20.03.2020
Beauftragte für Integration, Migration und Flüchtlinge

Medieninformation 09/2020

Kruppa fordert deutliche Solidarität gegen Rassismus

„Wir brauchen mehr Mut, mehr Mitgefühl, mehr Zivilcourage gegen Rassismus im Alltag – und nicht erst, wenn es wieder Verletzte oder gar Tote gegeben hat,“ fordert die Thüringer Beauftragte für Integration, Migration und Flüchtlinge, Mirjam Kruppa anlässlich des Internationalen Tags gegen Rassismus am 21. März. „Jede und jeder einzelne ist gefragt.“ Rassismus stelle eine der größten Herausforderungen für den Zusammenhalt unserer Gesellschaft dar. „Es ist höchste Zeit für einen deutlichen Schulterschluss mit all jenen, die auf Grund ihrer Hautfarbe, ihrer Sprache oder ihrer Religion tagtäglich mit Beleidigung und Ausgrenzung konfrontiert werden. Und das betrifft in Thüringen viel zu viele“, konstatiert die Beauftragte.

Was alljährlich beispielsweise im Thüringen-Monitor als theoretische Statistik zur Verbreitung rassistischer Ansichten im Freistaat veröffentlicht wird, seien eben nicht nur Zahlen, mahnt Kruppa. „Es sind Haltungen und Handlungen, die unser Miteinander vergiften und – oft still und von der Öffentlichkeit unbemerkt – das Leben für einige in Thüringen zerstören.“ Von derartigen Erfahrungen redeten die Betroffenen meist nicht gerne – wenn, dann eher leise und in Nebensätzen, beschämt. „Denn mit den Beleidigungen und Ausgrenzungen stehen sie allein. In den meisten Situationen stellt sich niemand an ihre Seite,“ bedauert Mirjam Kruppa.

Die Beauftragte kenne viele solcher Begebenheiten. Vom Vater, der seinen Sohn zur Grundschule begleitet und von einem Mitschüler auf die Frage nach dem Weg zum Sekretariat die Antwort erhält, er dürfe nicht mit Flüchtlingen sprechen. Von der Mutter, der eine Dame in der Straßenbahn erklärt, ihre Kinder müssten aufstehen, denn ihr Hund habe in diesem Land mehr Anspruch auf einen Platz als sie. Von der jungen Frau mit Kopftuch, der der Busfahrer die Tür vor der Nase schließt und beim Abfahren lachend zuwinkt. Von dem jungen Mann, der die Schimpfwörter versteht, die im Bus hinter ihm getuschelt werden. Von der älteren Frau in der Fußgängerzone, der ein Passant im Vorbeigehen verächtlich vor die Füße spuckt.

„Hier wünsche ich mir Kolleginnen und Kollegen, Passantinnen und Passanten, Mitmenschen, die nicht schweigen oder wegschauen – sondern hörbar und sichtbar Haltung zeigen,“ so die Beauftragte.

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