Integration in Thüringen

Integration beschreibt das Zusammenwachsen und Weiterentwickeln der Gesellschaft. Dieser Prozess geschieht fortlaufend, dynamisch und wechselseitig. Integration bindet alle in diesem Bundesland lebenden Menschen ein und umfasst alle gesellschaftlichen Bereiche. Aufgabe und Ziel der Landesregierung ist es Rahmenbedingungen zu schaffen, die das Miteinander und die Teilhabe aller Menschen bestmöglich unterstützen. Die Beauftragte hat die Aufgabe Integration zu erleichtern und zu gestalten.

Offene Gesellschaft (hier klicken)

Eine offene Gesellschaft gibt gesellschaftlicher Vielfalt sowie unterschiedlichen Interessen und Lebensstilen Raum. Sie zeichnet sich durch eine Haltung aus, die Andersartigkeit und Veränderungen annehmen kann – sei es auf der individuellen Ebene oder von Strukturen und Prozessen. Dies gilt ebenso, wenn kulturelle Vielfalt zunimmt.

Thüringen war nie ein homogenes Siedlungsgebiet, sondern immer von kultureller Vielfalt geprägt. Der Freistaat lebt von Zuwanderung. Voraussetzung gelingender Integration ist die grundsätzliche Bereitschaft für ein gesellschaftliches Miteinander, das kulturelle, ethnische, religiöse, weltanschauliche und sprachliche Vielfalt wertschätzt. Diversität wird als Ressource und Chance anerkannt.

In Thüringen unterstützen eine Reihe von Angeboten Interkulturelle Öffnung. Das Thüringer Zentrum für interkulturelle Öffnung als zentrale Plattform präsentiert und vernetzt Angebote im Bereich interkulturelle Öffnung, Internationalisierung und Diversity.

Antidiskriminierung (hier klicken)

Gleichberechtigte Teilhabe setzt die Überwindung jeglicher Ausgrenzung, Diskriminierung, Rassismus und gruppenbezogener Menschenfeindlichkeit voraus. Niemand darf auf Grund von Herkunft, ethnischer Zugehörigkeit, sozialer Stellung, Sprache, politischer, weltanschaulicher- oder religiöser Überzeugung,  Geschlecht,  sexueller Orientierung,  Alter oder einer Behinderung benachteiligt werden. Der Gleichheitsgrundsatz ist im Grundgesetz (Artikel 3 Grundgesetz) und ebenso in der Verfassung des Freistaats Thüringen (Artikel 2) festgelegt. Nach dem sogenannten Antidiskriminierungsgesetz, dem Allgemeinen Gleichbehandlungsgesetz (AGG), ist Diskriminierung strafbar. Seit Anfang 2017 untersucht die Thüringer Enquetekommission „Ursachen und Formen von Rassismus und Diskriminierung in Thüringen sowie ihre Auswirkungen auf das gesellschaftliche Zusammenleben und die freiheitliche Demokratie“.

In Thüringen klärt die Landesantidiskriminierungsstelle (LADS) in der Thüringer Staatskanzlei Interessierte und von Diskriminierung Betroffene über ihre Rechte auf, informiert über Ansprechstellen und begleitet Prozesse im Themenfeld Antidiskriminierung. Im Thüringer Antidiskriminierungsnetzwerk (thadine) haben sich zahlreiche nicht-staatliche Thüringer Vereine und Organisationen zusammengeschlossen. Darüber hinaus bietet die Antidiskriminierungsstelle des Bundes juristische Erstberatung, Antworten auf allgemeine Anfragen sowie eine Vielzahl von Informationen zu den unterschiedlichsten Themenbereichen.

Sprache (hier klicken)

Kommunizieren zu können ist Grundvoraussetzung für das menschliche Miteinander und damit Schlüssel zur Integration. Defizite insbesondere in der sprachlichen Verständigung beschränken den Zugang zur gesellschaftlichen und wirtschaftlichen Teilhabe. Die Landesregierung wirkt daher darauf hin, dass jedem in Thüringen lebenden Menschen die Möglichkeit eröffnet wird, die deutsche Sprache zu lernen beziehungsweise soweit zu fördern, wie es für die Verständigung sowie Ausbildungs- und Berufsplanung erforderlich ist. Neben dem Kursangebot stellt die soziale Anbindung eine wichtige Unterstützung beim Deutschlernen dar. Hier spielt auch das ehrenamtliche Engagement eine wichtige Rolle.

Übersichten zu Sprachkursangeboten und Sprachfördermaßnahmen für Zugewanderte stellt die „AG-Sprache“ des Landesintegrationsbeirates bereit. Eine Übersicht zur Deutschförderung in Thüringen gibt es vom IQ-Netzwerk Thüringen. Das Infoblatt "Sprache muss keine Barriere sein" informiert über Übersetzer- und Dolmetscherangebote in Thüringen.

Sprach- und Integrationskurse

Der Großteil der Sprachvermittlung erfolgt in Integrationskursen (in der Zuständigkeit des BMI und durchgeführt vom BAMF). Hier werden allgemeine Sprachkenntnisse bis zum Niveau B1 sowie Kenntnisse der Rechtsordnung, Kultur und der Geschichte Deutschlands vermittelt. Voraussetzung für die Teilnahme an Integrationskursen sind nach § 44 AufenthG ein dauerhafter Aufenthalt im Bundesgebiet und eine Aufenthaltserlaubnis. Die Kurse sind darüber hinaus nur für Asylsuchende mit sogenannter guter Bleibeperspektive (Eritrea und Syrien) sowie für bestimmte Gruppen Geduldeter geöffnet. Asylsuchende aus anderen Ländern und die meisten Geduldeten haben grundsätzlich keinen Zugang zu den Integrationskursen.

Die Landesregierung hat diese Förderlücke mit dem Sprachförderprogramm „Start Deutsch“ geschlossen. Dieses Programm bietet all jenen Deutschkurse an, die keinen Zugang zu Integrationskursen haben und der Schulpflicht nicht mehr unterliegen - unabhängig von Aufenthaltsstatus und Herkunftsland. Ziel ist es, den Teilnehmenden den Anschluss an weitere Bildungsangebote zu ermöglichen. Über diese informiert das Bundesamt für Migration und Flüchtlinge.

Berufsbezogene Sprachkurse

Die berufsbezogene Sprachförderung verbindet Sprachunterricht mit Elementen der beruflichen Orientierung und Weiterbildung. Zielrichtung ist eine dauerhafte Integration in den ersten Arbeitsmarkt durch aufeinander abgestimmte und aufbauende Sprachförderung von A1 bis C2 einschließlich der Alphabetisierungskurse. Die Zugangsberechtigung zu diesen Sprachkursen auf Basis der Verordnung über die berufsbezogene Deutschsprachförderung (DeuFöV) umfasst an sich nur die Personengruppen, die derzeit auch für Integrationskurse zugelassen werden können.

  • Informationen den Integrationskursen BAMF.

Bildung (hier klicken)

Jeder Mensch in Thüringen hat ein Recht auf Erziehung und Bildung. Außerhalb der Familien sind Kindertageseinrichtungen, Schulen, Berufs- und Hochschulen sowie Einrichtungen der Erwachsenenbildung und der Kinder- und Jugendhilfe die wesentlichen Erziehungs- und Bildungsorte.

Frühkindliche Bildung, Erziehung und Betreuung

Die Kindertageseinrichtung stellt nach der Familie den ersten gesellschaftlichen Ort dar, in dem das Miteinander unterschiedlich geprägter Menschen gelebt wird und kann damit den Grundstein einer gesellschaftlichen Integration bilden.

Ab Vollendung des ersten Lebensjahrs besteht für ein Kind der Rechtsanspruch auf einen Betreuungsplatz in einer Kindertageseinrichtung oder in der Kindertagespflege, sofern es beziehungsweise seine Eltern eine Aufenthaltserlaubnis bzw. Duldung haben. Bei migrationsbedingtem Sprachförderbedarf hat die alltagsintegrierte Sprachförderung in der Kindertageseinrichtung Vorrang vor anderen möglichen Fördermaßnahmen. Sie werden im Bedarfsfall durch Fachkräfte anderer Dienste zusätzlich erbracht.

  • Weitere Informationen zur frühkindlichen Bildung finden sich im FAQ-Bereich des TMBJS.

  • Mehrsprachige Informationen zu Thüringer Kindestagesstätten finden sich in dieser Broschüre

Schulischer Bereich

Die Vollzeitschulpflicht in Thüringen beträgt zehn Jahre. Für aus dem Ausland zugezogene Kinder und Jugendliche beginnt die Schulpflicht drei Monate nach Zuzug. Nach der Grundschulzeit erfolgt das abschlussbezogene Lernen in weiterführenden Schulen (Gemeinschafts-, Gesamt-, Förder-, Regelschulen und Gymnasien). In Thüringen gibt es außerdem Spezialgymnasien und Spezialklassen mit vertiefter mathematisch-naturwissenschaftlicher, musikalischer, sportlicher oder sprachlicher Ausrichtung, für die vor Ort Internate zur Verfügung stehen. Nach der Schulpflicht ist der weitere Bildungsweg abhängig vom Leistungsabschluss.

  • Weitere Informationen zum Schulwesen finden sich auf der Homepage des TMBJS

Nachholen von Bildung und Anerkennung von Schulabschlüssen

Menschen aus anderen Ländern bringen teilweise vollständige Schulabschlüsse aus ihren Herkunftsländern mit. Über das Thüringer Ministerium für Bildung, Jugend und Sport kann geprüft werden, ob diese Abschlüsse einem Thüringer Schulabschluss gleichwertig sind. Die Anerkennung ist oftmals Voraussetzung für eine Berufsausbildung, Weiterbildung oder für ein Hochschulstudium. Jugendlichen ohne nachweislichen Schulabschluss stehen folgende Möglichkeiten zum Nachholen von Bildung offen. allgemeinbildende Schulen (bis ca. 18 Jahre), Berufsvorbereitungsjahr Sprache (BVJS), Berufsvorbereitungsjahr (BVJ), Start Bildung, Start Deutsch, Einstiegsqualifizierung, Schulische Berufsausbildung (siehe unten), duale Berufsausbildung (siehe Link Berufsausbildende Schulen). Diese sind jeweils an bestimmte Voraussetzungen gebunden.

Berufsausbildende Schulen

Das Berufsinformationszentrum (BiZ) der Agentur für Arbeit informiert über Berufe und Ausbildungsmöglichkeiten.

Unter Nachweis bestimmter Voraussetzungen können Auszubildende während der Berufsausbildung an einer Fachschule, Berufsfachschule oder dem Berufskolleg sowie im berufsvorbereitenden Jahr (BVJ und BVJ-S) eine finanzielle Unterstützung durch den Staat erhalten. Diese Berufsausbildungsbeihilfe (BAB) oder eine Förderung nach dem Berufsausbildungsförderungsgesetz (BAföG) müssen beantragt werden.

Duale Berufsausbildung

Die berufsbildenden Schulen in Thüringen eröffnen zahlreiche unterschiedliche Bildungs- und Qualifizierungsmöglichkeiten. Im System der dualen Berufsbildung (BIBB) wird hier das theoretische Wissen vermittelt. Für die Aneignung von praktischen Fähigkeiten sorgt größtenteils der Ausbildungsbetrieb.

Schulische Berufsausbildung

Neben der dualen Berufsausbildung gibt es die schulische Berufsausbildung. Bei einer schulischen Berufsausbildung lernen die Auszubildenden die meiste Zeit an einer Berufsfachschule. Ergänzt wird diese Schulzeit durch Praktika in Unternehmen.

Schulische Berufsausbildungen gibt es vor allem in Gesundheits-, Pflege- und Sozialberufen, aber auch in anderen Bereichen. Sie dauert 1 bis 3 Jahre. Wie die duale Berufsausbildung, endet die schulische Berufsausbildung mit einer Abschlussprüfung.

Anerkennung von Berufsabschlüssen

Eine staatliche Anerkennung von Abschlüssen ist in Deutschland nur für reglementierte Berufe erforderlich. Dies sind vor allem Berufe im Gesundheitsbereich (z.B. Ärzte/Ärztinnen, Krankenschwestern/Krankenpfleger), im sozialen oder pädagogischen Bereich (z.B. Lehrer/Lehrerinnen) sowie teilweise im Handwerk. Wer als qualifizierte Fachkraft in diesen Bereichen arbeiten möchte, muss die Anerkennung seines ausländischen Abschlusses beantragen. Die „Informations- und Beratungsstellen Anerkennung Thüringen“ (IBAT) des Landesnetzwerks IQ Thüringen bieten dazu kostenlos Beratung.

Studieren in Thüringen

Für eine akademische Ausbildung an einer Hochschule (Fach- Kunst- Musikhochschule, Berufsakademie, Duales Studium) oder Universität wird ein Nachweis über die Hochschulreife benötigt. Bürgerinnen und Bürger aus der EU und Ausländerinnen und Ausländer, die eine deutsche Hochschulzugangsberechtigung erworben haben, können sich mit ihrem Abschluss direkt an einer Hochschule ihrer Wahl bewerben. Andere ausländische Studieninteressierte können über das Staatliche Studienkolleg an der Hochschule Nordhausen eine sprachliche und fachliche Vorbereitung auf eine Feststellungsprüfung (Hochschulreife) belegen, um so den Hochschulzugang zu erreichen. Fragen zur Aufnahme eines Studiums beantworten die Studienberatungsstellen und Internationalen Büros (Akademischen Auslandsämter) der Hochschulen. Einen Überblick darüber, welche Hochschule welchen Studiengang anbietet, bietet Campus Thüringen.

Die Bewerbung für örtlich zulassungsbeschränkte Studiengänge erfolgt direkt bei der Hochschule und/oder über www.hochschulstart.de, teilweise auch über www.uni-assist.de.

An einigen Thüringer Hochschulen besteht auch für Geflüchtete die Möglichkeit, sich als Gasthörende einzuschreiben. Hierzu und beispielsweise auch zu Finanzierungsmöglichkeiten und anderen sozialen und wirtschaftlichen Belangen bietet das Studierendenwerk Thüringen Information und Beratung. Die Broschüre „Gemeinsam studieren in Thüringen" beantwortet in mehreren Sprachen weitere Fragen zu Voraussetzungen und Möglichkeiten des Studiums.

Erwachsenenbildung

Erwachsene können bei den Volkshochschulen oder den freien Trägern der Erwachsenenbildung Bildungsangebote wahrnehmen. Es gibt zum Beispiel Alphabetisierungskurse, Deutschkurse für Anfänger und Fortgeschrittene, Integrationskurse (Sprach- und Orientierungskurs), berufsbezogene Deutschförderung (DeuFöV-Kurse) sowie Kurse zum Nachholen von Schulbildung (Start Bildung) und Schulabschlüssen (sogenannte Abendschule). Für Jugendliche gibt es zudem Sprachkurse zur Vorbereitung auf die Berufsschule.

Über das Thüringenkolleg Weimar und das Ilmenaukolleg haben Erwachsene ab 19 Jahren die Möglichkeit, auf dem zweiten Bildungsweg die allgemeine Hochschulreife zu erwerben. Für den Zugang zum Kolleg sind der Realschulabschluss sowie eine abgeschlossene Berufsausbildung oder eine dreijährige Berufserfahrung erforderlich. Außerdem muss eine Eignungsprüfung abgelegt werden.

  • Weitere Informationen zur Erwachsenbildung in Thüringen stellt das TMBJS zusammen.

 

Beschäftigung & Arbeitsmarkt (hier klicken)

Arbeit spielt eine wesentliche Rolle für die Teilhabe am gesellschaftlichen Leben. Kernaufgabe der Arbeitsmarktpolitik bleibt es daher, möglichst allen Menschen Arbeitsmarktzugänge zu ermöglichen. Welche besonderen Angebote darauf ausgerichtet sind, fasst das Arbeitsmarktlexikon ALEX des Förderprogramms IQ zusammen. Weitere Informationen sind hier (TMASGFF) und hier (ZAV) zusammengestellt.

Barrieren Abbauen – Teilhabe vergrößern

Die Agentur für Arbeit bietet Jobberatung und unterstützt bei der Arbeitssuche. Außerdem werden regionale Jobangebote auf der Webseite JOBBÖRSE von der Bundesagentur für Arbeit sowie auf der Thüringer Stellenbörse von der Thüringer Agentur Für Fachkräftegewinnung veröffentlicht.

  • Arbeitsmarktzugang für EU-Bürgerinnen und -bürger

EU-Bürger und EU-Bürgerinnen sowie Staatsangehörige aus Island, Liechtenstein, Norwegen und der Schweiz haben in Deutschland freien Arbeitsmarktzugang.

  • Arbeitsmarktzugang für Drittstaats-Angehörige

Für die meisten anderen Ausländerinnen und Ausländer entscheidet der Aufenthaltstitel bzw. die Ausländerbehörde darüber, ob man in Deutschland arbeiten darf.

  • Arbeitsmarktzugang für Geflüchtete

Für Asylsuchende und Geduldete kann diese Genehmigung  grundsätzlich drei Monate nach ihrer ersten amtlichen Registrierung in Deutschland erteilt werden. Wer eine Arbeit gefunden hat, muss in der Regel bei der zuständigen Ausländerbehörde die Erlaubnis beantragen. Weiter Informationen dazu sind hier zusammengestellt (LINK z.B. zu https://www.ibs-thueringen.de/projekte/ivaf-netzwerk-bleibdran/infomaterial/)

Das Deutsche Rote Kreuz e. V. und der Informationsverbund Asyl & Migration haben über Rahmenbedingungen und Voraussetzungen für den Arbeitsmarktzugang von Geflüchteten eine Broschüre herausgegeben. Eine weitere Unterstützung bietet die Arbeitshilfe „Basiswörter zum Arbeitsrecht“ des DGB. Einen guten Überblick gibt das Handbuch „Wie kann ich Geflüchtete bei der Arbeitssuche unterstützen“. Als einführende Literatur empfiehlt sich der „Leitfaden zu Arbeitsmarktzugang und –förderung für Flüchtlinge“ der vom BMAS herausgegeben wird.

Berufsausbildung: Perspektive eröffnen

EU-Bürgerinnen und EU-Bürger können uneingeschränkt eine Ausbildung in Thüringen beginnen. Gleiches gilt für Staatsangehörige aus Island, Liechtenstein, Norwegen und der Schweiz sowie für Ausländerinnen und Ausländer, die einen uneingeschränkten Arbeitsmarktzugang haben. Für andere Ausländer und Ausländerinnen entscheidet die Ausländerbehörde über die Erlaubnis zur Aufnahme einer betrieblichen oder schulischen Ausbildung nach bestimmten Kriterien. Geduldete Asylsuchende können eine Ausbildung aufnehmen. Ihr Aufenthalt ist dann durch die Ausbildungsduldung gesichert. Weitere Informationen zur Ausbildungsduldung finden sich hier: Flüchtlingsrat Thüringen. Eine Übersicht zu Fördermöglichkeiten während der Ausbildung für Geflüchtete ist hier zusammengestellt: einwanderer.net

Nach erfolgreichem Abschluss der Berufsausbildung erhalten ausländische Ausgebildete einen Aufenthaltstitel über 12 Monate zur Arbeitssuche. In dieser Zeit dürfen sie jede Tätigkeit aufnehmen, um ihren Lebensunterhalt zu sichern. Sobald ein Arbeitsvertrag für eine der Qualifikation passende Anstellung geschlossen wird, kann durch die zuständige Ausländerbehörde der entsprechende Aufenthaltstitel erteilt werden.

Beratung bei der Erstellung von schriftlichen Bewerbungen bietet in Thüringen das Welcome Center Thuringia der ThAFF.

 

Gesundheit (hier klicken)

Grundsätzlich stehen allen in Thüringen lebenden Menschen die gleichen gesundheitlichen Versorgungsangebote zur Verfügung. Sie werden durch Krankenversicherungen finanziert. Auch Zugewanderte aus EU-Ländern, die nicht sozialversichert sind und keinen Anspruch auf Unterstützung nach SGB II besitzen, unterliegen einem gesetzlichen Versicherungsschutz.

Allerdings legt das Asylbewerberleistungsgesetz Beschränkungen im Zugang zu Gesundheitsleistungen für Asylsuchende fest. Diese enden grundsätzlich nach einem 15-monatigen Aufenthalt im Bundesgebiet. Asylsuchende in Thüringen erhalten eine elektronische Gesundheitskarte (eGK), mit der sie im Bedarfsfall unmittelbar ärztliche Hilfe in Anspruch nehmen können. Weiterführende Informationen bietet der Flüchtlingsrat Thüringen e.V.

Bei der Suche nach der passenden medizinischen Hilfe bietet u. a. die Kassenärztliche Vereinigung Thüringen Orientierung.

Neu Zugewanderte haben auf Grund von sprachlichen Barrieren, Verständnisschwierigkeiten in Bezug auf die Organisation des Gesundheitswesens und kultureller Unterschiede zum Teil eingeschränkten Zugang zur Gesundheitsversorgung.

Um die sprachlichen Hürden zu überwinden, bietet die Landesregierung mit dem „Landesprogramm Dolmetschen“ allen Thüringer Ärztinnen und Ärzten die Nutzung eines Videodolmetschers in über 30 Sprachen.

Eine Linkliste mit mehrsprachigen Gesundheitsinformationen für Flüchtlinge und Fachpersonal bietet der Infodienst Migration, Flucht und Gesundheit.

Diverse Schulungsangebote zur interkulturellen Kompetenz bieten medizinischem Fachpersonal Unterstützung.

Hilfe für traumatisierte Flüchtlinge

Außergewöhnlich bedrohliche und schmerzhafte Erfahrungen im Heimatland oder während der Flucht können Geflüchtete nachhaltig belasten und als posttraumatische Belastungsstörung zu einer psychischen Krankheit führen.

Bei Anzeichen einer Traumatisierung sollte möglichst schnell qualifizierte Hilfe in Anspruch genommen werden. Der Verein refugio thüringen e.V. betreibt ein Beratungs- und Psychotherapiezentrum. Die Ipso gGmbH bietet eine psychosoziale Online-Beratung.

Wohnen (hier klicken)

Alle in Thüringen lebenden Menschen haben den gleichen Zugang zu Wohnraum, darunter fallen auch alle Menschen mit Migrationshintergrund. Ausgenommen sind Asylsuchende und geduldete Menschen, diese können ihren Wohnsitz in der ersten Zeit ihres Aufenthalts nicht selbst wählen. 

Menschen mit Migrationshintergrund kann es trotz ihrer gesetzlichen Gleichstellung mit Deutschen schwer fallen, geeigneten Wohnraum für sich und ihre Familie zu finden. Gründe dafür sind möglicherweise prekäre finanziellen Lagen, mangelnde Sprach- und Ortskenntnisse sowie Vorurteile und Vorbehalten seitens potenzieller Vermieterinnen und Vermieter (Leitfaden der Antidiskriminierungsstelle des Bundes).

Auch Menschen mit Migrationshintergrund profitieren von Maßnahmen, welche die soziale Integration (Einheimischer und Zugewanderter) Sozialbenachteiligter in ihrem jeweiligen Sozial- und Wohnumfeld unterstützen und auf struktureller Ebene Armutslagen entgegenwirken sollen. Hierzu zählen die Programme ThINKA, ThILIK und Planungskoordination.

Hilfe bei der Wohnungssuche bieten die örtlichen Migrationsberatungsstellen.

Gesellschaftliche Teilhabe (hier klicken)

Für eine gelingende Integration müssen Migrantinnen und Migranten die Möglichkeit haben, an sozialen, gesellschaftlichen, beruflichen, kulturellen und politischen Gestaltungsprozessen mitzuwirken.

Sprach- und Integrationsmittlung

Viele Zugewanderte sehen sich gerade am Anfang ihres Aufenthalts sprach- und kulturbedingten Verständigungsbarrieren ausgesetzt. Dies erschwert ihre Integration in die verschiedenen Gesellschaftsbereiche und schränkt ihre Teilhabechancen beispielsweise im Bildungs-, Gesundheits- und Sozialsystem erheblich ein.

Um beispielsweise bei Behörden, Beratungsstellen oder im Krankenhaus die Verständigung zu gewährleisten bietet der Freistaat als erstes und bislang einziges Bundesland allen wesentlichen Einrichtungen die Nutzung einer telefonie- und videobasierten Dolmetscherflatrate an. Darüber kann innerhalb von kürzester Zeit in über 30 Sprachen das Gespräch durch einen über Internet oder telefonisch zugeschalteten Dolmetschdienst simultan übersetzt werden.

Je nach Gesprächssituation kann die Anwesenheit einer Übersetzerin oder eines Übersetzers, der vor Ort nicht nur rein sprachlich sondern auch kultursensibel vermittelt, unabdingbar sein. Dafür stehen in Thüringen seit einigen Jahren Sprach- und Integrationsmittlerinnen und -mittler zur Verfügung.

Die Übersicht „Sprache muss keine Barriere sein“ [interner Link zu Publikationen] zu Übersetzenden und Dolmetschenden, die in Thüringen aktiv sind, stellt die Thüringer Staatskanzlei zur Verfügung. Das Goethe Institut bietet auf dem Internetportal „Mein Weg nach Deutschland“ Informationen zur deutschen Sprache und Kultur.

Bürgerschaftliches Engagement

So vielfältig, wie das freiwillige Engagement selbst, sind auch die Bezeichnungen dieser Tätigkeiten: Ehrenamt, Freiwilligendienst oder bürgerschaftliches Engagement sind oft genannte Begriffe. Diese Arbeit ist erfolgt aus freien Stücken, oft unbezahlt und gemeinwohlorientiert. Sie findet häufig in Anbindung an, Begleitung von und Ergänzung zu professionellen Strukturen statt.

Weitere Informationen und Akteure sind im Themenbereich Ehrenamt

Religion

Als Staat ist der Freistaat Thüringen in religiöser und weltanschaulicher Hinsicht neutral.

In Bindung an das Grundgesetz (Artikel 1 Absatz 2 Grundgesetz) und die Landesverfassung gewährleistet die Landesregierung die Freiheit des Glaubens, die Freiheit des religiösen Bekenntnisses sowie die ungestörte Religionsausübung und wahrt die paritätische Gleichbehandlung von Religionsgemeinschaften. Religionsfreiheit umfasst dabei auch die Freiheit, eine Religionszugehörigkeit zu wechseln oder keine Religion auszuüben. Die Religionsfreiheit findet ihre Grenzen, wenn gegen das deutsche Rechtssystem verstoßen wird oder gleichwertige Rechtsgüter entgegenstehen (z. B. Menschen und Persönlichkeitsrechte).

Die religiöse Vielfalt in Thüringen nimmt sowohl im Allgemeinen als auch innerhalb der einzelnen Religionsgemeinschaften zu, nicht zuletzt auch auf Grund der Zuwanderung. Alle Religionsgemeinschaften sind selbstverständlicher Teil der Zivilgesellschaft.

Sport

Sport verbindet unterschiedliche gesellschaftliche Gruppen aller Altersklassen miteinander. Sportliche Leistungen werden gemeinsam erbracht, Erfolge oder Niederlagen zusammen erlebt. Aus dem Thüringer Breiten- und Leistungssport sind Menschen mit Migrationshintergrund nicht wegzudenken. Unter dem Dach des Landessportbundes Thüringen (LSB) sind über 3.400 gemeinnützige Sportvereine Anlaufstelle für all diejenigen, die sportlich aktiv sein möchten. Bei der Integration von Menschen mit Migrationshintergrund kommt dem vom LSB verantworteten Bundesprogramm „Integration durch Sport“ große Bedeutung zu. Die Teilnahme an sportlichen Aktivitäten bringt Menschen unabhängig ihrer Sprachkenntnisse aufgrund gemeinsamer Interessen und Ziele zusammen. Kontakte und Freundschaften bilden die Grundlage für die Integration in das gesamte gesellschaftliche Leben.

Kunst & Kultur

Kunst und Kultur leben schon immer von der internationalen Dimension. Als Ausdrucksform verbindet und kommunizier Kunst – oft auch unabhängig von Sprache. Welchen Gewinn ein gesellschaftliches Miteinander birgt, wird daher in diesem Bereich besonders veranschaulicht. Der interkulturelle Austausch trägt entscheidend dazu bei, Zugänge und Verständnis füreinander zu erhöhen.

Die Kunst und Kulturlandschaft in Thüringen bietet viele unterschiedliche Eindrücke kultureller Vielfalt und gelebten interkulturellen Miteinanders. Hier zeigen sich viele Möglichkeiten, um gemeinsam kreativ zu werden und neue Wege zu gehen. Die Landesregierung fördert die kulturelle Vielfalt der Kunst und würdigt sie als vorbildlich dafür, wie bereichernd das Miteinander unterschiedlicher Kulturen für die Gesellschaft ist.

Fördermöglichkeiten kultureller Projekte bietet die TSK

Politisches Engagement

Das politische Mitbestimmungsrecht nicht deutscher Zugewanderter ist eingeschränkt: Sie dürfen bei Bundestags- und Landtagswahlen nicht wählen. Bei Kommunalwahlen dürfen neben deutschen Staatsangehörigen nur weitere EU-Bürgerinnen und –Bürger ihre Stimme abgeben.

In einigen Gemeinden bzw. Landkreisen bieten Integrations-, Migrations- und Ausländerbeiräte Menschen mit Migrationshintergrund Möglichkeiten der politischen Beteiligung. Gleichzeitig stehen die Beiräte als Interessensvertretung in den Städten oder Kommunen zur Verfügung.

In Thüringen setzen sich zudem zahlreiche Migrantinnen- und Migrantenorganisationen (MO) tagtäglich für kulturelle und gesellschaftliche Vielfalt ein. Ihre Aktivitäten reichen von der Organisation von Kulturveranstaltungen über das Angebot von Sprachkursen bis hin zu Veranstaltungen und Workshops für Kinder und Jugendliche. Ehrenamtlich tätige Migrantinnen und Migranten in Vereinen, Netzwerken und Initiativen übernehmen eine entscheidende Brückenfunktion. Sie kennen die Bedürfnisse ihrer Mitglieder und bieten der Vielfalt an Kulturen, Sprachen und Religionen Orte und Möglichkeiten sich einzubringen und zu entfalten.

Seit seiner Gründung im Mai 2015 engagiert sich das Landesnetzwerk der Migrantenorganisationen in Thüringen – MigraNetz Thüringen für die Förderung kultureller Vielfalt. Migranetz besteht derzeit aus 27 Mitgliederorganisationen und hat sich zum Ziel gesetzt, das Engagement von Zugewanderten an der Gestaltung der Migrations-, Entwicklungs- und Integrationspolitik in Thüringen sichtbar zu machen und zu stärken. Das Landesnetzwerk bietet Qualifizierungsangebote in den Bereichen Vereins- und Projektmanagement, Öffentlichkeitsarbeit sowie Förder- und Finanzierungsmöglichkeiten.

In der Broschüre „Migrantinnen- und Migrantenorganisationen in Thüringen – Brücken des Zusammenlebens“ stellt das Büro der BIMF die verschiedenen Organisationen in Thüringen vor. Darüber hinaus werden Landesnetzwerke, Dachverbände sowie Integrations-, Migrations- und Ausländerbeiräte als weitere wichtige Akteure für migrantisches Engagement aufgeführt. Die Broschüre lädt ein, sich zu vernetzen, hilft bei der Suche nach Ansprechpersonen und gibt Tipps für die Arbeit von Migrantinnen- und Migrantenorganisationen.

 


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Das Thüringer Integrationskonzept

Im Sommer 2016 hatte die Thüringer Landesregierung die Eckpunkte ihrer Integrationspolitik beschlossen mit dem Ziel, ein gutes Miteinander der Einheimischen und Zugewanderten zu fördern. Um die darin beschriebenen Leitlinien und Ziele mit Leben zu füllen, wurde ein neues Integrationskonzept erstellt.

Akteurinnen und Akteure der Integrationsarbeit in Thüringen haben in fünf Regionalkonferenzen und in Zuschriften der Beauftragten für Integration, Migration und Flüchtlinge ihre Meinungen und Vorschläge mitgeteilt. Das Ergebnis wurde in einer Forumskonferenz am 16. Dezember 2016 Vertretern landesweiten Träger und Ministerien präsentiert und gemeinsam diskutiert.

Die Anregungen der Akteurinnen und Akteure wurden berücksichtigt und der Entwurf des Integrationskonzepts wurde dem Thüringer Ministerium für Migration, Justiz und Verbraucherschutz mit der Bitte übergeben, im Rahmen einer Ressortabstimmung den anderen Ministerien Gelegenheit zur Stellungnahme zu geben. Abschließend hat das Kabinett darüber entscheiden.

Das hier präsentierte - fertige - Konzept ist nicht das Ziel, aber ein wichtiger Schritt auf dem Weg gelingender Integration. Es soll als Kompass und Maßband dienen, um den Prozess voranzubringen – für ein gutes Miteinander!

Integrationk Integrationskonzept

Maßnahmetabelle zum Integrationskonzept
Bestehende landesfinanzierte Maßnahmen zur Integration in Thüringen lebender Zugewanderter


Das Beteiligungsverfahren zum Integrationskonzept - Protokolle

Dialogkonferenz Mühlhausen
Protokoll der Dialogkonferenz in Mühlhausen, 08.11.2016

Dialogkonferenz Meiningen
Protokoll der Dialogkonferenz in Meiningen, 15.11.2016

Dialogkonferenz Gera
Protokoll der Dialogkonferenz in Gera, 30.11.2016

Dialogkonferenz Erfurt
Protokoll der Dialogkonferenz in Erfurt, 05.12.2016

Dialogkonferenz Jena
Protokoll der Dialogkonferenz in Jena, 08.12.2016

Fachforum Erfurt
Protokoll des Fachforums in Erfurt, 16.12.2016

Schreibende Hand Gesamtprotokoll Abschlussbericht zum Beteiligungsverfahren

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