26.06.2018
Beauftragte für Integration, Migration und Flüchtlinge

Medieninformation 6/2018

Ausländische Gesundheitsfachkräfte schneller in Arbeitsmarkt integrieren

Die Thüringer Integrationsbeauftragte Mirjam Kruppa mahnt effektivere Verfahren zur Nachqualifizierung und Anerkennung ausländischer Fachkräfte an. In Thüringer Krankenhäusern, Pflegeeinrichtungen und Facharztpraxen fehlt es an Personal. "Daher ist es sowohl aus gesundheits- als auch aus integrationspolitischer Sicht ein großes Anliegen, Fachkräfte, die ihren Abschluss im Ausland erworben haben und die hohen fachlichen Kriterien des Gesundheitswesens erfüllen, den Weg in den Arbeitsmarkt schnellstmöglich zu ebnen“, so Mirjam Kruppa.

Immer wieder erreichen die Beauftragte Berichte, die nahelegen, dass hinsichtlich der Anerkennungsverfahren Optimierungsbedarf besteht. Einige Beispiele: Der ortsansässige 71-jährige Augenarzt aus einer kleinen Gemeinde möchte endlich in den Ruhestand und ist froh, in Dr. H. aus Tunesien einen qualifizierten Kollegen gefunden zu haben. Dr H. wiederum würde die Praxis gern übernehmen. Dafür muss und will er sich einer Kenntnisprüfung stellen, um im Anschluss seine Facharztqualifikation nachzuweisen. Doch die Kenntnisprüfung wird gerade nicht angeboten.

Dr. M. aus Syrien hat in Damaskus über viele Jahre als Arzt eine Kinderklinik geleitet. Jetzt hofft er wenigstens auf die Erlaubnis, auch in Deutschland seinen Beruf auszuüben. Sollte ihm die notwendige Qualifikation nicht zugesprochen werden, wüsste er gern, wo und wie er sich nachqualifizieren kann. Doch der entsprechende Bescheid des Landesverwaltungsamtes steht seit Monaten aus.

Frau V. aus China kann als ausgebildete Kinderkrankenschwester ein Diplom vorweisen. Während des Studiums hatte sie zwar nicht so viele Praktikumszeiten, wie Pflegeschülerinnen während der Ausbildung in Deutschland, dafür bringt sie aber mehr als sieben Jahre Berufserfahrung mit. Da die Praxiszeiten während der Ausbildung jedoch ausschlaggebend für die „Gleichwertigkeit“ sind, erhält sie keine Anerkennung im Beruf.

„Selbstverständlich dürfen die Anerkennungsverfahren nicht auf Kosten der Qualitätssicherung beschleunigt werden. Auch müssen die Sprachkenntnisse geprüft werden, so dass Patientensicherheit gegeben ist“, sagt Kruppa. „Aber es ist im Interesse aller, qualifizierten Fachkräften so schnell wie möglich den Weg in den Arbeitsmarkt zu eröffnen. Es ist daher dringend geboten, die Abläufe zu optimieren, um unnötige Wartezeiten zu vermeiden.“

Am Donnerstag trifft sich Kruppa mit den Ausländer- und Integrationsbeauftragten der anderen ostdeutschen Bundesländer in der Thüringer Landesvertretung in Berlin. Im Austausch mit Fachleuten der Anerkennungsberatung des Netzwerkes Integration durch Qualifizierung will sie Lösungsansätze vergleichen, die Verfahren effizienter zu gestalten.

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