Aktuelles

Landesarchiv auf dem "Fest der Demokratie"

Fest der Demokratie
Andrang am Stand des Landesarchivs

Am 31. Juli 2019 , dem 100. Jahrestag der Verabschiedung der Weimarer Reichsverfassung, wurde auf dem Theaterplatz in Weimar das "Haus der Weimarer Republik – Forum für Demokratie" feierlich eröffnet. Zu diesem Anlass hatte der Verein "Weimarer Republik e. V." an dieser historischen Stätte ein "Fest der Demokratie" veranstaltet, bei dem sich auch verschiedene politische Stiftungen, zivilgesellschaftliche Initiativen und andere Einrichtungen der Öffentlichkeit vorstellen konnten.

Das Landesarchiv Thüringen beteiligte sich mit einem Informationsstand ebenfalls an dieser Veranstaltung, eröffnete sie doch die Möglichkeit, die Rolle der Archive als Gedächtnis der Verwaltung und damit ihre wichtige Funktion in einem demokratisch verfassten Gemeinwesen zu verdeutlichen.

Fest der Demokratie - am Stand
(Fotos: R. Scharfe)

Dieses Informationsangebot wurde von zahlreichen Besucherinnen und Besuchern sehr gut angenommen, die sich an Hand von Publikationen und in Gesprächen mit der Arbeit des Landesarchivs vertraut machten.

Auch das Wetter spielte an diesem Tag gut – manchmal sogar zu gut – mit, so dass ein zwischenzeitlicher Regenschauer als willkommene Erfrischung empfunden wurde und der guten Stimmung bei Veranstaltern und Publikum keinen Abbruch tat.

Archive sind keine geheimen Behörden, sondern stehen mit zahlreichen Dienstleistungsangeboten der Öffentlichkeit zur Verfügung und sichern die Transparenz des Verwaltungshandelns – dies zu verdeutlichen, dürfte dem Landesarchiv Thüringen zum "Fest der Demokratie" durchaus gelungen sein.

 

Die Sicherungsverfilmung macht die 10 Millionen voll

Mitarbeiter der Sicherungsverfilmung
Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Sicherungsverfilmung Michael Rose (Technischer Leiter), Joachim Sprenger, Carmen Findeisen, Dr. Katja Deinhardt (Referentin), Astrid Trümper, Diana Weiskopf (Foto: S. Rothe)

Grund zum Feiern gab es dieser Tage in der Sicherungsverfilmungsstelle des Bundes in Thüringen. Die im Landesarchiv Thüringen ansässige jüngste Verfilmungsstelle des Bundes konnte nunmehr die 10.000.000ste Aufnahme von Archiv- und Bibliotheksgut zählen. Seit 2006 in Betrieb, arbeiten insgesamt fünf Mitarbeiter am Kulturgutschutz, indem sie besonders wertvolle Archivalien auf Film bannen.

Die Filme gelangen gemeinsam mit den Aufnahmen der übrigen 13 Verfilmungsstellen in den Barbarastollen im badischen Oberried, wo sie für den Ernstfall gesichert sind. Dass Gefahr für Kulturgut nicht allein durch Kriege droht, hat zuletzt auch der Einsturz des Kölner Stadtarchivs vor Augen geführt. Die Sicherung von Kulturgut ist deshalb wichtiger denn je.

Zur Arbeit der Verfilmungsstellen siehe auch:

Website des Bundesamts für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe

Bundessicherungsverfilmungsstelle Thüringen

 

"Thüringen – legislativ & exekutiv" zu Besuch im Landtag

Thulex Landtag 3.7.2019 Diezel
Landtagspräsidentin Frau Birgit Diezel (Foto: Landtag)
Thulex Landtag 3.7.2019 Marek
Dieter Marek, Kommissarischer Leiter des Landesarchivs (Foto: R. Scharfe)

Welche Arbeit die Behörden und Parlamente in Thüringens Vergangenheit leisteten, dokumentiert nun das im Landtag vorgestellte Portal. Rechtsquellen, Gesetzestexte, Parlamentsprotokolle und weitere gedruckte Dokumente politischen Handelns seit dem 17. Jahrhundert sind digitalisiert und können nach Stichworten durchsucht werden.

Der kommissarische Leiter des Landesarchivs, Herr Dieter Marek, präsentierte zwei Beispiele für die Vielfalt der recherchierbaren Inhalte. Er referierte, was Legislative und Exekutive in Thüringen vor genau 100 Jahren, am 3. Juli 1919, beschäftigte. So wurde in Sachsen-Weimar-Eisenach über die Gesuche der Laborantinnen am Hygienischen und Pathologischen Institut der Universität Jena um Gewährung der Teuerungszulagen bzw. um Anstellung verhandelt, während in Schwarzburg-Sondershausen eine Änderung bei den "Vorschriften für die Beförderung von Leichen auf dem Seewege" beschlossen wurde.

Für alle historisch Interessierten bietet das Quellenportal überraschende Funde. Das Gemeinschaftsprojekt des Landesarchivs Thüringen und der Thüringer Universitäts- und Landesbibliothek (ThULB) wird vom Freistaat Thüringen seit 2009 gefördert. Vor der Digitalisierung werden die Exemplare qualitätsgeprüft, fehlende Seiten ergänzt und diese mikroverfilmt und damit dauerhaft gesichert. Im Anschluss werden die Mikrofilme digitalisiert und wissenschaftlich erschlossen.

Thulex Landtag 3.7.2019 Flyer
Flyer über das Portal (Foto: Landtag)

Das Portal wird kontinuierlich ausgebaut. Derzeit werden die Amtsdrucksachen zum Preußischen Thüringen 1815-1945 in der ThULB katalogisiert und hochgeladen. Bis 2020 sollen Amtsblätter der Bezirke Erfurt, Gera und Suhl sowie die korrespondierende Kreisüberlieferung der Zeit von 1945 bis 1989 die bestehende Quellensammlung komplettieren.

"Thüringen – legislativ & exekutiv" schließt damit die Lücke zu http://www.parldok.thueringen.de mit der Gesetzgebung ab der Wiedergründung des Landes Thüringen 1990 sowie den aktuell im Freistaat Thüringen geltenden Gesetzen auf www.landesrecht.thueringen.de.

Zum Portal: www.thulex.de

 

Landesarchiv ist Partner beim Kultur- und Wissensportal Thüringen

Michael Lörzer, Minister Prof. Dr. Benjamin-Immanuel Hoff, Carsten Resch
Michael Lörzer, ThULB Jena, Minister Prof. Dr. Benjamin-Immanuel Hoff und Carsten Resch, JUSTORANGE, bei der Freischaltung des Portals am 4. Februar 2019

Das Portal kulthura bietet eine institutionenübergreifende Suche nach digitalisierten Kulturgütern Thüringer Archive, Bibliotheken und Museen. Über 100 Thüringer Kultureinrichtungen haben für das Portal Daten zur Verfügung gestellt, die über eine einheitliche Suchmaske recherchiert werden können. Das unter der Federführung der Thüringer Universitäts- und Landesbibliothek (ThULB) in Jena entwickelte Portal bietet einen zentralen Sucheinstieg zu der Vielzahl bereits bestehender Online-Portale der ThULB (UrMEL) und des DigiCULT-Portals der Thüringer Museen. Digitale Bestände und Sammlungen, Objekte, Personen und Orte, Institutionen und digitale Ausstellungen sind nun über ein Portal recherchier- und sichtbar.

Das Landesarchiv Thüringen ist mit über 200.000 Objekten und mehr als 1,6 Millionen Digitalisaten vertreten – Daten und Digitalisate aus den bislang fünf gemeinsam mit der ThULB erarbeiteten Portalen. Auf Dokumente der Reformatoren, Gesetzesblätter und Parlamentsschriften des 1920 gegründeten Landes Thüringen und der vormaligen thüringischen Einzelstaaten, Altenburger Plakate, Gothaer Fourierbücher, Greizer Gräfinnenbriefe, Meininger Urkunden, Rudolstädter Zeitungen, Weimarer Theaterzettel und vieles mehr kann nun zentral zugegriffen werden.

kulthura Logo www.kuwi-thueringen.de
Link zum Thüringer Kultur- und Wissensportal

Veranstaltungsbericht
Medieninformation der Thüringer Staatskanzlei

 

Weimar trifft Budapest – Austausch der Restaurierungswerkstätten

Ungarisches Nationalarchiv
Das Hauptgebäude des Ungarischen Nationalarchivs, das 1923 bezogen wurde (Foto: M. Izdebska)

Im Rahmen einer Vereinbarung zwischen dem Ungarischen Nationalarchiv (Magyar Nemzeti Levéltár) und dem Landesarchiv Thüringen reisten Magdalena Izdebska (Restauratorin) und Désirée Busch (Buchbinderin), zwei Mitarbeiterinnen der Restaurierungswerkstatt, vom 17. bis zum 28. September 2018 nach Budapest.

Unter der Organisation des Nationalarchivs besuchten sie zahlreiche Kultureinrichtungen der Stadt. Sie lernten den Arbeitsalltag der ungarischen Kolleginnen und Kollegen kennen und konnten ihre Erfahrungen und ihr fachliches Wissen untereinander austauschen.

Nach einer herzlichen Begrüßung durch den Archivleiter am ersten Tag, begann der Austausch mit einer Führung durch einen Teilbereich (Bestände von 1724 bis 1848) des umfangreichen Magazins im Hauptgebäude. Dabei wurden die Problematik der Umverpackung der dortigen Akten sowie die Schwierigkeit der Lagerung und Klimatisierung von Beständen in historischen Gebäuden thematisiert.

Austausch Restaurierung Budapest - Frau Izdebska bei der Trockenreinigung
Frau Izdebska bei der Trockenreinigung der Flurkarte aus dem 18 Jahrhundert (Foto: D. Busch).

Durch den mehrmaligen Aufenthalt in der Restaurierungswerkstatt des Nationalarchivs erhielten Frau Izdebska und Frau Busch einen sehr guten Einblick in die tägliche Arbeit der Kollegen. Der Umgang mit großen Akten-Konvoluten und die individuelle Behandlung fragiler Objekte vor Ort waren für sie besonders eindrucksvoll.

Natürlich durften die beiden auch ihre Fähigkeiten einsetzen und an einigen Objekten mitarbeiten. Als Hauptthema restaurierten sie eine handkolorierte Flurkarte aus dem 18. Jahrhundert. Diese zeigt den Ort "Draschina", eine deutsche Siedlung im heutigen Rumänien. Die Restaurierung fand Schritt für Schritt nach dortiger Methode aber auch nach Absprache mit der leitenden Restauratorin statt.

Weitere Besuche führten die beiden durch die Sicherungsverfilmung des Außenlagers des Nationalarchivs und in die Szechenyi Nationalbibliothek. Dabei bot sich stets die Gelegenheit zum Austausch mit den Kollegen der unterschiedlichen Fachgebiete.

Austausch Restaurierung - Frau Busch beim Entfernen des alten Klebstoffes
Frau Busch beim Entfernen des alten Klebstoffes. Die Karte wird mit Kleister bestrichen, damit der alte Klebstoff quillt und sich ablösen lässt. Um schnelles Austrocknen zu verhindern, wird die Karte dabei mit Folie abgedeckt (Foto: M. Izdebska).

In der Hochschule der bildenden Künste wurde ihnen sehr ausführlich das facettenreiche Ausbildungsmodell "Restaurierung" vorgestellt. In Verbindung damit stand eine Finissage der studentischen Diplom-Abschlussarbeiten im Nationalmuseum, zu der sie als Gäste eingeladen waren.

Ebenfalls durften sie als Fachpublikum an einer Restauratorenkonferenz im Nationalarchiv mit verschiedensten Vorträgen über die Restaurierung in Archiven, Bibliotheken und Museen teilnehmen.

Während des zweiwöchigen Aufenthaltes knüpften Frau Izdebska und Frau Busch viele Kontakte mit ungarischen Kollegen, die sicherlich auch in Zukunft kompetente Partner auf den verschiedenen Fachgebieten der Restaurierung sein werden.

Einen herzlichen Dank, dass dieser Austausch ermöglicht und organisiert wurde!

 

Offene Eigentumsfragen zu SED-Akten geklärt

SED-Parteiarchive werden Eigentum des Landes Thüringen

 

Linke Vertragsunterzeichnung SED Bezirksparteiarchive
Dr. Bernhard Post, Landesgeschäftsführerin Anke Hofmann-Domke und Volker Hink, Büroleiter der Landesgeschäftsführerin, im Vorgespräch zur Vertragsunterzeichnung

Am 29. November 2018 unterzeichneten die Landesgeschäftsführerin der LINKEN. Thüringen, Anke Hofmann-Domke, und der Leiter des Landesarchivs, Dr. Bernhard Post, einen Vertrag über die beim Landesarchiv verwahrten Unterlagen der Bezirksparteiarchive der SED Erfurt, Gera und Suhl.

Bereits im Jahr 1993 wurden durch Einbringungsvertrag zwischen dem Landesvorstand der PDS und dem Land Thüringen die Unterlagen der Bezirksparteiarchive der SED Erfurt, Gera und Suhl an die damaligen Staatsarchive in Thüringen übergeben, wobei beide Vertragspartner jeweils einen Eigentumsvorbehalt geltend gemacht hatten. Diese Rechtssituation hat teilweise die archivfachliche Erschließung beeinträchtigt und zu Verhandlungen zwischen dem Freistaat Thüringen und dem LINKE-Landesverband über einen Eigentumsübergang geführt.

Der Landesvorstand der LINKEN. Thüringen hat in seiner Sitzung am 23. November 2018 dem ausgehandelten Vertragsentwurf zugestimmt. Damit wird geregelt, dass nunmehr die im Besitz des Landesarchivs Thüringen befindlichen Unterlagen der Bezirksparteiarchive der SED Erfurt, Gera und Suhl in das Eigentum des Freistaats Thüringen übergehen.

Dr. Bernhard Post erklärt dazu: "Die Aufhebung des 1993 geschlossenen Einbringungsvertrages und die nun mit der Partei DIE LINKE vereinbarte künftige Behandlung der Überlieferung der SED nach dem Thüringer Archivgesetz schafft rechtliche Klarheit, dient der Forschung im Rahmen der Aufarbeitung der Geschichte der DDR und erleichtert gleichzeitig die Arbeit der Archive. Dieser Schritt zeugt gleichermaßen vom Willen zur Transparenz wie vom Vertrauen der Partei in den seriösen Umgang des staatlichen Archivwesens in Thüringen mit den ihm anvertrauten Akten."

Anke Hofmann-Domke: "Wir sind uns unserer geschichtspolitischen Verantwortung als aus der SED hervorgegangene Partei bewusst. Es war dem Landesvorstand deshalb wichtig, dass neben der in der Verantwortung des Landesarchives liegenden archivfachlichen Erschließung auch eine darüber hinausgehende und auf dem Aktenbestand basierende weitere wissenschaftliche und parteipolitisch unabhängige Aufarbeitung der SED-Geschichte erfolgt, die ausdrücklich im Vertrag aufgenommen wurde. Auch daran wollen wir weiter mitwirken."

So soll zur Begleitung der wissenschaftlichen Aufarbeitung ein Beirat gebildet werden, dem Vertreter der Vertragspartner sowie durch die Vertragspartner zu benennende Sachverständige angehören.

Ddr Embleme Kl DDR-Aufarbeitung im Landesarchiv Thüringen
Archivbestände, Quellen und weiterführende Links

Leiter des Landesarchivs Dr. Bernhard Post verabschiedet

Dr. Post und Dr. Winter Verabschiedung
Dr. Bernhard Post und Dr. Babette Winter im DNT Weimar

Anlässlich einer wissenschaftlichen Tagung zur "Zukunft der Archive im digitalen Zeitalter" am 28. November 2018 im Deutschen Nationaltheater Weimar wurde der Leiter des Landesarchivs Thüringen in den Ruhestand verabschiedet.

"Gemeinsam mit Ihren Kolleginnen und Kollegen haben Sie, Herr Dr. Bernhard Post, das Thüringer Archivwesen zukunftsfest gemacht und damit sehr gut auf das digitale Zeitalter vorbereitet", so Kulturstaatssekretärin Dr. Babette Winter bei der Überreichung seiner Ruhestandsurkunde. Bernhard Post war seit 1993 im Thüringischen Hauptstaatsarchiv Weimar bzw. Landesarchiv Thüringen tätig.

Bis zur Ernennung seiner Nachfolgerin bzw. Nachfolgers wird das Landesarchiv ab 1. Januar 2019 von Dieter Marek (Staatsarchiv Rudolstadt) kommissarisch geleitet.

 

Expertengespräch zu E-Government und digitaler Archivierung

Dr. Babette Winter, Dr. Bernhard Post und Dr. Hartmut Schubert (vlnr.)
Dr. Babette Winter, Dr. Bernhard Post und Dr. Hartmut Schubert im Magazinbereich

Das am 9. August 2018 in Kraft tretende neue Thüringer Archivgesetz legt fest, dass das Landesarchiv Thüringen bei der Einführung neuer IT-Systeme zu beteiligen ist und dass es bei der Festlegung von Übernahmeformaten mitwirkt.

Die Staatssekretärin für Kultur und Europa in der Thüringer Staatskanzlei Dr. Babette Winter und der CIO des Freistaats Thüringen Staatssekretär Dr. Hartmut Schubert trafen sich nicht zuletzt deshalb am 1. August 2018 im Landesarchiv Thüringen in Weimar mit dessen Leiter Dr. Bernhard Post. Ziel des Gesprächs war eine Abstimmung über das künftige Vorgehen bei der digitalen Archivierung.

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Lesesaal im Marstall

In ihrer Begleitung waren Dr. Thomas Brückner, der Leiter des Thüringer Landesrechenzentrums (TLRZ), und Mike Leuschner, der Gesamtprojektleiter E-Akte Thüringen beim Thüringer Finanzministerium, sowie Stefan Biermann, der Leiter des in der Staatskanzlei für das Archivwesen zuständigen Referats 43.

Als Fachleute der Archivseite nahmen Dr. Jeannette Godau, verantwortlich für Projekte zur Digitalisierung analogen Schriftguts (www.thulex.de), sowie Jörg Filthaut und Christine Träger als Verantwortliche für das Projekt ThELMA teil, das die Einrichtung eines Thüringischen elektronischen Magazins der Landesverwaltung für genuin digitale Daten ("born digitals") zum Ziel hat.

Die Funktionstüchtigkeit und die Möglichkeiten von ThELMA konnten bei dieser Gelegenheit auf einer Testumgebung auf einem Server des TLRZ bereits demonstriert werden. Nach Abschluss der Testphase zum Jahreswechsel wird ThELMA dann in den Echtbetrieb gehen können.

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Bei der Führung im Lesesaal des Hauptstaatsarchivs

Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer der Beratung sahen sich einig in dem Wunsch, die IT im Freistaat weiter zu standardisieren, Abläufe zu bündeln und zu koordinieren. Zunächst soll dabei die elektronische Akte in den Fokus genommen werden. Aber auch die Vielzahl von Fachanwendungen im Freistaat haben sowohl die Experten aus dem Bereich E-Government als auch das Landesarchiv im Blick.

Ziel von allen Teilnehmern ist es, Synergieeffekte im Bereich des E-Government zu schaffen. Nun gilt es, dieses langfristige strategische Ziel auf Arbeitsebene Schritt für Schritt umzusetzen. Eine enge Kooperation von Thüringer Staatskanzlei, dem Beauftragten des Freistaats für E-Government und Informationstechnik, dem TLRZ und dem Landesarchiv soll dazu beitragen.

Digitales Magazin des Freistaats Thüringen
Dauerhafte Archivierung elektronischer Unterlagen

E-Government in Thüringen
Leitsätze, Online-Dienste, E-Akte, Informationssicherheit

Thüringer Archivgesetz vom 29. Juni 2018 (39.7 kB)
Gesetz- und Verordnungsblatt für den Freistaat Thüringen Nr. 8 vom 26. Juli 2018, S. 308-312
PDF-Dokument ist nicht barrierefrei.

Thüringer E-Government-Gesetz vom 10. Mai 2018
Thüringer Gesetz zur Förderung der elektronischen Verwaltung im Serviceportal

 

Thüringer Archivgesetz fachlich überarbeitet und modernisiert

Paragraf Bildschirm

Das neue Thüringer Gesetz über die Sicherung und Nutzung von Archivgut (Thüringer Archivgesetz -ThürArchivG-) vom 29. Juni 2018 tritt zum 9. August 2018 in Kraft.

Die wesentlichen Regelungen des bisherigen Gesetzes waren im Jahr 1992 formuliert worden. Nun stand eine Modernisierung und fachliche Überarbeitung an.

Angepasst wurde das Archivrecht an die Erfordernisse der sich verändernden Arbeitsweise der Verwaltung durch die Einführung der modernen Informations- und Kommunikationstechnik im Rahmen des E-Government. Der Unterlagenbegriff wurde erweitert und die öffentlichen Archive können damit auch digitale Unterlagen rechtssicher übernehmen und bewahren.

Das neue Archivgesetz stärkt die Kommunalarchive durch Anpassung ihres Aufgabenkreises und Sicherstellung einer angemessenen Ausstattung. Die Hochschularchive sind nun in einem eigenen Paragrafen als öffentliche Archive benannt. Durch die Novellierung werden Hürden für die Nutzung des Archivguts für Bürgerinnen und Bürger abgebaut, da der Nachweis eines "berechtigten Interesses" entfällt und nun ein "Jedermannrecht" im Gesetz verankert ist. Weiterhin wurde die Definition personenbezogenen Archivguts klarer gefasst.

Die Schutzfrist wurde unter Berücksichtigung einer allgemein gestiegenen Lebenserwartung von 90 auf 100 Jahre nach der Geburt verlängert. Schließlich wird das Verfahren der Schutzfristenverkürzung im Landesarchiv Thüringen entbürokratisiert und beschleunigt und somit die Nutzung für wissenschaftliche Zwecke erleichtert.

In der im Herbst erscheinenden Ausgabe des Mitteilungsblatts "Archive in Thüringen" werden die Änderungen und Auswirkungen der neuen gesetzlichen Regelungen ausführlicher vorgestellt.

Das Gesetz ist im Gesetz- und Verordnungsblatt für den Freistaat Thüringen Nr. 8 vom 26. Juli 2018, S. 308-314 veröffentlicht.

Thüringer Archivgesetz vom 29. Juni 2018 (39.7 kB)
Gesetz- und Verordnungsblatt für den Freistaat Thüringen Nr. 8 vom 26. Juli 2018, S. 308-312
PDF-Dokument ist nicht barrierefrei.

 

www.thulex.de – Portal "Thüringen - legislativ & exekutiv" freigeschaltet

Thulex Screenshot Startseite

Ziel des Projekts ist es, bis zum Landesjubiläum 2020 die gedruckten Quellen zur Gesetzgebung, Regierung und Verwaltung des Landes Thüringen und seiner Vorgängerterritorien vom 17. Jahrhundert bis zur politischen Wende 1989/90 der Wissenschaft, Justiz- und Verwaltung sowie den Bürgerinnen und Bürgern erstmals vollständig und leicht zugänglich über das Internet zur Verfügung zu stellen.

 

Das Projekt wird seit 2009 gemeinschaftlich durchgeführt vom Landesarchiv Thüringen und der Thüringer Universitäts- und Landesbibliothek Jena (ThULB) und gefördert vom Freistaat Thüringen. Im Juli 2018 erfolgte nun ein Relaunch der Projektwebsite mit deutlich verbesserten Recherchemöglichkeiten und einem zeitgemäßen Design.

 

Bei den Dokumenten handelt es sich um Thüringische Parlamentsverhandlungen, Gesetze, Verordnungs-, Amts- und Nachrichtenblätter sowie Staatshandbücher, welche mikroverfilmt, digitalisiert, wissenschaftlich erschlossen und online gestellt werden.

 

Die im Portal präsentierten Amtsdrucksachen sind das Ergebnis einer aufwändigen Qualitätskontrolle. Um der Öffentlichkeit möglichst vollständige und gut lesbare Digitalisate zur Verfügung zu stellen, werden die Bände auf fehlende Jahrgänge, Seiten, Fehlbindungen oder Textschäden untersucht. Danach werden Ersatzexemplare organisiert, um virtuell möglichst fehlerfreie Ausgaben zusammenzusetzen, die in ihrer Vollständigkeit und Qualität so in keinem Archiv und keiner Bibliothek vorliegen.

 

Bis 2020 sollen auch die Amtsdrucksachen des Preußischen Thüringen 1815-1945 sowie die der DDR-Bezirke Erfurt, Gera und Suhl 1952-1989 online verfügbar sein. Insgesamt wird das Angebot kontinuierlich ausgebaut.

 

Inzwischen sind rund 800.000 Buchseiten digitalisiert und rund 150.000 Registerstichworte recherchierbar. Bei Abschluss des Projekts werden rund 1 Million Digitalisate verfügbar sein.

 

http://www.thulex.de/

 

Landesarchiv bei der Aufarbeitung der SED-Diktatur in Thüringen unverzichtbar

Ddr Embleme Kl

Der aktuelle "Bericht der Landesregierung zu ihren Aktivitäten auf dem Gebiet der Aufarbeitung der SED-Diktatur in Thüringen für den Zeitraum März 2017 bis Februar 2018" geht mehrfach auf die Bedeutung des Landesarchivs bei dieser Aufgabe ein:

4.2.2 Adoptionen/Zwangsadoptionen in der ehemaligen DDR

"Am 3. November 2017 fand in der Gedenk- und Bildungsstätte Andreasstraße eine gemeinsam von der Stiftung Ettersberg und der Interessengemeinschaft „Gestohlene Kinder der DDR" organisierte Veranstaltung zu „Zwangsadoptionen in der DDR" statt. [...] Archivarische Fragen konnten zum Teil von anwesenden Bediensteten des Thüringer Landesarchivs beantwortet werden." (S. 31) 

4.2.4 Erfahrungsaustausch zur Rechtspraxis und zum menschlichen Umgang

4.2.4.1 Fachveranstaltungen des TMASGFF

"Der im November 2016 begonnene Erfahrungsaustauch im Bereich Rehabilitierungs- und Versorgungsrecht wurde 2017 fortgesetzt. Am 14. und 28. November 2017 veranstaltete das TMASGFF zwei Informationsveranstaltungen in Meiningen und Suhl zum Thema "Rehabilitierung von SED-Unrecht", an denen vor allem Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen der für Rehabilitierungs- und Versorgungsfragen zuständigen Abteilungen des TLVwA teilnahmen.

Die thematischen Schwerpunkte waren:

  • (Re)Traumatisierung - Umgang mit Opfern und Betroffenen,
  • Übersicht über die DDR-Aktenbestände des Landesarchivs/Möglichkeiten der Recherche und Einsichtnahme für Behörden sowie
  • Reichweite und Bedeutung der Amtsermittlungspflicht und des sozialrechtlichen Überprüfungsantrags nach § 44 SGB X im Rehabilitierungs- und Versorgungsrecht.

Externe Referenten waren der Psychologe Dr. Stefan Trobisch-Lütge, Berlin, Dr. Frank Boblenz, Landesarchiv Thüringen, und Michael Hasenbeck, TSK. Sie standen den Teilnehmerinnen und Teilnehmern der Behörde auch im Rahmen der an die Vorträge anschließenden Gespräche zur Verfügung." (S. 32)

4.4.1 Landesarchiv Thüringen

"Das Landesarchiv Thüringen mit seinen Standorten in Altenburg, Gotha, Greiz, Meiningen, Rudolstadt und Weimar verwahrt etwa 23 lfd. km Akten mit Bezug zur Geschichte der DDR. Diese entstammen unterschiedlicher Provenienz. Zu nennen ist das Verwaltungsschriftgut der Bezirke Erfurt, Gera und Suhl und der Kreise, außerdem das Schriftgut der Parteien und Massenorganisationen, wie der SED, verschiedener Blockparteien, der FDJ und des FDGB. Umfangreiche Hilfsmittel und Informationen zu den Beständen mit Bezug zur Geschichte der DDR werden durch das Landesarchiv auf einer Themenseite im Internet zur Verfügung gestellt.

Im Berichtszeitraum wurden verschiedene Bestände neu erschlossen und die Recherchemöglichkeit via Online-Findbuch hergestellt. Dies gilt insbesondere für die Bestände der Bezirksleitungen der SED an den Standorten Meiningen, Rudolstadt und Weimar.

Die Arbeit kann beispielhaft an der inhaltlichen und chronologischen Erschließung des Bestandes der SED-Bezirksleitung Gera durch das Staatsarchiv Rudolstadt des Thüringer Landesarchivs dargestellt werden. Dazu wurden die einzelnen Tagesordnungspunkte der Sitzungen des Sekretariats der SED-Bezirksleitung systematisch erfasst. Auf diese Weise wurden 1.465 Akteneinheiten intensiv erschlossen. Das SED-Bezirksparteiarchiv Gera dokumentiert die Geschichte des Bezirkes Gera von 1952 bis 1990. Der Wiederaufbau nach dem verlorenen Weltkrieg, die Umsetzung einer sozialistischen Industrie- und Landwirtschaftspolitik sowie die versuchte einer Aussöhnung mit den osteuropäischen Nachbarländern, lassen sich aus diesem Bestand ebenso nachvollziehen wie die Dominanz der SED gegenüber den anderen Parteien und Massenorganisationen oder die Auseinandersetzung mit der evangelischen Kirche. Online-Findmittel werden auch hier über das Archivportal Thüringen bereitgestellt.

Durch das Staatsarchiv Meiningen des Thüringer Landesarchivs wurde der Bestand von circa 1.200 Akten der Bezirksbehörde der Volkspolizei Suhl zum großen Teil neu erschlossen, neu signiert, technisch bearbeitet und sicherungsverfilmt. Der Bestand enthält u. a. auch Informationen über die Überwachung der kirchlichen Arbeit in den 1950er und 1960er Jahren, über Republikfluchten vor und nach 1961, über die Durchführung der Zwangsaussiedlungen an der innerdeutschen Grenze 1952 und 1961 sowie zum Einsatz ausländischer Arbeitskräfte nach 1970. Darüber zeichnen die Bestände mit lückenlosen Tagesrapporten unter anderem ein detailliertes Bild der Vorkommnisse in den letzten Monaten des Bestehens des kleinsten Bezirkes der DDR, der auf Grund seiner Lage und seiner Besonderheiten vom Rest der DDR oft als „autonome Gebirgsrepublik" verspottet wurde. Zu diesem und dem Bestand des Bezirksvorstands Suhl des FDGB stehen auch hier Online-Findbücher bereit.

Das Landesarchiv Thüringen ist Ansprechpartner und Auskunftsquelle zum Nachweis von erlittenem Unrecht und Entschädigungsansprüchen. Anfragen werden von den Betroffenen selbst an das Landesarchiv gerichtet oder von Opferberatungsstellen, wie etwa der Beratungsinitiative SED-Unrecht. Das Landesarchiv bearbeitete zahlreiche Anfragen, führte die damit verbundenen Aktenrecherchen durch und unterstützte Betroffene in ihren berechtigten Belangen. Es nimmt damit eine Mittlerfunktion bei der Rehabilitierung von Opfern politischer Repression und Verfolgung wahr.

Weiterer Schwerpunkt der Arbeit des Landesarchivs in Bezug auf die DDR-Zeit ist die Übernahme und Bearbeitung des Schriftguts der ehemaligen Volkseigenen Betriebe (VEB) in den Bezirken Erfurt, Gera und Suhl. Diese Akten wurden zunächst von der Treuhand verwaltet, dann bei einem Dienstleister gelagert und werden nun nach und nach in die zuständigen Archive überführt. [...]

Das Landesarchiv unterstützte im Berichtszeitraum im Themenkreis III mehrere Fortbildungen, Podiumsdiskussionen und wissenschaftliche Veranstaltungen durch Referentinnen und Referenten." (S. 35 ff)

Der vollständige Bericht ist über folgenden Link abrufbar:

Bericht der Landesregierung zu ihren Aktivitäten auf dem Gebiet der Aufarbeitung der SED-Diktatur in Thüringen für den Zeitraum März 2017 bis Februar 2018 (756.4 kB)
PDF-Dokument ist nicht barrierefrei.

 

Fotografieren von Archivalien erlaubt

Mobiltelefon und Piktogramm mit lesender Person

Seit November 2017 war das selbständige Fotografieren von Archivalien im Landesarchiv testweise gestattet worden. Nach positiven Rückmeldungen von Nutzerinnen und Nutzern wird das Fotografieren mit persönlichen Geräten nun ab dem 1. Februar 2018 dauerhaft erlaubt. Dabei sind jedoch technische und datenschutzrechtliche Einschränkungen zu beachten.

Das selbständige Fotografieren ist kostenlos. Die Fotos dürfen nur mit schriftlicher Genehmigung des Landesarchivs veröffentlicht, weitergegeben oder vervielfältigt werden.

Vor dem Beginn des Fotografierens muss der Benutzerdienst des Lesesaals informiert werden.

Nicht fotografiert werden dürfen:

  • Archivgut, bei dem die Frist von 100 Jahren nach Schließung der Unterlagen noch nicht abgelaufen ist oder das anderen archivrechtlichen Schutzfristen unterliegt.
  • Archivgut, das in seiner Bestandserhaltung gefährdet ist.
  • Archivgut, für das Filme bzw. Digitalisate vorliegen.
  • Unterlagen, die nicht Eigentum des Freistaates Thüringen sind (z. B. Leihgaben oder Deposita), wenn der Eigentümer keine Fotografiererlaubnis erteilt hat.
  • Unterlagen, die Einschränkungen nach dem Urheberrechtsgesetz und/oder dem Kunsturhebergesetz unterliegen (z.B. persönliche Briefe, Karten und Pläne, Fotografien, Postkarten, Werke der bildenden Kunst und Plakate).

In Zweifelsfällen ist der Benutzerdienst zu kontaktieren.

Technische Vorgaben:

  • Der Benutzerdienst weist für das Fotografieren einen besonderen Platz im Lesesaal zu.
  • Es darf nur geräuschlos und ohne Verwendung von Blitzlicht oder weiterer Hilfsmittel (z.B. Stative) fotografiert werden.
  • Der Einsatz von Handscannern ist verboten.
  • Zum Schutz der Unterlagen darf bei gebundenen Archivalien der Falz nicht zusätzlich beschwert werden und die Ordnung innerhalb einer Akte muss erhalten bleiben. Die vom Archiv gestellten konservatorischen Hilfsmittel zur schonenden Nutzung der Unterlagen (Schaumstoffkissen und -keile, Bleischlangen) sind zu verwenden.
  • Für den Nachweis der Aktensignaturen sind die Benutzerinnen und Benutzer selbst verantwortlich. Das Landesarchiv erteilt keine nachträglichen Auskünfte zu den Signaturen der fotografierten Unterlagen.

Benutzerinnen und Benutzer müssen sich schriftlich verpflichten, diese Auflagen einzuhalten.

Selbstverständlich besteht auch weiterhin die Möglichkeit, qualitativ hochwertige Reproduktionen für Veröffentlichungen durch das Landesarchiv (Geräte vor Ort oder Fotowerkstatt in Weimar) kostenpflichtig herstellen zu lassen oder am Selbstbedienungsscanner selbst anzufertigen.

Einverständniserklärung (Formular) (27.0 kB)
Erlaubnis zur Anfertigung von Reproduktionen (Arbeitskopien) mit persönlichen Geräten im Lesesaal des Landesarchivs Thüringen
PDF-Dokument ist nicht barrierefrei.

Besuch aus Budapest in der Restaurierungswerkstatt

Die Weimarer Restauratorinnen und der Besuch aus Ungarn in der Werkstatt vor zwei restaurierten Karten
Der Besuch aus Ungarn (vorne links) und die Weimarer Restauratorinnen in der Werkstatt

Anlässlich der am 28. Mai 2017 geschlossenen Vereinbarung zwischen dem Landesarchiv Thüringen und dem Ungarischen Nationalarchiv Budapest, der zufolge Fachkräfte aus dem Bereich Restaurierung für Praktika ausgetauscht werden sollen, besuchte Frau Dorottya Szlabey, die Leiterin der dortigen Restaurierungswerkstatt, vom 16. bis 29. Oktober 2017 die Werkstatt im Landesarchiv Thüringen.

Die erste Woche verbrachte Frau Szlabey in der Restaurierungswerkstatt im Hauptstaatsarchiv Weimar. Hier bekam sie Einblick in die verschiedenen Arbeitsbereiche der Archivrestaurierung. Dabei wurde ihr das aktuell laufende Projekt der Reinigung und Umverpackung der Glasplattennegative des Bestandes "Topf und Söhne" vorgestellt.

Gemeinsam mit Frau Szlabey bearbeiteten die Restauratorinnen Frau Izdebska und Frau Mielke mehrere handgezeichnete und -kolorierte Karten aus dem Staatsarchiv Greiz und verschiedene mittelalterliche Urkunden und deren angehängte Wachssiegel.

Frau Szlabey an einem Schreibtisch bei der Arbeit
Frau Szlabey bei der Restaurierung

Der Austausch in der praktischen Restaurierung zu Fragen wie dem Entfernen von großflächigen Fettflecken auf Papier, der Restaurierung Tintenfraß geschädigter Handschriften und Methoden zum Anfasern von schimmelbefallenem Papier, führten zu regem Erfahrungsaustausch.

In der zweiten Woche ihres Aufenthaltes besuchte Frau Szlabey verschiedene Restaurierungswerkstätten der Weimarer Klassik-Stiftung. So war sie in der Werkstatt für die brandgeschädigten Bücher der Anna-Amalia-Bibliothek in Weimar/Legefeld, in der Grafikrestaurierung im Weimarer Residenzschloss und bei den Restauratorinnen des Goethe- und Schiller-Archivs.

 

Ein langer Drehtag für das 3sat-Ländermagazin rund um die Digitalisierung

Gabriele Krynitzki, Dr. Bernhard Post, Annie Reischmann und Lisa Ka (vlnr.)
Die Kamera-Leitung hatte Lisa Ka. Links im Bild Gabriele Krynitzki, die Leiterin der Reprowerkstatt.
Das Filmteam in der Fotowerkstatt
Das Filmteam in der Fotowerkstatt

Weitere Fragen betrafen die Langzeitsicherung auf Mikrofilm sowie die Sicherung von genuin digitalen Unterlagen, so genannten "born digitals", im Digitalen Magazin des Landesarchivs.

Ausgestrahlt wird die Sendung im Ländermagazin auf 3sat am Samstag, 19. August 2017 um 14.30 Uhr.

Kooperation mit dem Ungarischen Nationalarchiv - Magyar Nemzeti Levéltár (MNL) 

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Vlnr.: Róbert Fiziker (MNL), Dr. Bernhard Post (Leiter Landesarchiv Thüringen), Dr. Csaba Szabó (Generaldirektor MNL), Dr. Frank Bischoff (Präsident Landesarchiv NRW)

Am 28. Mai 2017 schloss das Landesarchiv Thüringen eine Vereinbarung mit dem Ungarischen Nationalarchiv, derzufolge in den kommenden Jahren Fachkräfte aus dem Bereich Restaurierung für Praktika ausgetauscht werden sollen.

Gleichzeitig unterzeichnete das Landesarchiv Nordrhein-Westfalen eine Vereinbarung zum Austausch von Archivarinnen und Archivaren des gehobenen Dienstes.

Die ersten Gäste aus Budapest erwarten wir im Herbst 2017. Neben der Zentralen Restaurierungswerkstatt in Weimar stehen dann die Werkstätten der Herzogin Anna Amalia Bibliothek und der Thüringer Universitäts- und Landesbibliothek Jena auf dem Programm.

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Schadensbilder in der Restaurierungswerkstatt

Der Austausch erfolgt im Rahmen des Gesamtprogramms der Gemischten Kommissionen Ungarn – Thüringen bzw. NRW.

Während einer Führung durch das Nationalarchiv wurde auch das Original-Testament von Martin Luther gezeigt. Dieses war im 19. Jahrhundert von einem ungarischen Magnaten auf einer Auktion erworben und dem Archiv vermacht worden.

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Luthers Original-Testament

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mit den Unterschriften der Reformatoren Melanchthon, Cruciger und Bugenhagen als Zeugen

Besuch aus Armenien in der Restaurierungswerkstatt

Restaurierung Fuehrung1

Ende Dezember 2016 besuchte Frau Varsik Sargsyan aus Jerewan, Armenien, zusammen mit ihrem Mann, Dr. David Schenk, die Restaurierungswerkstatt des Landesarchivs Thüringen. Frau Sargsyan ist Doktorandin, Museumsführerin und Spezialistin für Ausstellungskonzeption und -monitoring am Mesrop-Maschtoz-Institut für alte Handschriften (Matenadaran), dem Zentralarchiv für alte armenische Handschriften in Jerewan.

Sie besuchte während eines Aufenthaltes in der Heimatstadt ihres Mannes Weimars Archive. Bei einem Rundgang durch die Werkstatt erläuterte ihr Frau Judith Mielke, Leiterin der Restaurierungswerkstatt, die verschiedenen Arbeitsbereiche.

Restaurierung Fuehrung2

Am Anfang stand die Pergament- und Siegelrestaurierung, da aktuell mehrere Urkunden aus dem 14. Jahrhundert in Bearbeitung sind. Danach wurden an Hand von Beispielen die verschiedenen Schadenskategorien und deren restauratorische Behandlung gezeigt. Ganz besonders wurde dabei auf den Arbeitsprozess der Papieranfaserung eingegangen.

Die Räume der Kartenrestaurierung und die Bearbeitung von handgezeichneten und handkolorierten Flurkarten stießen auf große Begeisterung.

Restaurierung Fuehrung Glasplatten

Gespannt ließen sich die Gäste die Glasplattenkonservierung und -restaurierung von Frau Busch erläutern, die sich in den letzten Wochen ausführlich mit dem Glasplattennegativ-Bestand "Topf und Söhne" beschäftigt hatte.

Die Konversation fand auf Englisch statt und Herr Dr. Schenk hat sich als hervorragender Dolmetscher betätigt. Es war ein sehr konstruktiver Vormittag.

 

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Flyer Schriftgutverwaltung Informationen für Thüringer Behörden
Das Landesarchiv informiert mit einem neu aufgelegten Flyer Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern in Behörden und Registraturen über seine Aufgaben. Das Landesarchiv bietet Behördeninformationstage an und berät bei der Schriftgutverwaltung.

Thueringen-1998color Gründung des "Landesarchivs Thüringen" zum 13. Juli 2016 (94.8 kB)
Der Thüringer Landtag hat am 12. Juli 2016 das Erste Gesetz zur Änderung des Thüringer Archivgesetzes beschlossen. Die bisherigen Staatsarchive Altenburg, Gotha, Greiz, Meiningen und Rudolstadt und das Hauptstaatsarchiv Weimar sind mit Wirkung zum 13. Juli 2016 zum "Landesarchiv Thüringen" zusammengefasst. Die bisherigen Standorte bleiben in ihren Funktionen ungeschmälert erhalten. PDF-Dokument ist nicht barrierefrei.

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