EFRE - Strukturfondsförderung
In Thüringer Städten wie auch im ländlichen Raum besteht erheblicher Bedarf sowie Entwicklungspotenzial im Bereich städtebaulicher und infrastruktureller Ergänzungsmaßnahmen. Deshalb wurden erstmalig in der aktuellen Strukturfondsperiode 2000 bis 2006 im Schwerpunkt „Städtische und lokale Infrastrukturen“ des Operationellen Programms des Freistaates Thüringen auch städtebauliche Maßnahmen mit hohem wirtschaftlichem Bezug wie z.B. Bahnhöfe und ihr Umfeld gefördert. Damit die Förderwirkungen sich maximal entfalten können, wurde bei allen EFRE-Projekten eine Koordination und Verknüpfung mit anderen Förderprogrammen und öffentlich geförderten Projekten (Verkehr, Tourismus, Städtebau, Denkmalpflege) angestrebt.
Folgende EFRE-Projekte in Thüringen belegen dies:
Neubau der Tiefgarage „Willi-Brandt-Platz“ am Hauptbahnhof in Erfurt

- Von 1999 bis 2001 dauerten die Bauarbeiten für die Tiefgarage am Erfurter Hauptbahnhof
Im Zusammenhang mit der Vereinbarung über die Grundsätze der Gestaltung und Finanzierung des ICE-Bahnhofs Erfurt vom 26.03.1998 wurde geregelt, dass seitens der Stadt Erfurt für den ruhenden Verkehr öffentlich nutzbare Parkstellplätze durch den Bau einer Tiefgarage unter dem Willy-Brandt-Platz errichtet werden. Von 1999 bis 2001 wurde eine Tiefgarage mit 286 Stellplätzen auf zwei Etagen unter dem Willi-Brandt-Platz errichtet.
Von der Tiefgarage gibt es sowohl direkte Zugänge zum Bahnhof als auch eine Zufahrt zur Tiefgarage unter dem unmittelbaren Bahnhofsgebäude. Dieses EFRE-Projekt ist als Infrastrukturmaßnahme des ruhenden Verkehrs eine wichtige Voraussetzung für die Funktionsfähigkeit des zurzeit im Umbau befindlichen Erfurter Hauptbahnhofes. Die Gesamtkosten beliefen auf rund 8 Mio. Euro, davon 3,297 Mio. EFRE-Mittel.
Neugestaltung des Angers in Erfurt

- Die Anger-Neugestaltung - herausragendes Projekt im Rahmen der Innenstadtentwicklung und eine Schlüsselmaßnahme der Stadterneuerung
Auf der Grundlage des im Jahr 1999 durchgeführten Realisierungswettbewerbes und der in diesem Zusammenhang getroffenen Festlegungen wurde im Jahr 2000 mit der schrittweisen Neugestaltung des Angers begonnen. Der 1. Bauabschnitt war die Neugestaltung im Bereich zwischen Kaufmannskirche/Karstadt-Kaufhaus und Angereck/ Schlösserschule/Bahnhofstraße. Der Gesamtumfang für diesen Bauabschnitt einschließlich zugehöriger Planungsleistungen beläuft sich auf rund 6,6 Mio. Euro, davon sind 4,485 Mio. Euro EFRE-Mittel. Die Anger-Neugestaltung ist ein herausragendes Projekt im Rahmen der Innenstadtentwicklung und eine Schlüsselmaßnahme der Stadterneuerung, die den vielfältigen Nutzungsansprüchen des Angers als Zentrum von Dienstleistung, Handel und Gewerbe gerecht wird. Der Anger ist die dominanteste Fußgängerachse in der Landeshauptstadt, ein Attraktionsraum für die Bürger, Besucher und Touristen der Stadt und nicht zuletzt Dreh- und Angelpunkt der Linienführung der Stadtbahn. Im Zusammenhang mit der Anger-Neugestaltung kam es daher zu einer Symbiose der Neugestaltung des städtischen Raums und der Einbindung des attraktiven Verkehrsmittels. Durch die beabsichtigte Attraktivitätssteigerung werden weiter gehende wirtschaftliche Impulse im unmittelbaren und weiteren Umfeld erwartet, die insbesondere zur wirtschaftlichen Stärkung dieses zentralen Bereiches beitragen.
Neugestaltung des Bahnhofsvorplatzes in Nordhausen

Die Umgestaltung des Bahnhofsvorplatzes war die erste Teilmaßnahme der städtebaulichen Begleitmaßnahmen zur Landesgartenschau 2004 und bildet den Auftakt einer zentralen Verbindungsachse Bahnhof/Rautenstraße/Altstadt in Nordhausen. Der „neue“ Bahnhofsvorplatz ist ein großzügiger, einheitlich gestalteter und mit einem markanten Baumkarree umrahmter städtischer Platz, der zum Besuchen, Verweilen, Treffen, Speisen, Einkaufen einlädt und ein wirkliches „Tor zur Stadt" geworden ist. Dort sind alle Verkehrsströme des ÖPNV – Bus, Straßenbahn, Schienenbahn und Taxi – integriert und als Gestaltungselemente sowohl baulich als auch räumlich in Szene gesetzt. Dabei wurden ca. 9000 m² Strassen- und Platzflächen neu gestaltet. Heute ist es die „Visitenkarte“ der Stadt. In dieses Bauvorhaben wurden über 6 Mio. Euro investiert – davon 1,926 Mio. Euro EFRE-Mittel, rund 3,60 Mio. Städtebaufinanzhilfen und 1,65 Mio. Euro aus Mitteln des Gemeindeverkehrsfinanzierungsgesetzes. Der Rest wurde als Eigenanteil von der Stadt, der Verkehrsbetriebe und der DB AG aufgebracht. Der Löwenanteil – rund 3,53 Mio. Euro – wurde in Verkehrsinfrastruktur und Erneuerung des Leitungs- und Kabelnetzes investiert.