Thüringer Ministerium für Bau, Landesentwicklung und Verkehr

07.01.2013 11:22 Uhr

Thüringer Holzbaupreis 1999

Rede zur Verleihung des Thüringer Holzbaupreises 1999

(Auszüge)

Der Holzmarkt in Thüringen hat schon seit geraumer Zeit mit erheblichen Schwierigkeiten zu kämpfen. Die welt- und europaweit unbeschränkten Märkte für Holz- und Holzprodukte führen im Rohstoffbereich und bei der Holzindustrie in Deutschland zu immer härteren Wettbewerbsbedingungen. Andererseits verlangt die Umweltsituation unter dem Klimaaspekt geradezu, der nachhaltigen Holznutzung einen besonderen Stellenwert einzuräumen.

Die traditionelle Holzverwendung betrifft in erster Linie den Sektor der Schnittholzindustrie wie auch die Herstellung von Zellstoff und Spanplatten. Diese einseitige Ausrichtung kann nicht auf Dauer Bestand haben, obwohl die bestehenden Unternehmen als wichtige Säulen der Holzindustrie weiterhin ihre Bedeutung behalten. Innovative Lösungen sind gefragt, um bei der Verwendung von Holz voranzukommen. Ein wesentlicher Schritt ist die Angleichung des Holzbaues in Thüringen an das Niveau der alten Bundesländer. Dadurch könnte sich der regionale Holzbedarf sogar verdoppeln.

Preisträger 1999
Der erste Thüringer Holzbaupreis für ein Wohnhaus in Remstädt bei Gotha

Ein erstes Projekt zur Förderung der Holzverwertung in der Architektur bzw. Bauwirtschaft wurde mit dem „Musterforsthaus“ in Neuhaus am Rennweg initiiert - für das der Grundstein erst vor wenigen Tagen gelegt werden konnte. Das Forstamt ist als reines Holzhaus konzipiert. Lediglich die Fassade wird mit Thüringer Schiefer versehen und somit dem ortstypischen Erscheinungsbild der Region entsprochen.Mit dem Neubau des Forstamtes Neuhaus bemüht sich der Freistaat Thüringen als öffentlicher Bauherr um einen aktiven Beitrag zur Förderung und Wiederbelebung der uralten Holzbautradition in Thüringen.

Mit der Auslobung des „Thüringer Staatspreises für Holzbau“ sollen nunmehr Bauherren und Architekten angesprochen werden und beispielhafte Bauvorhaben, die den Werkstoff Holz mit hoher architektonischer, baukonstruktiver und handwerklicher Qualität verarbeitet haben, gewürdigt werden. Die Anerkennung beispielgebender und hervorragender Projekte verfolgt das Ziel, die positiven Erfahrungen mit zeitgenössischer Holzbauarchitektur zu dokumentieren, um die Öffentlichkeit für eine verstärkte Verwendung von Holz im Hoch- und Ingenieurbau zu sensibilisieren.

Preisträger 1999 Innenansicht
Der erste Thüringer Holzbaupreis für ein Wohnhaus in Remstädt bei Gotha

Der „Thüringer Holzbaupreis 1999“ ist mit einer Geldprämie an die Architekten von insgesamt 15.000 DM verbunden - davon ist der Preis mit 8.000,00 DM dotiert. Der Bauherr des preisgekrönten Bauvorhabens erhält zudem eine Plakette - die den Bezug von HOLZ und BAU symbolisieren soll - zur Anbringung an sein Gebäude.

Es wurden 18 Bewerbungen um den ersten Thüringer Holzbaupreis abgegeben. Das Preisgericht tagte am 11. August 1999. Unter dem Vorsitz von Herrn Prof. Dr. Zimmermann von der Bauhaus-Universität Weimar und der Mitwirkung der Thüringer Architektenkammer wurde der erste Thüringer Holzbaupreis an den

Thüringer Architekten Walter Gudernatsch

für sein Wohnhaus in Remstädt bei Gotha vergeben.

Preisverleihung

Bauherr und Architekt sind in diesem Falle eine Person. Das Preisgericht wählte einstimmig die mit einer Holz-Stülpschalung verkleidete Holzskelettkonstruktion für den 1. Thüringer Holzbaupreis aus. Die Arbeit stellt beispielhaft die innovative, zum Teil experimentelle Verwendung des Baustoffes Holz dar und überzeugt durch die Grundrissgestaltung, die konstruktive und handwerkliche Ausführung bis ins Detail sowie durch die zeitgemäße Architektursprache.

Anerkennungen

Darüber hinaus konnten von dem Preisgericht zwei Anerkennungen ausgesprochen werden:

für die Seniorenwohnanlage in Eisenberg

der Architektengruppe Rosengart + Partner aus Bremen und dem Altenzentrum Bethesda als Bauherren, sowie

Preisträger 1999 Innenansicht
Seniorenwohnanlage in Eisenberg

für die Tribüne des Steigerwaldstadions

des Architekten Zimmermann aus Murrhardt und der Stadt Erfurt als Bauherren.

Tribüne des Steigerwaldstadions Anerkennung 1999

Den Bauherren und Architekten spreche ich hiermit meinen herzlichen Glückwunsch aus!

Alle eingereichten Arbeiten werden in den nächsten Wochen der breiten Öffentlichkeit in Form einer Wanderausstellung zugänglich gemacht - als Standorte sind u. a. Forst- und Hochbauämter sowie die Bauhaus-Universität Weimar und die Fachhochschule Erfurt vorgesehen.

Wanderausstellung 1999

All denen, die zum Gelingen des 1. Thüringer Holzbaupreises beigetragen haben, insbesondere den Bauherren und Architekten, spreche ich hiermit meinen herzlichen Dank aus!

Weiterführende Informationen

Thüringer Holzbaupreis 1999
Broschüre "Thüringer Holzbaupreis 1999"

Anerkennungen
Das Preisgericht des Thüringer Holzbaupreises sprach zwei Anerkennungen aus.