Ölpflanzen

Öllein

Pflanzliche Öle und Fette wurden von den Menschen schon immer in zwei verschiedenen Nutzungsrichtungen, zum einen zur Ernährung und zum anderen für technische Zwecke, verwendet. Nutzten die Menschen in früherer Zeit zunächst das Öl der Pflanzen durch den Verzehr der ganzen Früchte, so lernten sie doch bald, das reine Öl zu gewinnen.
Mit der zunehmenden Bevölkerung und dem damit verbundenen höheren Fettbedarf für Ernährung und Industrie stieg auch der Anbau von Ölfrüchten. Neue Ölfrüchte und die spezifischen Eigenschaften ihrer Öle wurden entdeckt und in immer breiterem Umfang genutzt. So beträgt der Anbauumfang von Ölpflanzen gegenwärtig in Europa mehr als 11 Mio. Hektar. Die größten Anbauflächen weisen hierbei Raps und Sonnenblumen auf, deren Öle sowohl für Nahrungs- als auch für chemisch-technische Zwecke Verwendung finden.
Die Anbaufläche von Ölfrüchten beläuft sich in Thüringen auf ca. 120 000 ha, was etwa 1/5 der gesamten Ackerfläche entspricht. Hauptkultur ist dabei der Winterraps. Gewisse Anbaubedeutung haben auch Öllein, Sonnenblumen, Sommerraps und Rübsen. Für spezielle technische und industrielle Anforderungen werden auch Pflanzen wie Saflor, Schwarzkümmel und Drachenkopf angebaut und verwendet.
 

Iberischer Drachenkopf

Technische Öle

Rapsöl kann als Schmiermittel bei der Verlustschmierung, z. B. von Kettensägen in der Forstwirtschaft oder Silofräsen in der Landwirtschaft, eingesetzt werden. Leinöl diente schon seit alters her als Anstrichstoff, Holzschutzmittel und zur Herstellung von Linoleum. Auch die heute gehandelten Ökofarben basieren meist auf dem Trägerstoff Leinöl. Diese Verwertung des Ölleins beruht auf seinem hohen Gehalt an Linolensäure, einer 3-fach ungesättigten Fettsäure, die eine schnelle Trocknungsfähigkeit des Öls bedingt. Ähnliche Eigenschaften weist auch der Iberische Drachenkopf auf, der ebenfalls für die Herstellung von Farben, Lacken und Linoleum eingesetzt werden kann. Ein weiteres Beispiel für den Einsatz von Pflanzenölen im chemisch-technischen Bereich ist die Verwendung von Ölsäure, z. B. aus der High-Oleic-Sonnenblume als Trägerstoff für Cremes und Salben in der Kosmetik. Die Erucasäure aus der Krambe oder dem Erucaraps lässt sich hervorragend als Tensid (grenzflächenaktive Substanz), z.B. in Waschmitteln nutzen. Auch als Biopolymer für die Kunststoffindustrie oder als Emulgator (für das Mischen ursprünglich nicht mischbarer Substanzen), z.B. im Bereich der Agrochemikalien, lässt sich die Erucasäure nutzen. Abhängig von ihrer Verarbeitung sind technische Öle auf pflanzlicher Basis vollständig biologisch abbaubar und leisten somit einen wesentlichen Beitrag zum Umweltschutz.

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Sonnenblume

Nahrungsöle

Öle und Fette sind die energiereichsten Stoffe in der menschlichen Ernährung. Sie sind sowohl Träger essenzieller Fettsäuren als auch fettlöslicher Vitamine. Durch die Fettsäuren werden die Konsistenz und der ernährungsphysiologische Wert der einzelnen Öle bestimmt. Pflanzliche Öle zeichnen sich in der Regel durch einen hohen Anteil ungesättigter Fettsäuren aus. Insbesondere mehrfach ungesättigte Fettsäuren benötigt der Mensch für den Fettstoffwechsel. Diese Fettsäuren sind essentiell und können vom menschlichen Körper nicht selbst synthetisiert werden, d. h. sie müssen über die Nahrung zugeführt werden. Sie wirken sich u. a. positiv auf den Cholesterinspiegel im Blut aus und tragen zur Gesunderhaltung des Herzens bei. Pflanzen, die ernährungsphysiologisch hochwertige Speiseöle liefern und unter Thüringer Bedingungen gedeihen, sind beispielsweise der Raps, der Öllein, die Färberdistel (Saflor) und die Sonnenblume. Pflanzenöle werden auch pharmazeutisch genutzt. So findet das Öl der Mariendistel bei Gallenerkrankungen und das Öl der Nachtkerze zur Behandlung von Neurodermitis Anwendung. In letzter Zeit steigt auch die Nachfrage nach speziellen pflanzlichen Ölen für die Herstellung von Nahrungsergänzungsmittel. Als Beispiel hierfür ist das Schwarzkümmelöl zu nennen.

 


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Union zur Förderung von Öl- und Proteinpflanzen e.V.


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