsplan Inklusion

Am 11. Juli 2012 fasste der Thüringer Landtag den Beschluss, die Landesregierung mit der Erstellung eines Entwicklungsplans zur Realisierung eines inklusiven Schulsystems zu beauftragen (DS 5/4768). Anlass war die Inkraftsetzung der UN-Konvention über die Rechte von Menschen mit Behinderungen (UN-BRK) im März 2009 und die Verabschiedung des „Thüringer Maßnahmeplans zur Umsetzung der UN-Konvention über die Rechte von Menschen mit Behinderungen“ durch die Landesregierung 2011. Der Auftrag des Landtages gab die Richtung vor: Der „Thüringer Entwicklungsplan zur Umsetzung der UN-Konvention über die Rechte von Menschen mit Behinderungen (Art. 7 und 24) bis 2020“ bezieht die Landes-, die kommunale und die Schulebene sowie wissenschaftlichen Sachverstand und die Beiträge aus der Zivilgesellschaft mit ein. Auf der Grundlage des Landtagsbeschlusses wurden Akteure auf allen Ebenen um Mitarbeit gebeten:"

Erarbeitungsprozess

Die Fraktionen des Thüringer Landtags haben am 11.07.2012 die Landesregierung aufgefordert, bis Juni 2013 einen „Entwicklungsplan zur Realisierung eines inklusiven Bildungssystems … im Sinne der Artikel 7 und 24 der UN-Behindertenrechtskonvention vorzulegen“ (Thüringer Landtag, 5. Wahlperiode, Drucksache 5/4683).

Da die einzelnen Kreise und kreisfreien Städte Thüringens jeweils einen eigenen Stand in der Umsetzung der UN-BRK aufweisen, ist der Thüringer Entwicklungsplan zur Umsetzung der UN-BRK auf eine regional differenzierte Analyse der Ausgangslage und ebenfalls eine regional differenzierte Bestimmung von Entwicklungszielen (jeweils auf Kreisebene) fokussiert. Darüber hinaus fanden die konkreten konzeptionellen Vorstellungen der einzelnen Schulen, die Steuerungsstrategien der Staatlichen Schulämter sowie die Planungsentscheidungen der Schulträger Berücksichtigung. Das bedeutet, dass die – notwendigerweise regional – zu bestimmenden Entwicklungsziele vor Ort von den o.g. Akteuren entwickelt und eingebracht wurden.
Zwei einschlägig ausgewiesene externe Sachverständige wurden mit der Erarbeitung der Beschlussvorlage des Entwicklungsplans beauftragt. Als externe Sachverständige wurden gewonnen:

  • Frau Prof. Dr. rer. nat., phil. Habil. Monika A. Vernooij, Lehrstuhlinhaberin an der Justus-Liebig-Universität Gießen (1990-1997) sowie an der Julius-Maximilian-Universität Würzburg (1997-2011),
  • Frau Christine Pluhar, Referatsleiterin Förderzentren im Ministerium für Bildung und Kultur in Schleswig-Holstein (bis 2012), Vertreterin der KMK (12 Jahre) in der European Agency for Development in Special Needs Education (Europäische Agentur für Entwicklung in der Sonderpädagogischen Förderung).

Beteiligung im Mehrebenenverfahren

"Innerhalb eines sehr kurzen Zeitraums intensiver und partizipativer Arbeit ist es gelungen, den 'Thüringer Entwicklungsplan zur Umsetzung der UN-Konvention über die Rechte von Menschen mit Behinderungen (Art. 7 und 24) bis 2020' zu erstellen, der es dem Freistaat Thüringen ermöglicht, schrittweise und transparent ein inklusives Bildungswesen auf allen Ebenen zu entwickeln. Dieses Vorhaben stellt Thüringen in den nächsten Jahren vor große Herausforderungen. Es gilt, gewachsene Förderstrukturen, erfolgreiche Konzepte und neue Ideen zu einer einheitlichen Rahmenstruktur zusammen zu fassen. Ein wesentlicher Schwerpunkt des „Thüringer Entwicklungsplans zur Umsetzung der UN-Konvention über die Rechte von Menschen mit Behinderungen (Art. 7 und 24) bis 2020“ sind Aussagen und Positionen der Landkreise und kreisfreien Städte zu unterschiedlich regional differenzierten Ausgangslagen und daraus abgeleiteten Handlungsempfehlungen für Infrastruktur und pädagogische Praxis. Diese bilden die Grundlage für die in nächster Zeit zu erarbeitenden regionalen Entwicklungspläne der Gebietskörperschaften.

Mit diesem Mehrebenenverfahren der Erstellung des Entwicklungsplans wurde ein Prozess der harmonisierten Schul,- Regional- und Landesentwicklung angestoßen und in Gang gesetzt, der durch die Beteiligung so vieler Akteure und Institutionen die Chance hat, nachhaltig zu wirken."

Zeitleiste zur Beteiligung im Mehrebenenverfahren

Implementationsstrategie

„Es ist unstrittig, dass die Umsetzung des Entwicklungsplans Inklusion für die nächsten Jahre/Jahrzehnte eine primäre Schwerpunktsetzung und Aufgabe der Bildungspolitik in Thüringen ist. Sehr wichtig und unabdingbar für eine erfolgreiche Umsetzung des Rechtes auf Teilhabe an Bildung und am gesellschaftlichen Leben für Menschen mit Behinderungen ist die Kooperation aller an Bildungsprozessen beteiligten Personen.

Der Entwicklungsplan Inklusion umfasst neben den regionalen Entwicklungsstrategien eine Vielzahl von Maßnahmen und Grundsatzaufgaben, die es konkret durch die Landesregierung zu regeln bzw. umzusetzen gilt.

Ein verantwortungsvolles und effektives Arbeiten der Zuständigen ist daher gefordert. Dieser Prozess wird von einer Steuergruppe unter Federführung des Thüringer Ministeriums für Bildung, Wissenschaft und Kultur begleitet.

Im Rahmen eines Inklusionsforums wird die Kooperation zwischen dem TMBWK und den Schulen in freier Trägerschaft bezogen auf inklusive Bildung verstärkt. Darüber hinaus wird der Beirat „Inklusive Bildung“ zu den Beiratsberatungen jeweils über den aktuellen Sachstand der Umsetzung des Entwicklungsplans Inklusion informiert.  Die Sachstandsdarstellung wird von der Steuergruppe „Umsetzung Entwicklungsplan Inklusion“ zur Verfügung gestellt.


Informationen zum Stand der Umsetzung des Thüringer Entwicklungsplans Inklusion
(Stand: Mai 2017)

Wegweiser

Aktionen

Thueringen Monitor Klein www.bildungsfreistellung.de Kampagne Wegweiser Wir sind Energie-Gewinner.

Serviceportal – Bürger

Services im Zuständigkeitsfinder suchen

Serviceportal – Unternehmen

Services im Zuständigkeitsfinder suchen

Serviceportal – Weitere

Services im Zuständigkeitsfinder suchen

Servicebereich

Publikationen