Umwelt-, Klimaschutz, Erneuerbare Energien in landeseigenen Liegenschaften

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Der energetische Zustand der landeseigenen Gebäude im bundesweiten Vergleich kann sich sehen lassen. Dieses gute Ergebnis soll erhalten und weiter ausgebaut werden.
Im August 2009 wurden die Vorgaben für den Klima- und Ressourcenschutz sowie die Energieeinsparung bei Staatlichen Hochbaumaßnahmen überarbeitet und als Arbeitshilfe im Landesbau eingeführt.
Diesen Leitlinien entsprechend werden bereits zu Planungsbeginn Nutzungs-, Entwicklungs- bzw. Energiekonzepte erarbeitet. Sie sind die Basis für eine optimal gestaltete, aufeinander abgestimmte, wirtschaftliche Baukonstruktion und Technische Ausrüstung. Im Vordergrund steht dabei der bauliche Wärmeschutz, der Vorrang vor der Optimierung der Anlagentechnik hat und besser geplant wird, als dies die Grenzwerte nach Energieeinsparverordnung vorschreiben. Diese Vorgehensweise stellt sicher, dass die Energieeffizienz der neuen und sanierten Gebäude deutlich steigt und weniger klimaschädliche Gase emittiert werden. Darüber hinaus werden alle Möglichkeiten geprüft, den verbleibenden, reduzierten Energiebedarf durch erneuerbare Energien, insbesondere Bioenergie und Photovoltaik, zu decken.
Bei laufenden Maßnahmen werden verstärkt regional erzeugte Rohstoffe verwendet und Stoffkreisläufe geschlossen. Dadurch steigt die regionale Wertschöpfung. Beispiele sind der verstärkte Einsatz von Holz am Oberhofer Sportgymnasium wie z. B. auch beim Internatsneubau, die primärenergetisch vorteilhafte Heizungsumstellung in der Bereitschaftspolizei am Standort Erfurt-Nord sowie die Sanierung des Forstamts Bad Salzungen
Studien, Pilotprojekte, Fachpublikationen.

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Im bundesweiten Vergleich ist Thüringen führend beim Einsatz von Bioenergie in den eigenen Liegenschaften. Die aktuell 47 Biomasseheizungen in Landeseinrichtungen liefern eine Jahreswärmearbeit von knapp 9.000 MWh und decken über 8 % des Gesamtwärmebedarfs. Über 2.000 Raummeter Holz, ca. 4.000 Schüttraummeter Holzhackschnitzel, 750 Tonnen Stroh und 15 Tonnen Pellets werden jährlich in landeseigenen Gebäuden eingesetzt. Biomasse aus weitestgehend nachhaltiger regionaler Erzeugung substituiert fossile Energieträger wie Heizöl und Erdgas bzw. Heizstrom.

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Jedes Jahr werden dadurch über 3.000 Tonnen Kohlendioxid vermieden.

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Nach aktueller Einschätzung wird die Selbstverpflichtung, die Wärmeversorgung in landeseigenen Gebäuden mit 12 % über Bioenergie sicherzustellen, bis 2015 erfüllt werden können. Über 16.000 MWh Wärmenergie werden dann jedes Jahr aus Biomasse bereit gestellt werden, die Ressourcen schonen und die Umwelt entlasten.
Ziel der
Landesinitiative "Photovoltaik auf Landesdächern" ist der Ausbau von Solaranlagen in Thüringen. Die Steigerung der erneuerbaren Energien soll ohne zusätzliche Landesmittel durch die Verpachtung von Landesdächern an private Investoren gefördert und voran gebracht werden.
Der Pachtvertrag für das Photovoltaik-Pilotprojekt am Sportgymnasium Jena wurde nach öffentlicher Ausschreibung Ende Februar 2010 unterzeichnet. Auf 1.250 m² Dachfläche des Schulgebäudes wurden 340 Photovoltaik-Module installiert. Die Spitzenleistung der Anlage beträgt 63 Kilowatt. Eine weitere Anlage mit 60 Kilowatt wurde auf dem Dach des Internatsgebäudes errichtet. Beide Anlagen werden jährlich über 100.000 Kilowattstunden klimafreundlichen Strom liefern. Damit können 15 Prozent des Elektroenergiebedarfs im Sportgymnasium Jena durch Sonnenenergie abgedeckt werden. Jedes Jahr werden so rund 70 Tonnen CO2 vermieden. Der aktuelle „Sonnengewinn“ kann im Foyer der Schule und im Internet unter
www.solarlog-home6.de/lytec/ abgelesen werden.

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Weitere Landesdächer zum Betrieb von Photovoltaik-Anlagen wurden ausgeschrieben und 2011 verpachtet, dabei unter anderem Dächer der Fachhochschulen Erfurt und Schmalkalden sowie des Internatsneubaus des Oberhofer Sportgymnasiums.
Bei den aktuellen Neubaumaßnahmen des Landes wird die künftige Solarnutzung gleich mit eingeplant und baulich vorbereitet. Dies wird auch bei den Neubauvorhaben „Jugendstrafanstalt Arnstadt“ und „Polizeidienststellen und Dienststellen des Thüringer Innenministeriums am Standort Kranichfelder Straße in Erfurt“ berücksichtigt werden.
Ende August 2010 wurden die Arbeiten an der Solaranlage der Berufsakademie Gera mit einer Leistung von 60 Kilowatt abgeschlossen, die mit Geldern aus dem Konjunkturprogramm II errichtet wurde. Eine weitere Anlage mit 65 Kilowatt wurde im Sommer auf dem Flachdach des Bundesarbeitsgerichtes in Erfurt errichtet. Bei der Sanierung eines Gebäudes der Universität Erfurt wird die Südfassade noch 2010 mit einer 30-Kilowatt-Anlage versehen, die ebenfalls aus Konjunkturmitteln finanziert wird.
In 2010 wurde die installierte Leistung von Photovoltaik-Anlagen auf landeseigenen Gebäuden um 600 % gesteigert. Für 2011 ist eine Verdreifachung der PV-Gesamtspitzenleistung auf 900 Kilowatt Peak geplant. Bis 2020 werden ca. 2 % des Strombedarfs der Landeseinrichtungen über die Photovoltaik-Anlagen auf landeseigenen Gebäuden gedeckt werden.