TZNR (Thüringer Zentrum Nachwachsende Rohstoffe)

Was versteckt sich hinter dem Begriff „Nachwachsende Rohstoffe“?

Pflanzen sind in der Lage mit Hilfe des Sonnenlichtes aus Kohlendioxid, Wasser und Mineralstoffen hochkomplizierte organische Verbindungen wie Stärke, Zucker, Proteine, Öle, Zellulose sowie sekundäre Inhaltsstoffe (Alkaloide, Gerbstoffe etc.) zu produzieren.
Unter dem Sammelbegriff „Nachwachsende Rohstoffe” werden eine Vielzahl land- und forstwirtschaftlicher Rohstoffe bzw. ein- oder mehrjährige Kulturpflanzen zusammengefasst. Diese werden auf entsprechenden Nutzflächen angebaut und ausschließlich zur industriellen oder energetischen Verwertung erzeugt. Nachwachsende Rohstoffe bilden sich ständig neu, binden Kohlendioxid und nehmen Syntheseschritte der Chemie in Naturprozessen voraus.
Weitere positive Effekte sind durch eine Aufwertung der Kulturlandschaft, die Bereicherung von Fruchtfolgen in der Landwirtschaft, die Entlastung der Agrarmärkte im Food-Sektor sowie die Erhaltung und Schaffung neuer Arbeitsplätze in der Landwirtschaft und der verarbeitenden Industrie gegeben.

Nachwachsende Rohstoffe in Thüringen

Grundlage der Thüringer Strategie bildet das „Konzept zur Förderung der Nutzung nachwachsender Rohstoffe im Freistaat Thüringen”, welches durch den Fachbeirat Nachwachsende Rohstoffe der Landesregierung empfohlen und im Jahr 1997 bestätigt wurde. Folgende Produktlinien gelten dabei im Sinne einer nachhaltigen Rohstoffbereitstellung biologischer bzw. nachwachsender Ressourcen als besonders erfolgversprechend:

  • feste und flüssige Kraft- und Brennstoffe
  • Öle und Fette
  • Heil-, Duft- und Gewürzpflanzen, Naturfarbstoffe
  • Fasern
  • Holz

Über den Fachbeirat Nachwachsende Rohstoffe und dessen entsprechende Facharbeitsgruppen ist eine enge Verbindung zu Ministerien, Instituten, Weiterbildungseinrichtungen und Verbänden im Freistaat Thüringen gegeben.
Mit dem Thüringer Zentrum Nachwachsende Rohstoffe (TZNR) der Thüringer Landesanstalt für Landwirtschaft (TLL) wird eine verstärkte Zusammenarbeit zwischen Landwirtschaft, Wissenschaft, Industrie und Handel beim Anbau, der Verarbeitung und Vermarktung nachwachsender Rohstoffe erreicht.
Netzwerke bestehen bereits z. B. mit der Bioenergieberatung Thüringen Biobeth, der Forschungsvereinigung Werkstoffe aus nachwachsenden Rohstoffen e.V. WNR, Bioenergieregionen und dem Kompetenzzentrum Pahren.

Angewandte Forschung zum Anbau und der Erstverarbeitung

Parzellen- und Feldversuche dienen der Suche nach neuen Pflanzenarten mit spezieller Anbaueignung und besonderen Inhaltsstoffen. Für aussichtsreiche Arten beginnt anschließend die Entwicklung von Anbauverfahren.
Einen weiteren Schwerpunkt bildet die Entwicklung effizienter und umweltgerechter Produktionsverfahren für Industrie- und Energiepflanzen. Als Beispiele seien hierfür Raps, Öllein, Energiegetreide, alternative Energiepflanzen, Hirsearten, Gräser und schnellwachsende  Hölzer genannt.
Auch hier besteht ein enger Kontakt zu Forschungseinrichtungen und potenziellen Anwendern. Dabei konzentriert sich die Zusammenarbeit auf die Verarbeitung von Ölsaaten, Faser- und Arzneipflanzen sowie die Bereitstellung und Verwendung von Energiepflanzen für Biogasprozesse, Kraftstoffe und die Verbrennung.

Betreuung von Pilot- und Demonstrationsvorhaben

Im Rahmen von Förderprogrammen unterstützt der Freistaat Thüringen Pilot- und Demonstrationsvorhaben auf den Gebieten der Produktions- und Verwendungsalternativen für die Land- und Forstwirtschaft. Sie dienen der Gewinnung von Erkenntnissen für eine breite Praxiseinführung. Das Zentrum begleitet diese Vorhaben von der Antragstellung bis zur Realisierung.

Demonstration des Anbaus und der Verwertung

Die Thüringer Landesanstalt für Landwirtschaft  und das Thüringer Zentrum Nachwachsende Rohstoffe der TLL in Jena werden  vor Ort durch eine moderne Strohheizanlage mit Wärme versorgt. Eine weitere Anlage auf der Basis von Holzhackschnitzeln sichert am Standort Dornburg die Wärmeversorgung ab. Beide Anlagen dienen gleichzeitig zur Gewinnung wissenschaftlicher Erkenntnisse für eine umweltgerechte thermische Verwertung weiterer biogener Energieträger, wie Energiegetreide, Pappeln und Weiden aus  Kurzumtriebsplantagen, um nur einige Beispiele zu nennen. Das Technikum des TZNR beinhaltet neben einer  Ölmühle  zur Herstellung hochwertiger Pflanzenöle im Kaltpressverfahren   Extraktionsanlagen zur Gewinnung spezieller pflanzlicher Inhaltsstoffe. Über weitere hochmoderneAnalysegeräte, z. B. eine Laboranlage zur Bestimmung der Biogasausbeute verschiedener Substrate, verfügt das Untersuchungswesen der TLL in Jena. Damit können praxisnah wissenschaftliche  Ergebnisse für die Beratung erarbeitet werden. . Eine Kurzumtriebsplantage  zur Technikerprobung und ein Agroforstsytem auf einem 50 ha-Feldschlag des Thüringer Lehr-, Prüf- und Versuchsgutes GmbH vervollständigen den Forschungsansatz  am Standort Dornburg.

Schaugarten und Dauerausstellung im Pavillon Nachwachsende Rohstoffe

Der Schaugarten „Energiepflanzen” in Jena dient zur Information der breiten Öffentlichkeit. Dort kann eine Vielzahl von Pflanzen nicht nur angesehen, sondern auch angefasst werden. Dazu zählen u. a. Energiehölzer, Energiegräser und –pflanzen wie Szarvasigras, neubelgische Aster und Durchwachsene Silphie.
Einen Ausblick auf die universellen Verwendungs- und Einsatzmöglichkeiten der genannten Pflanzenarten vermittelt parallel dazu die Dauerausstellung “Leben mit Nachwachsenden Rohstoffe” im Pavillon. Biologisch abbaubare Verpackungen, Biohydrauliköle, Farben auf Leinölbasis, Waschmittel mit Tensiden aus Pflanzenölen und Autotürinnenverkleidungen aus Flachs, Hanf oder Sisal sind nur einige innovative Produkte. Für ein interessiertes Fachpublikum, aber auch für den Schulunterricht bieten der Schaugarten und die Ausstellung vielseitige Anregungen

Information, Beratung, Marketing

Im Thüringer Zentrum Nachwachsende Rohstoffe existiert eine breite Datenbasis in Form von Veröffentlichungen, Forschungsberichten und Studien zu den einzelnen Produktionslinien. Zudem wird ein enger Kontakt zur Fachagentur Nachwachsende Rohstoffe e. V. in Gülzow, zu Landes- und Bundesinstituten sowie entsprechenden Einrichtungen der einzelnen Bundesländer gepflegt. Über die geschaffenen Netzwerke ist eine kurze Verbindung zu Ministerien, Instituten, Weiterbildungsanstalten und Verbänden des Freistaates Thüringen gegeben. Mit Fachgesprächen, Feldtagen, Tagungen u. a. werden wichtige Informationen zu aussichtsreichen Produktlinien und Entwicklungen an interessierte Fachleute vermittelt. Die fachliche Beratung zu konkreten Projekten unter Hinzuziehung Thüringer Fachexperten sowie die Beratung zu Fördermöglichkeiten des Landes, des Bundes und der EU ist eine weitere wichtige Aufgabe. Unter dieser Internetadresse werden Veranstaltungstipps, Forschungsergebnisse, interessante Projekte sowie allgemeine  „News“ vorgestellt.

 

Kontakt:
Torsten Graf (Referatsleiter)
Tel.: 0361-57404-1146
E-Mail: Torsten.Graf{at}tll.thueringen{punkt}de

 

[Stand: 06.12.2017]

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