Aufgaben Pflanzenschutzdienst

Selbstfahrer

In Thüringen arbeiten die Thüringer Landesanstalt (TLL Jena, Referat  Pflanzenschutz), die Sachbearbeiter Pflanzenschutz der Landwirtschaftsämter (LWÄ) sowie die Anstalt öffentlichen Rechts (AöR) ThüringenForst auf dem Gebiet des Pflanzenschutzes als Pflanzenschutzdienst Thüringen zusammen. Diese Zusammenarbeit erfolgt auf Grundlage einer Zuständigkeits-Verordnung, woraus sich unterschiedliche Aufgaben und Zuständigkeiten für die einzelnen Behörden und Einrichtungen ergeben. Im Weiteren sind wichtige Aufgaben des Pflanzenschutzdienstes Thüringen im Bereich Landwirtschaft dargestellt.
 

Überwachung Schaderreger-Auftreten

In Abhängigkeit von der Witterung und den örtlichen Verhältnissen schwankt das jährliche Schaderreger-Auftreten. Vor allem Pflanzenkrankheiten und Insekten kommen in den einzelnen Jahren in unterschiedlicher Stärke an den Kulturpflanzen vor. Zur Minimierung der Anzahl an PSM-Anwendungen ist es für den Praktiker wichtig, die aktuelle Befallslage zu kennen. PSM-Spritzungen sollten nur dann erfolgen, wenn der Zielorganismus tatsächlich auftritt und die Bekämpfungsschwelle überschritten ist. Die TLL bietet in Zusammenarbeit mit den LWÄ Informationen im Rahmen des Pflanzenschutz-Warndienstes zum Schaderregerbefall in den Hauptkulturen an.

Kontrolle einer Gelbschale

Aufgaben des Pflanzenschutzdienstes Thüringen bei der Überwachung von Schaderregern:

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PS_Versuche

Umgang mit Pflanzenschutzmitteln (PSM)

Die Bekämpfung von Schadorganismen an Kulturpflanzen und von Unkräutern erfolgt gegenwärtig in erster Linie mit PSM. Zurzeit sind über 1.000 PSM mit mehr als 250 Wirkstoffen zugelassen, jedes Jahr kommen neue PSM auf den Markt und ersetzen alte Mittel. Zur Einschätzung der Wirkung der PSM und zur Optimierung von Spritzstrategien führen die Pflanzenschutzdienste der Bundesländer Feldversuche durch. Diese Versuche erfolgen firmenneutral, die Resultate werden veröffentlicht. Die Versuchsergebnisse sollen dem Landwirt helfen, eine objektive Entscheidung bei der PSM-Auswahl treffen zu können.
Beim Einsatz von PSM ist vom Anwender die Gebrauchsanleitung genau zu beachten. PSM müssen für die jeweilige Kultur und dem betreffenden Schadorganismus zugelassen sein (Indikationszulassung). Eine Übersicht dazu bietet das  Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit an. Weiterhin sind alle Vorgaben zum Schutz von Mensch, Tier und Umwelt einzuhalten. Beim Handel mit PSM gibt es u. a. Vorschriften für die Form der Abgabe (Selbstbedienungsverbot) sowie für die Kennzeichnung der PSM. Die Einhaltung dieser Vorschriften wird vom Pflanzenschutzdienst Thüringen im Rahmen von systematischen Kontrollen überwacht. Die Ergebnisse sind ebenfalls beim BVL in den jeweiligen Jahresberichten dokumentiert.

Aufgaben der Pflanzenschutzdienstes Thüringen beim Umgang mit PSM:

  • Erarbeitung von Broschüren und Merkblättern mit Informationen zum sachgerechten Einsatz von PSM
  • Anfertigung eines jährlichen Versuchsberichtes
  • Bearbeitung von Beanstandungen bei Kontrollen nach Pflanzenschutzrecht einschließlich der Ahndung von Ordnungswidrigkeiten

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Pflanzenschutz im Raps

Pflanzenschutzgeräte / anerkannte Kontrollwerkstätten

Pflanzenschutzgeräte sind für die sachgerechte Verwendung von PSM von großer Bedeutung. Deshalb ist eine turnusmäßige Überprüfung von im Gebrauch befindlichen Pflanzenschutzgeräten in amtlich anerkannten Kontrollwerkstätten in einem Zeitabstand von 6 Kalenderhalbjahren gesetzlich vorgeschrieben. Die bestandene Überprüfung wird mit einer Prüfplakette dokumentiert. Auf dieser Prüfplakette ist das Ende der Gültigkeit (Kalender-Halbjahr) vermerkt.

Aufgaben der Pflanzenschutzdienstes Thüringen bei Pflanzenschutzgeräten:

  • Durchführung von amtlichen Prüfungen von Gerätetechnik in Zusammenarbeit mit dem
      Julius Kühn-Institut
  • Anerkennung von Kontrollwerkstätten zur Durchführung der Geräte-Überprüfung und Fortbildung des Werkstatt-Personals
  • Auswertung der Geräte-Überprüfungen in Thüringen und Kontrolle der Tätigkeit der Kontrollwerkstätten
Pflanzenproben
Untersuchung von Pflanzenproben im Labor

Amtliche Pflanzengesundheit/Pflanzenquarantäne

Einige Schadorganismen an Kulturpflanzen lassen sich nur mit großem Aufwand oder überhaupt nicht bekämpfen bzw. verfügen über ein hohes Schadpotenzial. Die Überwachung und Bekämpfung solcher Schaderreger (z. B. Kartoffelbakteriosen, Maiswurzelbohrer, Feuerbrand, Scharkakrankheit) ist gesetzlich geregelt (z. B. in der Pflanzenbeschauverordnung, Feuerbrandverordnung, Scharkaverordnung). Beim Auftreten des jeweiligen Schaderregers werden die zuständigen Behörden tätig und leiten entsprechende Bekämpfungsmaßnahmen zur Beseitigung des Befalls ein.
Durch amtliche Kontrollen von Import- und Exportwaren soll verhindert werden, dass phytopathogene Schaderreger aus ihrem natürlichen Verbreitungsgebiet verschleppt werden. Detaillierte Informationen zum Bereich Quarantäne-Schaderreger sind vom   Julius Kühn-Institut zu erhalten.

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Aufgaben des Pflanzenschutzdienstes Thüringen in der Pflanzengesundheit:

  • Ausstellung von Pflanzengesundheitszeugnissen für den Export von Pflanzen und Pflanzenteilen; für das Stellen von Export-Anträgen steht die Internetplattform   PGZ-online
  • Phytosanitäre Abfertigung von Importsendungen (auch Verpackungsholz); Importanmeldungen sind ebenfalls unter   PGZ-online möglich
  • Durchführung von gesetzlich vorgeschriebenen Monitorings auf gefährliche Schaderreger
  • Organisation und Kontrolle der Vergabe des Pflanzenpasses durch Betriebe, die mit pflanzenpasspflichtigen Waren handeln
  • Überwachung von Exportholzverpackungen (Kisten, Paletten, etc.) auf Schaderregerbefall einschließlich der Trockenkammern und Durchführung von Kontrollen in Baumschulen
  • labordiagnostischer Nachweis von Quarantäne-Schaderregern

Pflanzenschutzdienste in Deutschland
In jedem Bundesland in Deutschland gibt es einen Pflanzenschutzdienst. Das vorliegende Verzeichnis gibt eine Übersicht zur jeweiligen Organisationsform in den Bundesländern in Deutschland und zu Ansprechpartnern.

ISIP
Für den sachgerechten Pflanzenschutz benötigen Landwirte und Gärtner vielfältige Fachinformationen (z. B. Befalls- und Zulassungssituation). Die Thüringen-Seiten von ISIP stellen umfangreiche Daten für Anwender von PSM bereit und informieren zu aktuellen Entwicklungen.


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Kontakt:
Reinhard Götz (Leiter Referat  Pflanzenschutz)
Telefon: 0361 – 55068 - 0
Mail: pflanzenschutz{at}tll.thueringen{punkt}de

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