Aktuelle Informationen aus Weimar

Ausstellung "Arisierung in Thüringen" im Foyer des Hauptstaatsarchivs Weimar

Ausstellung zur "Arisierung in Thüringen" im Foyer des Hauptstaatsarchivs Weimar, Marstallstraße 2 (Foto: Gabriele Krynitzki) "Arisierung" – Ein Stück deutscher Geschichte, oder wirksam bis heute?
Vortrag von Armin H. Flesch zu "Die Erben der Arisierung" sowie Eröffnung der Ausstellung "Arisierung in Thüringen" am Montag, 5. November 2018, ab 17:00 Uhr im Foyer des Hauptstaatsarchivs Weimar, Marstallstraße 2 (Eintritt frei)

Anordnung des Oberfinanzpräsidenten Thüringen vom 14. August 1942, das Vermögen der Kammersängerin Jenny Fleischer-Alt nach deren Selbstmord angesichts der bevorstehenden Deportation in ein Konzentrationslager zugunsten des Reichs einzuziehen.

Anordnung des Oberfinanzpräsidenten Thüringen vom 14. August 1942, das Vermögen der Kammersängerin Jenny Fleischer-Alt nach deren Selbstmord angesichts der bevorstehenden Deportation in ein Konzentrationslager zugunsten des Reichs einzuziehen

Quelle: Landesarchiv Thüringen- Hautstaatsarchiv Weimar, Der Oberfinanzpräsident Thüringen Nr. 699, Bl. 143.

Jenny Fleischer-Alt und ihr Ehemann, der Maler Professor Fritz Fleischer (um 1900)

Jenny Fleischer-Alt und ihr Ehemann, der Maler Professor Fritz Fleischer (um 1900)

Quelle: Landesarchiv Thüringen- Hautstaatsarchiv Weimar, Nachlass Jenny Fleischer-Alt.

Topf & Söhne Erfurt Nr. 266
Schüttfeuerung der Dresdner Preßhefen- und Spiritusfabrik J. L. Bramsch Dresden: LATh – HStA Weimar, J. A. Topf & Söhne Nr. 266, Bl. 1r

Industriefotografie in Thüringen - Fotos von "J. A. Topf & Söhne" digitalisiert

Am 19. September 2018 wurde im Rahmen einer Podiumsdiskussion die Homepage www.topfundsoehne-fotos.de für die Fotos der Firma J. A. Topf & Söhne in Erfurt freigeschaltet. Diese Homepage ist das Ergebnis eines Gemeinschaftsprojekts zur Industriefotografie des Hauptstaatsarchivs Weimar und dem Lehrstuhl Historische Anthropologie an der Universität Erfurt unter Leitung von Prof. Dr. Alf Lüdtke sowie der Thüringer Universitäts- und Landesbibliothek.

Der Firmenname J. A. Topf & Söhne in Erfurt steht wie kaum ein anderer für die Mitschuld der Wirtschaft an dem durch die Nationalsozialisten in vielerlei Weise industriell betriebenen Massenmord. Das am 1. April 1885 als J. A. Topf & Söhne, Spezialgeschäft für Heizungsanlagen, Brauerei- und Mälzereieinrichtungen neu gegründete ehemalige Familienunternehmen betrieb als Nebenzweig der Produktion die Herstellung von Krematorien für kommunale Friedhöfe und Verbrennungsöfen für Krankenhäuser. Ab 1939 errichtete die Firma im Auftrag der SS in mehreren Konzentrationslagern – darunter Auschwitz und Buchenwald – Krematorien zum Verbrennen der Leichen der ermordeten oder auf andere Art ums Leben gekommenen Häftlinge sowie Lüftungsanlagen für Gaskammern. Sie trägt damit eine Mitverantwortung an der industriell organisierten Massenvernichtung von Menschen durch die Nationalsozialisten.

Die Firma hatte insbesondere für die betriebsinterne Dokumentation und Werbezwecken Fotos von zahlreichen ihrer Produkte, Industrieanlagen, dem Werksgelände sowie von Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern anfertigen lassen. In den letzten Jahren wurden durch Studierende rund 2.700 Fotografien aus dem Weimarer Bestand "J. A. Topf & Söhne" erfasst, erschlossen und digitalisiert. Durch das Hauptstaatsarchiv wurden die Erschließungsinformationen 2017/18 überarbeitet und für die Präsentation vorbereitet. Der Öffentlichkeit wird damit ein wichtiges Beispiel der Industriefotografie in Thüringen zur Auswertung zur Verfügung gestellt.

Im Internet werden nun zunächst 370 Fotos präsentiert, die sich durch einen entsprechenden Aufdruck eindeutig als Werkfotos nachweisen lassen, für deren Nutzung das Landesarchiv Thüringen in der Nachfolge des im Jahr 1996 in Konkurs gegangenen Betriebs steht. Derzeit wird geprüft, an welchen weiteren Fotos ein eindeutiges Nutzungsrecht des Archivs nachweisbar ist, um auch diese in das Portal einzustellen.

www.topfundsoehne-fotos.de
Projekthomepage Fotos "J. A. Topf & Söhne"

Online-Findbuch Bestand "J. A. Topf & Söhne"
im Archivportal Thüringen

Blick auf die Lesebühne
Vlnr: Nike Wagner, Daphne Wagner, Prinzessin Leonie von Sachsen-Weimar-Eisenach, Franka Günther (Foto: Nicolas Dufetel)

Briefwechsel Großherzog Carl Alexander mit Franz Liszt

Lesung mit Musik am 23. Juni 2018 im Weißen Saal des Residenzschlosses in Weimar

Großherzog Carl Alexander und Franz Liszt pflegten von 1845 bis zum Tode des Komponisten im Jahr 1886 eine umfangreiche Korrespondenz. Im Hauptstaatsarchiv Weimar und im Goethe- und Schiller-Archiv werden fast 600 Briefe aufbewahrt, die Zeugnisse ihres intensiven Gedankenaustauschs und ihrer Vision für Weimar sind. Es geht u.a. um die Wiedergeburt der Wartburg, die Einrichtung einer Goethe-Stiftung sowie einer Shakespeare-Gesellschaft, die Wiedergeburt des Palmenordens und den Bau des Großherzoglichen Museums. Darüber hinaus berührt der Briefwechsel auch wichtige Aspekte der Geschichte Thüringens und Deutschlands in der Zeit der nationalen Einigung.

Ihr gemeinsames Bestreben war es, die intellektuellen und künstlerischen Traditionen der Residenzstadt Weimar neu zu beleben. Um zu diesem Ziel zu gelangen, galt es, die kulturellen Eliten nach Weimar zu ziehen und die großen Talente der Zukunft zu protegieren. Liszt war der Kulturagent des Großherzogs, bei seinen Reisen durch Europa stets auf der Suche nach Talenten und bedeutenden Werken der Kunst. Er nannte ihn sogar seinen "geheimen" oder seinen "intimen Minister".

Der Briefwechsel zwischen Großherzog Carl Alexander und Franz Liszt wurde ganz überwiegend auf Französisch geführt, die Lingua franca dieser Zeit.

Blick auf die Bühne zur Begrüßung
Prinz Michael, Chef des Hauses Sachsen-Weimar-Eisenach bei der Begrüßung der Gäste (Foto: Nicolas Dufetel)

Eine Transkription des gesamten Briefwechsels unternahm ab 2011 der Musikwissenschaftler Dr. Nicolas Dufetel, ermutigt vom großen Weimarer Liszt-Forscher Prof. Dr. Detlef Altenburg, der während des Vorhabens unerwartet verstarb. In Frankreich erscheint nun demnächst diese wissenschaftliche Edition. Altenburgs Wunsch war es, die Briefe der Wissenschaft auch in deutscher Übersetzung zur Verfügung zu stellen. Gemeinsam präsentieren deshalb die Klassik Stiftung Weimar, die Hochschule für Musik Franz Liszt Weimar und das Landesarchiv Thüringen den gesamten Briefwechsel digital und online im Original und in Übersetzung (Franka Günther, Weimar), kommentiert von Dr. Thomas Radecke, Jena-Weimar zum Jahresende 2018 im Digitalen Archiv des Landesarchivs Thüringen unter

http://www.briefe-carlalexander-franzliszt.de/

Im Vorgriff darauf fand am Vorabend des 200. Geburtstags von Großherzog Carl Alexander eine Lesung aus den Briefen statt. Es lasen die Ur-Ur-Enkelinnen der Briefschreiber Daphne und Nike Wagner sowie Prinzessin Leonie von Sachsen-Weimar-Eisenach. Die Lesung wurde begleitet durch Studierende der Musikhochschule, die Musikstücke einstudiert hatten, die Liszt Carl Alexander widmete oder von diesem in Auftrag gegeben wurden.

 

 

Theaterzettel-Ausstellung 2018

‚Zettel, die die Welt bedeuten‘ – Ausstellung zu Weimarer Theaterzetteln von 1754–1990 im Marstall

Das Onlineportal theaterzettel-weimar.de zeigt seit Anfang 2016 Theaterzettel u. a. historische Materialien des Hoftheaters und Deutschen Nationaltheaters Weimar. Dokumentiert werden sämtliche Sparten vom Sprechtheater über das Musiktheater und Ballett bis hin zu den öffentlichen Konzerten. Dazu wird im Hauptstaatsarchiv Weimar, Marstallstraße 2, derzeit eine kleine Auswahl im Eingangsbereich präsentiert.

Es handelt sich bei den Weimarer Quellen um einen im deutschen Sprachraum beispiellos vollständigen Bestand von Theaterzetteln, Programmheften und Plakaten sowie unveröffentlichten Spielplänen und Theaterinterna wie Bühnenbild- und Kostümentwürfen.

Das Onlineportal bietet eine einfache Suche sowie eine Experten-Recherche nach Personen, Werken und Aufführungen für allgemeine Nutzer, aber auch für Forscher aus dem Bereich der Literatur-, Theater- und Musikwissenschaft.

Informationsmaterial

Flyer zum Theaterzettelportal
Informationen über das Projekt, die Portalfunktionen und den Inhalt der Theaterzettel zum Herunterladen und Ausdrucken (A3-Format empfohlen)

Berichterstattung in den Medien

"50.000 Zettel erzählen Geschichten vom Weimarer Theater"
Beitrag von Lavinia Meier-Ewert in der "Thüringer Allgemeine" vom 13. Februar 2016

Neues Online-Portal: Weimarer Theaterzettel
Fernsehbeitrag von salve.tv vom 28. Januar 2016

 

Reparatur- und Matritzenbau-Werkstatt der Porzellanfabrik Hermsdorf-Klosterlausnitz um 1900

Ausstellung "Industrialisierung und soziale Bewegungen in Thüringen um 1800-1918"

Ab dem 26. April 2018 zeigt das Hauptstaatsarchiv Weimar eine Ausstellung im Rahmen des Themenjahres "Industrialisierung und soziale Bewegungen":

Erfindergeist, Dampfmaschinen, Eisenbahn, Energiegewinnung, Kommunikation, Betriebseisenbahnen, Export, Landesherrliche Förderung, Finanzen, Patente und Warenzeichen, Werbung und Messen sowie Fabrikgebäude sind die vielgestaltigen Themenbereiche des ersten Teils der Ausstellung, der den wirtschaftlichen Aspekten der Industrialisierung gewidmet ist.

Die Ausstellung im Hauptstaatsarchiv Weimar, Marstallstraße 2, ist geöffnet von Montag bis Mittwoch und am Freitag von 8 bis 16 Uhr sowie donnerstags von 8 bis 18 Uhr. Der Eintritt ist frei.

Flyer zur Ausstellung (567.4 kB)
PDF-Dokument ist nicht barrierefrei.

 

 

Theaterzettel Schrift

An der Quelle – fast 1200 neue Theaterzettel von 1838–1900 im Nachlass Großherzog Carl Alexanders gefunden

Das Portal theaterzettel-weimar.de zeigt seit 27. Januar 2016 Theaterzettel des Weimarer Hoftheaters sowie des Deutschen Nationaltheaters. Dokumentiert werden sämtliche Sparten vom Sprechtheater über das Musiktheater und Ballett bis hin zu den öffentlichen Konzerten.

Es handelt sich dabei um einen im deutschen Sprachraum beispiellos vollständigen historischen Bestand von Theaterzetteln, Programmheften und Plakaten sowie unveröffentlichten Spielplänen und Theaterinterna wie Bühnenbild- und Kostümentwürfen.

Skizze
Skizze "Die Pantoffelprobe" aus dem Nachlass Großherzog Carl Alexanders (Landesarchiv Thüringen - Hauptstaatsarchiv Weimar, Großherzogliches Hausarchiv A XXVI Nr. 1557, Bl. 19r)

Einen ‚blinden Fleck‘ bildeten hierbei bislang die in den Schlössern Weimar, Belvedere und Ettersburg aufgeführten Hofkonzerte sowie Schauspiele, Opern und für höfische Repräsentation so bedeutenden ‚Lebenden Bilder‘, die nur aus zeitgenössischen Erwähnungen bekannt waren.

Solche finden sich nicht zuletzt in den Briefwechseln der kulturellen Eliten, unter denen derjenige zwischen Franz Liszt und Carl Alexander von Sachsen-Weimar-Eisenach anlässlich des 200. Geburtstags des Großherzogs auf Französisch und Deutsch zur Veröffentlichung vorbereitet wird. Herausgeber wird der französische Musikwissenschaftler Nicolas Dufetel sein, der im Zuge jahrelanger Forschung im Privatnachlass Carl Alexanders nun auch auf fast 1200 gedruckte und handschriftliche Theaterzettel und Textbücher, aber auch einige Skizzen gestoßen ist.

Diese Quellen sollen künftig das Weimarer Theaterzettelportal um den nicht öffentlichen, inneren Zirkel der höfischen Theaterkultur ergänzen und so eine weitere bisher verborgene Seite Weimarer Kulturgeschichte ganz im Detail digital erschließen. So zeigt die Abbildung das letzte Bild "Die Pantoffelprobe" aus Eduard Stiegmanns "Weihnachts-Komödie (für Kinder von 6 - 60 Jahren) mit Gesang und Tanz" Aschenbrödel oder Der gläserne Pantoffel, die nach höfischer Erprobung sodann von 1903 bis 1939 82 öffentliche Aufführungen erlebte.

Theaterzettel (Ausschnitt) Aschenbrödel 1903 Theaterzettel Aschenbrödel oder Der gläserne Pantoffel
von der öffentlichen Erstaufführung 1903 im Theaterzettelportal.
Das Portal bietet eine einfache Suche und eine Experten-Recherche nach Personen, Werken und Aufführungen für allgemeine Nutzer, aber auch für spezialisierte Forscher aus dem Bereich der Literatur-, Theater- und Musikwissenschaft.

Flyer zum Theaterzettelportal (403.7 kB)
Informationen über das Projekt, die Portalfunktionen und den Inhalt der Theaterzettel zum Herunterladen und Ausdrucken (A3-Format empfohlen)
PDF-Dokument ist nicht barrierefrei.

 

 

Die Notfallübung aus der Vogelperspektive

Notfallübung der Weimarer Kultureinrichtungen

Am Abend des 18. Mai 2017 fand am Weimarer Stadtschloss und in der dazugehörigen Bastille eine gemeinsame Notfallübung der Weimarer freiwilligen Feuerwehren, der Berufsfeuerwehr und der im Notfallverbund Weimar zusammengeschlossenen Kultureinrichtungen statt. Begleitet wurde die Übung durch die Polizeiinspektion Weimar. Der Schwerpunkt lag hierbei im Bergen von Kulturgut durch die Feuerwehren nach erfolgter Menschenrettung und Brandbekämpfung. Dabei wurde das Zusammenspiel zwischen Notfallverbund und Feuerwehr geprobt. 

Während bei bisherigen Übungen die Alarmierung der Belegschaften der Kultureinrichtungen und das Bergen und Erstversorgen von Kulturgut durch den Notfallverbund im Mittelpunkt stand, lag bei dieser Übung der Fokus in der Demonstration und Erläuterung der durchgeführten Maßnahmen der Feuerwehren gegenüber den Verantwortlichen im Notfallverbund.

 

Die an der Notfallübung Beteiligten bei der Absprache

Zusätzlich hatten die Kameraden der Wehren die Aufgabe, im unbekannten Gebäude vom Notfallverbund ausgewähltes und genau benanntes und beschriebenes Kulturgut in Auswahl zu bergen. Es zeigt sich erneut, dass eine gute und vertrauensvolle Zusammenarbeit zwischen Notfallverbund, Feuerwehren  und der Polizei  die Voraussetzung für eine funktionierende  Notfallbewältigung ist.

"Luxemburger in der Polizei des NS-Staates" – vom 5. April bis 11. Mai 2017 Ausstellung in der Vertretung des Freistaates Thüringen in Berlin

Von 1940 bis 1945 standen ehemalige Angehörige der Luxemburger Freiwilligen-Kompanie im Dienst der Deutschen Polizei. Die Ausbildung der ca. 450 Männer erfolgte vom Dezember 1940 bis Mai 1941 in Weimar. Während ein Teil danach in andere Standorte kam, verblieben über 200 Luxemburger zunächst in Weimar. Schließlich erfolgte ihre Aufteilung auf verschiedene Einheiten der Ordnungspolizei, die im Reich und den besetzten Gebieten zum Einsatz kamen.

Die Geschichte der Luxemburger Freiwilligen-Kompanie und der opferreiche Weg dieses Verbandes im II. Weltkrieg steht somit zwischen Täterschaft und Teilnahme an Verbrechen, Kollaboration, Desertion und Widerstand. Der Spannungsbogen reicht vom Mythos der Zwangsrekrutierung, von der Teilnahme an Einsätzen berüchtigter Polizeibataillone, aber auch von Verweigerungen, Dienstenthebungen, Haft in Gefängnissen und Konzentrationslagern (darunter Buchenwald) bis hin zu Zwangsarbeit und Hinrichtungen. Ein erheblicher Teil von Angehörigen der Einheit wurde ermordet oder verstarb an den Folgen der Haft.

Impressionen von der Ausstellungseröffnung

Die komplexe Täter- und Opfer-Geschichte der Luxemburger Polizeiangehörigen fand erst seit den 1990er Jahren stärker Beachtung und findet ihren Widerhall in der gemeinsamen Ausstellung von Polizeimuseum Luxemburg, Militärmuseum Diekirch, Bildungszentrum der Thüringer Polizei und Landesarchiv Thüringen. Basis dafür bildet die Tafelausstellung des Bildungszentrums der Thüringer Polizei. Korrespondierend damit werden neben Uniformen in zehn Vitrinen Dokumente und Sachzeugnisse von Museen und privaten Leihgebern aus Luxemburg gezeigt, was den Wert und die Authentizität der Ausstellung erheblich erhöht. Gleiches gilt für die Dokumente aus dem Landesarchiv Thüringen - Hauptstaatsarchiv Weimar, die insbesondere eine Akte mit der Korrespondenz des Reichsstatthalters in Thüringen zum Polizeiausbildungsbataillon (L) in Weimar sowie Schriftstücke des Konzentrationslagers Buchenwald zu dort inhaftierte Angehörigen der Einheit betreffen.

Welches Interesse das Thema fand, zeigt nicht zuletzt die Teilnahme an der durch Georges Santer (Luxemburger Botschafter in Berlin) und Raimund Grafe (Leiter der Thüringenvertretung) eröffneten Ausstellung am 5. April 2017. In zwei Vorträgen durch Benoît Niederkorn (Kurator des Militärmuseums Diekirch) und den Historiker Dr. Stefan Klemp wurden ausgewählte Aspekte der Geschichte der Freiwilligenkompanie behandelt und somit ein differenziertes Bild hinsichtlich der Beschäftigung mit dieser militärischen Formation bzw. der Biografien von deren Angehörigen geboten.

Link zum Ausstellungsflyer "Luxemburger in der Polizei des NS-Staates"
auf den Websites der Botschaft von Luxemburg in Berlin

Flyer Ausstellung Mechterstaedt We S1

„Das Massaker von Mechterstädt 1920“ – ab 17. März bis 30. Juni 2017 neue Ausstellung zur Kapp-Putsch-Thematik im Landesarchiv Thüringen - Hauptstaatsarchiv Weimar

Seit ihrer Entstehung war die Weimarer Republik Angriffen ausgesetzt, die auf die Beseitigung der jungen Demokratie abzielten. Eine Zäsur ist der Kapp-Putsch vom 13. März 1920, bei dem Teile der Reichswehr agierten, die vom Vorsitzenden der rechtsextremen Deutschen Vaterlandspartei Wolfgang Kapp (1858-1922) angeführt und von der politischen Rechten unterstützt wurden.

Am 13. März 1920 besetzte die Marinebrigade Ehrhardt das Berliner Regierungsviertel. Auch in Thüringen schlossen sich Teile der Reichswehr den Putschisten an. In der Folge kam es zum Generalstreik der Gewerkschaften, zum bewaffneten Widerstand der Arbeiterschaft und auch zum Aufleben der politisch radikalisierten Arbeiterbewegung besonders im Ruhrgebiet und in Thüringen. Ein Zentrum nicht nur des Widerstands, sondern auch der Arbeiterbewegung war Gotha.

Im Kontext zu den Arbeiterunruhen kam im Raum Eisenach auf Befehl der Reichsregierung das "Studentenkorps Marburg" zum Einsatz. Von diesem wurden im Dorf Thal 40 Arbeiter gefangen genommen. Fünfzehn von ihnen sollten nach Gotha überstellt werden. Alle wurden am 25. März 1920 erschossen. In der Lesart des "StuKoMa" und derer, die ihm beisprangen, hieß es: "Auf der Flucht erschossen!"

Angesichts der Umstände und der Brutalität gibt es heute keine Zweifel mehr daran, dass es sich um einen kalt kalkulierten Mordakt handelte, der von der Reichswehr, der Universität, dem konservativen Bürgertum, den konservativen Parteien, schließlich auch von der Justiz gedeckt wurde.

Den Ereignissen widmet sich eine unter der Schirmherrschaft von Ministerpräsident Bodo Ramelow stehende Ausstellung im Landesarchiv Thüringen - Hauptstaatsarchiv Weimar (Marstallstraße 2), die am 17. März 2017 um 17.00 Uhr eröffnet wird. Die 30 reich bebilderten Informationstafeln wurden von Prof. Dr. Bruno W. Reimann in Kooperation mit der Rosa-Luxemburg-Stiftung Thüringen erarbeitet.

Flyer zur Ausstellungseröffnung (184.0 kB)

Korrespondierend zur Tafelausstellung bietet das Hauptstaatsarchiv Weimar an Hand ausgewählter Quellen zur Thematik einen Einblick in seine reichhaltige Überlieferung zur thüringischen Geschichte. Schlaglichter sind Dokumente zu ersten Reaktionen des Staatsrates von Thüringen auf den Kapp-Putsch, die Behandlung der Entschädigungsfrage bei Aufruhrschäden sowie die direkte finanzielle Unterstützung für Hinterbliebene der bei Mechterstädt Ermordeten.

Darüber hinaus wird auf Aspekte der Erinnerung an die Ereignisse eingegangen. Der Bogen spannt sich dabei von einem Dienststrafverfahren gegen einen Ruhlaer Lehrer, der 1930 an einer Gedächtnisfeier in Thal teilgenommen hatte, über die DDR- bis in die jüngste Zeit. Als Zeitdokument werden dabei auch Ausschnitte aus dem Film "Auf der Flucht erschossen" gezeigt, der am 25. März 1962 in der Reihe Fernsehpitaval des Deutschen Fernsehfunks lief.

 

Signet Film Iconwikipcomm Cc0 Filme zum Hauptstaatsarchiv Weimar
Reportagen über Ausstellungen, Projekte und Historisches.


Pfeil nach oben

Meldungen 2016

Ausschnitt Plakat "Lange Nacht der Museen" 2016 in Weimar Lange Nacht der Museen am 11. Juni 2016 in Weimar (108.3 kB)
Führungen und mehr im Marstall und am Beethovenplatz

Unesco Mow Urkundenuebergabe Verleihung der Urkunden zu den in die Liste "Memory of the World" der UNESCO aufgenommenen Dokumenten am 17. März 2016
Redemanuskript Luthers von 1521 ist "Memory of the World" der UNESCO unter der Rubrik "Frühe Schriften der Reformation, initiiert von Martin Luther"

Ausschnitt aus dem Einladungsflyer, auf Kopfbogen "das bauhaus in dessau" Das "doppelte" Bauhaus in Weimar und Dessau - Eine Schule für Kunst und Design wird abgewickelt
Ausstellung vom 4. April bis 27. Mai 2016 im Marstall

Adamries Uebergabe_ Adam Ries‘ Rechenbuch an das Hauptstaatsarchiv Weimar übergeben
Am 3. März 2016 übergab der Adam Ries Sportverein Erfurt dem Hauptstaatsarchiv eine Erstausgabe des Rechenbuchs von Adam Ries aus dem Jahr 1550.

Theaterzettel Schrift Digitalisierte Theaterzettel
Portal wurde am 27. Januar 2016 im Deutschen Nationaltheater freigeschaltet

Archivare und Hans-Gunther Perthel bei der Übergabe des Nachlasses Künstler-Nachlass übernommen
Hans-Martin Perthel gestaltete Bühnenbilder für das Deutsche Nationaltheater Weimar

Auschnitt aus der Speisekarte zur Vermählung 1853 Ausstellung: Präsenz, Wirken und Integration von Deutschen in Luxemburg
Ausstellung des Deutschen Vereins in Luxemburg a.s.b.l. in Zusammenarbeit mit dem Centre de Documentation sur les Migrations Humaines und dem Thüringischen Hauptstaatsarchiv Weimar vom 4. Dezember 2015 – 22. Januar 2016

Thelma Logo Konturblau Informationsveranstaltung für Behörden am 9. November 2015
Elektronische Archivierung in ThELMA – zentraler Baustein im E-Government des Freistaats Thüringen

Luther Reichstag Worms1521 Luther-Handschrift in das Weltdokumenten-Erbe aufgenommen
Luthers begonnenes Manuskript seiner Rede vor dem Reichstag in Worms 1521 gehört zum "Memory of the world" der UNESCO

Ausschnitt aus einem DNT-Propgrammheft von 1957 Über die Zeitung Künstler gesucht - und gefunden!
Ein schön gestaltetes Programmheft zum Bühnenball des Deutschen Nationaltheaters am 2. März 1957 wurde für die Gestaltung der Fassade am Marstallgebäude ausgewählt. Leider war nichts über den Künstler bekannt...


Pfeil nach oben

Meldungen 2013-2015

Arbeit im Archiv lohnt sich - Schülerwettbewerb der Stiftung Ettersberg
Den 1. Preis für die Seminarfacharbeit "Architektur im Dienste der Diktatur – Was Weimar erspart blieb! Der NS-Verwaltungskomplex an der Ilm" erhielten Gregor Gindlin und Julian Schmitz-Riol

Ausstellung: Spinnen, weben, stricken und nähen – Die Thüringer Textilindustrie

Gemeinschaftsausstellung mit der IHK Erfurt vom 18. Juni 2014 bis 11. September 2015.

 Ausstellung: Luxemburger in der Polizei des NS-Staates

Ausstellungsprojekt in Zusammenarbeit mit dem Bildungszentrum der Polizei in Meiningen vom 9. April bis 26. Juni 2015

Lange Nacht der Museen am 13. Juni 2015

Mit Führungen am Beethovenplatz und im Marstall sowie Kinderprogramm

Weimarer Notfallverbund übt Bergung von Kulturgut im Katastrophenfall

60 Mitarbeiter von 10 Institutionen beteiligten sich an der Katastrophenübung. Das Thüringische Hauptstaatsarchiv Weimar stellte mit 17 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern das stärkste Kontingent.

 62. Thüringischer Archivtag in Eisenach am 18. und 19. Mai 2015

Der Archivtag zum Thema elektronische Archivierung bot Workshops unter der Leitung von Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern des Thüringischen Hauptstaatsarchivs Weimar sowie der Thüringischen Staatsarchive Meiningen und Rudolstadt.

 200 Jahre Erhebung zum Großherzogtum Sachsen-Weimar-Eisenach

Ausstellung des Thüringischen Hauptstaatsarchivs Weimar und der Klassik Stiftung Weimar im Stadtschloss Weimar

Thüringer Kulturrat wählt im Thüringischen Hauptstaatsarchiv neues Präsidium

Der Kulturrat Thüringen, Spitzenverband der Thüringer Kulturverbände, wählte 27. März 2015 auf seiner Mitgliederversammlung in Weimar turnusmäßig ein neues Präsidium

ThELMA auf der CeBIT präsentiert

Das Projekt Digitales Magazin des Freistaats Thüringen wurde auf dem Gemeinschaftsstand des IT-Planungsrates präsentiert.

"Archivierung von Unterlagen aus digitalen Systemen"

Tagungsband zum 18. Arbeitskreis ist erschienen.

Thüringisches Hauptstaatsarchiv Weimar im Archivportal-D

die ersten Bestände sind im deutschlandweiten Portal verfügbar.

Dokumentarfilm "Brüder und Schwestern" von Pavel Schnabel in Brüssel am 4. November 2014

gemeinsamer Filmabend mit der Thüringer Landesvertretung bei der EU zum 25-jährigen Jubiläum der Friedlichen Revolution in der DDR.

Informationsbesuch in der ehemaligen Haftanstalt in der Andreasstraße in Erfurt

Archivmitarbeiterinnen und -mitarbeiter besuchten am 13. Juni 2014 die Ausstellung.

Lange Nacht der Museen am 24. Mai 2014 im Thüringischen Hauptstaatsarchiv Weimar 

zu Gast bei Herzogin Anna Amalia und Reformpädagogik in Thüringen.

28. Archivpädagogenkonferenz am 23. und 24. Mai 2014

Konferenz zum Thema "Die Reformation im Blick?! – Frühneuzeitliche Quellen in Archivpädagogik und Historischer Bildungsarbeit".

Ausstellung: Pädagogik und Gesellschaft. Reformpädagogik im Land Thüringen 1920-1933

vom 8. Juni 2013 bis 28. Mai 2014 im Thüringischen Hauptstaatsarchiv Weimar.

 Projekt "Digitales Magazin des Freistaats Thüringen" auf der CeBIT präsentiert

Der Thüringer Innenminister Jörg Geibert informierte sich am Gemeinschaftsstand des IT-Planungsrates über das Projekt (13. März 2014).

H&T Greenline GmbH aus Brandenburg erhält Zuschlag

Im europaweiten Vergabeverfahren zur Beschaffung einer Softwarelösung für das Digitale Magazin Thüringen konnte Ende des Jahres 2013 der Zuschlag erteilt werden (Dezember 2013).

Georg Spalatins "Chronik der Sachsen und Thüringer" virtuell vereint

Alle Bände der repräsentativen Chronik des wettinischen Geschlechtes, die die sich in Staatlichen Archiven Bayerns und Thüringens befinden, sind nun zusammen online zu betrachten.

 Aufruf: 100 Jahre Kriegsbeginn 1914 - 2014 – Erinnerung an den Ausbruch des Ersten Weltkriegs

gemeinsamer Aufruf der "Historischen Kommission für Thüringen", dem "Thüringer Archivarverband" und dem "Museumsverband Thüringen" zur Sicherung von Zeugnissen aus dem Ersten Weltkrieg.

Dokumentarfilme der DDR aus den Beständen der Thüringischen Staatsarchive

Kommentierte Filmvorführung am 13. November 2013 in der Vertretung des Freistaats Thüringen beim Bund in Berlin.

Tagung der Leibniz-Gemeinschaft 17.-18. September 2013

Archivarinnen und Archivare der Leibniz-Gemeinschaft tagen in Weimar.

 Ausstellung zur Landesgründung von 1920 und 1990

vom 1. Mai 2010 bis 30. April 2011 im Thüringischen Hauptstaatsarchiv Weimar.

Wegweiser

Aktionen

Thueringen Monitor Klein www.bildungsfreistellung.de Logo Schöffenwahlen 2018 Thueringer Kampagne Wir sind Energie-Gewinner.

Links zu diesem Artikel

Serviceportal – Bürger

Services im Zuständigkeitsfinder suchen

Serviceportal – Unternehmen

Services im Zuständigkeitsfinder suchen

Serviceportal – Weitere

Services im Zuständigkeitsfinder suchen

Servicebereich

Publikationen