11.10.2018
Thüringer Staatskanzlei

Medieninformation 223/2018

Ministerpräsident Bodo Ramelow überreicht Verdienstorden der Bundesrepublik Deutschland

Ministerpräsident Bodo Ramelow überreicht am kommenden Mittwoch, 17. Oktober, um 14 Uhr, im Namen von Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier die Verdienstkreuze am Bande des Verdienstordens der Bundesrepublik Deutschland an Angelika Geilert aus Greiz, Joachim Jaretzki aus Seebach, Siegfried Junker aus Görsbach sowie die Verdienstmedaille des Verdienstordens der Bundesrepublik Deutschland an Uta Kessel aus Arnstadt. Ramelow würdigt die zu Ehrenden vorab: „Sie haben eines seit vielen Jahren gemeinsam: den Willen und die Lust auf ein Ehrenamt! Sie bewahren Thüringer Brauchtum, Thüringer Geschichte. Da, wo sie wirken, stiften sie Heimatgefühl. Jeder von ihnen tut das nach seinen Kräften und nach seiner Leidenschaft – ob im Landfrauenverband, als Stadtführerin, als ehrenamtlicher Bürgermeister oder bei der Freiwilligen Feuerwehr. Jeder Orden, den ich verleihen darf, steht für sich. Und doch bilden sie ein Ganzes. Das Ganze, das ist unser Land. Das ist Thüringen. Und Sie, verehrte Auszuzeichnende, sind ein wichtiger Teil dieses großen Ganzen. Eben ein ganz wichtiger Teil von Thüringen.“

Termin:          Mittwoch, 17. Oktober 2018, 14.00 Uhr
Ort:                 Thüringer Staatskanzlei, Regierungsstraße 73, 99084 Erfurt, Barocksaal

Die Vertreterinnen und Vertreter der Medien sind zu dieser Veranstaltung sehr herzlich eingeladen. Bei Interesse an Fotos wenden Sie sich bitte an Bernd Edelmann (bernd.edelmann{at}tsk.thueringen{punkt}de bzw. 0361-57 3211410).

In den Laudationes auf die Ausgezeichneten heißt es u. a.:

Angelika Geilert aus Greiz wird mit dem Verdienstkreuz am Bande des Verdienstordens der Bundesrepublik Deutschland ausgezeichnet – für ihr ehrenamtliches Engagement rund um die Belange der Landfrauen und die Interessen von Frauen im ländlichen Raum. Mit ihrer Arbeit im Verein auf Kreis-, Landes- und Bundesebene gibt Frau Geilert den Frauen im ländlichen Raum eine Plattform und zugleich die Möglichkeit, gemeinschaftlich zu wirken und gemeinsam Aktivitäten zu entwickeln. Für die Greizer Frauen ist sie zu einer wichtigen Ansprechpartnerin geworden – und zwar für viele Fragen in verschiedensten Bereichen. Sie macht sich besonders für die Wiedereingliederung von arbeitsuchenden Frauen in den ersten Arbeitsmarkt stark und initiiert Begegnungsstätten für Landfrauen. Gemeinsam entwickeln die Frauen verschiedene Projekte, die der ländlichen Bildung, der Pflege von Tradition und Brauchtum dienen. Mit „harten“ politischen Themen setzt sich Angelika Geilert als Mitglied des Fachausschusses für Agrar- und Umweltpolitik auseinander und konnte bereits im Ausschuss mit ihrer ausgewiesenen landwirtschaftlichen Expertise überzeugen. So hat sie auch maßgeblich zum Erfolg des Landfrauentages 2016 beigetragen. Die Großveranstaltung war ein Erfolg – dank ihrer verlässlichen und zupackenden Art. Ihr ehrenamtliches Engagement muss als beispielhaftes dörfliches Regionalmanagement gewertet werden. Auch Frau Geilerts Arbeit im Vorstand der Regionalen Arbeitsgemeinschaft „Greizer Land“ zeigt, dass sie sich stets mit großem Eifer für die Sache einsetzt und das Gemeinwohl bei ihr an erster Stelle steht.

Joachim Jaretzki aus Seebach wird mit dem Verdienstkreuz am Bande des Verdienstordens der Bundesrepublik Deutschland ausgezeichnet - für sein jahrzehntelanges ehrenamtliches Engagement bei der Freiwilligen Feuerwehr. Dort ist er seit 1991 Mitglied. Außerdem ist er in vielen Ehrenämtern aktiv: im Vorstand des Thüringer Feuerwehrverbandes, bei der Vertreterversammlung der Feuerwehr-Unfallkasse, im Angelverein, im Briefmarkenverein und in der Interessengemeinschaft Mundart. Es heißt aus seinem Umfeld: Wo immer Joachim Jaretzki mitarbeitet, überall ist sein Fachwissen gefragt. Und es soll sehr viel Freude machen, gemeinsam mit ihm für eine „gute Sache“ zu arbeiten. Er zeichne sich durch eine außergewöhnliche fachliche, soziale und persönliche Kompetenz aus. Bei der Betreuung von Ausbildungsstationen, von Festen, Veranstaltungen und Kreiszeltlagern war Herr Jaretzki immer einer der Hauptakteure und eine zuverlässige Stütze. Es ist vor allem seinem Einsatz zu verdanken, dass der Kreisfeuerwehrverband Eisenach eine starke Gemeinschaft und ein wichtiger Interessenvertreter für die Belange der Feuerwehren der Stadt Eisenach und des Altkreises ist. In den Funktionen als Ortsbrandmeister hat er die Freiwillige Feuerwehr Seebach zu einer leistungsstarken Wehr ausgebaut, die als Stützpunktfeuerwehr für ein großes Gebiet im Wartburgkreis zuständig ist. Besonderen Wert bei seiner Arbeit als freiwilliger Feuerwehrmann hat er auf die Arbeit mit Jugendlichen gelegt und sich stets darum gekümmert, Nachwuchs für die Jugendfeuerwehr zu gewinnen. Mit viel Einsatz hat Joachim Jaretzki Räume angemietet, damit historische Technik, Feuerwehrbekleidung und überlieferte Unterlagen gesammelt und archiviert werden konnten. Weit über Seebach und den Wartburgkreis hinaus ist er als Fachmann gefragt, wenn es um die geschichtliche Entwicklung des Feuerwehrwesens geht. Deshalb wurde er Anfang 2017 zum Referatsleiter für Feuerwehrhistorik in den Vorstand des Thüringer Feuerwehrverbandes gewählt. Für all das, was er in seiner Freizeit, im Ehrenamt, für die Feuerwehr und damit für das Gemeinwohl getan hat, wurde er mit verschiedenen Auszeichnungen von der Feuerwehr geehrt: Sei es mit der Ehrenmedaille des Thüringer Feuerwehrverbandes in Gold oder mit dem Feuerwehr-Ehrenkreuz des Deutschen Feuerwehrverbandes in Gold.

Siegfried Junker aus Görsbach wird mit dem Verdienstkreuz am Bande des Verdienstordens der Bundesrepublik Deutschland ausgezeichnet. Was er in Görsbach mit seinen 1.054 Einwohnerinnen und Einwohnern auf die Beine gestellt hat, das ist beachtlich. Einer, der immer mit vorn dabei war, ist und dabei sein wird, ist Siegfried Junker. Bis zum 30. Juni 2016 war Siegfried Junker ehrenamtlicher Bürgermeister seines Heimatortes Görsbach. Insgesamt waren das 22 Jahre als Bürgermeister. Er war bis zu seinem Abschied als ehrenamtlicher Bürgermeister von Görsbach – da war er immerhin 77 Jahre alt – sehr lange und sehr intensiv in seinem politischen Amt aktiv. Er hat erreicht, dass die Gemeinde Görsbach in den Jahren 1993 bis 1995, 2000 bis 2002 sowie ab 2015 bis 2019 in das Dorferneuerungsprogramm aufgenommen wurde. Mit dem Dorferneuerungsprogramm konnten wichtige Investitionen für den Ort realisiert werden: Spielplätze, das Dorfgemeinschaftshaus, die Trauerhalle. Er stieß die Tür mit auf und hat mit der Wende Verantwortung in seiner Heimatgemeinde übernommen.

Mit seinem ehrenamtlichen Engagement hat er die Entwicklung seiner Heimat maßgeblich mit geprägt. Siegfried Junkers kommunalpolitisches Wirken für das Wohl der Bürgerinnen und Bürger ist stets beispielgebend gewesen. Als Bürgermeister von Görsbach hat er sich stets durch seine zukunftsweisende Arbeitsphilosophie ausgezeichnet. Außerdem war Siegfried Junker mehr als zwölf Jahre lang als stellvertretender Verbandsvorsitzender bzw. Verbandsrat im Gewässerunterhaltungsverband „Harzvorland“ tätig. Hier lagen ihm der Hochwasser- und der Gewässerschutz besonders am Herzen. Mit seiner Überzeugung, dass nur eine gemeinsame, abgestimmte Unterhaltung der Gewässer zu einer wirtschaftlichen, fachlich orientierten und effektiven Aufgabenerfüllung führen kann, gelang es ihm, Nachbargemeinden und Partner als Mitstreiter in einem großen Verband zu gewinnen. Im letzten Vierteljahrhundert hat er in seiner Gemeinde viel bewegt und viel erreicht. Durch seine Initiative konnte vieles bewahrt oder neu geschaffen werden. Siegfried Junker hat mit seinem Engagement beigetragen, das Leben auf dem Land weiterhin attraktiv zu machen. Ohne seine außergewöhnliche Einsatzbereitschaft und Energie wäre Görsbach nicht der lebenswerte Ort im ländlichen Raum, der er heute ist. 

Uta Kessel aus Arnstadt wird mit der Verdienstmedaille des Verdienstordens der Bundesrepublik Deutschland geehrt. Sie engagiert sich seit zwei Jahrzehnten für das literarische und geschichtliche Vermächtnis der Arnstädter Schriftstellerin MARLITT, deren bürgerlicher Name Friederieke Henriette Christiane Eugenie John war, und bietet dazu Stadtführungen an. Unter dem Pseudonym E. MARLITT erschien 1865 eine erste Novelle der Arnstädter Schriftstellerin. Im Jahr darauf ihr erster RomanGoldelse“, der sofort zu einem großen Erfolg wurde, und MARLITT zur Star-Autorin der in Leipzig erscheinenden Familienzeitschrift „Gartenlaube“ machte. Insgesamt soll MARLITT 10 Romane veröffentlicht haben. Möglicherweise steht ihr Pseudonym M-A-R-L-I-T-T für „Meine Arnstädter Litteratur“. Was es alles mit MARLITT in Arnstadt auf sich hatte, mit ihrer für damalige Verhältnisse ungeheuer selbstbewussten Auffassung über die Rolle der Frau, davon kann Uta Kessel, als ausgewiesene MARLITT-Expertin, sehr eindrucksvoll erzählen.

Seit 1947 lebt und arbeitet Uta Kessel in Arnstadt und fühlt sich der Stadt und ihren Menschen eng verbunden. Von 1990 bis zu ihrem Eintritt in den Ruhestand im Jahr 2006 war sie Pflegedienstleiterin im Krankenhaus Arnstadt, den heutigen Ilm-Kreis-Kliniken. Im Jahr 1988 absolvierte sie einen mehrstufigen Stadtführerlehrgang bei der Volkshochschule in Arnstadt. Seitdem gilt Uta Kessel, wie mir berichtet wurde, als „leidenschaftliche Stadtführerin, die die Gäste und Besucher in den Bann der Stadt und ihrer Geschichte zieht“. Seit 26 Jahren schlüpft Uta Kessel in das Gewand und somit in die Gestalt der MARLITT und verkörpert die historische Persönlichkeit bei Stadtführungen und Stadtfesten. Als MARLITT ist sie auch auf dem Thüringentag und bei Tourismusmessen als „Botschafterin der Stadt Arnstadt“ präsent. Seit vielen Jahren widmet sie sich mit großer Hingabe der Heimatgeschichte. Außerdem pflegt sie ein enges internationales Netzwerk - zum Beispiel zu einem literarischen Freundschaftsbund in Solothurn in der Schweiz, dessen Vertreter auch schon mehrfach in Arnstadt zu Gast waren. Zum Stadtrechtsjubiläum „750 Jahre Stadtrecht Arnstadt“ 2016 unterstützte Uta Kessel das Anliegen des 1. Arnstädter Literaturpreises, der im Festjahr ausgerufen wurde. Darüber hinaus betreut sie Schülerinnen des Staatlichen Gymnasiums „Melessantes“ in Arnstadt bei Seminargruppenarbeiten über die Arnstädter Literaten. Als Vorstandsmitglied arbeitet Uta Kessel ehrenamtlich und „sehr intensiv“ im Verein „Altstadtkreis Arnstadt“. Seit der Vereinsgründung vor 25 Jahren setzt sie sich für die Erhaltung und Pflege des baulich kulturellen Erbes der Altstadt Arnstadt ein.

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