Kindermedienland Thüringen: Entwicklung und Pespektiven
„Medien und Gesellschaft“ ist der Titel dieser Vortrags- und Gesprächsreihe, in der ich heute über Entwicklung und Perspektiven des Kindermedienlands Thüringen sprechen soll.
„Medien“ und „Gesellschaft“, zwei Größen, die in beständigem Wandel begriffen sind.
Zwei Größen, die sich gegenseitig beeinflussen und deren Entwicklung sich niemand entziehen kann.
Zwei Größen, in denen technische Innovationen und soziale Veränderungen schnell und unmittelbar ihre Spuren hinterlassen.
Und insofern ist die Beziehung von „Medien“ und „Gesellschaft“ auch immer ein aktuelles Thema, das auf breites Interesse stößt.
Heute Abend will ich Ihnen einen Aspekt der bunten, differenzierten und bisweilen etwas unübersichtlichen Medienwelt vorstellen, der für unseren Freistaat von besonderer Bedeutung ist: Und zwar den des Kindermedienlands Thüringen.
Seit dem Jahr 2004 wirbt die Landesregierung direkt und aktiv für Thüringen als Kindermedienstandort.
Wir haben die Marktnische „Kindermedienland“ für uns entdeckt und weil sie eine erfolgversprechende Perspektive für den Medienstandort Thüringen zu bieten schien, hat der Freistaat seit 2004 ganz konzentriert daraufhin gearbeitet, Thüringen zum Kindermedienland zu entwickeln.
Und man kann mit Fug und Recht sagen:
Der Freistaat ist in Medienkreisen als Kindermedienland bekannt und etabliert.
Hierbei muss man bedenken, dass 1989/90 hingegen war Thüringen für die gesamten audiovisuellen Medien noch weitestgehend eine tabula rasa war und man quasi bei „null“ anfangen mußte.
In den frühen neunziger Jahren entstand dann ganz schnell eine lebendige duale Struktur von privaten und öffentlich-rechtlichen Rundfunkanbietern, die den übrigen Ländern vergleichbar ist.
1997 wurde das Fundament für das Kindermedienland Thüringen gelegt.
Der Kinderkanal von ARD und ZDF nahm seinen Sendebetrieb in Erfurt auf.
In der entscheidenden ARD-Hauptversammlung hatte sich Erfurt knapp gegen seine Mitbewerber Köln und Brandenburg/Berlin als Standort durchsetzen können.
Das war also eine Entscheidung gegen die 4 Medienhauptstädte Hamburg, Berlin, Köln und München.
Der KI.KA ist in einem Medienareal beheimatet, in dem sich heute neben dem MDR-Landesfunkhaus Thüringen auch das KinderMedienZentrum befindet.
Hier schlägt das Herz des Kindermedienlandes Thüringen.
Bei der Entscheidung für Erfurt als Sitz des öffentlich-rechtlichen Kinderkanals spielte schon vor mehr als zehn Jahren das kindermedienfreundliche Umfeld in Thüringen eine ganz wichtige Rolle.
Das traditionsreiche Kindermedienfestival „Goldener Spatz“ ist dabei sicher ein wichtiger Grund gewesen.
Denn das einstmals wichtigste Kinderfilmfestival der DDR ist heute das bedeutendste Kindermedienfestival in ganz Deutschland.
Hinzu kamen seit Mitte der neunziger Jahre verschiedenste medienpädagogische Angebote.
So war der Freistaat bereits damals bei der Entwicklung von Konzepten zur Medienkompetenzvermittlung in den Schulen führend.
Und auch die Thüringer Landesmedienanstalt (TLM) hatte sich seit ihrer Gründung intensiv mit der Vermittlung von Medienkompetenz befasst.
Diese Aufgabe wurde dann bereits Ende 1996 im Thüringer Rundfunkgesetz verankert.
So gelangte das Thema Medienkompetenz erstmalig in ein deutsches Mediengesetz.
Des Weiteren hatten sich auch die Thüringer Universitäten schon früh auf die expandierenden Zukunftsmärkte im Medienbereich ausgerichtet und entsprechende Studiengänge mit differenzierten Angeboten entwickelt.
Im vergangenen Jahr hat der Kinderkanal, seit März 2000 übrigens offiziell KI.KA genannt, sein zehnjähriges Bestehen gefeiert.
Er ist nicht nur Qualitätsführer, sondern steht in bestimmten Marktsegmenten auch an der Spitze der Zuschauergunst.
Er ist damit sowohl der Lieblingssender von Kindern, als auch der Lieblingssender der Eltern, die sich um das Fernsehverhalten ihrer Kinder sorgen.
Das Jahr 2007 war das bisher erfolgreichste Jahr des KI.KA mit einem durchschnittlichen Marktanteil von 16,4 Prozent bei den Drei- bis Dreizehnjährigen.
Auch das KI.KA Abendprogramm erfreut sich zunehmender Beliebtheit.
Allein die Sendung KI.KA LIVE um 20.00 Uhr erreichte im vergangenen Jahr Spitzenwerte bis zu 19,6 Prozent Marktanteil bei den Zehn- bis Dreizehnjähri-gen.
Höchstwerte erreichten 2007 auch das Wissensmagazin „Wissen macht Ah!“ (WDR) mit 27,7 Prozent und die Kindernachrichtensendung „logo“ (ZDF) mit 24,3 Prozent bei den Drei- bis Dreizehnjährigen.
Vor dem Hintergrund dieser eindrucksvollen Entwicklung setze ich mich für eine Erweiterung des KI.KA-Angebots auf abendliche Sendungen für Jugendliche ein.
Und ich bin hier im Einklang mit dem MDR-Intendanten Professor Reiter.
Eine Sendezeiterweiterung beim KI.KA könnte ein erster Schritt sein, um langfristig auch für Jugendliche ein qualitätsorientiertes Fernsehangebot im öffentlich-rechtlichen Rundfunk bereitstellen zu können.
Meine Damen und Herren, eines bleibt auf jeden Fall festzustellen:
der KI.KA ist eine Erfolgsgeschichte in der deutschen Medienlandschaft.
Und seine Ansiedlung in Erfurt war die Initialzündung zur Entwicklung des Kindermedienlands.
Es hat eine Weile gedauert, bis sich die Wirkung dieser Ansiedlung entfaltet hat und die Landesregierung sich zur Profilierung Thüringens zum Kindermedienland entschieden hat. Dann aber meiner Einschätzung nach mit großem Engagement.
Ein Erfolg dabei ist es, dass sich angezogen vom KI.KA in den vergangenen Jahren eine ganze Reihe von Firmen in Erfurt und Umgebung niedergelassen haben, die bevorzugt im Kindermedienbereich aktiv sind.
Zu nennen wären hier vor allem:
• Die Kinderfilm GmbH. Sie konzentriert sich auf die Produktion qualitativ anspruchsvoller TV-Formate für Kinder und Jugendliche und ist im Jahr 2004 mit dem Deutschen Filmpreis in Gold ausgezeichnet worden.
• Tradewind Pictures hat sich auf Kinofilme für Familien und Kinder spezialisiert.
• Mit der „Trickompany“ aus Hamburg ist seit dem Frühjahr 2007 ein weiteres führendes Unternehmen der deutschen Filmbranche in Thüringen ansässig.
Die Trickompany hat so erfolgreiche Filme wie die „Werner“-Reihe oder Käpt’n Blaubär produziert.
Für Letzteren erhielt die Produktionsfirma im Jahr 2000 den Deutschen Filmpreis in Gold in der Kategorie Bester Kinder- und Jugendfilm.
• Faktor 17 produziert in Erfurt Trailer, Spots und kleine Cartoons fürs Kinderfernsehen.
• Solimedia Productions ist führend in der Produktion von CD-ROM- und Onlinespielen.
Und nach der Studie von Prof. Seufert aus dem Jahr 2004 gibt es in Thüringen in der Medienwirtschaft:
• 11.500 sozialversicherungspflichtige Beschäftigte
• 1.250 Unternehmen (rund 75 Film und Fernsehen)
• 910 Mio. € Umsatz
Im KinderMedienZentrum haben seit dem Sommer 2007 folgende Firmen die Arbeit aufgenommen:
• SAVIDAS Filmproduction
• BLUE SPACE Media GmbH
• Family Entertainment.tv Film- und Fernsehproduktion GmbH
• GMM Gesellschaft für Medienmarketing mbH
• IOSONO GmbH
• KIDS-Interactive GmbH i.G.
• Saxonia Media Filmproduktion GmbH
• VST Video System Technik GmbH
• Weitsicht.TV Ingenieurbüro Medien Ruth Scheffler
• und schließlich Weltlabor GbR
Besonders herausheben möchte ich aus dieser beeindruckenden Liste die IO-SONO GmbH sowie Saxonia Media.
IOSONO ist der Name für ein neuartiges Soundsystem, das völlig neue, nie dagewesene dreidimensionale Klangerlebnisse ermöglicht.
Es basiert auf der Wellenfeldsynthese und ist unter Leitung von Professor Karlheinz Brandenburg am Ilmenauer Fraunhofer Institut für Digitale Medien-technologie IDMT zur Marktreife entwickelt worden.
Die IOSONO GmbH hat ihren Sitz im KinderMedienZentrum in Erfurt und operiert in den Vereinigten Staaten von einer Niederlassung auf dem Sunset Boulevard in Hollywood aus.
Thüringen ist damit sozusagen mitten im Herz der amerikanischen Filmindustrie präsent.
Saxonia Media produziert für den KI.KA im KinderMedienZentrum die Serie „Schloss Einstein“.
„Schloss Einstein“ ist eine außerordentlich erfolgreiche und weltweit die am längsten ausgestrahlte fiktionale Kinderserie.
Ihr hoher Bekanntheits- und Beliebtheitsgrad hat sich noch einmal verbessert, seit sie in Erfurt gedreht wird.
Mit den genannten Firmen sind die gesamten 2.400 Quadratmeter Büro- und Kommunikationsräume im KinderMedienZentrum vollständig ausgelastet.
Lediglich in den Studios gibt es noch einige freie Kapazitäten. Und das ist auch notwendig.
1.900 Quadratmeter Studio und Regiefläche sowie ein multifunktionales Studio mit einer Grundfläche von 335 Quadratmeter stehen hier zur Verfügung.
Etwa die Hälfte der Studiokapazität wird durch die Dreharbeiten zu „Schloss Einstein“ in Anspruch genommen.
Alle Studios sind auf höchstem technischen Niveau ausgestattet und durchgängig HD TV tauglich.
Und gerade aus dem Studiobereich sind aus der jüngsten Zeit weitere erfreuliche Entwicklungen zu vermelden.
So hat kürzlich erstmalig auch eine internationale Filmproduktion die Studios im KinderMedienZentrum genutzt.
Die Produzenten der deutsch-norwegisch-spanischen Koproduktion „Das Orangenmädchen“ haben die hervorragende technische Ausstattung des Hauses in den höchsten Tönen gelobt.
Meine Damen, meine Herren,
schon diese wenigen Beispiele sprechen für sich.
Thüringen hat in den zurückliegenden Jahren eine eindrucksvolle Entwicklung zum Kindermedienland durchlaufen.
Die Schwerpunktsetzung, die die Landesregierung 2003/2004 vorgenommen hat und an der ich nicht ganz unbeteiligt war, wird dadurch bestätigt.
Markus Schächter, Intendant des ZDF, hat dem Freistaat sogar vor einiger Zeit bescheinigt, dass „Thüringen und insbesondere Erfurt ein Kindermedienstandort von europäischer Bedeutung ist“.
Ich denke: ein treffsicheres Urteil aus berufenem Mund.
Heute sind es die zahlreichen Festivals, Einrichtungen, Initiativen, Kindermedien-Tagungen und -Symposien, die neben dem KI.KA und dem KinderMe-dienZentrum das Profil des Kindermedienlandes Thüringen ausmachen.
Ich möchte an dieser Stelle die Wichtigsten nennen:
1. Auf das Kinder-Medien-Festival „GOLDENER SPATZ“, das größte Festival seiner Art in Deutschland hatte ich bereits hingewiesen.
2. „Kinder Kult“ ist eine Mitmachveranstaltung, die im April 2008 zum zweiten Mal auf der Erfurter Messe veranstaltet worden ist.
3. Das Thüringer Mediensymposium, widmet sich seit einigen Jahren schwerpunktmäßig den Kindermedien und hat sich damit in Mitteldeutschland einen hervorragenden Namen gemacht.
4. „Erfurt Exchange“ ist eine internationale Programmtauschbörse für Vorschulkinder-Fernsehen, die nach vielen Jahren in Saarbrücken in diesem Jahr bereits zum 4. Mal in Erfurt stattfand.
5. Das backup_festival. neue medien im film in Weimar, das cellu l’art-Festival in Jena, und die videofilmtage Thüringen / Rheinland-Pfalz, sind regelmäßige Veranstaltungen, die zwar über die Schwerpunktsetzung Kindermedien hinaus gehen.
Sie tragen aber dennoch zu einer attraktiven und lebendigen Medienszene bei und sind feste Bestandteile im Medien-Veranstaltungskalender des Freistaats.
Ebenso zu nennen sind die Amateurfestivals wie das landesweite FilmThuer-Festival in Jena oder das bundesweite DOKU-Festival abwechselnd in Bad Liebenstein und Jena.
Nicht zu vergessen sind auch die Einrichtungen aus dem Bereich des Kinder- und Jugendmedienschutzes, die in Erfurt beheimatet sind.
Dazu gehören die Geschäftsstelle der KJM in Erfurt, die Geschäftsstelle der Bundes-Initiative ein Netz für Kinder und die Initiative Erfurter Netcode.
Sie runden das Bild vom Kindermedienland Thüringen ab, in dem sie einen speziellen und sensiblen, aber unzweifelhaft einen sehr wichtigen Aspekt der Kindermedienlandschaft abdecken.
So kommt Baustein zu Baustein und so wächst das Kindermedienland Thüringen und wird größer, bekannter und attraktiver.
Einer der jüngsten Bausteine ist das „Erste Deutsche Kinderfilm-Orchester“.
Wo sonst, wenn nicht im Kindermedienland Thüringen, könnte ein solches Orchester beheimatet sein.
Die Erfurter Philharmoniker werden in den kommenden drei Jahren Produktionen des KI.KA begleiten und mit klassischer Musik untermalen.
Damit sind die Erfurter bundesweit das einzige Orchester, das sich auf Musik für Kinderfernsehen spezialisiert hat.
Ein weiteres Alleinstellungsmerkmal für den Kindermedienstandort Thüringen.
Meine Damen und Herren,
mit diesem kursorischen Überblick wollte ich Ihnen deutlich machen, wie und warum Thüringen zu dem Kindermedienland in Deutschland geworden ist.
Der Erfolg unserer Strategie ist unbestreitbar.
Jetzt muss es Aufgabe sein, das Erreichte zu
- konsolidieren,
- weiterzuentwickeln und
- auszubauen.
Dazu gehört beispielsweise, die Außendarstellung des Kindermedienlandes zu verbessern.
Hier ist noch einiges zu tun, um das Kindermedienland Thüringen auch außerhalb von Fachkreisen bekannt zu machen.
Die Platzierung von bekannten und beliebten KI.KA Figuren in der Erfurter Innenstadt verfolgt beispielsweise genau diesen Zweck.
Vor allem Familien, die in Erfurt zu Gast sind, soll auf diese Weise nahegebracht werden, dass der KI.KA in der Thüringer Landeshauptstadt zu Hause ist.
Die Figuren sind Sympathieträger erster Klasse und haben einen enormen Werbeeffekt für Erfurt und das Kindermedienland Thüringen.
Die Ablehnung der Figuren von Seiten einiger Erfurter, die meinen, sie seien eine Gefahr für das historische Stadtbild, halte ich für kleinkariert.
Auch eine Altstadt mit so wunderbarer Atmosphäre wie Erfurt darf nicht allein aus der Vergangenheit leben.
Sie braucht auch den Blick in die Zukunft.
Und Kinder sind Zukunft.
Mehr möchte ich an dieser Stelle zu der Leserbriefdiskussion nicht sagen.
Zum angepeilten Ausbau des Kindermedienlandes Thüringen gehört unbedingt die Ansiedlung weiterer Unternehmen.
Es geht dabei zentral um den Ausbau des Produktionsstandortes Thüringen.
Wir wollen, dass zukünftig mehr Filme und Serien aus Thüringen kommen.
„Schloss Einstein“, „Dr. Kleist“ und „Krimi.de“ mit Schauplätzen in Thüringen sind schon ein guter, aber noch ausbaufähiger Anfang.
Mein Ziel ist es, in näherer Zukunft noch eine weitere Serie ins KinderMedienZentrum zu holen.
Mit dem ZDF habe ich dahingehend bereits vielversprechende Gespräche geführt.
Und ich bin optimistisch, dass in wenigen Wochen erste Ergebnisse verkündet werden können.
Neben der Ansiedlung von Firmen ist die Vermarktung von unverbrauchten Drehorten in Thüringen ein wichtiges Anliegen.
Die zahlreichen kulturhistorischen Stätten in unserem Land sowie die naturnahen Kulturlandschaften bieten sich als Locations hervorragend an.
Ein wichtiger Partner bei der Verwirklichung dieses Ziels ist die Mitteldeutsche Medienförderung, über die auch die Medienförderung im Freistaat ausgereicht wird.
Besondere Zielgruppen der Förderung sind neben Firmen im Kindermedienbereich Gründer- und Nachwuchsfirmen.
Diese Unterstützung wird auch weiterhin Teil unserer medienpolitischen Strategie bleiben.
Meine Damen, meine Herren,
die medienbezogenen Studiengänge an den Thüringer Universitäten sind ein wichtiger Garant für eine Verstetigung der positiven Entwicklung.
Die Landesregierung wird sich weiterhin für eine Stärkung der bewährten Strukturen einsetzen, aber auch neue Aktivitäten unterstützen.
Das gilt für die eher technikorientierten Medienstudiengänge an der Universität Ilmenau, aber auch für die mehr auf den künstlerisch-gestalterischen Aspekt ausgerichteten Medienstudiengänge an der Bauhaus Universität Weimar oder die Ausbildung im Bereich Kommunikationswissenschaft an der Universität Erfurt und der Friedrich-Schiller-Universität Jena.
Deshalb sind die Kindermedienprofessur in Erfurt, die Computerspiele-Professur in Ilmenau und eine Fraunhofer-Forschungsgruppe für Kindermedien in Thüringen genau am richtigen Ort.
Die letztgenannte Forschungsgruppe für Kindermedien ist ein Ableger des Fraunhofer Instituts für Digitale Medientechnologie (IDMT) in Ilmenau.
Hier wird außeruniversitäre Spitzenforschung im Medienbereich geleistet.
In zwei Wochen, am 11. November, wird Ministerpräsident Dieter Althaus dem Institut auf dem Universitäts-Campus in Ilmenau ein neues Gebäude übergeben.
Schon morgen wird die Erfurter Forschungsgruppe ihr neues Domizil in der Erfurter Innenstadt beziehen.
Sie betritt mit ihrem Forschungsansatz methodisches Neuland.
Ziel ist es, die Entwicklung von Hard- und Software mit sozial- und kulturwissenschaftlicher Forschung zu verbinden.
Die derzeit 13 Wissenschaftler werden sich interdisziplinär mit neuesten Medientechnologien, der Entwicklung von kindgerechten Medienangeboten sowie der Frage, wie Medien auf Kinder wirken, befassen.
Die Landesregierung fördert dieses Projekt mit einer Anschubfinanzierung in Höhe von 1 Mio. Euro.
Meine Damen und Herren,
Stillstand ist Rückschritt – und den wollen wir nicht.
Gerade in der schnelllebigen Medienbranche können wir uns den auch gar nicht leisten.
Die „Marke“ Kindermedienland bildet den Kern der erfolgreichen Entwicklung der Medienbranche in Thüringen in den letzten Jahren.
Der KI.KA und seit kurzem auch das KinderMedienZentrum haben sich zu Qualitätssymbolen in der deutschen Kindermedienszene entwickelt.
Das KinderMedienZentrum war und ist eine Investition in die Zukunft.
Deshalb prüfen wir derzeit ein Entwicklungskonzept für einen Mediencampus Thüringen rund um den KI.KA und das KinderMedienZentrum.
Vorgesehen ist ein modularer Ausbau des KinderMedienZentrums mit Erweiterungsflächen für Unternehmen.
Ein mögliches Projekt im Umfeld dieses geplanten Medienareals ist zum Beispiel ein Medienerlebniszentrum für Kinder.
(Auf das Gespräch mit Herrn OB Bausewein am 30. September 2008 wird verwiesen.)
Für unsere Kindermedienaktivitäten wollen wir auch zunehmend auf europa-weite Kooperation setzen.
In Zusammenarbeit mit der Mitteldeutschen Medienförderung (MDM) haben wir einen Arbeitskreis von europäischen Fördereinrichtungen initiiert (Kidsregio) der Lobbyarbeit für den Kinderfilm leisten möchte.
Welche konkreten Ziele dabei auf der Tagesordnung stehen, soll in einer Konferenz im Sommer 2009 beraten werden.
Ich denke, es ist deutlich geworden, wie sich in den vergangenen Jahren durch gezielte Unterstützung der Landesregierung das Kindermedienland Thüringen in Deutschland und Europa einen guten Namen gemacht hat.
Ich bin sehr zuversichtlich, dass wir diese erfolgreiche Entwicklung verstetigen und auch in Zukunft fortsetzen können.
Herzlichen Dank.