Studien und Pilotprojekte
Beispiele energieeffizientes Bauen
Umbau und Sanierung des Sportgymnasiums Oberhof

-
Die Eliteschule des Wintersports in Oberhof ist ein nachahmenswertes Modell für nachhaltiges und effizientes Bauen. Die bau- und haustechnische Planung erfolgte auf einem ganzheitlichen Energiekonzept, das in einer frühen Planungsphase aufgestellt und mit allen Beteiligten abgestimmt wurde.
- Durch Austausch einer alten Nachtspeicherheizung in eine hochmoderne Holzhackschnitzelheizung konnten erhebliche Energiekosten eingespart werden. Gleichzeitig reduzieren sich die klimaschädlichen CO2 Emissionen um jährlich 1600 Tonnen.
- Die integrierte Solaranlage in der Fassade des neuen Heizhauses nutzt Sonnenenergie für die Bereitstellung von Wärme für Heizung und Warmwasser.
- Es gibt mehrere Einzelmaßnahmen, die "versteckt" dazu beitragen, Umwelt und Ressourcen zu schonen. Siehe Projetdokumentation.
- Das Dach des Internatsanbaus ist vorbereitet für die Installation einer Photovoltaikanlage. Ende 2010 wird die Dachfläche zur Pacht ausgeschrieben.


Sanierung des Forstamtes Bad Salzungen

-
Das Forstamt Bad Salzungen verwaltet eine Waldfläche von 18.700 ha.
Es ist Leit- und Beratungsforstamt bei der Förderung der energetischen Holznutzung.
Neben der Sanierung und Wärmedämmung des Gebäudes erfolgte der Einbau eines leistungs- und feuerungsgeregelten Biomassekessels mit einer Nennwärmeleistung von 40 kW. Der Biomassekessel kann sowohl Pellets als auch Qualitätshackschnitzel bei maximalem Wirkungsgrad und niedrigen Emissionen verfeuern. Durch Einbau eines elektrostatischen Feinstaubfilters, wodurch sich der Feinstaubanteil um 75 % reduziert, wird die verschärfte Emissionsanforderung der Kurstadt Bad Salzungen erfüllt. Siehe Projektdokumentation.
Allgemeine Bauangelegenheiten Elektrotechnik Studie "Einsparpotentiale durch alternative Beleuchtungskonzepte und Lichtmanagement-Systeme“
Ergebnisse der Versuchsprojekte FA Pößneck, LWA Zeulenroda und ehem. UWA Sondershausen
Die Studie „Einsparpotentiale durch alternative Beleuchtungskonzepte und Lichtmanagement-Systeme“ wurde in den Jahren 2000 - 2008 in drei landeseigenen Verwaltungsgebäuden durchgeführt. Im Rahmen dieser Studie wurden Handhabung und Wirtschaftlichkeit von alternativen Beleuchtungslösungen und von Lichtmanagement-Systemen untersucht. Unter realen Bedingungen wurden ausgewählte Lichtmanagement-Systeme über einen längeren Versuchszeitraum getestet. Ziel der Studie war es, die Planungsgrundsätze für Beleuchtungsanlagen in den Landesdienststellen des Freistaates Thüringen fortzuschreiben und zu präzisieren. Die Beleuchtungsanlagen in den Landesdienststellen sollen umwelt- und praxisgerechter ausgeführt werden. Der Primärenergieverbrauch für die Beleuchtung soll deutlich gesenkt werden.

-
1. Versuchsprojekt Finanzamt Pößneck
Im Finanzamt Pößneck wurde 2000/2001 das erste der drei Versuchsprojekte durchgeführt.
Im Versuchsprojekt „Lichtmanagement in den Verkehrswegen des Finanzamtes Pößneck" wurden die Einsparpotentiale durch Tageslichtnutzung und tageslichtabhängige Beleuchtungssysteme in Verkehrswegen untersucht. Dazu wurden in den Verkehrswegen des Verwaltungsgebäudes drei verschiedene Beleuchtungslösungen installiert und über einen Zeitraum von einem Jahr bewertet. Im 1. Obergeschoss wurde eine Konstantlichtregelung und im 2. Obergeschoss eine ungeregelte Flurbeleuchtung jeweils mit festen Betriebszeiten realisiert. Im 3. Obergeschoss wurde eine ungeregelte Flurbeleuchtung ohne feste Betriebszeiten ausgeführt. Die Messergebnisse und Auswertungen zeigen, dass
· Tageslicht in Verkehrswegen den Stromverbrauch der Allgemeinbeleuchtung deutlich senkt,
· Lichtregelung zu Einsparungen beim Stromverbrauch für die künstliche Beleuchtung führt,
· Oberlichter bzw. transparente Öffnungen in Flurtrennwänden die Gleichmäßigkeit des Tageslichtes in den Fluren deutlich erhöhen,
· Nutzer die gleichmäßige natürliche Belichtung der Verkehrswege positiv bewerten und auch bei geringeren Beleuchtungsstärken auf die künstliche „Zusatz"-Beleuchtung verzichten sowie
· Einsparungen durch Tageslicht und Nutzerverhalten die Verbrauchsreduzierungen durch Lichtregelsysteme deutlich übertreffen können.
Abschlussbericht Finanzamt Pößneck
Größe: 1,1 MB

-
2. Versuchsprojekt Landwirtschaftsamt Zeulenroda
Das zweite Versuchsprojekt wurde Ende 2004 im Landwirtschaftsamt Zeulenroda abgeschlossen.
Im Rahmen des 2003/2004 im Landwirtschaftsamt Zeulenroda durchgeführten Versuchsprojektes wurde die Wirtschaftlichkeit und Praxistauglichkeit von zwei praxisrelevanten Beleuchtungslösungen in Büroräumen untersucht und bewertet. Die technische Lösung in den Büros im 1. Obergeschoss erlaubt, die Bürobeleuchtung tageslicht- und präsenzabhängig zu regeln. Die Beleuchtung im 2. Obergeschoss wurde klassisch ausgeführt. Sie ist ungeregelt und manuell ein- bzw. auszuschalten. Die Auswertung dieses Versuchsprojektes zeigt, dass
· über den Projektzeitraum von einem Jahr im 1. Obergeschoss 2 % Elektroenergie im Vergleich zum 2. Obergeschoss eingespart wurden,
· das automatische Einschalten der Beleuchtung beim Betreten des Raumes besonders ineffizient ist und die Brenndauer der Beleuchtung deutlich verlängert,
· der Eigenverbrauch der Beleuchtungsregelung und des BUS-Systems den Wirkungsgrad der Beleuchtungsregelung verschlechtert,
· der Tageslichtquotient der Räume maßgeblich durch Gebäude- und Fassadenentwurf bestimmt sind und Vorhangfassaden das verfügbare Tageslicht in den Räumen reduzieren und
· die Akzeptanz des Nutzers für das Lichtmanagement dessen störungsfreie und praktikable Funktion voraussetzt.
Abschlussbericht Landwirtschaftsamt Zeulenroda
Größe: 448,8 kB

-
3. Versuchsprojekt Verwaltungsgebäude am Petersenschacht in Sondershausen
Im Verwaltungsgebäude am Petersenschacht in Sondershausen (ehem. Staatliches Umweltamt) wurden zwei Lichtmanagementlösungen in Büroräumen untersucht. Dabei wurden die umfangreichen Erfahrungen aus den beiden Versuchsprojekten im Finanzamt Pößneck und Landwirtschaftsamt Zeulenroda berücksichtigt.
Neu bei diesem Versuchsprojekt war, dass über Änderungen der Programmierung etagenweise zwei unterschiedliche Betriebsmodi genutzt werden konnten. Während der ersten Messperiode im Zeitraum 08/2005 - 07/2006 wurde die klassische, ungeregelte, manuell ein- bzw. auszuschaltende Beleuchtung im EG mit der tageslicht- und präsenzabhängigen Beleuchtungssteuerung im 1. OG verglichen. Vor Beginn der 2. Messperiode im Zeitraum von 02/2007 bis 02/2008 wurden die Betriebsmodi in beiden Etagen getauscht, d. h. im EG wurde jetzt die Beleuchtung tageslicht- und präsenzabhängig geregelt und im 1. OG das Licht klassisch geschaltet. Folgende Ergebnisse wurden erzielt:
- Der Energieverbrauch im 1. OG lag in der ersten Messperiode knapp 42 % unter dem im EG.
- Auch in der 2. Messperiode lag der Energieverbrauch im 1.OG niedriger als im EG (7,4 %)
- Ein Vergleich der Verbräuche je Etage über beide Messzeiträume belegt Einsparungen durch Lichtmangement. Im Vergleich beider Jahre beträgt die Einsparung durch Lichtmanagement im EG 447 kWh bzw. 24 % sowie im 1. OG 243 kWh bzw. ca. 18,5 %.
- Die Ursachen für die Verbrauchsdifferenzen in beiden Versuchszeiträumen sind nicht eindeutig. Es überlagern sich mehrere Einflüsse. Dazu zählen auch die Lage der Etagen (natürliche Belichtung) und die Unterschiede im individuellen Verhalten der einzelnen Nutzer.
- Die Effizienz von Lichtmanagementsystemen kann durch gute Planung und Betreibung verbessert werden.
- Lichtmanagementsysteme sind keine „Plug and Play“-Systeme.
Abschlussbericht Verwaltungsgebäude am Petersenschacht in Sondershausen
Größe: 4,2 MB
Alle drei Versuchsprojekte zeigen, dass die tageslichtabhängige Regelung der Beleuchtung in Verkehrswegen und Büroräumen derzeit noch nicht wirtschaftlich darzustellen ist. Lichtregelung hilft Energie zu sparen, jedoch nicht in dem prognostizierten und gewünschten Umfang.
Lichtmanagementsysteme für eine präsenzabhängige und tageslichtabhängige Regelung der Bürobeleuchtung sind keine „Selbstläufer“. Bei Inbetriebnahme von Lichtregelsystemen tritt ein erhöhter personeller Aufwand auf. Für die bestimmungsgemäße Funktion der Lichtregel- und -steuersysteme sind mehrere Messungen, Abgleiche und Einregulierungen erforderlich. Schlussfolgernd sollte vor der Abnahme entsprechender Leistungen ein ausreichender, realitätsnaher Testbetrieb durchgeführt werden.