Großgrabung Kölleda – neue Untersuchungen im Umfeld des Leubinger Fürstengrabhügels

Seit Anfang März 2017 werden im Auftrag der Landesentwicklungsgesellschaft Thüringen mbH (LEG) die Grabungen in Kölleda, Lkr. Sömmerda, fortgesetzt. Sie finden in einem westlich der Stadt gelegenen 64 ha großen Areal statt, das der Erweiterung der Großinvestitionsfläche Kölleda-Kiebitzhöhe dienen soll. Das für die Industrieansiedlung vorgesehene Gebiet liegt gut 3 km östlich des 1877 ausgegrabenen frühbronzezeitlichen Großgrabhügels von Leubingen, in dessen weiteren Umfeld bereits in den vergangenen zehn Jahren durch Infrastrukturmaßnahmen veranlasste großflächige Ausgrabungen Belege für eine intensive Besiedlung der Region, insbesondere während der frühbronzezeitlichen Aunjetitzer Kultur (23.–16. Jh. v. Chr.), erbracht haben. Für das Thüringische Landesamt für Denkmalpflege und Archäologie (TLDA) besitzt die Untersuchung der zur Erschließung vorgesehenen Flächen deshalb höchste Priorität.

In einer ersten, vom Frühjahr bis zum Ende des Jahres 2017 dauernden Projektphase wurde ca. ein Drittel des gefährdeten Bereichs durch die Kartierung von Oberflächenfunden, Detektorprospektion und Suchschnitte erkundet. Bei einer anschließenden Flächengrabung kamen 570 Befunde auf einer Fläche von 3,3 ha zutage. Das Spektrum der geborgenen Fundgegenstände reicht von einer Pfeilspitze der mittleren Steinzeit (9./8. Jahrtausend v. Chr.), über Keramik der Völkerwanderungszeit (5./6. Jh. n. Chr.) bis hin zu neuzeitlichen Münzen.

Einen Schwerpunkt der Besiedlung bildet aber, wie erhofft, die frühe Bronzezeit. Hier zeichnen sich zwei, durch eine Niederung voneinander getrennte Siedlungsbereiche ab. Bei den mehr als 100 Bodenverfärbungen aus der Zeit des Leubinger Bronzezeitfürsten handelt es sich überwiegend um Pfostenstandspuren von Gebäuden und Abfallgruben. In drei Fällen wurden Kleinkinder im Siedlungsbereich bestattet. Den herausragenden Grabungsbefund stellt der Grundriss eines 23,5 m langen und 7,5 m breiten Hauses dar. Das vergleichsweise kleine Gebäude zeichnet sich durch drei Pfostenjoche im Inneren und in großem Abstand gesetzte Wandpfosten aus. In einem der Innenräume war ein Kleinkind begraben. Die Altersstellung wird durch ein bronzenes Randleistenbeil, das in einer kleinen Grube im Gebäudeinneren niedergelegt war, unterstrichen.

Klaus-Peter Wechler
 

Dr. Mario Küßner
Gebietsreferent Nordthüringen, TLDA, Weimar

Tel.: 0361 / 57 3223 346
mario.kuessner{at}tlda.thueringen{punkt}de

 

Kölleda Doku Mittels Drohne Mario Küßner
Dokumentation mittels Drohne (Foto: M. Küßner, TLDA, Weimar)
Kölleda Bef 391 Randleistenbeil Willi Hoffmann
Befund mit Randleistenbeil in situ (Foto: W. Hoffmann, TLDA, Weimar)
Kölleda Kinderbestattung Im Haus Willi Hoffmann
Kinderbestattung in Haus (Foto: W. Hoffmann, TLDA, Weimar)

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