Im Liegenschaftskataster werden Liegenschaften für das gesamte Landesgebiet flächendeckend und vollständig nachgewiesen. Liegenschaften sind Flurstücke und Gebäude. Das Liegenschaftskataster ist amtliches Verzeichnis nach § 2 Abs. 2 der Grundbuchordnung.
Zugang zu den Datenbanken des amtlichen Vermessungswesens
Jede Person oder Stelle kann grundsätzlich die Datenbanken des amtlichen Vermessungswesens einsehen sowie Auskünfte oder Ausgaben daraus erhalten. Einsicht in die personenbezogenen Daten sowie entsprechende Auskünfte und Ausgaben stehen nur den Personen oder Stellen zu, die ein berechtigtes Interesse an der Kenntnis dieser Daten haben und soweit überwiegende schutzwürdige Interessen der Betroffenen nicht beeinträchtigt werden.
Das Liegenschaftskataster besteht aus der Automatisierten Liegenschaftskarte (ALK) und dem Automatisierten Liegenschaftsbuch (ALB). Die Liegenschaftskarte und ihre zugrunde liegenden Vermessungsunterlagen weisen dabei die eindeutig geometrische Lage der Flurstücke nach, während im Liegenschaftsbuch das einzelne Flurstück näher beschrieben wird. Daneben weist das Liegenschaftskataster u. a. nachrichtlich die Grundstückseigentümer, die grundstücksgleichen Rechte, die Ergebnisse der amtlichen Bodenschätzung sowie Angaben zur tatsächlichen Nutzung an der Erdoberfläche nach.
Die Einrichtung und Führung des Liegenschaftskatasters ist hoheitliche Landesaufgabe. Sie wird von den Katasterbereichen des TLVermGeo wahrgenommen. Die Fortführung erfolgt im Wesentlichen auf Grundlage von Liegenschaftsvermessungen und Mitteilungen von Behörden. Im Wesentlichen werden Liegenschaftsvermessungen in der Örtlichkeit durch die Öffentlich bestellten Vermessungsingenieure (ÖbVI) durchgeführt.
Amtliches Liegenschaftskataster - Informationssystem (ALKIS®)
Zukünftig sollen die zur Zeit noch getrennt geführten Liegenschaftsbücher und Liegenschaftskarten in einem Geobasisinformationssystem zusammengefasst werden. Dieses ermöglicht die Führung von Metadaten und Qualitätsdaten, eine Historienverwaltung (historische Zustände können taggenau rekonstruiert werden), einen Datenaustausch über eine normbasierte Austauschschnittstelle sowie eine redundanzfreie, maßstabsunabhängige und blattschnittfreie Datenhaltung.