07.03.2014 14:04 Uhr

Thüringer Verkehrswegenetz

Nach dem Bundesfernstraßengesetz und dem  Thüringer Straßengesetz werden Straßen durch eine Widmung zu öffentlichen Straßen. Entsprechend der Verkehrsbedeutung in erfolgt dabei eine Unterteilung in verschiedene Straßenklasse:

  • Bundesautobahnen
  • Bundesstraßen
  • Landesstraßen
  • Kreisstraßen
  • Gemeindestraßen
  • sonstige öffentliche Straßen

Das aktuelle Straßennetz des Freistaates Thüringens können Sie auf der Straßennetzkarte bzw. als Längenstatistik sehen.

Straßen sind entsprechend ihrer tatsächlichen Verkehrsbedeutung einzustufen. Ändert sich ihre Verkehrsbedeutung oder sind sie nicht in die richtige Straßenklasse eingeordnet, so sind sie entsprechend umzustufen. Dies betrifft insbesondere alle ehemaligen Bezirksstraßen der DDR, die mit Verabschiedung des Thüringer Straßengesetzes vorläufig zu Landesstraßen erklärt wurden. Bei ihnen besteht der gesetzliche Auftrag, ihre tatsächliche Verkehrsbedeutung zu prüfen und sie gegebenenfalls umzustufen.Hat eine öffentliche Straße keine Verkehrsbedeutung mehr, kann sie eingezogen werden. Nach der Einziehung steht sie dem öffentlichen Verkehr nicht mehr zur Verfügung.

Unabhängig von den Straßen für den hauptsächlich motorisierten Verkehr existiert häufig parallel dazu ein Radwegenetz an Bundes- und Landesstraßen sowie ein gesondertes touristisches Landesradwegenetz.

Wie sehen die Straßennetzlängen aus (BAB, Bundes-, Landesstraßen)?

  • BAB              511 km
  • B-Straßen    1.578 km
  • L-Straßen    4.221 km (Stand 01.01.2014, ohne Astlängen)
 

Wo gibt es vierspurig ausgebaute Bundesstraßen im Freistaat?

 
Es gibt 44 km 4-streifige Bundesstraßen in Thüringen, davon liegen 35 km in der Baulast des Bundes und der Rest in Baulast der Kommunen.
Die längsten Streckenabschnitte befinden sich in Gera (B2 und B 92), in Jena (B 88), bei Erfurt (B 4 und B 7), und auf der ehemaligen A 4 bei Eisenach (B 19).
 

Was müssen die einzelnen Straßenbaulastträger konkret leisten?

 
Die Straßenbaulast umfasst alle mit dem Bau und der Unterhaltung der Straßen zusammenhängenden Aufgaben. Die Träger der Straßenbaulast haben nach ihrer Leistungsfähigkeit die Straßen zu bauen, zu unterhalten, zu erweitern oder sonst zu verbessern.
Die Straßenerhaltung dient der Substanzsicherung und der Wiederherstellung des Gebrauchswertes einer Straße. Sie setzt sich zusammen aus der betrieblichen Unterhaltung sowie der baulichen Erhaltung. Letztere, die bauliche Erhaltung untergliedert sich wiederum in bauliche Unterhaltung, bauliche Instandsetzung und bauliche Erneuerung.
  • Betriebliche Unterhaltung ist die Straßenwartung mit bspw. Winterdienst, Straßenreinigung, Grasmahd, Gehölz- und Markierungsarbeiten.
  • Bauliche Unterhaltung: punktuelle und kleinflächige Sofortmaßnahmen, wie bspw. Flickarbeiten (Schlaglöcher und Risse), kleine örtliche Oberflächenbehandlungen oder das Abfräsen von Verformungen.
  • Bauliche Instandsetzung: Maßnahmen an der Straßenoberfläche oder Deckschicht über mindestens eine volle Fahrbahnbreite und größere Abschnittslängen. Bspw. Oberflächenbehandlungen und Hocheinbau der Deckschicht.
  • Bauliche Erneuerung: Maßnahmen über mindestens eine volle Fahrbahnbreite und größere Abschnittslängen, durch die der volle Gebrauchs- und Substanzwert der Straße wiederhergestellt wird und die mehr als die Deckschicht umfassen.
  • Neben der baulichen Erhaltung gibt es darüber hinaus gehend:
    Um- und Ausbau: z. B. Anbau von Standstreifen oder Verbreiterung,
  • Erweiterung: Erhöhung der Kapazität einer Straße z. B. durch Anbau eines Fahrstreifens
  • Neubau: erstmalige Herstellung einer Straße

Träger der Straßenbaulast sind der Bund für Bundesautobahnen und Bundesstraßen, wobei das Land diese Aufgabe für den Bund als Auftragsverwaltung wahrnimmt.
Im Übrigen sind Träger der Straßenbaulast jeweils das Land für Landesstraßen, die Kreise für Kreisstraßen sowie Gemeinden für Gemeindestraßen.Abweichend hiervon sind Gemeinden mit mehr als 80.000 Einwohnern Straßenbaulast¬träger für Ortsdurchfahrten von Bundesstraßen sowie Gemeinden mit mehr als 30.000 Einwohnern Straßenbaulast¬träger für Ortsdurchfahrten von Landes- und Kreisstraßen.Zu den Aufgaben der Straßenbaulast gehören nicht das Schneeräumen, das Streuen bei Schnee- oder Eisglätte , die Reinigung und die Beleuchtung. Die Träger der Straßenbaulast sollen jedoch die öffentlichen Straßen von Schnee räumen und bei Schnee- und Eisglätte streuen. Diese so genannte verkehrsmäßige Reinigung entspringt im Wesentlichen der zivilrechtlichen Verkehrssicherungspflicht.Innerhalb der geschlossenen Ortslagen besteht daneben für die Gemeinden die Aufgabe der so genannten ordnungsgemäßen Reinigung, die der Aufrechterhaltung von Sicherheit und Ordnung und damit der hoheitlichen Gefahrenabwehr dient. Diese Aufgabe der Gemeinden bezieht sich innerhalb der geschlossenen Ortslagen auf alle Straßen, also auch auf Bundes-, Landes- und Kreisstraßen.
 

Diese ordnungsgemäße Reinigung umfasst auch die Verpflichtung, die Gehwege und Überwege für Fußgänger vom Schnee zu räumen und bei Schnee- und Eisglätte zu streuen, was durch Satzung auf die Eigentümer oder Besitzer der erschlossenen Grundstücke übertragen werden kann.
Im Übrigen haben die Gemeinden alle öffentlichen Straßen innerhalb der geschlossenen Ortslage nach Maßgabe ihrer Leistungsfähigkeit vom Schnee zu räumen und bei Schnee- und Eisglätte zu streuen, soweit das zur Aufrechterhaltung der öffentlichen Sicherheit und Ordnung erforderlich ist.

Wie sieht es grundsätzlich mit der Erreichbarkeit von BAB-Anschlüssen aus?

 
Durch den Neubau der Autobahnen (A 38, A 71/73) wurde und wird (A 71 Sömmerda-Artern) die Erreichbarkeit der bisher autobahnfern liegenden Orte deutlich verbessert, siehe Datei (Erreichbarkeitskarten, Vergleich 1997 mit 2020).
 
Karte: Erreichbarkeit der Thüringer Autobahnen
 
Insbesondere wird in Verbindung mit den Zubringerstraßen erreicht, dass von einem Großteil der Landesfläche in weniger als 30 Minuten ein Autobahnanschluss erreicht werden kann. Dieses Ziel wird allerdings für einige wenige Regionen noch nicht erreicht und wird aufgrund der geografischen Lage auch nicht zu 100 Prozent erreicht werden können.
 

Was hat der Freistaat seit 1991 bis 2012 in das Thüringer Straßenverkehrswegenetz investiert?

 
Für Bundesfernstraßen: ca. 7,6 Milliarden Euro für Bau und Erhaltung. Zuzüglich ca. 611 Mio. Euro für Wartung und Unterhaltung.
Für Landesstraßen ca. 2,0 Milliarden Euro für Bau und Erhaltung. Zuzüglich ca. 749 Mio. Euro für Wartung und Unterhaltung.
Hinzu kommen ca. 1,15 Milliarden Euro Fördermittel für den kommunalen Straßenbau.
 

Wieviel Finanzmittel wurden für Instandhaltung des Verkehrswegenetzes in 2009 bis 2013 und (geplant) in 2014 in den Landeshaushalt eingestellt?

 
Nachstehend sind die IST-Ausgaben (2009-2012) bzw. geplanten Ausgaben (2014) benannt:
Planungsmittel für Bundes- und Landesstraßen; Entwurfsbearbeitung, Bauaufsicht, DEGES:
  • 2009: 41,3 Mio. €
  • 2010: 43,7 Mio. €
  • 2011: 34,5 Mio. €
  • 2012: 27,0 Mio. €
  • 2013: noch kein Jahresabschluss vorhanden
  • 2014 geplant: 29,4 Mio. € (lt. Landeshaushaltsplan 2013/2014 und geplante Zweckausgabenpauschale für DEGES Maßnahmen)
Landesstraßenbaumittel:
Landesstraßen (Instandsetzung, Unterhaltung, Erhaltung, Um-, Aus- und Neubau ):
  • 2009: 140,0 Mio. € davon 20,3 Mio. € EFRE-Mittel
  • 2010: 119,4 Mio. € davon 17,6 Mio. € EFRE-Mittel
  • 2011: 116,5 Mio. € davon 15,4 Mio. € EFRE-Mittel
  • 2012:   99,6 Mio. € davon 20,6 Mio. € EFRE-Mittel
  • 2013: noch kein Jahresabschluss vorhanden
  • 2014 geplant: 116,4 Mio. € davon 13,0 Mio. € EFRE-Mittel (lt. Landeshaushaltsplan 2013/2014)
Bundesstraßenbaumittel:
Bundesstraßen (Instandsetzung, Unterhaltung, Erhaltung, Um-, Aus- und Neubau)
  • 2009: 450,5 Mio. €
  • 2010: 352,3 Mio. €
  • 2011: 326,0 Mio. € 
  • 2012: 271,5 Mio. €
  • 2013: noch kein Jahresabschluss vorhanden
  • 2014 geplant: 194,6 Mio. € (lt. Titelübersicht 2014 vom 20.08.2013 und Einschätzung DEGES)

Wie wird der Winterdienst des Landes organisiert?

Auf den Bundesautobahnen (BAB) wird der Winterdienst durch die Autobahnmeistereien Hermsdorf, Erfurt, Zella-Mehlis und Breitenworbis mit insgesamt 180 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern durchgeführt. Hinzu kommen zwei private Betreiber, die Via Solutions Thüringen GmbH & Co. KG, die den Winterdienst auf der ca. 45 Kilometer langen Konzessionsstrecke der BAB A 4 zwischen AS Gotha und der Landesgrenze zu Hessen betreut, und die Via Gateway, die den Winterdienst auf dem ca. 48 km langen Teilstück auf der A 9 zwischen der Anschlussstelle Lederhose und der Landesgrenze zu Bayern durchführt.

Für die rund 510 Kilometer Autobahn stehen in der Wintersaison 2013/2014 rund 23.000 Tonnen Streusalz an verschiedenen Standorten zur Verfügung. Darüber hinaus kann Thüringen auf 8.000 Tonnen aus der vom Bund betriebenen nationalen Streusalzreserve für Autobahnen in Magdeburg zurückgreifen.

Für die Absicherung des Winterdienstes auf den BAB stehen in der Saison 2013/2014 insgesamt 48 Winterdienstfahrzeuge. Bei extremen Witterungsbedingungen können bei Bedarf weitere 18 Winterdienstfahrzeuge sowie 11 Schneefräsen eingesetzt werden.

Die Aufsichtspflicht für die Gewährleistung der Aufgaben des Winterdienstes obliegt dem Freistaat Thüringen.

Bei den Rundschreiben (ganz unten) gibt es derzeit noch keine Änderungen; erst im späteren Verlauf des Jahres 2014.

Wieviel Streusalz wird eingelagert, wie viel Fahrzeuge und Mitarbeiter sind für das Land im Winterdienst unterwegs?

 
Salzlagerkapazität
Für BAB haben wir derzeit an verschiedenen Standorten Lagerkapazitäten von 12.000 t. Es ist vorgesehen, sie um insgesamt 10.000 t zu erweitern.
Fahrzeuge
Für die Absicherung des Winterdienstes auf den BAB stehen in der Saison 2010/2011 insgesamt 83 Fahrzeuge zur Verfügung: 57 eigene Fahrzeuge in den Autobahnmeistereien, 20 Fahrzeuge fremder Firmen und 6 Fahrzeuge der Firma Via-Solutions auf der Konzessionsstrecke.
Personal
In den Autobahnmeistereien sind 132 Straßenwärter im Einsatz. Aufgrund des diesjährigen Winters wurden darüber hinaus kurzfristig weitere 34 Kraftfahrer befristet eingestellt.
 

Wie viel Straßenbrücken und wie viel Tunnel gibt es Ende 2012 in Thüringen?

(Die Zahlen sind von Ende 2012. Die Werte für 2013 liegen erst im März/April 2014 vor.) 
 
In Thüringen gibt es:                                                                                                                                                           
  • 801 Brücken im Zuge von BAB
  • 714 Brücken im Bundesstraßennetz
  • 1239 Brücken im Landesstraßennetz
hinzu kommen:                                                                                                                                                                      
  • 36,7 Kilometer Tunnelröhren
  • 79,3 Kilometer Stützwände
  • 436  Stück Verkehrszeichenbrücken
  • 45,9 Kilometer Lärmschutzwände
 

Rundschreiben

 

Rundschreibenverzeichnis 2013 (4,0 MB)
PDF-Dokument ist nicht barrierefrei.

Rundschreibenerlass 2013 (322,7 kB)
PDF-Dokument ist nicht barrierefrei.

Einführungserlass Thüringen 2013 (108,7 kB)
PDF-Dokument ist nicht barrierefrei.