28.04.2015
Landesamt für Denkmalpflege und Archäologie

Medieninformation

Milchhof Arnstadt als Industriebau der Moderne vorerst gerettet

Arnstadt, Quenselstraße 16, Milchhof
Foto: Streitberger TLDA

Obwohl vom dem 1919 in Weimar gegründeten Bauhaus wesentliche Impulse für die Entwicklung der Architektur und des Designs des 20. Jahrhunderts ausgingen, hat es mit Ausnahme des vom Bauhaus errichteten Versuchshauses Am Horn 61 in Weimar und vielleicht noch zweier vom Architekturbüro Walther Gropius errichteten privaten Wohngebäude in Jena (Haus Auerbach, Haus Zuckerkandel) keinen nennenswerten Bewusstseinsgrad in der Thüringer Öffentlichkeit erreicht. Dabei finden sich auch hierzulande etliche Bauwerke, die den verschiedenen Strömungen der Moderne in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts zuzuordnen sind.

Während das Werk des Geraer Architekten und Van de Velde-Schülers Thilo Schoder zumindest wissenschaftlich ausgewertet wurde, sind seine bemerkenswerten Bauten in Gera und Ruhla ebenso wenig bekannt wie die Innenraumgestaltung des Hauses des Volkes und das zugehörige Garagengebäude des Bauhausmeisters Alfred Arndt in Probstzella.

Nahezu unbekannt ist der in Formen der neuen Sachlichkeit vom Architekten Martin Schwarz im Jahr 1929 errichtete Milchhof in der Arnstädter Quenselstraße. Auch dieser Bau folgt dem entscheidenden Grundsatz der Moderne, nach dem die Funktionalität die Form bestimmt. Spätestens seit 1990 nicht mehr als milchverarbeitender Betrieb genutzt, hatten seine wechselnden Eigentümer in den vergangenen 25 Jahren kein Nutzungsinteresse an diesem Industriebau.
Vandalismusschäden, zunehmender Verfall und fehlendes Bewusstsein vor Ort ließen befürchten, dass das Schicksal dieses nahezu unbekannten, aber hervorstechenden Baus der 1920er Jahre in wenigen Jahren besiegelt sein würde.

Dank einer privaten örtlichen Initiative ist der Milchhof Arnstadt nun jedoch in das öffentliche Bewusstsein gelangt. Das Gebäude hat seit Ende 2014 einen neuen Eigentümer. Die örtliche Initiative um den Arnstädter Kulturmanager Jan Kobel kümmert sich mit Unterstützung des Berliner Architekten Walter Grunwald (Architekt des Wiederaufbaus der Herzogin Anna Amalia Bibliothek) um die Bewusstseinsstärkung in der Arnstädter Bürgerschaft, aber auch für das Kulturerbe im Land.
So gelang es, dass die Landrätin des Ilmkreises Petra Enders und der Thüringer Landeskonservator Holger Reinhardt in einer gemeinsam abgestimmten Aktion insgesamt ca. 15 T€ für die dringlich erforderliche Notsicherung des Daches bereitstellen konnten. Weitere Mittel stellte der neue Eigentümer zur Verfügung. Damit wurde der Zerfall zunächst aufgehalten.

Am Donnerstag, den 30. April 2015, 15.30 Uhr

werden die Landrätin und der Landeskonservator die gemeinsam finanzierten Notsicherungsmaßnahmen öffentlich abnehmen. Reinhardt: „Es ist zu hoffen, dass diese Abnahme gleichzeitig ein Initial für die Unterstützung weiterer Bemühungen der örtlichen Initiative und des neuen Eigentümers für eine zukunftsweisende, nachhaltige Nachnutzung des Milchhofes sein wird.“ Die Denkmalfachbehörde des Freistaates Thüringen wird in Vorbereitung des 100. Bauhaus-Jubiläums 2019 den Eigentümer und die Initiative um Jan Kobel bei der Vorbereitung der Instandsetzung des Baues unter denkmalpflegerischen Gesichtspunkten im Rahmen ihrer Möglichkeiten unterstützen und beratend bei der der Suche nach tragfähigen Konzepten zur Seite stehen.

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