Marktfruchtanbau

I Pflanzenbau2

Marktfrüchte sind landwirtschaftliche Ernteerzeugnisse, die ohne Veredelung im Betrieb dem Markt zugeführt werden, wie z. B. Brotgetreide. Diese werden im sogenannten Marktfruchtanbau meistens zur Erzeugung von Nahrungsmitteln von landwirtschaftlichen oder gartenbaulichen Betrieben angebaut. Sie gelangen innerhalb eines Marktes als Lebensmittel in den Handel. Von einem Marktfruchtbetrieb wird gesprochen, wenn in ihm mehr als 50 % des Betriebseinkommens durch den Verkauf von Marktfrüchten erzielt werden. Der Gegenbegriff sind Futterpflanzen, die im sogenannten Futterbau angebaut werden.

Zu den wichtigsten Aufgaben der TLL im Marktfruchtanbau gehören die Erarbeitung von Empfehlungen zum effizienten und umweltverträglichen Anbau (Leitlinien) sowie die Erarbeitung von Betriebswirtschaftlichen Richtwerten (BWR) und die jährliche Zusammenstellung von Sortenempfehlungen (Landessortenversuche) von Marktfrüchten. Aktuelle Themenschwerpunkte werden im Rahmen von Spezialthemen bearbeitet, wie z. B. Pflanzenbau im Rahmen des Klimawandels, die Erschließung neuer Verwendungsrichtungen der Marktfrüchte sowie der Anbau von Getreide unter ökologischen Bedingungen.

 

Getreideernte

Getreide

Im Mittel der letzten Jahre (2011- 2016) wurden in Deutschland etwa 42,18 Mio. Tonnen Getreide (ohne Mais und CCM) auf einer Fläche von 5,99 Mio. ha erzeugt. Der Durchschnittsertrag lag bei 70,4 dt/ha.
In Thüringen waren es in diesem Zeitraum ca. 2,57 Mio. Tonnen Getreide (ohne Mais und CCM) auf einer Anbaufläche von ca. 360.000 ha. Der Durchschnittsertrag betrug etwa 71,4 dt/ha. Den höchsten Anbauanteil nahmen mit rund 87 % die Wintergetreidearten ein. Weizen als wichtigste Kulturart in Thüringen wurde auf knapp 64 % der Getreidefläche angebaut. Der Anteil von Roggen als weitere Brotgetreideart betrug ca. 3 %. Gerste als wichtige Vorfrucht für Raps stand auf rund 28 %, wobei knapp 9 % auf Sommergerste entfielen. Triticale mit 4 % sowie Hafer, Hartweizen und Körnermais folgten mit je 1 %. Verwendungsbereiche für Getreide sind Nahrungs- und Futtermittel, Energie sowie Saatgut.
 

Rapsfeld

Ölpflanzen

Als Ölfrüchte werden in Thüringen vor allem Raps und nur in geringem Umfang Sonnenblumen und Öllein kultiviert.

Lupine

Körnerleguminosen

Die Anbaufläche für Hülsenfrüchte zur Körnergewinnung erhöhte sich im Mittel der letzten Jahre (2011 – 2016) auf rund 12.400 ha. Dies entsprach einem Anteil von 2 % an der Ackerfläche. Mit 8.900 ha entfielen davon 71 % auf Futtererbsen. Ackerbohnen wurden auf 3.000 ha (24 %) und Lupinen lediglich auf 570 ha (5%) angebaut. Der Anbau von Sojabohnen wird erst seit 2016 in der Flächenstatistik berücksichtigt und umfasste im selben Jahr 274 ha. Hülsenfrüchte dienen hauptsächlich als Eiweißfutter in der Tierernährung. Allerdings ist ein zunehmendes Interesse an der Verwertung für die Humanernährung zu beobachten.

Kartoffelsorten

Hackfrüchte

Die Anbaufläche in Thüringen für Hackfrüchte lag im Mittel der letzten Jahre (2007-2012) bei rd. 12 Tsd. ha, das sind etwa 2 % der Ackerfläche. Die wichtigsten Hackfrüchte sind Kartoffeln und Zuckerrüben.

Kamille-Pfefferminze

Sonderkulturen

Der Anbau von Heil-, Duft- und Gewürzpflanzen verfügt in Thüringen über eine lange Tradition, die bis in die heutige Zeit weitergeführt worden ist. Das "Know-how" der Thüringer Betriebe im Anbau, die Unterstützung anerkannter wissenschaftlicher Einrichtungen sowie die klimatischen Bedingungen haben Thüringer Kräuter zu einem Qualitätsbegriff werden lassen. Mit einer Anbaufläche von jährlich 1300 bis 1500 ha zählt man Lein und Senf hinzu, sind es etwa 2500 ha, gehört Thüringen bundesweit zu den Hauptanbauländern. Damit bewirtschaftet der Freistaat ca. 20 bis 25 % der Gesamtfläche in Deutschland mit Heil-, Duft- und Gewürzpflanzen.

Publikationen und detaillierterte Auskunft erhalten Sie auf Seiten zu Nachwachsenden Rohstoffen.

 

Das Hopfenanbaugebiet Elbe-Saale erstreckt sich über die Länder Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen und gehört mit ca. 1200 ha zu den weltweit 10 größten Anbaugebieten. Es geht zurück auf die ersten in der DDR staatlich geförderten Hopfengärten in Thüringen im Jahr 1950.
Heute bewirtschaften in Thüringen zehn Betriebe ca. 350 ha Hopfenfläche. Aufgrund stark schwankender Preise ging die Anbaufläche in den letzten 5 Jahren um 10 % zurück. Es werden vorrangig Bitter-, aber auch Aromasorten mit einem durchschnittlichen Ertrag von 20 dt/ha angebaut.

Abschlussberichte und weitere Publikationen

 

 

Leitlinien der TLL
Empfehlungen zum effizienten und umweltverträglichen Anbau

Landessortenversuche

Sortenratgeber

Aktueller Pflanzenbaurat


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Kontakt:
Wilfried Zorn (Referatsleiter)
Tel.: 0361 57404-1417
E-Mail: Wilfried.Zorn{at}tll.thueringen{punkt}de

[Stand: 19.02.2018]

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